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Eisprung – Was passiert da eigentlich?

Nadine Scheiner
17 Aug 2021
5 min.
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Der weibliche Körper bereitet sich jeden Monat aufs Neue auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Wenn ihr unbedingt Kinder möchtet, vielleicht schon mitten in der Kinderplanung seid aber euer Wunschkind noch auf sich warten lässt und es bisher mit der Schwangerschaft noch nicht so geklappt hat, solltet ihr euch mal mit dem Thema Eisprung auseinandersetzen. Denn dieser legt die fruchtbaren Tage der Frau fest. In diesem Artikel wollen wir euch zeigen, was ein Eisprung ist, was sich in euren Körper abspielt, warum dieser die fruchtbaren Tage anzeigt und wie ihr herausfindet, wann genau der Eisprung stattfindet.

Eisprung
Von VectorMine - Shutterstock

Was ist ein Eisprung?

Der Eisprung wird auch als Ovulation bezeichnet. Dieser bezeichnet den Moment, wenn eine Eizelle sich aus dem Eierstock freisetzt und von eurem Eileiter aufgenommen wird. Ein Eisprung erfolgt normalerweise in jedem Zyklus, und zwar durchschnittlich 12 bis 16 Tage für dem Beginn euerer nächsten Periode. Dabei könnt ihr nur dann schwanger werden, wenn die Spermien die Eizelle befruchten.

Ab dem 1. Tag eurer Periode fördert das follikelstimulierende Hormon (FSH) die Reifung von ca. 15-20 Follikeln bzw. Eibläschen im Eierstock und das jeden Zyklus. In jedem der Follikel ist eine Eizelle, welche hier in einer sogenannten Follikelflüssigkeit schwimmt. Allerdings reift in der Regel immer nur ein Follikel komplett an. Durch einen hohen Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH) wird der Eisprung ausgelöst. In diesem Moment platzt das kleine Eibläschen auf und die Eizelle macht sich durch den Eileiter auf den Weg.

Wann kommt es zum Eisprung?

Der Monatszyklus einer Frau ist sehr individuell und beinhaltet die Zeit zwischen dem ersten Tag der Periode sowie dem letzten Tag des Zyklus, quasi den Tag, bevor die Periodenblutung erneut einsetzt. Die durchschnittliche Zyklusdauer liegt dabei zwischen 21 und 35 Tagen. Im Folgenden möchten wir euch die unterschiedlichen Stadien vom weiblichen Zyklus vorstellen:

Die erste Zyklushälfte

Die erste Zyklushälfte der Frau wird auch als Follikelphase bezeichnet. Diese Phase beginnt mit dem Tag euerer Regelblutung. Außerdem endet sie mit dem Eisprung. Nach eurer Periode kann unter dem Einfluss des follikelstimulierenden Hormons (FSH) eine neue Eizelle heranwachsen und reifen.

Dabei wächst die Eizelle in einem der beiden Eierstöcke an und es ist nicht selten, dass ihr durch den Mittelschmerz sogar merkt, um welche Seite es sich handelt. Bereits in dieser Phase produziert euer Körper das Hormon Östrogen. Durch das Östrogen soll die Gebärmutterschleimhaut auf eine eventuelle Schwangerschaft und somit auch auf die befruchtete Eizelle vorbereitet werden. Dann kommt in der Mitte vom Zyklus der Moment, an dem der Eisprung durch das luteinisierende Hormon (LH) ausgelöst wird.

Die zweite Zyklushälfte

Die zweite Zyklushälfte wird auch als Gelbkörperphase oder Lutealphase bezeichnet. Nun wird es spannend, denn diese Zyklushälfte wird durch den Eisprung eingeleitet. Jetzt spielt das Gelbkörperhormon Progesteron eine sehr wichtige Rolle. Denn dieses hat die Aufgabe, eure Gebärmutter auf eine Schwangerschaft vorzubereiten. Aus diesem Grund steigt die Konzentration nach dem Eisprung auch enorm an, was bei Frauen an einer steigenden Körpertemperatur nachgewiesen werden kann.

Gut zu wissen: Während die erste Zyklushälfte bei Frauen sehr verschieden sein kann, dauert die zweite Zyklusphase immer 14 Tage.

Eisprung Ovulation
Von Dean Drobot - Shutterstock

Wie merkt man den Eisprung?

Studien zeigen, dass die meisten Frauen während des Eisprungs ein Ziehen in der Brust haben und unter Brustschmerzen leiden. Auch der sogenannte Mittelschmerz ist nicht selten. Hierbei handelt es sich um einen meist einseitigen Schmerz, welcher wahrscheinlich durch den Eisprung verursacht wird. Wieder andere Frauen haben sogar leichte Blutungen bzw. Schmierblutungen. Des Weiteren kann auch die Libido gesteigert werden und das Verlangen nach Sex ist höher als sonst.

Je näher der Eisprung rückt, desto weicher wird auch euer Muttermund. Beim Zervixschleim könnt ihr nun beobachten, dass dieser spinnbarer und durchsichtiger wird. Wenn ihr nun Geschlechtsverkehr habt, sind die Bedingungen für die Spermien optimal, damit diese ungehindert zum Eileiter schwimmen können.

