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Welche Geburtspositionen gibt es?

Nadine Scheiner
02 Mrz 2022
7 Min.
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Normalerweise werden 95 % der Babys in der Schädellage geboren, das heißt mit dem Kopf nach unten, das Kinn ruht auf der Brust, das Gesäß zeigt nach oben und Arme und Beine sind gebeugt und nah am Körper. Bei dieser Position handelt es sich um die natürliche und beste Position, da sie den Durchgang des Babys durch den Geburtskanal erleichtert. Auch aus medizinischer Sicht handelt es sich bei der Schädellage um die beste Position für Mutter und Kind, denn der Kopf öffnet den Weg für den Körper und erleichtert beiden so den Geburtsprozess.

Liegt euer Baby perfekt, steht der Geburt nichts mehr im Wege. Ihr habt verschiedene Möglichkeiten, um euer Baby auf die Welt zu bringen. Gut zu wissen ist auch, dass ihr nicht die ganze Zeit die gleiche Position beibehalten müsst. Zum einen gibt es Geburtspositionen, die für den Anfang der Geburt geeignet sind, und Geburtspositionen, die für den Abschluss der Geburt geeignet sind. Zum anderen kommt es natürlich auch darauf, wie die Geburt für euch am angenehmsten ist. Probiert am besten schon vorher einige Möglichkeiten aus und lasst euch auch während der Geburt nicht davon abhalten, eure Position zu ändern, wenn ihr euch unwohl fühlt.

Frau gebärt ihr Kind im Liegen
christinarosepix via shutterstock

Geburtspositionen Eröffnungsphase - Welche Geburtspositionen sind geeignet?

Es gibt verschiedene Geburtspositionen, die für den Anfang der Geburt besonders gut geeignet sind. Sprecht euch mit eurer Hebamme und eurer Begleitperson ab, sodass diese euch beim Einnehmen der Positionen unterstützen können. Welche Position für euch am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

#1 Gehend

Ganz zu Beginn der Geburt kann es unterstützend wirken, wenn ihr euch bewegt. Die Wehen sind meist noch leicht und können relativ gut gehändelt werden und die Bewegung wirkt sich positiv auf euren Körper aus. Haltet euch aber in der Nähe von etwas Greifbarem auf, denn die Eröffnungswehen können ziemlich heftig auftreten und euch aus den Schuhen hauen.

 

#2 Stehend

Die stehende Position hat den Vorteil, dass ihr die Wehen gemeinsam mit der Schwerkraft ihre Arbeit machen lassen könnt. Haltet euch am besten an etwas fest (Bett. Seil, Stuhl, Sprossenwand etc.), ob eine Stange, das Bett oder der Partner festhalten und stützen ist insbesondere bei starken Wehen unerlässlich.

 

#3 Hängend

Eine hängende Position ist für viele Frauen besonders angenehm. Der Oberkörper hängt dabei in der Regel in einem Tuch und die Beine stehen auf dem Boden oder werden auf dem Bett oder einem Hocker abgestützt. Die Entlastung des Oberkörpers erleichtert womöglich auch euch die Geburt.

 

#4 Gebeugt

Auch die gebeugte Position wird oft eingenommen, weil Frauen so ihren Oberkörper entlasten können und gleichzeitig ihr Becken kreisen können. Ihr stützt euch dabei mit den Unterarmen auf einem Tisch, Bett, Schrank oder einer Stange ab und beugt somit euren Oberkörper am besten in etwa 90 Grad nach vorne.

Geburtspositionen
rumka vodki via shutterstock

Geburtsabschluss - Welche Geburtspositionen sind geeignet?

Habt ihr die Geburtsöffnung überstanden und euer Baby ist kurz vor dem Austritt könnt ihr eure Position in eine für den Geburtsabschluss geeignet Position bringen. Auch hier gilt, probiert aus, in welcher Geburtsposition ihr euch am wohlsten fühlt.

#1 Liegend

Viele Frauen entscheiden sich noch heute, ihr Baby im Liegen auf die Welt zu bringen. Ihr könnt dabei selbst entscheiden, wo ihr euer Baby zur Welt bringen wollt. Wichtig ist, dass ihr euch wohlfühlt, denn somit erleichtert ihr auch eurem Baby die Geburt.

 

#2 Seitlich liegend

Auch das seitliche Liegen ist für die Geburt sehr gut geeignet, denn so könnt ihr gut drücken und in den Pausen der Wehen entspannen. Informiert am besten euren Arzt über euren Plan, so kann dieser euch immer wieder sagen zu welcher Seite der Rücken eures Babys zeigt. Denn wollt ihr euer Baby in der Seitenlage gebären legt ihr euch am besten auf die Seite, auf die der Rücken eures Babys liegt.

