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Schwanger in die Sauna – Darauf solltet ihr achten

Nadine Scheiner
01 Feb 2022
4 min
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In der Schwangerschaft meldet sich der Körper oft mit unterschiedlichen Beschwerden. Diese besondere Zeit ist aber oft auch psychisch belastend. Daher sehnen sich viele Frauen nach Entlastung und Entspannung. Für viele ist ein Besuch in der Saune eine angenehme Form von Wellness. Aber ist das Saunabaden in der Schwangerschaft überhaupt möglich?

Schwanger in die Sauna
Kristina Sosnova via Shutterstock

Wann dürfen Schwangere in die Sauna?

Ein Saunagang ist in der Schwangerschaft nicht von vorn herein ausgeschlossen. Es kommt auf die individuellen körperlichen Voraussetzungen der werdenden Mutter an, ob sie in die Sauna gehen kann.

Schwangere, die schon vorher regelmäßig in der Saune geschwitzt haben, können dies auch weiterhin tun. Meist ist das auch für die gesamte Schwangerschaft bis kurz vor der Geburt möglich. Der Körper dieser Frauen ist an die besondere Belastung gewöhnt.

Wenn ihr aber nur wenig oder gar keine Erfahrung mit Saunagängen habt, solltet ihr vorsichtig sein. Im ungeübten Zustand ist die Schwitzkur eine starke Belastung für den Kreislauf. Auch die Schwangerschaft ist vor allem in den ersten drei Monaten ähnlich belastend. Nach dieser Zeit stabilisiert sich die körperliche Verfassung meist und ein gelegentlicher Besuch in der Sauna ist möglich.

Ihr solltet aber in jedem Fall mit eurem Frauenarzt oder eurer Frauenärztin über den Wunsch zu Saunieren reden. Diese Fachperson kennt euch und eure persönliche Situation und kann besser einschätzen, ob es für euch möglich ist.

 

Welche Vorteile hat ein Besuch in der Saune für Schwangere?

Regelmäßige Saunagänge haben eine Reihe von positiven Auswirkungen auf den Körper und können Schwangerschaftsbeschwerden reduzieren. Unter anderem könnt ihr vielleicht die folgenden Veränderungen an euch beobachten:

 

  • Die Abwehrkräfte werden aktiviert
  • Die Blutgefäße weiten sich
  • Die Muskulatur entspannt sich
  • Das Herz-Kreislaus-System wird gestärkt
  • Atemwegsbeschwerden werden reduziert
  • Gelenkbeschwerden werden reduziert
  • Die psychische Verfassung bessert sich durch ausgeschüttete Endorphine
  • Das Immunsystem wird trainiert
  • Wasseransammlungen werden reduziert

 

Für schwangere Frauen hat das regelmäßige Schwitzen noch weitere Vorteile. Der Körper verliert Flüssigkeit, was Ödemen vorbeugen kann. Darunter versteht man Wassereinlagerungen, die vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel häufig auftreten.

 

Das saunatypische Wechselspiel von Warm und Kalt regt die Durchblutung an. Das wirkt sich unter anderem positiv auf die Venen aus und kann Krampfadern und Thrombosen vorbeugen. Aus diesem Grund solltet ihr immer auf die Hitzepausen zwischen zwei Saunagängen achten.

 

Auch der Geburtsvorgang kann erleichtert werden. Eure Muskeln werden bei jedem Besuch in der Sauna gelockert. Das gilt auch für die Beckenmuskulatur und macht es möglich, dass die Geburt leichter verläuft und kürzer ist.

 

Die Unterstützung der Immunzellen ist in der Schwangerschaft besonders wertvoll, weil das Immunsystem dann herunterreguliert ist. Daher kann ein Saunagang Erkältungskrankheiten vorbeugen.

Welche Risiken sind für Schwangere mit einem Gang in die Sauna verbunden?

Die größte Gefahr, die für Schwangere mit einem Saunabesuch verbunden ist, ist die Belastung des Kreislaufs. Aus diesem Grund wird euch euer Arzt oder eure Ärztin vielleicht von dem Erlebnis abraten. Mögliche Ausschlusskriterien sind unter anderem:

 

  • Vorliegen einer Risikoschwangerschaft
  • Schwangerschaftskomplikationen
  • Bluthochdruck
  • Krampfadern
  • Nierenprobleme

 

Kurz vor dem Geburtstermin kann ein Saunagang Wehen auslösen. Der Hauptgrund dafür sind die hohen Temperaturen. Darüber hinaus können sich Aromazusätze in einem Aufguss wehenfördernd auswirken.

