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Verstopfung in der Schwangerschaft – Das hilft

Nadine Scheiner
10 Feb 2022
6 Min.
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Verstopfungen in der Schwangerschaft sind keineswegs selten. Bis heute handelt es sich um ein weit verbreitetes Thema in der Schwangerschaft. Ein harter und vor allem unregelmäßiger Stuhlgang, das Gefühl sich nicht vollständig entleert zu haben und auch das exzessive Pressen deuten auf eine Verstopfung hin. Die Ursachen liegen meistens in eurer Darmträgheit. Es können aber auch noch viele weitere Ursachen hinter der Verstopfung stecken. Gerade in eurer Schwangerschaft verändern sich die Hormone. Dies hat zur Folge, dass der geänderte Hormonspiegel ebenfalls Verstopfungen hervorrufen kann. Durch die geringe Bewegung, die oftmals in der Schwangerschaft nachlässt, kann eure Darmbeweglichkeit beeinträchtigt werden. Es gibt daher viele Ursachen, die hinter einer Verstopfug stecken.

In diesem Artikel haben wir euch die wichtigsten Fakten zum Thema Verstopfung in der Schwangerschaft zusammengefasst und möchten euch gleichzeitig die Gründe und Hausmittel dagegen aufzeigen.

Verstopfung Schwangerschaft
Pikul Noorod via shutterstock

Verstopfung Schwangerschaft – Ein weit verbreitetes Problem bei vielen Frauen

In der Schwangerschaft verändert sich euer Körper ungemein. Das ist auch mit ein Grund, warum ihr an den typischen Schwangerschaftsbeschwerden leidet. Euer Körpergeruch verändern sich und selbst die Sinneswahrnehmungen werden komplett anders. Ihr werde mit der Zeit sogar einen komplett neuen Geruchs- und Geschmackssinn entwickeln.

Bei vielen Schwangeren spielt dementsprechend auch die Verdauung eine sehr wichtige Rolle. Es kann sogar vorkommen, dass sich Durchfall und Verstopfung abwechseln und ihr grundsätzliche Probleme bei eurer Verdauung bekommt. Leider gibt es auch Frauen, die während der kompletten Schwangerschaft unter Verstopfungen leiden oder sogar das Gefühl haben, Verstopfungen zu haben.

Verstopfung in der Schwangerschaft was tun? – Die Gründe einer Verstopfung

Bevor wir uns mit dem Mitteln und Wegen gegen eine Verstopfung in der Schwangerschaft befassen, ist es in erster Linie sehr wichtig, die Gründe für die Verstopfung zu finden. Oftmals liegen die Gründe in der ständig wachsenden Gebärmutter. Auch euer Hormonhaushalt kann eine relevante Rolle bei der Ursachenfindung spielen. Ihr dürft auch nicht vergessen, dass in der eurer Schwangerschaft ein deutlich höherer Flüssigkeitsbedarf herrscht. Durch diesen wird mehr Wasser in euren Gelenken eingelagert und dem eigentlichen Verdauungsvorgang entzogen.

Viele schwangere Frauen leiden allerdings auch unter einem Eisenmangel. Es ist daher wichtig, dass euer Eisenspeicher in der Schwangerschaft immer gut gefüllt ist. Diesen könnt ihr sogar über eure Blutwerte bestimmen und kontrollieren, ob die Werte eures Eisenspeichers optimal sind oder ob ein Eisenmangel besteht. Ist dies der Fall werden oftmals Eisenpräparate verschrieben, die ihr einnehmen sollt. Es kann daher passieren, dass ihr aufgrund der Eisen-Präparate Verstopfungen bekommt oder diese Mittel den Allgemeinzustand nochmals verschlechtern. Es ist wichtig, dass ihr auch dann mit eurem Arzt sprecht und euch gegebenenfalls ein anderes Präparat geben lasst. Euer Frauenarzt kann euch helfen, die Verstopfungen wieder in den Grill zu bekommen.

In der Schwangerschaft sind Verstopfungen heute sehr weit verbreitet. Rund 44 Prozent aller schwangeren Frauen leiden mittlerweile darunter. Oftmals kommt es sogar zu einem verlangsamten Nahrungstransport durch den Darm und vor allem zu exzessiven Pressen. Außerdem leiden viele Frauen an Blähungen und Hämorrhoiden. Es ist daher deutlich zu erkennen, dass auch bei einer Verstopfung unterschiedliche Ursachen dahinterstecken, die nicht nur euer Wohlbefinden, sondern auch eure Lebensqualität stark einschränken können.

Verstopfungsprobleme Schwangerschaft
Zhuravlev Andrey via shutterstock

Was tun bei Verstopfung Schwangerschaft? – Wie kommt es zu einer Verstopfung?

