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Antibiotika in der Schwangerschaft und Stillzeit – Worauf ihr bei der Einnahme achten solltet

Nadine Scheiner
15 Feb 2022
5 Min.
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Dass während der Schwangerschaft eine gesunde Ernährung empfohlen wird, ist allseits bekannt. Der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten wird dabei ebenso wärmstens ans Herz gelegt. Kein Wunder, denn die Dinge, die ihr zu euch nehmt, werden über den gleichen Blutkreislauf auch an euer Baby weitergegeben. Dass trifft jedoch nicht nur auf die Zeit der Schwangerschaft zu. Einige Inhaltsstoffe werden sogar über die Muttermilch während der Stillzeit an euer Kind weitergegeben. Das trifft auch auf die Einnahme von Antibiotika während der Schwangerschaft und Stillzeit zu, denn auch hier dürft ihr nicht jedes Medikament zu euch nehmen. Wir wollen in diesem Artikel klären, auf was ihr achten müsst und welche Gefahren bei der Einnahme von Antibiotika für eure Kinder bestehen.

Antiobiotika in der Schwangerschaft
FotoDuets via shutterstock

Was sind Antibiotika?

Kommen wir zuerst einmal zu der eigentlichen Übersetzung des Wortes, welches noch aus der altgriechischen Sprache stammt und so viel wie „gegen etwas Lebendes“ bedeutet. Antibiotika ist also in der Lage dazu, lebende Mikroorganismen im Körper anzugreifen und diese an der Vermehrung zu hindern oder diese schlussendlich sogar zu töten. Aus diesem Grund werden Antibiotika bei unterschiedlichen Erkrankungen eingesetzt. Heute gibt es zu nahezu jeder bakteriellen Erkrankung die passenden Antibiotika, welche nun über einen bestimmten Zeitraum eingenommen werden müssen.

Bakterielle Erreger, welche für das ungeborene Kind gefährlich sind

Selbst bei größter Vorsicht kann es manchmal nicht verhindert werden, dass eine schwangere oder stillende Frau erkrankt. Dabei gibt es Krankheiten, welche nicht so schlimm sind, jedoch auch einige Infektionen, die gefährlich für das ungeborene Kind werden können. Zusätzlich lassen sich einige Krankheiten leider auch nicht mit irgendwelchen Hausmitteln bekämpfen, sodass ihr um die Einnahme von einem Antibiotikum nicht herum kommt. Zu den besonders gefährlichen Infektionen gehören unter anderem Folgende:

  • Listerien
  • B-Streptokokken
  • Toxoplasmose
  • Chlamydien
  • Gonokokken (Tripper)
  • Viele andere

Bei diesen Krankheiten konnte in der Vergangenheit beobachtet werden, dass betroffene Frauen häufiger eine Frühgeburt oder leider sogar eine Fehlgeburt haben als es bei gesunden schwangeren Frauen der Fall ist. Wenn die Infektion auf das ungeborene Baby übergehen, besteht zusätzlich ein erhöhtes Risiko, dass das Kind krank zur Welt kommt. In diesen Fällen ist dringen zur Einnahme von passenden Antibiotika zu raten, da so das Infektionsrisiko für euer Baby stark gemindert wird.

Die Beschwerden durch die unterschiedlichen Infektionen können mit Hausmitteln gemindert werden, welche ihr nun zusammen mit dem Antibiotikum kombinieren könnt. Macht euch bei Fieber Wadenwickel, gurgelt bei Halsschmerzen oder nehmt Lutschtabletten mit natürlichen Inhaltsstoffen. Auch homöopathische Präparate können bei den begleitenden Beschwerden helfen, bei der eigentlichen Infektion jedoch nicht.

Gibt es Besonderheiten bei der Therapie mit Antibiotika währen einer Schwangerschaft?

Natürlich kann es auch passieren, dass ihr während der Schwangerschaft oder später in der Stillzeit eine Infektion erleidet. In diesem Fall ist es sehr wichtig, direkt einen Arzt aufzusuchen und nicht einfach irgendwelche Medikamente einzunehmen. Oft ist bis zu der vollständigen Heilung nun eine Therapie mit Antibiotika nötig, um auch wirklich wieder gesund zu werden. Allerdings habt ihr während der Schwangerschaft einen gemeinsamen Blutkreislaug mit eurem ungeborenen Baby. Das bedeutet auch, dass das Baby während der Schwangerschaft des Medikaments nicht unberührt bleibt.

Aus diesem Grund ist es wichtig, mit einem Facharzt alles durchzugehen. Ausgebildete Mediziner wissen nämlich ganz genau, welche Medikamente während der Schwangerschaft das kleinste Risiko für euch und euren Schatz darstellen und welche Wirkstoffe effizient gegen die Infektion helfen.

