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Schmerzlinderung in den Wehen – So kommt ihr gut durch die Geburt

Nadine Scheiner
03 Mrz 2022
5 Min.
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Wehen kommt von Wehtun – Diesen Spruch habt ihr vielleicht schon manchmal gehört und es kann auch gut sein, dass er euch Angst macht. Aber nicht alle Frauen empfinden die Wehen als sehr schmerzhaft und auch wenn der Spruch durchaus Wahrheit enthält, müsst ihr den Schmerzen bei der Geburt nicht hilflos gegenüber stehen. Es gibt unterschiedliche Methoden zur Schmerzlinderung, die im Laufe der Entbindung eingesetzt werden können. Hier findet ihr die wichtigsten Informationen zu den Möglichkeiten, die euch zur Verfügung stehen.

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten zur Linderung der Wehenschmerzen. Ihr könnt Methoden nutzen, die zu euch und eurer Situation passen.
  • Oft haben schon die alternativen Methoden eine große Wirkung. Entspannung, Bewegung und die richtige Atmung machen einen großen Teil aus.
  • Schmerzmittel oder eine Periduralanästhesie sind sehr effektive Methoden zur Schmerzlinderung und können euch Erleichterung verschaffen.

Welche Methoden zur Schmerzlinderung während der Wehen gibt es?

Auch wenn euch vielleicht zuerst Medikamente in den Sinn kommen, wenn ihr über Schmerzlinderung nachdenkt, solltet ihr in der Schwangerschaft Entspannungstechniken erlernen. Es gibt viele Möglichkeiten, die Wehenschmerzen natürlich zu reduzieren. Dazu gehören noch weitere Methoden. Insgesamt gibt es die folgenden Möglichkeiten zur Schmerzlinderung während der Wehen:

  • Entspannungstechniken
  • Massage
  • Schaukeln
  • Gehen
  • Wechsel der Positionen
  • Hydrotherapie
  • Wärme oder Kälte
  • Atemtechniken
  • Musik
  • Akupunktur
  • Homöopathie
  • Bachblüten
  • Medikamente
  • örtliche Betäubung (PDA)

Wie können Entspannungsübungen zur Schmerzlinderung während der Wehen genutzt werden?

Für eine leichte Geburt sollten eure Muskeln gut arbeiten können und euer Beckenboden entspannt und weich sein. Wenn ihr dagegen verkrampft, kann euer Körper nicht so gut arbeiten und der Weg durch das Becken ist schwerer für euer Kind. Daher wird eine Geburt unter Stress und mit verkrampften Muskeln anstrengender und auch schmerzhafter.

Es gibt viele unterschiedliche Entspannungstechniken. In einem Geburtsvorbereitungskurs könnt ihr solche Methoden kennenlernen. Es gibt auch spezielle Kurse, wie zum Beispiel zur Hypnobirthing-Technik.

Bei allen Entspannungstechniken ist es wichtig, dass ihr euch schon früh in der Schwangerschaft die Zeit nehmt, sie zu üben. Nur wenn eine Methode euch sehr vertraut ist, wird euer Gehirn sich auch in einer Stresssituation an die wesentlichen Punkte erinnern können. Eine gutes Training kann das Veratmen der Übungswehen sein.

Besonders hilfreich ist es, wenn ihr die Techniken auch in anderen leicht stressigen Situationen schon geübt habt und es geholfen hat. Dann wird euer Gehirn auch während der Wehen fast automatisch daran denken.

Auch das richtige Atmen und eure Lieblingsmusik können die Entspannung gut unterstützen. Vor allem ein tiefes und langsames Atmen ist wichtig für den gesamten Geburtsprozess. Es hilft bei einer guten Sauerstoffversorgung und kann damit euren Muskeln die Kraft für die Wehen geben. Außerdem gibt es euch eine Möglichkeit, euch auf etwas Kontrollierbares zu konzentrieren. Damit vermeidet ihr das Nachdenken über die Wehenschmerzen.

Wie unterstützt Bewegung die Schmerzlinderung während der Wehen?

Viele Frauen empfinden unter der Geburt ein starkes Bedürfnis, sich zu bewegen. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel das Beckenkreisen auf einem Gymnastikball während der Eröffnungswehen. Aber auch das Umhergehen und ein Wechsel der Positionen von Zeit zu Zeit kann hilfreich sein.

Bewegung kann durch verschiedene Effekte hilfreich sein. Zum einen wird verhindert, dass sich eure Muskeln verkrampfen. Zusätzlich kann es eurem Kind den Weg durch den Geburtskanal erleichtern. Das Baby kann leichter weiter rutschen und die Schwerkraft unterstützt bei aufrechten Positionen die Arbeit der Gebärmutter.

Wie helfen Wärme, Kälte und Wasser bei der Schmerzlinderung während der Wehen?