Neben den Ursachen ist es wichtig zu wissen, wie es eigentlich zu einer Verstopfung kommen kann. Gerade in der Schwangerschaft kann diese durch gleich mehrere Faktoren begünstigt werden. Folgende Faktoren begünstigen eine Verstopfung in eurer Schwangerschaft:

  • Hohe Hormonwerte verlangsamen die Darmbeweglichkeit
  • Aufgrund geringerer Bewegung wird die Darmbeweglichkeit ebenfalls beeinträchtigt
  • Umso größer euer Kind wird, umso mehr drückt es auf euren Darm
  • Aufgrund mangelnder Flüssigkeitszufuhr kann es zu einer Darmträgheit kommen
  • Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft können zu Verstopfungen führen
  • Verdauungsprobleme tauchen gerne auch durch einen veränderten Speiseplan auf
  • Depressionen, Angst und Stress rufen häufig Verdauungsprobleme oder Verstopfungen hervor

Gerade bei Frauen ab einem Alter von 35 Jahren, die einen höheren Body-Maß-Index haben soll, es ebenfalls häufiger zu Verstopfungen kommen. Der Auslöser soll dabei der BMI Wert sein, der dadurch natürlich erhöht ist.

Was tun gegen Verstopfung Schwangerschaft? – Wie kann man sie verhindern?

Auch wenn sich viele Frauen wünschen, vorbeugende Maßnahmen in der Schwangerschaft treffen zu können sind diese relativ selten. Es gibt leider keine vorbeugenden Maßnahmen, die ihr treffen könnt. Wichtig ist, dass ihr in eurer Schwangerschaft auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achtet, die reich an Ballaststoffen ist. Die Ballaststoffe können bereits dabei helfen, die Darmtätigkeit zu unterstützen. Sie wandern schließlich unverdaut in euren Darm und sorgen dafür, dass Wasser und Stuhl quillen. Euer Stuhlgang wird dadurch weicher und kann dementsprechend leichter ausgeschieden werden. Ihr könnt Ballaststoffe beispielsweise durch Gemüse und Obst, aber auch durch Vollkornprodukte zu euch nehmen.

Genauso sinnvoll ist es, dass ihr in eurer Schwangerschaft auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achtet und euch regelmäßig bewegt. Dies kann in der Tat helfen, Verstopfungen vorzubeugen, bietet jedoch keine Garantie.

Was hilft gegen Verstopfung in der Schwangerschaft? - Mittel gegen Verstopfung Schwangerschaft

Nicht selten spielt das Thema Verstopfung Schwangerschaft Schmerzen eine große Rolle. Viele Frauen leiden unter Schmerzen oder einem Blähbauch. Das unangenehme Gefühl bei einer Verstopfung kommt ebenfalls dazu. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, die helfen können, die Verstopfung aufzulösen.

  • Versucht einfach mal, öfter auf die Toilette zu gehen. Vielleicht kann dies schon helfen, dass ihr die Verstopfung lösen können.
  • Vielen Frauen hilft es deutlich mehr zu trinken. Empfehlenswert sind sechs bis acht Gläser Wasser. Gerne könnt ihr auch Fruchtsäfte oder Tee zu euch nehmen, wenn ihr das pure Wasser nicht mögt. Man sagt sogar, dass Kirschsaft bei schwangeren Frauen helfen kann, die Verstopfungen in den Griff zu bekommen.
  • Schwimmen, Radfahren und Spazieren gehen können ebenfalls die Verstopfung lösen und euch dabei helfen, die Darmtätigkeit wieder anzuregen.

Dies sind jedoch nur kleine Tipps, die euch helfen können. Nicht selten müssen werdende Mütter auf andere Medikamente oder Hilfsmittel zurückgreifen, die ihr von eurem Arzt verschrieben, bekommt. Abführmittel (lat. Laxantien) sind selbst in der Schwangerschaft nicht selten. Diese solltet ihr allerdings niemals ohne Absprache eures Arztes einnehmen. Besonders bei der Einnahme von Abführmitteln (lat. Laxantien) kann es im schlimmsten Fall zu schlimmen Durchfällen und schweren Bauchkrämpfen kommen. Besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel kann es passieren, dass dadurch vorzeitige Wehen ausgelöst werden.

Sollte es außerdem öfters zu Problemen mit Verstopfungen kommen ist es wichtig, dass ihr auch das mit eurem Arzt besprecht. Dieser kann euch garantiert eine Antwort auf die Frage „Verstopfung bei Schwangerschaft was hilft?“ geben und euch vor allem dabei unterstützen, die Probleme in den Griff zu bekommen.

