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Corona in der Schwangerschaft – das solltet ihr wissen

Nadine Scheiner
10 Feb 2022
5 Min.
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Die Pandemie bringt umfassende Sorgen mit sich und gerade dann, wenn ihr schwanger seid, macht ihr euch natürlich Gedanken, wie sich eine Infektion auf euch und euer Baby auswirken kann. Daher findet ihr hier die wichtigsten Informationen und Hinweise zu Corona in der Schwangerschaft.

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Ihr habt die Möglichkeit, euch in der Schwangerschaft die Schutzimpfung gegen Corona geben zu lassen.
  • Es gibt aktuell keine Hinweise darauf, dass ihr in der Schwangerschaft anfälliger für eine Infektion mit dem Coronavirus seid.
  • Bisherige Untersuchungen haben kein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten im Rahmen einer Coronainfektion feststellen können.
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MIA Studio via shutterstock

Sind Schwangere besonders gefährdet?

Immer wieder gibt es Informationen dazu, dass ihr in der Schwangerschaft möglicherweise anfälliger dafür seid, an Corona zu erkranken. Bisher wurden weder national noch international Hinweise dazu gefunden, dass dies tatsächlich der Fall ist. Was sich jedoch gezeigt hat ist, dass euer Risiko für Komplikationen beim Verlauf der Infektion steigt.

 

Es hat sich gezeigt, dass das Risiko besonders dann hoch ist, wenn ihr euch in einem Bereich zwischen der 28. und 40. Schwangerschaftswoche – also im letzten Trimenon – befindet. Beobachtungen der Infektionslage zeigen, dass viele Schwangere einen milden Verlauf haben und nicht auf die Intensivstation müssen. Dennoch sollte der Infektionsschutz für euch eine große Rolle spielen. So wurden mit jeder neuen Welle auch mehr Schwangere gezählt, die eine Beatmung benötigt haben.

 

Wichtig für euch zu wissen ist, dass es Risiken geben kann, die eine Gefahr für Komplikationen erhöhen. Diese sind:

 

  • Ihr befindet euch im dritten Trimenon.
  • Ihr habt Vorerkrankungen.
  • Ihr habt Übergewicht.
  • Ihr seid 35 Jahre oder älter.
  • Ihr habt einen Diabetes.
  • Ihr leidet unter chronischen Erkrankungen der Atemwege.
  • Ihr habt Bluthochdruck.

 

Hinweis: Auch Ungeimpfte haben ein erhöhtes Risiko einer Erkrankung. Informiert euch bei eurem Gynäkologen und bei den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission über die aktuellen Erkenntnisse und Hinweise.

Wie sind die aktuellen Statistiken zur Entwicklung einer schweren Infektion?

besteht, dass sich ein schwerer Verlauf entwickelt. Untersuchungen haben gezeigt, dass rund 10 % der Schwangeren einen schweren Verlauf haben.

Im Vergleich zu Frauen im gleichen Alter, die aktuell nicht schwanger sind, allerdings eine Coronainfektion haben, werden Schwangere häufiger auf die Intensivstation gebracht.

Es hat sich auch gezeigt, dass ein mögliches Risiko für die Ausbildung einer Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) steigt.

Generell ist es wichtig, dass ihr den Verlauf einer Erkrankung genau beobachtet und euch ärztlichen Rat einholt, wenn es Auffälligkeiten gibt.

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Velishchuk Yevhen via instagram

Kann sich eine Erkrankung auf das Ungeborene auswirken?

Die wohl größte Sorge ist, dass sich eine Erkrankung auf das Ungeborene auswirkt. Im Rahmen der Pandemie treten immer wieder neue Erkenntnisse zum Virus zutage. Daher kann noch nicht umfassend gesagt werden, wie sich das Virus auf das Ungeborene auswirken kann.

Bisher zeigen sich jedoch keine Hinweise darauf, dass eine Erkrankung Frühgeburten oder Fehlgeburten auslösen kann. Aktuell wird davon ausgegangen, dass eine intrauterine Übertragung nicht erfolgt. Das heißt, erkrankte werdende Mütter übertragen das Virus nicht auf das Ungeborene. Daher scheint es so, als wäre eine Infektion als Auslöser für Fehlbildungen nicht zu erwarten.

Wie sind die Vorgaben im Kreißsaal?

Steht ihr kurz vor der Geburt, dann möchtet ihr natürlich wissen, wie die Vorgaben im Kreißsaal sind. Normalerweise darf eine Begleitperson mit hinein. Im Rahmen der Pandemie hat sich hier jedoch viel getan. Infizierten ist der Zugang zum Kreißsaal natürlich verboten. Zudem wird vor der Entbindung ein Test gemacht. Infektionsschutz hat oberste Priorität. Wer nicht geimpft ist, der darf als Begleitperson auch nicht in den Kreißsaal.

 

Jedes Krankenhaus hat allerdings andere Vorgaben. Daher ist es empfehlenswert, wenn ihr kurz vor dem Entbindungstermin noch einmal auf der Webseite der Klinik schaut oder dort anruft und euch informiert.

 

Bedenkt immer, dass es grundsätzlich darum geht, euch sowie euer Ungeborenes zu schützen. Auch im Wochenbett wird auf den Infektionsschutz geachtet. Daher sind Besuche auf der Wochenbettstation oft ebenfalls nicht erlaubt.