Auch in der Schwangerschaft müssen Infektionen behandelt werden

Viele Frauen haben große Angst, in der Schwangerschaft Medikamente einzunehmen. Das lässt sich aber leider nicht immer zu 100 Prozent vermeiden. Allerdings werden schwangere und stillende Frauen meistens mit den sogenannten Beta-Lactam-Antibiotika versorgt. Hierbei handelt es sich um Penicilline und um Cephalosporine. Diese sind aktuell in Sachen Schwangerschaft am besten untersucht worden und bieten daher eine größere Sicherheit.

Solltet ihr gegen einzelne Wirkstoffe allergisch sein, so stehen dem Arzt noch Makrolide zur Verfügung, welche er euch verschreiben kann.

Handelt es sich um eine besonders schwere oder sogar lebensbedrohliche Infektion, so kann natürlich auch zu den weniger erprobten Antibiotika gegriffen werden. Der Arzt hat dabei die Aufgabe, den therapeutischen Nutzen gegen das potenzielle Risiko für euer Baby gegenzurechnen.

Aber keine Angst. Euer Arzt muss euch immer über alle Risiken und Bedenken sowie Abläufe informieren. Auch die Notwendigkeit der Verabreichung von dem Antibiotikum wird nun genauestens besprochen.

Wichtig: Eine vorzeitige Absetzung des Medikaments ist nicht nur nutzlos, sondern kann auch sehr gefährlich werden!

Gibt es ein Timing in Sachen Antibiotika in der Schwangerschaft?

Viele werdende Mütter stellen sich natürlich die Frage, ob die Einnahme von Antibiotika in der Schwangerschaft zu jedem Zeitpunkt die gleichen Gefahren mit sich bringt. Die Frage kann nicht so einfach beantwortet werden, denn aus ethischen Gründen werden von Wissenschaftlern und Medizinern an schwangeren Frauen keinerlei Experimente in dieser Richtung vorgenommen.

Allerdings gibt es natürlich Einzelbeobachtungen und die sogenannten epidemiologischen Studien. Dabei gibt es auch umfangreiche Studien, die an Tieren durchgeführt wurden. Allerdings muss gesagt sein, dass sich diese Untersuchungen in Sachen Nebenwirkungen und auch eventuellen Schädigungen am Baby nicht alle auf den Menschen übertragen lassen.

Es gibt ein Aber. Bekannt ist auf jeden Fall, dass der Fötus in den ersten Monaten der Schwangerschaft besonders anfällig gegen diverse Störungen von außen ist. Dazu zählt zum Beispiel die Zuführung von Geringen Mengen der Antibiotika über die Plazenta. Aus diesem Grund ist während der ersten Schwangerschaftsmonate besonders viel Vorsicht geboten.

Wichtig: Solltet ihr denken, dass ihr schwanger seid oder sollte auch nur eventuell eine Schwangerschaft vorliegen, ohne dass diese nachgewiesen wurde, solltet ihr das trotzdem eurem Arzt mitteilen. Der Arzt kann das nun mit berücksichtigen und achtet darauf, ein Medikament zu wählen, was auch in den ersten Wochen bzw. Monaten der Schwangerschaft eingenommen werden darf.

Gut zu wissen:

  • Bis heute gibt es keine Antibiotika, welches in der Schwangerschaft oder in der Stillzeit als vollständig unbedenklich eingestuft wurde. Es gibt aber mehrere Wirkstoffe, welche von den Ärzten an die werdende Mama empfohlen werden können.
  • Ein Arzt wägt das Nutzen-Schaden-Risiko immer ganz genau ab und verschreibt nur dann ein Antibiotikum, wenn das auch wirklich dringend erforderlich ist und eine homöopathische Behandlung nicht wirken würde.
  • Verzichtet bitte nicht auf eine Antibiotika-Therapie, weil ihr Angst habt, dass ihr eurem Baby schadet und das Fehlbildungsrisiko zu groß ist. Darauf zu verzichten wäre noch schlimmer.
  • Die Gefahr für eurer ungeborenes Baby ist bei einer bakteriellen Infektion normalerweise wesentlich größer als bei den Nebenwirkungen des Medikaments.
  • Stellenden Müttern wird empfohlen, bei der Einnahme von Antibiotika auf das Stillen ihres Säuglings zu verzichten.

Fazit – Antibiotika in der Schwangerschaft

Es gibt mittlerweile für fast jede Erkrankung und _Infektion durch Bakterien ein Antibiotikum bzw. Mittel, welches während der Schwangerschaft oder Stillzeit von der Frau eingenommen werden darf. Auch wenn die Inhaltsstoffe auch auf das ungeborene Kind übergehen können, ist es trotzdem immer ratsam, eine Infektion mit einer speziellen Antibiotikatherapie zu behandeln. Denn das ist weniger gefährlich für das Kind. So gilt es als die wohl beste Methode, um eine Erkrankung bei eurem Baby oder eine Fehlgeburt sowie eine Frühgeburt zu verhindern. Es ist aber immer wichtig, mit eurem Arzt Rücksprache zu halten, damit dieser euch auch zu 100 Prozent aufklären kann.

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