Hoch

Gewürze in der Schwangerschaft – Worauf beim Verzehr achten?

Nadine Scheiner
17 Feb 2022
4 min
Mögen 0
Nicht mögen 0

Gewürze und Kräuter sind ein wunderbares Mittel, um einem guten Essen eine besondere Note zu verleihen. Auch in der Schwangerschaft werdet ihr wahrscheinlich nicht auf die Würze verzichten wollen. Und das ist gut und richtig so. Einige Würzmittel solltet ihr jedoch mit Vorsicht genießen. Welche das sind und warum sie eventuell schwierig sein können, könnt ihr hier nachlesen.

Gewürze in der Schwangerschaft
Anjo Kan via Shutterstock

Gewürze und Kräuter in der Schwangerschaft – Warum die Dosierung wichtig ist

Die Dosis macht das Gift. Dieser berühmte Ausspruch geht auf den Arzt Paracelsus zurück, der im 16. Jahrhundert gelebt hat. Für die Biologie und Medizin ist diese Weisheit ein wichtiger Grundsatz. Viele Stoffe können in kleinen Mengen sehr positive Wirkungen haben, in größeren Dosen werden sie jedoch zu einem Gift für den menschlichen Körper. Aber auch ein Fehlen von Stoffen kann sich als gefährlich erweisen.

In der Schwangerschaft solltet ihr noch einmal genau darauf achten, was ihr zu euch nehmt. Viele Dinge, die außerhalb der Schwangerschaft kein Problem sind, können sich jetzt negativ auf euer ungeborenes Kind oder euch auswirken. Dazu zählen auch Gewürze und Kräuter.

Welche Wirkungen können Gewürze und Kräuter in der Schwangerschaft haben?

Gewürze und Kräuter sind auch in der Schwangerschaft grundsätzlich gesund. Sie sorgen dafür, dass gesunde Lebensmittel besonders gut schmecken. Darüber hinaus haben sie auch selber gesundheitliche Wirkungen.

In der Schwangerschaft solltet ihr bei einigen Küchenkräutern und Gewürzen besonders vorsichtig sein. Zum Teil können sie bei hoher Dosierung zu vorzeitigen Wehen führen.

Verbotene und gefährliche Gewürze in der Schwangerschaft

Grundsätzlich verboten sind die üblichen Küchengewürze nicht. Viele sind völlig unproblematisch. Bei einigen solltet ihr jedoch darauf achten, sie nicht in großen Mengen zu verzehren. Dazu gehören unter anderem:

  • Zimt
  • Paprika, Chili und Pfeffer
  • Ingwer
  • Muskat
  • Fenchel
  • Kardamom
  • Oregano
  • Nelke

 

Muskatnuss in der Schwangerschaft

Muskat ist bei normalem Gebrauch unproblematisch. Erst ab einer Menge von vier Gramm ist eine Überdosierung erreicht. Dann kann das Gewürz Herz-Kreislauf-Beschwerden verursachen. In geringerer Menge kann es anregend und stimmungsaufhellend wirken.

 

Ingwer in der Schwangerschaft

Die kleine Wurzel hat eine Reihe von positiven Eigenschaften. Besonders in der Frühschwangerschaft kann sie als Tee aufgebrüht dabei helfen Übelkeit zu lindern. Ihr solltet es trotzdem bei zwei Tassen Ingwertee am Tag belassen.

 

Pfeffer, Chili und Paprika in der Schwangerschaft

Die scharfen Gewürze haben eine wunderbar anregende Wirkung. Sie können sich positiv auf die Verdauung und die Durchblutung auswirken. Allerdings können sie auch zu Sodbrennen führen und damit vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft unangenehm sein.

 

Zimt in der Schwangerschaft

Zimt gehört für viele Menschen einfach zur Weihnachtszeit dazu. In größerer Menge kann es jedoch Wehen auslösen. Daher solltet ihr vor allem beim Verzehr von Weihnachtsgebäck vorsichtig sein. Allerdings sind die üblichen Mengen kein Problem.

Ihr solltet darauf achten, möglichst nur Ceylon-Zimt zu nutzen. Er ist sehr hochwertig und enthält weniger Schwermetalle als chinesischer Zimt. Darüber hinaus ist im Ceylon-Zimt auch weniger Cumarin enthalten, dass als kritischer Inhaltsstoff der Zimtrinde gilt. Der günstige chinesische Zimt wird auch als Cassia-Zimt bezeichnet.

 

Fenchel in der Schwangerschaft

Fenchelsamen werden häufig als Gewürz und als Tee eingesetzt. Die Knolle kann als Gemüse gegessen werden. Es wirkt sich positiv auf die Verdauung aus. In großen Mengen kann Fenchel aufgrund des enthaltenen Estragols allerdings zellverändernd wirken. Daher solltet ihr höchstens drei Tassen Tee pro Tag trinken.

Bei welchen Kräutern solltet ihr in der Schwangerschaft vorsichtig sein?

