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Geburtserleichterung & Schmerzlinderung

Nadine Scheiner
07 Jan 2022
6 min.
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Frauen, die bereits eine Geburt erlebt haben und sich mit anderen Müttern ausgetauscht haben, wissen, dass keine Frau den gleichen Schmerz empfindet wie andere Frauen. Die Geburtsschmerzen sind so unterschiedlich wie die Geburt selbst.

Der beste Ansatz zur Geburtserleichterung und Schmerzlinderung hängt daher von euren Vorlieben und dem Fortschritt der Geburt ab. Manchmal wissen Schwangere nicht, welches Verfahren zur Linderung der Schmerzen sie bevorzugen, bis sie in den Wehen liegen und den Schmerz fühlen.

Dennoch ist es eine gute Idee, dass ihr euch im Voraus über die Möglichkeiten zur Behandlung von Wehenschmerzen informiert und darüber nachdenkt, welche Varianten für euch infrage kommen. Informiert euch am besten in der Klinik oder bei eurer Hebamme, welche Varianten zur Verfügung stehen und welche Mittel ihr bevorzugt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Es gibt natürliche und medizinische Methoden und Techniken
  • Mit natürlichen Techniken können die Wehenschmerzen besser kontrolliert werden
  • Informiert eine Begleitperson über eure Pläne zur Geburtserleichterung, sollten Medikamente nötig sein
Geburtserleichterung
christinarosepix via Shutterstock

Geburtserleichterung mit oder ohne Medikamente?

Es gibt viele Mittel, Wehenschmerzen mit oder ohne Medikamente zu lindern. Mit entsprechenden betäubenden Medikamenten kann der Schmerz gestoppt werden, Medikamente bedeuten aber auch immer, dass ihr eurem Körper Arzneimittel beifügt.

Natürliche Methoden und Techniken betäuben den Wehenschmerz zwar nicht, können euch aber helfen, entspannter zu werden und euch so besser auf die nächsten Wehen vorzubereiten, um diese und den damit verbundenen Schmerz besser zu kontrollieren. Ihr könnt euch und eurem werdenden Kind so die Geburt erleichtern.

Welche Möglichkeiten ihr habt, erfahrt ihr jetzt, welche Methode oder Technik, die für euch Beste darstellt, besprecht ihr am besten mit den Ärzten in der Klinik oder eurer Hebamme.

Welche Methoden zur Geburtserleichterung & Schmerzlinderung gibt es?

Die Intensität der Schmerzen während der Wehen und der Entbindung ist also bei jeder Frau unterschiedlich. Dies liegt daran, dass die Schmerzen von verschiedenen Faktoren abhängig sind zum Beispiel davon, wie groß euer Baby ist und in welcher Position es sich befindet, eurem Befinden und der Stärke der Kontraktionen und mehr.

Im Allgemeinen gibt es wie bereits erwähnt, zwei Möglichkeiten, Schmerzen während der Entbindung zu lindern: die Verwendung von Medikamenten und die Verwendung „natürlicher“ (nicht medikamentöser) Methoden. Manche Frauen entscheiden sich für den einen oder anderen Weg, während andere sich auf eine Kombination aus beidem verlassen.

Ihr solltet vor Beginn der Wehen alle Aspekte mit eurem Arzt und der Hebamme besprochen, um sicherzustellen, dass ihr alle Möglichkeiten, Wirkung, Risiken, Nebenwirkungen, Vorteile und Nachteile einer Schmerzlinderung während der Geburt kennenlernt und versteht. Es kann zudem hilfreich sein, alle Entscheidungen schriftlich festzuhalten, um die Dinge für alle zu klären, die an der Geburt des Babys beteiligt sein könnten.

Welche Medikamente zur Geburtserleichterung und Schmerzlinderung?

Medikamente zur Schmerzlinderung werden in zwei Gruppen eingeteilt:

  • Analgetika
  • Anästhetika

Auch hier gilt, besprecht die Möglichkeiten mit euren Medizinern. Jede Medikamentengruppe ist in unterschiedlichen Varianten und mit unterschiedlichen Wirkstoffen verfügbar. Beachtet das einige dieser Medikamente Risiken bergen und daher nicht für jede Frau geeignet sind. Es ist daher wichtig, dass ihr vorher mit eurem Arzt über die Medikamente sprecht, um sicherzustellen, dass fundierte Entscheidungen zur Schmerzlinderung getroffen werden.