Risiko für eine Erkrankung reduzieren – Infektionsschutz im Fokus

Ein gehäuftes Auftreten von Infektionen in eurem direkten Umfeld ist ein Hinweis darauf, sich jetzt zurückzuziehen. Gerade in der Schwangerschaft ist es wichtig, dass ihr alle Vorgaben einhaltet, um eine Ansteckung zu verhindern. Die Hygiene steht im Fokus. Achtet darauf, immer wieder eure Hände zu waschen und zu desinfizieren. Meidet große Menschenansammlungen und schützt euch durch eine Mund-Nasen-Maske.

 

Vorbeugen ist deutlich besser, als die Erkrankung zu durchlaufen. Seid ihr in Berührung mit einer Person gekommen, die Erkältungssymptome aufweist oder möglicherweise eine Infektion hat, solltet ihr euren Körper genau beobachten. Dies gilt auch für stillende Mütter.

 

Habt ihr die Vermutung, dass ihr euch in der Schwangerschaft mit dem Coronavirus infiziert habt, dann solltet ihr zuerst einen Schnelltest machen und euch anschließend an euren Gynäkologen oder eure Hebamme wenden. Hier erfahrt ihr die weiteren Schritte.

 

Hinweis: Es ist verständlich, dass ihr euch bei einer Infektion viele Sorgen macht. Bittet euren Gynäkologen nach der Infektion daher ruhig um eine engmaschige Kontrolle.

Vorsorgeuntersuchungen bei einer bestehenden Coronainfektion

Ihr habt euch mit Corona in der Schwangerschaft infiziert? Dann gilt natürlich auch für euch die Vorgabe, in Isolation zu gehen. Aber was ist, wenn in genau diese Zeit eure Vorsorgeuntersuchungen fallen? Die Isolation dauert, abhängig vom Bundesland, bis zu 14 Tage. Ist euer Coronatest dann noch positiv, kann eine Verlängerung erfolgen.

Abhängig davon, in welcher Schwangerschaftswoche ihr euch befindet, finden die Vorsorgeuntersuchungen in einem Abstand von vier, zwei oder auch einer Woche statt. Selbst dann, wenn es hier zu Überschneidungen mit der Isolation kommt, ist ein Verschieben der Vorsorgeuntersuchung normalerweise unproblematisch.

Nehmt daher direkt nach einem positiven Test Kontakt mit eurem Gynäkologen auf und informiert diesen über die Erkrankung. Er kann dann auch entscheiden, ob es möglich ist, den Termin zu verlegen.

 

Hinweis: Es kann natürlich immer zu einem Notfall kommen. In diesem Fall werden das Gesundheitsamt sowie die Mediziner entscheiden, wie das weitere Vorgehen ist. Umso wichtiger ist es, dass ihr immer in Kontakt mit den zuständigen Stellen bleibt.

Kann es nach der Geburt zu einer Übertragung kommen, wenn ich infiziert bin?

Geht ihr mit einer Infektion in die Geburt, muss das Geburtsteam darüber natürlich informiert werden. Die Übertragung der Viren erfolgt über Aerosole und Tröpfcheninfektion. Daher kann es leider passieren, dass ihr euer Baby ansteckt, wenn es auf der Welt ist.

Daher wird euer Baby regelmäßig getestet. Bei einer bestehenden Infektion macht ihr euch sicher auch Sorgen darüber, ob ihr nach der Entbindung bei eurem Baby sein könnt. Ihr werdet über alle Risiken dazu aufgeklärt und entscheidet dann, wie ihr weiter vorgehen wollt.

Kann ich mich impfen lassen?

Die Informationen rund um eine Impfung in der Schwangerschaft werden immer wieder aktualisiert. Eine Impfempfehlung durch die STIKO wurde seit September 2021 ausgesprochen. Hier ist vermerkt, dass eine Schutzimpfung ab der 13. Schwangerschaftswoche empfohlen wird.

Grundsätzlich liegt die Entscheidung für oder gegen eine Impfung natürlich bei euch. Empfehlenswert ist es, dass ihr euch umfassend über die Vorteile und Risiken informiert.

Solltet ihr bereits eine Impfung erhalten haben und dann erst die Schwangerschaft feststellen, wird empfohlen, mit der zweiten Impfung zu warten, bis ihr das zweite Drittel der Schwangerschaft erreicht habt.

Übrigens: Auch eine Boosterimpfung ist während der Schwangerschaft möglich. Auch hier wird eine Empfehlung ab dem zweiten Drittel eurer Schwangerschaft ausgesprochen.

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Marina Demidiuk via shutterstock

Fazit: Aufmerksam sein, aber nicht in Panik verfallen

Wenn es um eine Infektion mit Corona in der Schwangerschaft geht, dann kann es schnell zu einer Panik kommen. Die Sorgen um das Ungeborene sind groß. Wird bei euch eine Infektion festgestellt, solltet ihr euch isolieren und mögliche Anzeichen sowie den Verlauf beobachten. 90 % der Schwangeren haben jedoch einen milden Verlauf mit wenigen oder gar keinen Symptomen.

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