Was kann ich gegen Verstopfung in der Schwangerschaft tun?

Wie schon erwähnt könnt ihr selbst mit einfachen Mitteln gegen die Verstopfung angehen und versuchen diese ohne Laxantien zu lösen. Hilfreich kann es außerdem sein, Leinsamen oder Flohsamen zu euch zu nehmen. Diese könnt ihr einfach unter euer Essen mischen. Sie helfen dabei, die Darmtätigkeit anzuregen und können sogar eure Verstopfungen lösen. Auch Milchzucker ist bis heute ein bewährtes Mittel gegen Verstopfungen. Viele Frauen sagen, dass ihnen sogar Magnesium geholfen hat, die Verdauungsprobleme und Verstopfungen zu lösen und gleichzeitig auch vorzeitige Wehen zu mindern.

Bauchkrämpfe können bei Verstopfungen eine unangenehme Begleiterscheinung sein. Gegen diese könnt ihr beispielsweise auch Magnesium einnehmen. Genauso hilfreich ist es, Wärme als Behandlungsmethode einzusetzen. Eine Wärmflasche oder ein warmes Bad bewirken oftmals Wunder. Achtet dabei allerdings darauf, dass ihr euren Kreislauf nicht zu sehr belastet. Viele schwangere Frauen haben Probleme mit zu viel Wärme, sodass ein zu heißes Bad genau in dem Fall ungeeignet ist.

Je nachdem, wie schwerwiegend euer Problem mit Verstopfungen ist, solltet ihr unbedingt mit eurer Frauenärztin oder eurem Frauenarzt sprechen. Nur so könnt ihr euch sicher sein, dass ihr die Verstopfungen ohne Medikamente und mit den von uns genannten Hilfsmitteln in den Griff bekommen könnt.

Verstopfung Schwangerschaft Hausmittel - Hausmittel Verstopfung Schwangerschaft

Viele Ärzte und auch Hebammen schwören heutzutage auf Hausmittel und Heilpflanzen. Besonders letzteres wird sehr gerne in der Schwangerschaft benutzt. Schließlich ist eine medikamentöse Behandlung für eurer ungeborenes Kind nicht immer ungefährlich. Es ist daher besonders wichtig, dass ihr immer Rücksprache mit eurem Arzt haltet, um weitere Komplikationen vermeiden zu können.

Als Hausmittel werden gerne auch Kräutertees eingesetzt, die alle ihre eigene persönliche Wirkung haben. Neben diesen könnt ihr auch einen Heilpraktiker aufsuchen, der euch ebenfalls einige Hausmittel beziehungsweise Heilmittel zeigen kann. Es gibt schließlich viele Kräuter, die zugleich bei Verstopfungen helfen können. Einige Frauen lassen sich sogar einen Einlauf geben, um die schlimmen Verstopfungen zu lösen. Doch auch dabei solltet ihr immer Rücksprache halten, um euch und euer Baby nicht zu gefährden.
Zu den Heilpflanzen gehören übrigens auch die bereits genannten Leinsamen und Flohsamen.

Sind Abführmittel in der Schwangerschaft gefährlich?

Eine konkrete Antwort gibt es darauf leider nicht. Es ist jedoch relativ unwahrscheinlich, dass besonders pflanzliche Abführmittel eurem ungeborenen Kind schaden können. Es gibt viele Mittel, die schon seit vielen Jahren gegen Verstopfungen in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Medikamente, wie beispielsweise DulcoSoft erleichtern euren Stuhlgang und können diesen unterstützen. Doch auch weitere Mittel, wie Microlax können bei Verstopfungen helfen und von eurem verschrieben werden. Solche Mittel sollte ihr allerdings nie ohne Absprache eures Arztes einnehmen. Besprecht daher die weitere Vorgehensweise genau, damit es nicht zu Komplikationen in eurer Schwangerschaft kommt. Versucht es lieber mit Trockenobst oder anderen Hausmitteln, die wir euch bereits genannt haben.

Was passiert, wenn die Verstopfung länger anhält?

Natürlich kann es passieren, dass eure Verstopfung nicht sofort innerhalb weniger Tage geht. Sollte es daher vorkommen, dass die Verstopfungen bleiben und euch auch das ständige Druckgefühl begleiten kann es passieren, dass es zu schweren und vor allem auch unangenehmen Hämorrhoiden kommt. Auch dann müsst ihr unbedingt einen Arzt aufsuchen, der euch eine Salbe verschreiben kann. Grundsätzlich könnt ihr Hämorrhoiden mit einer geeigneten Salbe behandeln. In eurer Schwangerschaft bilden sich diese daher schnell wieder zurück, sodass ihr euch keine weiteren Gedanken machen müsst.

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