 

Für euer Baby hat ein Saunagang normalerweise keine Folgen. Wenn ihr den Saunagang kurz haltet, erhöht sich eure Körpertemperatur nur um etwa zwei Grad. Erst bei einem Anstieg der Kerntemperaturen auf über 40 Grad Celsius wird es für das Kind im Körperinneren kritisch.

Tipps für den Saunagang in der Schwangerschaft

Nutzt die Sauna möglichst nicht in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten. Danach ist der Kreislauf meist stabiler und die Organentwicklung des Fötus ist abgeschlossen. Wenn ihr eine Begleitperson mitnehmt, kann sie euch beim plötzlichen Auftreten von Schwindel oder anderen Beschwerden helfen.

 

Niedrige Temperaturen sind besser. Sitzt auf den unteren Bänken und wählt Varianten wie eine Biosauna oder ein Vivarium. Geht nicht zu oft oder zu lange in die Sauna. Ein Saunabesuch pro Woche mit zwei Saunagängen ist gut vertretbar. Jeder Gang sollte höchstens fünf bis zehn Minuten dauern. Seid ihr geübt, könnt ihr die Dauer auf höchstens 15 Minuten ausdehnen.

 

Denkt an die Richtige Vorbereitung. Ein warmes Fußbad kann die Durchblutung anregen. Damit wird der Körper sanft auf die Belastung vorbereitet. Fragt vor dem Saunagang nach den Zutaten der Öle für die Aufgüsse. Zedernholzöl ist zum Beispiel ein Inhaltsstoff, dem nachgesagt wird, dass er Wehen auslöst. Vermeidet im Zweifelsfall Saunagänge mit Aufgüssen.

 

Ihr solltet die Belastung für den Körper immer möglichst gering halten. Dazu gehört, dass ihr euch nach dem Liegen langsam aufrichtet. Auch das Abkühlen nach der Sauna sollte langsam erfolgen und erst nach einem kurzen Spaziergang an der frischen Luft erfolgen. Ein langsames Abspülen mit einem Schlauch ist besser als die Nutzung des Tauchbeckens. Kühlt zuerst die Beine, dann die Arme und erst zum Schluss Rücken und Bauch.

 

Achtet immer darauf ein frisches Handtuch unterzulegen. Keime breiten sich in der schwülen Hitze besonders gut aus und eine Infektion kann in der Schwangerschaft zu Komplikationen führen.

 

Nach einem Besuch in der Sauna sollte ihr eurem Körper Ruhe gönnen. Ihr solltet viel trinken, damit die verlorene Flüssigkeit wieder aufgefüllt werden kann.

 

Eine Infrarotkabine kann eine gute Wahl sein, wenn ihr schwanger seid oder zu Schwindelanfällen neigt. Diese Art der Saune ist besonders kreislaufschonend.

 

Ist ein Dampfbad besser als eine Sauna?

Ein Dampfbad hat meist um die 50 Grad Celsius. Daher sind die Temperaturen eher niedriger als in einer normalen Sauna. Trotzdem ist es nicht empfehlenswert für Schwangere. Die dort herrschende feuchte Hitze belastet den Kreislauf mehr als eine trockene Hitze. Darüber hinaus kann die feucht-warme Luft in einem Dampfbad auch zu Atemnot führen.

Fazit – Hört auf euren Körper und die Fachpersonen

Ein Saunagang sollte sich immer angenehm anfühlen und keine extreme Abhärtung sein. Das gilt vor allem in der Schwangerschaft. Daher solltet ihr gut auf euch achtet und alle Beschwerden ernst nehmen. Außerdem sollte der Saunagang immer mit eurem Arzt, eurer Ärztin oder eurer Hebamme abgeklärt sein. Richtet euch nach deren Ratschlägen.

FAQ

Bis wann darf man schwanger in die Sauna?

Wenn ihr trainiert seid und alle Sicherheitsregeln beachtet, dürft ihr bis kurz vor der Geburt Saunen besuchen. Im Zweifelsfall solltet ihr euch ärztlichen Rat oder Hebammenrat einholen.

 

Ist Hitze Schlimm für Schwangere?

Schwangere vertragen feuchte Wärme oft nicht besonders gut. Auch ohne starke Luftfeuchtigkeit können sehr hohe Temperaturen problematisch sein. Vor allem der Kreislauf kann sehr stark belastet werden.

 

Kann es dem Baby im Bauch zu heiß werden?

Ja, dem Baby kann es auch im Bauch zu warm werden. Besonders problematisch sind Wärmflaschen, die direkt auf dem Bauch liegen. Ein kurzer Saunagang führt dagegen meist nicht zu einem problematischen Anstieg der Körperkerntemperatur. Achtet daher auf die üblichen Saunaregeln.

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