In der Geburtsmedizin hat sich auch die Anwendung von Wärme, Kälte und Druck als hilfreich erwiesen. Leichte Massagen können zum Beispiel die Muskeln lockern und damit Krämpfe verhindern. Ihr könnt euch von eurem Partner da massieren lassen, wo es euch gut tut.

Vielen Frauen hilft es auch, wenn während der Wehen Druck auf den unteren Rücken ausgesetzt. Das wirkt ausgleichend zu der Kraft der Kontraktionen.

Wärme und Kälte können auf unterschiedliche Arten helfen. Wärme erweitert die Gefäße und entspannt die Muskeln. Dadurch kann der Dammbereich weich gehalten werden. Kälte kann dagegen akute Schmerzen lindern.

Wasser kann die unterschiedlichen Effekte von Temperatur und Druck kombinieren. In der Dusche kann der Strahl zum Massieren des Rückens genutzt werden. Aber auch ein Bad kann einen sehr guten Effekt haben und eure Schmerzen lindern.

Eine Wassergeburt wird oft als weniger schmerzhaft beschrieben als eine Geburt auf dem Trockenen. Ihr solltet aber schon in der Schwangerschaft klären, ob euer Wunschkrankenhaus eine Geburtswanne hat, in der das möglich ist.

Welche Methoden der alternativen Medizin gibt es für die Schmerzlinderung während der Wehen?

Viele Hebammen haben zusätzliche Weiterbildungen in Akupunktur oder Homöopathie. Wenn ihr diese Methoden für die Linderung der Geburtsschmerzen einsetzen wollt, solltet ihr das bei der Anmeldung unbedingt ansprechen. So könnt ihr euch ein umfassendes Bild über eure Möglichkeiten während der Geburt machen.

Zusätzlich zu diesen Methoden können auch pflanzliche Medizin und Bachblüten eine Möglichkeit sein. Eure Hebamme kann euch sicherlich zu den Methoden beraten und wann sie angewendet werden können.

Welche Schmerzmittel können während der Wehen genutzt werden?

Schmerzmittel können während der Geburt über eine Injektion verabreicht werden. Eine andere Möglichkeit ist die Verabreichung über einen Tropf. Das ist möglich, wenn ihr einen Zugang gelegt bekommt. Die genutzten Schmerzmittel können je nach Lage unterschiedlich sein.

Über einen Tropf können auch weitere Mittel gegeben werden. Es gibt zum Beispiel Medikamente, die entspannend wirken. Allerdings können diese Arzneimittel auch Nebenwirkungen haben und euch müde machen. Daher solltet ihr euch immer gut mir eurer Hebamme und dem Arzt absprechen, ob es die richtige Wahl für euch ist.

Wann ist eine PDA als Schmerzlinderung während der Wehen sinnvoll?

Die PDA ist die wirkungsvollste Art der Schmerzlinderung bei einer Geburt. Die Abkürzung steht für Periduralanästhesie. Sie ist eine Form der lokalen Betäubung. Andere Bezeichnungen sind Epiduralanästhesie, Periduralanalgesie und Spinalanästhesie.

Das Betäubungsmittel wird von einem Anästhesisten in die Nähe des Rückenmarks gespritzt. Dafür wird ein kleiner Schlauch mithilfe einer Nadel zwischen die Rückenwirbel in den Rückenmarkskanal geschoben. Das Rückenmark selbst bleibt unverletzt.

Eine PDA ist eine sehr wirkungsvolle Schmerzlinderung. Richtig angelegt, werden die Wehen nur noch als Druck spürbar. Ein Nachteil ist dabei allerdings, dass ihr die Wehen unter Umständen auch nicht mehr wirklich gut spüren könnt und euch beim Pressen auf die Anweisungen der Hebamme verlassen müsst.

Weitere Nebenwirkungen können ein starker Blutdruckabfall oder Kopfschmerzen bei euch sein. Darüber hinaus können auch eure Beine betäubt sein und ihr daher nicht so beweglich sein.

Insgesamt ist eine PDA nicht für jede Gebärende die richtige Wahl. Sie kann aber dafür sorgen, dass ihr Kraft für die Presswehen gewinnen könnt, wenn die Eröffnungsphase lange dauert oder sehr schmerzhaft ist. Die Betäubung hat auch keine Auswirkung auf euer Baby.

Eine PDA muss nicht sofort gesetzt werden. Ihr habt etwas Zeit, um zu sehen, wie ihr mit den Wehen und den Schmerzen klarkommt. Allerdings hat diese Betäubung keine Wirkung mehr, wenn der Muttermund schon zu weit geöffnet ist. Daher solltet ihr nicht zu lange warten, wenn eine PDA für euch in Frage kommt. Am besten besprecht ihr diese und alle anderen Formen der Schmerzlinderung schon vor der Geburt mit der Hebamme und einem Arzt in eurem Wunschkrankenhaus.

Periduralanästhesie während Geburt
Roman Zaiets via shutterstock
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