Kräuter sind ein beliebtes Würzmittel. Aber auch als Tee werden sie gerne eingesetzt. Einige Pflanzen können medizinische Wirkungen haben und werden als Heilmittel genutzt. Bei allen Zubereitungsarten solltet ihr auf die enthaltenen Kräuter und ihre Dosierung achten. In der Schwangerschaft sind vor allem diese Kräuter kritisch:

 

  • Pfefferminze
  • Basilikum
  • Melisse
  • Salbei
  • Petersilie

 

Pfefferminze in der Schwangerschaft

Pfefferminze hat eine Reihe von positiven Eigenschaften. Es schmeckt vielen Menschen sehr gut. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind:

  • Öle
  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe
  • Menthol
  • Flavonoide

Pfefferminze kann als Tee zubereitet den Kreislauf unterstützen. Ihr solltet jedoch nicht mehr als zwei bis drei Tassen am Tag zu euch nehmen. Habt ihr vorzeitige Wehen, solltet ihr das Kraut komplett vermeiden.

 

Basilikum in der Schwangerschaft

Basilikum ist ein Gewürz, das bei verschiedenen Gerichten als Würzmittel genutzt wird. In grünem Pesto ist es eine Hauptzutat. Auch als Öl ist es erhältlich. Die vorteilhaften Inhaltstoffe umfassen unter anderem:

  • Vitamin C
  • Eisen
  • Kalzium

Darüber hinaus ist aber auch Estragol enthalten, das in großen Mengen die Zellen verändern kann. Aus diesem Grund solltet ihr auf die Verwendung von Basilikumöl und grünem Pesto in der Schwangerschaft verzichten.

 

Melisse in der Schwangerschaft

Melisse wird als Tee gerne bei Schlafstörungen genutzt. Die ätherischen Öle, Gerbstoffe und Flavonoide haben eine entspannende und beruhigende Wirkung. Achtet aber darauf, in der Schwangerschaft nicht mehr als zwei bis drei Tassen täglich zu trinken.

 

Salbei in der Schwangerschaft

Salbei ist ebenfalls ein sehr beliebtes Küchengewürz. Es wird auch gerne als Tee eingesetzt. Salbei hat einen hohen Gehalt der folgenden Inhaltsstoffe:

  • Antibakterielle und antioxidative Flavonoide
  • Ätherische Öle
  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe
  • Cineol
  • Zink

Salbei kann den Appetit steigern und Schweißausbrüche lindern. Bei vorzeitigen Wehen ist er aber für euch tabu. Auch Salbeitee ist nicht für Schwangere geeignet.

 

Petersilie in der Schwangerschaft

Petersilie ist in küchenüblichen Mengen in der Schwangerschaft unproblematisch. Erst in einer größeren Menge kann sie zu Problemen führen. Das ist etwa bei einem halben bis ganzen Bund der Fall. Dann kann Petersilie zu Gebärmutterkrämpfen führen und damit Wehen auslösen. Reines ätherisches Petersilienöl kann sogar zu einer Fehlgeburt führen.

Gewürze und Kräuter zur Linderung von typischen Schwangerschaftsbeschwerden

Einige Gewürze und Kräuter lassen sich auch hervorragend als Helferlein einsetzen. Die übelkeitsreduzierende Wirkung von Ingwer wurde schon angesprochen. Aber auch andere Heilkräuter können hilfreich sein. Lavendel wirkt sich zum Beispiel schlaffördernd und beruhigend aus. Ein Lavendelkissen kann positiv sein.

Es gibt auch Pflanzen, die bei vorzeitigen Wehen helfen können. Dazu gehören unter anderem:

  • Baldrian
  • Hopfen
  • Melisse
  • Majoran
  • Johanniskraut

 

In der Stillzeit können sich einige Kräuter positiv auf die Milchbildung auswirken. Zu diesen Hausmitteln werden unter anderem diese Gewürze gezählt:

  • Kümmel
  • Anis
  • Fenchel
  • Dill
  • Brennnessel
  • Basilikum
  • Kreuzkümmel
  • Bockshormkleesamen

Besonders eine Teemischung mit Kümmel, Anis und Fenchel ist ein guter und beliebter Durstlöscher in der Stillzeit. Im Gegensatz dazu können Petersilie, Hibiskus, Salbei und Pfeffer die Bildung der Milch hemmen. Das könnt ihr unter Umständen auch für einen zu starken Milcheinschuss nutzen. Fragt aber immer eure Hebamme oder euren Frauenarzt um Rat.

FAQ

Ist Curry in der Schwangerschaft erlaubt?

Das scharfe indische Gewürz ist in der Schwangerschaft unproblematisch. Wie alle anderen scharfen Gewürze kann es den Darm anregen und dadurch zu Gebärmutterkontraktionen führen. Bei vorzeitigen Wehen solltet ihr daher vorsichtig sein. Grundsätzlich spricht aber nichts gegen eine Curry-Wurst oder Curry-Ketchup.

 

Sind abgelaufene Gewürze in der Schwangerschaft problematisch?

Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum bei Gewürzen überschritten wird, geht in der Regel zunächst das Aroma verloren. Darüber hinaus sind erst bei deutlichen Veränderungen von Farbe, Geruch und Konsistenz weitere Probleme zu erwarten. Im Zweifelsfall solltet ihr abgelaufene Gewürze aber entsorgen. In der Schwangerschaft würde eine Kontamination mit Schimmel und Bakterien unter Umständen auch eurem Kind schaden.

 

Sind Weihnachtsgewürze in der Schwangerschaft erlaubt?

Die übliche Menge Gewürze in den Weihnachtsplätzchen sind auch für Schwangere unbedenklich. Problematisch können Öle und Ätherische Öle sein. Piment, Anis und Zimt sollten mit Vorsicht genossen werden.

Teilen:

Kommentar schreiben

Teilen: