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Unterleibschmerzen in der Schwangerschaft – Ursachen und Tipps

Nadine Scheiner
07 Feb 2022
5 Min.
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Frauen sind in der Schwangerschaft oftmals schmerzempfindlicher. Besonders die Schmerzen, die in Verbindung mit den inneren Organen oder dem Becken bestehen, werden häufig nur mit dem Begriff Unterleibschmerzen zusammengefasst. Viele von euch kennen die Probleme wahrscheinlich von der Menstruation. Unterleibschmerzen sind daher keine Seltenheit mehr.
Doch selbst in der Schwangerschaft kann es bei euch zu Unterleibschmerzen kommen. Die Ursache dahinter steckt oftmals in den inneren Geschlechtsorganen. Die Eileiter, die Eierstöcke und die Gebärmutter können Unterleibschmerzen in der Schwangerschaft hervorrufen. Es kann daher vorkommen, dass sich die Unterleibschmerzen gleich an mehreren Stellen bemerkbar machen. In einigen Fällen können diese sogar akut oder chronisch auftreten. Bei vielen Frauen ist es in der Schwangerschaft der Fall, dass sich die Schmerzen besonders auf die Körpermitte ausbreiten.

Doch was steckt nun genau hinter den Unterlaubschmerzen in der Schwangerschaft? Welche Symptome treten auf und was kann man dagegen tun? Diese Fragen sind nur einer der wenigen, die bei Schwangeren Frauen auftreten, die unter Unterleibschmerzen leiden.

Bauchschmerzen Schwangerschaft
Leszek Glasner via Shutterstock

Unterleibschmerzen Schwangerschaft – Wann sind die Ursachen ernst zu nehmen?

Wie bereits erwähnt können Unterleibschmerzen verschiedene Ursachen in der Schwangerschaft haben. Oftmals gibt es dahingehend jedoch kein Grund zur Sorge. Besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel kann es vorkommen, dass es zu Schmerzen im Unterleib kommt. Viele Frauen empfinden das als sogenannten Dehnungsschmerz. Doch was steckt hinter diesen Schmerzen? Eine berechtigte Frage, die jedoch einfach beantwortet werden kann.

Diese ernstzunehmenden Ursachen von Unterleibschmerzen solltet ihr in jedem Fall untersuchen lassen:

  • Eileiterschwangerschaften
  • Fehlfunktionen eurer Plazenta
  • Gebärmutterriss
  • drohende Frühgeburt
  • drohende Fehlgeburt

Sollte bei euch einer dieser Risiken bestehen und mit Unterleibschmerzen in Verbindung stehen, sucht sofort einen Arzt auf. Die Unterleibschmerzen in der Schwangerschaft sind nicht immer mit den einfachen Regelblutungen vergleichbar. Oftmals stecken ernsthafte Erkrankungen dahinter, die durch euren Arzt ausgeschlossen werden sollten.

Nicht selten verspüren Schwangere ein Ziehen an den Mutterbändern. Das Mutterband erstreckt sich vom Becken bis hin zu den Schamlippen. Gerade bei schnellen Bewegungen oder Husten kann es an den Mutterbändern zu ziehenden Schmerzen kommen. Die Mutterbandschmerzen legen sich in der Regel nach wenigen Tagen wieder, sodass ihr euch keinerlei Sorgen machen müsst.
Doch auch bei Mutterbandschmerzen gilt: Lieber einmal mehr zum Arzt zu gehen und eine Untersuchung zu machen, anstatt euer Kind in Gefahr zu bringen. Eure Hebamme kann euch bei unerklärbaren Schmerzen ebenfalls einen Rat gehen und helfen. Manchmal kann ein ziehender Schmerz lediglich ein Dehnungsschmerz sein.

Unterleibschmerzen in der Frühschwangerschaft – was bedeutet das?

Unterleibschmerzen sind in der Frühschwangerschaft nicht selten. Die leichten Schmerzen sind vergleichbar mit den klassischen Regelblutungen, die vor eurer Schwangerschaft völlig normal waren. Entweder gehen die Schmerzen in der Frühschwangerschaft von den inneren Geschlechtsorganen aus. Viele Frauen reagieren besonders sensibel und bemerken es sogar, wenn sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnistet. Ein spürbares Ziehen im Unterleib ist meistens die Folge. Sollte es jedoch zu Schmerzen kommen, die nicht definierbar sind, ist der Weg zum Arzt von Vorteil. Dieser kann mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung schauen, welche Ursachen hinter den Schmerzen stecken. Nicht selten kommt es auch zu Schmerzen an der Gebärmutter. Leider leiden einige Frauen unter Krebs des Gebärmutterhalses, sodass auch dies Schmerzen verursachen kann. Mittels Ultraschalluntersuchung lassen sich auch solche Symptome schnell erklären und die Ursache finden.
Übrigens: Eine regelmäßige Ultraschalluntersuchung findet auch während eurer Vorsorge beim Frauenarzt statt.

Wann können Unterleibschmerzen in der Schwangerschaft gefährlich werden?