Die verfügbaren Analgetika

Bei Analgetika handelt es sich um Schmerzmittel, die die Schmerzen lindern, ohne einen vollständigen Verlust des Muskelempfindens oder der Bewegung zu verursachen. Diese Form der Medikation stoppen den Schmerz nicht immer vollständig, aber sie reduzieren ihn.

Systeme Schmerzmittel wirken auf das gesamte Nervensystem und nicht nur auf einen Bereich. Sie lindern eure Schmerzen, bringen euch aber nicht zum Einschlafen, sodass ihr die Geburt eures Babys miterleben könnt. Eingesetzt wird diese Art Schmerzmittel häufig bei vorzeitigen Wehen.

Kurz vor der Geburt werden sie allerdings nicht verabreicht, da sie die Atmung und die Reflexe eures Babys verlangsamen können.

Verabreicht werden Analgetika auf drei Weisen:

Intravenös

Das Analgetikum kann über eine Infusion in einen Muskel oder eine Vene geleitet werden. Oft könnt ihr die Menge des Schmerzmittels selbst kontrollieren.

Über die Atmung

Ihr könnt das Schmerzmittel alternativ auch über eine Sauerstoffmaske verabreicht bekommen. Es handelt sich dabei um ein Sauerstoffgemisch, das Analgetika enthält. Auch Lachgas kann zur Schmerlinderung und zur Bewältigung von Angst verabreicht werden.

Regionale Verabreichung

Die in Amerika am häufigsten verwendete Variante ist die regionale Anwendung von Analgetika. Ihr habt bei dieser Variante verschiedene Möglichkeiten, die regionale Analgesie verabreicht zu bekommen.

  • Epiduralanalgesie (Epidural-, Epiduralblockade)
  • Wirbelsäulenblockade
  • Eine Kombination aus Epidural- und Wirbelsäulenblock

Das Betäubungsmittel wird in diesen Fällen in den Rücken gespritzt. Das Betäubungsmittel wird aber in der Regel nicht in das Rückenmark gespritzt, also braucht ihr nicht zu große Angst vor Schmerzen haben.

Die verfügbaren Anästhetika

Bei Anästhetika handelt es sich um Arzneimittel, die alle Empfindungen einschließlich Schmerzen blockieren. Bei manchen Anästhesie-Formen werdet ihr in den Schlaf versetzt, der Nachteil dieser Art der Geburtserleichterung ihr bekommt die Geburt eures Babys nicht mit.

Die Lokalanästhesie (Periduralanästhesie (PDA))

Mit einer Lokalanästhesie, auch als PDA bekannt, hingegen werden alle Empfindungen eliminiert, aber ihr werdet nicht in den Schlaf versetzt. Mit dieser Variante wirkt die Betäubung nur auf einen bestimmten Bereich eures Körpers.

Ärzte verwenden die Betäubungsmittel der PDA häufig bei einem Darmschnitt, einem chirurgischen Schnitt im Bereich zwischen Vagina und Anus, um die Vaginalöffnung während der Geburt zu erweitern oder beim Behandeln von Vaginalrissen und Verletzungen am Muttermund, die während der Geburt aufgetreten sind. Auch bei einem Kaiserschnitt werden häufig lokal wirkende Betäubungsmittel eingesetzt.

Verfügbare Alternativen

Neben Analgetika und Anästhetika gibt es auch Zäpfchen und andere Medikamente, die zum Einsatz kommen, um der schwangeren Frau die Geburt zu erleichtern. Bei diesen Zäpfchen handelt es sich um sogenannte Spasmolytika, die krampflösend wirken und so das Öffnen des Muttermunds erleichtern.

Geburtserleichterung
Prostock-studio via Shutterstock

Geburtserleichterung - Natürliche Methoden und Techniken

Schwangere Frauen, die sich für eine natürliche Geburt entscheiden, verlassen sich auf die Wirkung verschiedener Möglichkeiten, um Schmerzen zu lindern, ohne Medikamente zu nehmen. Dazu gehören folgende Methoden und Techniken, mit denen ihr euch die Geburt wesentlich erleichtern könnt.