 

#3 Sitzend

Ob auf einem Ball oder einem Stuhl auch im Sitzen kann die Geburt erfolgen. Für viele Frauen ist diese Position sehr angenehm. Allerdings muss die Position mit Einsetzen der Presswehen gewechselt werden, um den Ausgang des Babys zu ermöglichen. Oft stützen und massieren Partner die gebärende Frau in dieser Position und sorgen so für mehr Entspannung.

 

#4 Hockend

Bei der Hocke handelt es sich um eine weitere Geburtsposition, die sich die Schwerkraft zunutze macht. Sowohl die Hocke als auch der Gebärhocker erweitern das Becken der gebärenden Frau auf das Maximum und erleichtern dem Baby so die Geburt. Die Hocke geht mit der Zeit auf die Knie und die Knöchel fragt daher am besten schon vorher nach einem Geburtshocker, sodass dieser bereitsteht, wenn er gebraucht wird.

 

#5 Vierfüßlerstand

Klingt erst einmal komisch, aber bei dieser Gebärposition handelt es sich um eine der beliebtesten Gebärposition auf der ganzen Welt. Ob auf dem Boden, dem Bett oder über einem Gymnastikball, diese Position entspannt den ganzen Körper und erleichtert euch und eurem Baby die Geburt.

Welche Gebärposition ist für euch die Beste?

Gleich vorweg, es gibt weder richtig noch falsch. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, wie ihr euer Baby zur Welt bringen könnt. Ob im Bett, auf dem Sofa, in einem Tuch, in der Wanne. Ob liegend, stehend, hockend oder hängend. Welche Position für euch die beste ist, ist von euch und eurem Baby abhängig.

Alle Stellungen haben ihre Vorteile und ihre Nachteile, das heißt für euch abzuwägen, was euch besonders wichtig ist und was eher unwichtig ist. Ob im Wasser, auf den Knien oder aufrechte Stellungen ihr werdet immer den Druck spüren, versucht am besten euch und eurem Baby so viel Bewegungsfreiheit wie möglich zu geben, so werden die Wehen-Schmerzen am erträglichsten.

Am wichtigsten ist, ihr müsst euch wohlfühlen, denn nur so kann euer Körper seine Arbeit machen und euer Baby sich angstfrei auf den Weg machen. Probiert euch vorher und auch während der Geburt aus und findet die für euch optimale Geburtsposition. Gut zu wissen ist auch, wie euer Baby positioniert ist, denn so könnt ihr und euer Arzt sowie eure Hebamme die beste Position für euch und euer Baby auswählen. Im Folgenden findet ihr daher noch die möglichen Positionen eurer Babys im Mutterleib.

Geburtspositionen Babys - Wie kann sich euer Baby positionieren?

Babys fangen schon Wochen vor der Geburt an, ihre Position zu verändern, doch erst kurz vor der Geburt zeigt sich die endgültige Haltung, die ein Baby für die Geburt eingenommen hat. Hat sich das Baby kopfwärts gelagert, findet die Geburt normalerweise natürlich und vaginal statt.

Es ist jedoch auch möglich, dass euer Baby eine andere Position in der Gebärmutter einnimmt, die möglicherweise, sodass euer Baby per Kaiserschnitt entbunden werden muss. Das Baby kann dabei unterschiedliche Positionen einnehmen, es kann auf dem Muttermund liegen, in einer Querposition mit dem Gesicht oder dem Oberkörper den Muttermund blockieren oder mit einem Arm oder Bein festhängen.

Natürlich kann euer Gynäkologe in den letzten Wochen vor der Geburt die Lage des Babys durch einen Ultraschall visualisieren und euch sagen, wie euer Baby liegt, es kann aber trotzdem in letzter Minute zu einer Planänderung kommen. Auch wenn euer Baby mit 9 Monaten wenig Platz in der Gebärmutter hat, es hat die Möglichkeit, sich zu bewegen und manche Babys sind wahre Akrobaten.

Das Fruchtwasser ermöglicht es eurem Baby, die Position mit Leichtigkeit zu ändern und sich in der Fruchtblase zu bewegen. Auch wenn euer Baby in den letzten Wochen nicht mehr so aktiv ist, weil Größe und Gewicht bei so wenig Platz einschränken, wird es seine Position zumindest minimal verändern. Viele Babys ändern ihre Position auch noch zu Beginn der Wehen und nutzen diese, um aus der Steißlage der einer anderen Position in die Schädellage zu gleiten. Daher ist bis zum letzten Moment nicht sicher, ob das Baby vaginal oder per Kaiserschnitt zur Welt kommt.