Es kann auch in eurer Schwangerschaft vorkommen, dass die Unterleibscherzen mit anderen Erkrankungen in Verbindung stehen und nicht mit eurer Schwangerschaft. Oftmals können die Unterleibschmerzen sogar auf eine Blasenentzündung oder sogar Nierensteine zurückführen. Sogar bei einer schwerwiegenden Schwangerschaftsvergiftung kann es teilweise zu starken Unterleibschmerzen kommen. Solltet ihr neben den Unterleibschmerzen unter folgenden Symptomen leiden ist es wichtig sofort einen Arzt aufzusuchen:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Scheidenblutungen
  • Ohnmacht und Schwindel
  • Augenflimmern
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Schüttelfrost
  • Fieber oder erhöhter Temperatur

Gerade wenn diese Symptome im Zusammenhang mit euren Unterleibschmerzen stehen könnt ihr davon ausgehen, dass etwas in eurem Körper nicht stimmt. Ihr solltet in eurer Schwangerschaft niemals eure eigene Gesundheit gefährden. Gefährdet ihr diese, besteht oftmals auch ein erhöhtes Risiko für euer ungeborenes Kind. Rasches und professionelles Handeln sind daher sehr wichtig, wenn euch die Symptome in eurer Schwangerschaft verunsichern. Erklärt eurem Frauenarzt die Symptome und die Unterleibschmerzen und lasst diese abklären.

Vorsicht ist allerdings bei akuten Bauchschmerzen geboten. Sollte es zu schwerwiegenden und besonders akuten Bauchschmerzen in eurer Schwangerschaft kommen, handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Sucht sofort euren Arzt oder ein Krankenhaus auf und lasst euch untersuchen. Ein medizinischer Notfall stellt schließlich auch ein hohes Risiko für euer ungeborenes Baby dar.

Wehen arten
Prostock-studio via Shutterstock

Unterleibschmerzen und die ersten Anzeichen einer Früh- oder Fehlgeburt

Wie bereits erwähnt können Unterleibschmerzen in der Schwangerschaft zugleich auf schwerwiegende Komplikationen, wie beispielsweise einer Eileiterschwangerschaft zurückführen. Um euch nochmals einen kleinen Einblick zu geben, bei welchen Symptomen ihr in den jeweiligen Schwangerschaftswochen zum Arzt müsst, haben wir euch eine kurze Tabelle zusammengestellt.

Schwangerschaftswoche Symptome / Beschwerden
4.-.10. Schwangerschaftswoche (Fehlgeburt)
  • Blässe
  • flüssige, eher dunkle Scheidenblutungen
  • starke, kalte Schweißausbrüche
  • schmerzhafte Krämpfe

 

bis zur 12. Schwangerschaftswoche
  • Scheidenblutungen
  • krampfartige Schmerzen im Bauchraum

 

12.-.23. Schwangerschaftswoche (Frühgeburt)
  • Unterleibschmerzen (krampfartig)
  • starke Scheidenblutungen

 

23.-27. Schwangerschaftswoche (Frühgeburt)
  • Rückenschmerzen
  • Durchfall
  • eventuelle Wehen
  • Schmerzen im Unterbauch
  • Schmerzen im Beckenbereich

Es ist relativ egal, in welchem Stadium ihr euch in eurer Schwangerschaft befindet. Es ist sehr wichtig, dass ihr auf euren Körper achtet und auf die Symptome eures Körpers hört. Sollte es daher zu unklaren Symptomen oder Problemen kommen ist es sehr wichtig, dass ihr mit eurem Arzt sprecht. Frühzeitig erkannte Beschwerden lassen sich in der Regel relativ schnell behandeln.

Welche vorbeugende Maßnahmen gegen Unterleibschmerzen gibt es?

Grundsätzlich ist es absolut normal, wenn ihr in eurer Schwangerschaft leichte Unterleibschmerzen bekommt. Ihr solltet jedoch unterscheiden können, ob es sich um Unterleibschmerzen oder reine Bauchschmerzen handelt. In vielen Fällen reicht ein klärendes Gespräch mit eurem Arzt bereits aus. Es ist nicht verwunderlich, dass bei euch die Angst oder Unruhe auftritt, vor allem wenn es zu Schmerzen kommt, die ihr in der Form nicht kennt. Als vorbeugende Maßnahme ist es daher mehr als sinnvoll, regelmäßig eure Vorsorgeuntersuchungen zu besuchen und jegliche Symptome vorzustellen. Euer Arzt kann euch schneller eine Entwarnung geben oder auch bei langanhaltenden Beschwerden Medikamente oder andere Therapien verabreichen.

Oftmals hilft sogar die Einnahme von verschiedenen Magnesiumpräparaten, die sich nicht negativ auf euer ungeborenes Kind auswirken. Doch auch die Einnahme von diesen Medikamenten solltet ihr unbedingt mit eurem Arzt besprechen.

Was kann man gegen Unterleibschmerzen in der Schwangerschaft tun?

Sollte sich herausgestellt haben, dass eure Unterleibschmerzen eine harmlose Ursache haben besteht die Möglichkeit mit einfachen Hausmitteln gegen zu wirken. Mit den folgenden Mitteln und Tipps könnt ihr eure Unterleibschmerzen lindern:

 

  • Nehmt ein heißes Bad oder ein warmes Kirschkernkissen und legt dieses auf euren Unterleib. Meistens wirkt sich Wärme eher entspannend auf euren Unterleib aus und kann zugleich die Schmerzen reduzieren oder sogar lindern. Entspannend wirkende Badesätze können ebenfalls Wunder bewirken und euch helfen, die Unterleibschmerzen während eurer Schwangerschaft in den Griff zu bekommen.
  • Vielen Frauen hilft zugleich ein ruhiger Spaziergang. Versucht am besten Entspannung auf euren Körper auszuwirken und nur langsame Bewegungen zu machen.
  • Viel Ruhe solltet ihr euch ebenfalls gönnen. Leg auf dem Sofa oder im Bett eure Beine hoch und entspannt euren Körper so, dass die Unterleibschmerzen zurück gehen.
  • Sollten eure Unterleibschmerzen weiterhin andauernd kontaktieren einen Arzt. Dieser kann euch zugleich Medikamente geben, falls die Schmerzen nicht gelindert werden können.
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