Gesellschaft

Es mag erst einmal merkwürdig klingen, oft ist es aber die beste natürliche Methode, die Geburt zu erleichtern. Die Gesellschaft einer Begleitperson, egal ob es sich um euren Partner, eure Mutter oder die beste Freundin handelt, wird als laufende Unterstützung bezeichnet und kann euch helfen, die Angst vor Schmerzen besser zu bewältigen.

Entspannungstechniken

Es gibt zudem verschiedene Entspannungstechniken, mit denen ihr die Wehen und den damit verbundenen Schmerz besser kontrollieren könnt. Versucht am besten schon vorher aus, welche Methode am besten für euch geeignet ist. Infrage kommen tiefes Atmen, Musiktherapie oder Biofeedback.

Yoga

Yoga hilft nicht nur Alltagsstress besser zu verarbeiten, den Körper gelenkig und flexibel zu halten und ein besseres Körpergefühl zu entwickeln. Bestimmte Yoga Übungen können zur Schmerzlinderung beifügen und euch so die Geburt erleichtern.

Hypnose

Hypnose ist nicht für jede Frau geeignet, weil es bedeutet, die Kontrolle abzugeben und dem Hypnotiseur 100 % zu vertrauen. Wenn ihr euch in der Lage seht, euch in Hypnose versetzen zu lassen, kann dies aber durchaus hilfreich sein.

Aromatherapie

Verwendet beruhigende Düfte, um euch zu entspannen. Lasst euch am besten schon vorher von einem Aromatherapie-Experten beraten und suchst euch Düfte aus, die euch am meisten beruhigen. Nicht jeder Frau gefallen die gleichen Düfte, so kann es passieren, dass euch ein Duft, der auf eine andere Frau beruhigend wirkt, eher stresst und Kopfschmerzen bei der Gebärenden verursachen kann.

Akupunktur oder Akupressur und Homöopathie

Ihr könnt euch auch auf die Suche nach einem erfahrenen Komplementär Mediziner (Mediziner der Homöopathie) machen, der euch mit Akupunktur oder Akupressur helfen kann, indem er für Entspannung in eurem Körper sorgt. Möglicherweise kann dieser euch auch Globuli empfehlen, die ihr einnehmen könnt, um eine Schmerzlinderung zu erreichen.

Elektrischer Stimulation

Die Anwendung einer elektrischen Stimulation in kleinen Dosen auf die Nerven, um die Produktion von körpereigenen schmerzlindernden Substanzen zu fördern, kann ebenfalls helfen. Diese Methode wird auch als transkutane elektrische Nervenstimulation oder TENS bezeichnet.

Massagen

Auch Massagen während der Schwangerschaft und kurz vor der Geburt können Schmerzen lindern und zur Entspannung und Bewältigung von Angst beitragen. Schwangere können sich noch Stunden nach einer Massage besser entspannen und ihre Emotionen kontrollieren.

Geburtshilfe und Schmerzlinderung - Vorteile & Nachteile

Jede Schmerztherapie hat ihre Vor- und Nachteile. Entspannungs- und Atemtechniken können euch ablenken und euch helfen, mehr Kontrolle zu haben, aber sie lindern die Schmerzen möglicherweise nicht. Medikamente können Wehenschmerzen lindern, verursachen aber möglicherweise Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Juckreiz. Zudem gibt es keine Garantie, dass Schmerzmittel helfen.

Einige Medikamente fordern zudem, dass ihr im Bett oder einer bestimmten Position bleibt. Außerdem ist es wahrscheinlich das ein Katheter gelegt werden muss oder ihr eine Sauerstoffmaske tragen müsst. Zudem wirken viele Arzneimittel auch auf euer Kind.

Fazit: Abwegen ist angesagt

Welche Schmerztherapie oder Technik für euch am besten geeignet ist, ist von euch, eurem Baby und schlussendlich von der Situation abhängig. Macht euch am besten schon vorher einen Plan A und einen Plan B, um im Falle von starken Schmerzen auf eine Alternative zurückgreifen zu können.

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