Statistiken zeigen, dass die Mehrheit der Babys zur Geburt kopfwärts positioniert und nur wenige Babys nehmen eine für die Geburt ungünstige Position ein. Einzige Ausnahme sind Zwillinge bei einer Zwillingsgeburt ist es durchaus normal, dass ein Baby in der Schädellage liegt und das andere in einer Steißlage, so sparen die Babys Platz n der Gebärmutter und können sich zusammen besser bewegen. Im Folgenden findet ihr die typischen Positionen, die Babys gern einnehmen, wenn sie nicht in der Schädellage geboren werden.

 

1. Kopf leicht gebeugt

Eines von 100 Kindern weist diese Position bei der Geburt auf und nimmt die Position oft spontan und erst mit den Wehen ein. Dabei handelt es sich um eine Variante der Schädellage, allerdings hat euer Baby bei dieser Position nicht das Kinn auf der Brust und der Kopf bleibt leicht gebeugt, somit ist es für euer Baby etwas schwieriger herauszugleiten. Die Wehen können vaginal stattfinden, aber sie werden langsamer, weil der Schädel auf euer Kreuzbein drückt. Oft haben gebärende Frauen Rückenschmerzen während der Wehen.

 

2. Gesichtslage oder Stirnlage

Bei diesen Positionen handelt es sich um sehr selten auftretende Positionierungen von Babys, nur etwa 0,3 % der Babys nehmen diese Lage ein. In der Regel nehmen Babys die Gesichts- oder Stirnlage nur dann ein, wenn die Mutter eine Uterusfehlbildung hat. Es ist eine Variante der Schädellage, in der das Kind mit dem Gesicht nach unten liegt, aber anstelle des Schädels erscheint das Gesicht oder die Stirn durch den Geburtskanal.

In dieser Position ist der Kopf des Babys leicht angehoben, was die Geburt erschwert. Da der Kopf nicht über den Brustkorb gebeugt ist, ist sein Durchmesser oft zu groß, um durch die Beckenknochen zu passen. Oft wird in diesem Fall ein Kaiserschnitt bevorzugt.

 

3. Steißlage

Bei der Steißlage handelt es sich um die häufigste Position, wenn Babys sich nicht in der Schädellage positionieren. In diesem Fall treten zuerst das Gesäß, die Füße oder beide gleichzeitig durch den Geburtskanal.

Babys nehmen diese Position normalerweise ein, wenn sie eine zu kurze Nabelschnur haben, die Plazenta nicht im oberen Teil der Gebärmutter sitzt, sondern im unteren Teil oder die Gebärmutter eine Fehlbildung aufweist.

Oft wird auch bei dieser Lage der Kaiserschnitt bevorzugt. Mütter, die bereits ein Kind entbunden haben und deren Becken breit genug ist, können aber auch eine natürliche Geburt erleben, wenn ihr Baby nicht zu groß ist.

 

4. Querlage

Diese Position ist sehr selten, sie tritt nur bei 0,4 % der Schwangerschaften auf. In diesem Fall nimmt euer Baby eine liegende Position in horizontaler oder gekreuzter Lage ein. Generell ist ein Kaiserschnitt notwendig, da eine natürliche Geburt nicht möglich ist.

Mit Glück überlegt es sich euer Baby aber mit Eintreten der Wehen anders und dreht sich, sodass es die Schädellage einnimmt. Daher ist zu empfehlen bis zum letzten Moment zu warten bevor ihr euch entscheidet ob die Entbindung natürlich oder per Kaiserschnitt erfolgen soll.

 

Woher wisst ihr wann euer Baby soweit ist?

  1. Es gibt verschiede Anzeichen und Symptome, die euch verraten, dass euer Baby kurz vor der Geburt steht.
  2. Wenn die Dilatation auftritt oder sich der Gebärmutterhals zu öffnen beginnt. Euer Arzt kann die Erweiterung messen.
  3. Erhöhter, klarer, rötlicher oder blutiger Ausfluss aus der Scheide. Dies passiert normalerweise, wenn der Schleimpfropfen (der das Eindringen von Bakterien in die Gebärmutter verhindert) in die Vagina eindringt.
  4. Die Positionierung eures Babys. Mutter bemerken normalerweise, wenn sich Babys auf den Weg in den unteren Teil der Gebärmutter macht und der Bauch dazu neigt, sich abzusenken.
  5. Wenn ihr Kontraktionen spürt, kann es sein, dass sich euer Gebärmutterhals ausdünnt und somit auf die Geburt eures Kindes vorbereitet.
  6. Natürlich wenn die Fruchtblase platzt. Im Normalfall nicht zu übersehen, denn ihr werdet viel Flüssigkeit mit einmal verlieren und euch möglicherweise fühlen, als hättet ihr in die Hose gemacht. In diesem Fall solltet ihr sofort ins Krankenhaus fahren oder eure Hebamme informieren.
  7. Und natürlich Wehen. Immer stärker und intensiver werdende Wehen deuten darauf hin, dass euer Baby kurz vor der Geburt steht.
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