Übersicht der möglichen Symptome bzw. Anzeichen während des Eisprungs:

  • Die Temperatur steigt / Basalttemperatur steigt
  • Schleim bzw. Zervixschleim wird spinnbar und durchsichtiger
  • Mittelschmerz
  • Leichte Blutungen bzw. Schmierblutungen
  • Ziehen in der Brust

Wie lange kann man vor und nach dem Eisprung schwanger werden?

Fragen wie „Kann man 1 Tag nach dem Eisprung schwanger werden?“ sind nicht selten. Auch hier wollen wir euch beruhigen. Während die Spermien in der Scheide nur einige Stunden überleben, ist das im Gebärmutterhals und Gebärmutter anders. Hier sind es fünf bis sieben Tage.

Eure Eizelle selbst kann aber nur maximal 12 bis 24 Stunden durch Spermien befruchtet werden. Das bedeutet also für euch, dass der perfekte Zeitpunkt bei zwei Tage vor bis zwei Tage nach dem Eisprung liegt, um schwanger zu werden bzw. die Eizelle durch die Spermien befruchten zu lassen.

Das bedeutet also auch, dass durch die lange Lebenschance der Spermien dazu führt, dass ihr auch dann schwanger werden könnt, wenn ihr einige Tage vor dem Eisprung schwanger werden könnt.

Wichtig: Bei einem Kinderwunsch empfehlen wir euch, dass ihr während eurer fruchtbaren Tage ca. alle zwei Tage Sex habt. Wenn ihr die fruchtbaren Tage nicht wisst und euch nicht so unter Druck setzen möchtet, so ist es unabhängig von eurem Zyklus am besten, alle drei bis vier Tage miteinander zu schlafen. So besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft.

So könnt ihr den Eisprung bzw. die fruchtbaren Tage berechnen

Die Frage „Wie Eisprung berechnen“ erklären wir sehr detailliert in einem separaten Artikel. Es gibt jedoch sehr unterschiedliche Methoden, um den Eisprung zu berechnen bzw. eure fruchtbaren Tage herauszufinden:

  • Basaltemperatur: Das Messen der Basaltemperatur in eurem Körper mit Hilfe von einem Thermometer bzw. einem Basalthermometer. Bei dieser Methode messt ihr jeden Morgen vor dem Aufstehen eure Basaltemperatur. Steigt die Temperatur an, spricht das für den Eisprung. Aber Achtung, diese Methode ist nur dann wirklich auslesbar, wenn ihr eure Temperatur über einen längeren Zeitraum messt.
  • Zervixschleim: Untersucht den Zervixschleim. Dazu nehmt ihr etwas Schleim aus dem Scheideneingang. Zum Anfang von eurem Zyklus ist dieser eher klumpig. Je näher der Eisprung und die fruchtbaren Tage rücken, desto spinnbarer wird er. Außerdem ist der Schleim dann durchsichtig.
  • Ovulationstests: Viele Frauen nehmen Ovulationstests zur Hilfe. Diese messen die Konzentration des luteinisierenden Hormons (LH). Auch dieses Hormon steigt zum Eisprung hin an.
  • Eisprungkalender: Wenn ihr euren Zyklus genau kennt, könnt ihr einen sogenannten Eisprungkalender nutzen, um die fruchtbaren Tage herauszufinden.
Eisprung wann
Von popcorner - Shutterstock

Kleines FAQ zum Thema Eisprung

Frage 1: Sind Ovulationstests sicher?

Antwort 1: Der Ovulationstest misst die Konzentration des luteinisierenden Hormons (LH). Dieses steigt kurz nach dem Eisprung deutlich an und kann in eurem Urin bereits zwei bis drei Tage vor dem Eisprung nachgewiesen werden. Dieses Hormon ist für den Eisprung verantwortlich, sodass ein Ovulationstest sehr genau und sicher ist.

Frage 2: Wie lange dauert der Eisprung?

Antwort 2: Die Eisprung Dauer spielt bei der Befruchtung selbst keine besonders wichtige Rolle. Der Eisprung an sich ist sehr kurz. Beim Eisprung platzt das Follikel und gibt die reife Eizelle frei, welche im Anschluss von dem trichterförmigen Ende des Eileiters aufgefangen wird.

Frage 3: Wie lange ist die Eizelle befruchtbar?

Antwort 3: Die reife Eizelle ist nur 12 – 24 Stunden befruchtungsfähig. Ihr solltet also so rechnen, dass die beste Zeit für die Befruchtung von zwei Tage vor dem Eisprung bis zwei Tage danach liegt.

Frage 4: Was passiert mit dem Eisprung, wenn man die Pille nimmt?

Antwort 4: Die Antibabypille greift in das Zusammenspiel der Hormone im Zyklus ein und verhindert den Eisprung. Durch die enthaltenen Geschlechtshormone wird dem Körper so eine Schwangerschaft vorgetäuscht. Das beeinflusst auch den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich eine Eizelle nicht einnisten kann.

Frage 5: Wie lange dauert der Eisprung?

Antwort 5: Der Eisprung selbst dauert nicht lange. Das Follikel platzt, sodass die Eizelle freigegeben wird. Er dauert also nur einen sehr kurzen Augenblick. An welchem Zyklustag der Eisprung stattfindet, ist dabei von Frau zu Frau sehr unterschiedlich.

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