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Massage während und nach der Geburt

Nadine Scheiner
28 Feb 2022
5 Min.
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Die Geburt des eigenen Babys ist ohne Frage der wohl schönste und emotionalste Moment für Frauen. Wichtig ist aber nicht nur, dass die Geburt gut verläuft und das Baby gesund zur Welt kommt. Oft vergessen frisch gebackene Mamas dabei aber ihr eigenes Wohlbefinden und ihre Gesundheit, dabei gibt es leicht anzuwendende und angenehme Behandlungen, die werdende Mama während und nach der Entbindung zu unterstützen.

Zu diesen Behandlungs-Methoden gehören wohltuende Massagen, die von einer Masseurin oder von euch selbst durchgeführt werden kann. Es gibt dabei unterschiedliche Massagetechniken, die während und nach der Geburt angewandt werden können. Es gibt Massagetechniken, die bereits ab der der 16. Schwangerschaftswoche angewandt werden können. Zudem gibt es eine spezielle Form der Schwangerschafts-Massagen die nach der Geburt angewandt wird und im Bestfall die Wochenbett-Zeit verringert. Wir stellen euch natürlich auch diese Schwangerschafts-Massage vor.

Massage während Geburt
Pixel-Shot via Shutterstock

Welche Massagen während der Geburt?

Die Massagen während der Geburt müssen äußerst sanft sein, da ihre Funktion nicht darin besteht, Muskelkontrakturen zu lösen, sondern die werdende Mutter so gut wie möglich abzulenken und zu entspannen. Leichte Berührungen mit den Fingerspitzen, kreisende Bewegungen der Handfläche und sich wiederholende Rhythmen sind normalerweise hilfreich und unterstützen die werdende Mutter.

 

Wo und wie werden die Geburtshilfe-Massagen angewendet?

Es gibt viele Bereiche des Körpers, die während der Wehen massiert werden können. Die Schmerzen konzentrieren sich normalerweise im unteren Rückenbereich, im Beckenboden und in den Beinen, da die Bewegungen der Gebärmutter beim Öffnen des Halses und der Erweiterung des Geburtskanals schmerzen, um den Weg in die Außenwelt zu ermöglichen.

Das Massieren der Außenlinie, der Beine, des unteren Teils des Rückens oder Beckenbodens oder sogar des Bauches mit sehr sanften Bewegungen wie Streicheln kann der schwangeren Frau helfen. Sind euch die Berührungen an bestimmten Stellen unangenehm äußert dies bedenkenlos, denn das Wichtigste ist, dass ihr euch wohlfühlt. Bittet eure Begleitperson oder Masseurin euer Gesicht. Kopfhaut, Nacken oder Schultern zu massieren, was ebenfalls helfen kann, euch von den Schmerzen abzulenken und zu entspannen.

Wie können Massagen helfen?

Massage fördert die natürliche Freisetzung von Oxytocin, einem Hormon, das den natürlichen Verlauf von Kontraktionen fördert, sodass die Wehen auf natürliche Weise die Wehen unterstützt gefördert werden. Es gibt Studien, die belegen, dass Schwangere, die während der Dilatationsphase massiert werden, Wehenschmerzen besser vertragen und daher ohne eine Periduralanästhesie (PDA) auskommen. Führt der werdende Vater die Massage durch, hilft sie ihm zudem, sich angesichts des Schmerzes seiner Partnerin eher nützlich als hilflos zu fühlen und er fühlt sich zudem in die Situation einbezogen.

 

Welche Massagen sind für die Geburt geeignet?

Massagen, die während der Entbindung durchgeführt werden, können je nach Ihren therapeutischen oder entspannenden Bedürfnissen unterschiedlich sein. Zu den häufigsten Massagen, die bei gebärenden Frauen angewendet werden, gehören:

  • Therapeutische Massage: Die therapeutischen Massagen werden zur Linderung der häufigsten Schmerzen zum Beispiel durch Muskelkontrakturen oder einem eingeklemmten Ischias verursacht, angewendet. Die daraus resultierenden Schmerzen im Lendenbereich können sich bis in die Beine ausdehnen und für die gebärende Frau sehr unangenehm und sogar lästig werden. Das Massieren der betroffenen Bereiche lindert den Schmerz und hilft, Muskelverspannungen zu reduzieren.
  • Kreislaufmassage: Diese Form der Massagen werden eingesetzt, um den Kreislauf zu aktivieren und Flüssigkeitsansammlungen vorzubeugen. Diese Form der Massagen könnt ihr bereits ab dem vierten Schwangerschaftsmonat selbst anwenden. Berührt dafür mit sanften Bewegungen wie kreiseln oder streichen vor allem eure Beine, denn in Beinen und Füssen besteht ein erhöhtes Risiko für Schwellungen und Schweregefühle.
  • Manuelle Lymphdrainage: Manuelle Lymphdrainagen für Schwangere, die an übermäßiger Flüssigkeitsretention leiden. Empfohlen in den letzten Stadien der Schwangerschaft, wenn die Schwellungen an den Füßen und Knöcheln zunimmt und lästig oder schmerzhaft werden. Dabei werden die betroffenen Regionen massiert, um die angesammelte Flüssigkeit in den Kreislauf zu leiten und die Auflösung dieser auf natürliche Weise zu unterstützen. Diese Massagen sollten jedoch nur von erfahrenen Masseuren durchgeführt werden.
  • Entspannungsmassagen: Entspannende Massage werden angewendet, um den Körper und Geist der werdenden Mutter zu entspannen und den Stress oder die Angst zu minimieren. Normalerweise werden dafür generische Körpermassagen angewendet, die verschiedene Bereiche umfasst. Auch eine Massage an Kopf, Nacken, Gesicht oder Händen kann entspannend wirken.

Was ist, wenn die Massage während der Geburt für euch unangenehm ist?

Bis ihr selbst in den Wehen liegt, kann euch niemand mit Sicherheit sagen, ob für euch eine Massage während der Geburt angenehm für euch ist oder nicht. Und obwohl viele schwangere Frauen sich durch Körperkontakt unterstützt fühlen, kann es sogar sein, dass euch der Körperkontakt unangenehm ist und ihr überhaupt keine Berührungen wünscht.

Auch wenn ihr euch kurzfristig oder erst während der Geburt dazu entscheidet, keine Massage zu wollen, ist das vollkommen in Ordnung, sagt eurem Partner oder dem Masseur, dass ihr lieber keine Massage wollt. Sprecht am besten schon vorher mit eurem Partner über diese Eventualität, sodass er es nicht als Ablehnung versteht und euch auf andere Weise unterstützen kann.

Massagen nach der Geburt?

Ja, es gibt auch Massagen, die besonders gut dafür geeignet sind, eine frisch gebackene Mutter zu unterstützen. Diese Form der Massage wirkt sowohl auf geistiger als auch körperlicher Ebene und unterstützt den Körper der jungen Mutter beim Heilungsprozess. Bei der am häufigsten verwendeten Massage handelt es sich um die sogenannte Uterusmassage. Diese Massage wird direkt nach der Geburt angewendet, dabei wird für etwa 5 Minuten die Gebärmutter unterhalb des Nabels massiert. Sie wird dafür eingesetzt, um die Rückbildung der Gebärmutter zu fördern, sodass diese wieder in den Zustand vor der Schwangerschaft zurückkehrt.

 

Warum ist eine Uterusmassage wichtig?

Bei der Uterusmassage handelt es sich um eine natürliche Methode, den Prozess der Uterusinvolution (Rückbildung) zu unterstützen, sodass sich diese korrekt entwickelt. Das heißt, um der Gebärmutter zu helfen, zu ihrem normalen Zustand und ihrer Größe zurückzukehren.

Wird diese Massage gleich nach der Geburt durchgeführt, kann der Arzt oder die Krankenschwester die Gebärmutter ohne Probleme im Nabelbereich direkt berühren und massieren, um die korrekte Rückbildung zu unterstützen. Zudem haben Frauen nach Anwendung der Uterusmassage oft keine Blutungen, da die Versiegelung der Blutgefäße unterstützt wird.

 

Wie wird eine Uterusmassage durchgeführt?

Die Uterusmassage wird von einem Arzt oder einer Krankenschwester durchgeführt, die an der Geburt beteiligt waren. Für manche Frauen ist die Massage für die Rückbildung der Gebärmutter, trotz der sanften Bewegungen unangenehm oder sogar schmerzhaft. Bei der Uterusmassage werden wiederholt Bewegungen mit der Hand im Unterbauch-Bereich durchgeführt, um die Kontraktionen zu begünstigen.

 

Könnt ihr die Uterusmassage selbst durchführen?

Zu empfehlen ist, dass die Uterusmassage von einem Experten durchgeführt wird, es ist jedoch auch möglich, dass ihr euch selbst massiert. Ihr solltet euch dafür jedoch schon vorher mit der korrekten Durchführung der Uterusmassage beschäftigen. Fragt euren Arzt oder eure Hebamme, wie die Massage genau durchgeführt wird, sodass ihr sie erlernen könnt. Bedenkt aber, dass auch wenn ihr die Massage durchführt euer Körper Zeit braucht um sich zu regenerieren. Der mütterliche Organismus benötigt etwa 6 bis 8 Wochen um sich zu regenerieren. Dieser Zeitraum wird auch Puerperium (Wochenbett) genannt.

Fazit: Massage während und nach der Geburt, ja oder nein?

Ihr seid noch unsicher, ob eine Massage während und/oder nach der Geburt eures Kindes für euch geeignet ist, kein Problem. Wichtig ist, dass ihr entspannt bleibt und euch selbst nicht zusätzlich unter Druck setzt. Sprecht mit eurem Partner, eurem Arzt und eurer Hebamme über die Möglichkeiten und welche Behandlungs-Methoden für euch geeignet sind.

Versucht schon einige Wochen vorher während der Geburtsvorbereitung verschiedene Massagetechniken aus, um herauszufinden, was angenehm für euch ist und Wirkung zeigt und was eher unangenehm ist. Und wie bereits gesagt sprecht mit eurem Partner oder eurer Begleitperson auch darüber, dass es möglich ist, dass ihr während der Geburt merkt, dass ihr keine Berührungen wollt.

Die Schwangerschafts-Massagen können euch sowohl bei Rückenschmerzen als auch Verspannungen der Muskulatur oder Störungen der Durchblutung in den Beinen und anderen Beschwerden helfen. Ist eure Haut besonders empfindlich, probiert ein Massageöl aus. Das Massageöl kann mit oder ohne Aroma sein, so wie es für euch am wohltuendsten ist. Euer Partner kann die Massagen natürlich auch noch während der Stillzeit durchführen, sodass ihr euch völlig entspannen könnt und euch zusammen auf euer Kind freuen könnt.

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