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Schwangerschaftsübelkeit – Was hilft am besten?

Nadine Scheiner
31 Aug 2021
6 min.
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Viele Frauen sind von Schwangerschaftsübelkeit geplagt und können die schöne Zeit des heranwachsenden Lebens in ihrem Körper nur bedingt genießen. Hier erfahrt ihr, wie ihr gegen Schwangerschaftsübelkeit vorgehen und welche wirklich hilfreichen Tipps ihr für mehr Wohlbefinden umsetzen könnt.

Je intensiver die Übelkeit auftritt, umso unwohler fühlt ihr euch in der Schwangerschaft. Selbst euer Lieblingsgericht kann Übelkeit verursachen und dazu führen, dass ihr erbrechen müsst. Vor allem am Morgen nach dem Aufstehen ist die Schwangerschaftsübelkeit bei vielen werdenden Müttern ein Problem.

Müsst ihr mehrmals täglich erbrechen und euch zum Beispiel nach jeder Mahlzeit oder aus dem Nichts heraus übergeben, solltet ihr einen Arzt aufsuchen und die Ursache abklären sowie euch Abhilfe verschaffen lassen. Es kann sein, dass eine Hyperemesis für diese Beschwerden verantwortlich ist.

Schwangerschaftsübelkeit
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Schwangerschaftsübelkeit – ab wann tritt sie auf?

Die Schwangerschaftsübelkeit ist eines der ersten Anzeichen und kann schon ab der fünften Schwangerschaftswoche auftreten. Die Auslöser sind ganz unterschiedlich. Bei einigen Betroffenen reichen schon bestimmte Gerüche aus, andere werdende Mütter haben das Schwangerschaftserbrechen bei speziellen Lebensmitteln.

Auslöser für diese verstärkte Übelkeit ist das Schwangerschaftshormon HCG. Gerade zu Beginn der Schwangerschaft steigt es stark im Körper an. Das kann den Körper schon einmal aus dem Gleichgewicht bringen. Nach den ersten 12 Schwangerschaftswochen hat sich euer Körper eigentlich an die Hormonumstellung gewöhnt und die schlimme Übelkeit lässt nach.

Wann muss ich zum Arzt?

Viele Ärzte sehen die Schwangerschaftsübelkeit nicht als schwerwiegendes Problem an und verschreiben ein paar Medikamente, mit denen ihr das Gefühl eindämmen und euch von der Übelkeit und dem stetigen Brechreiz befreien könnt. Allerdings ist eine medikamentöse Ruhigstellung eures Magens keine dauerhafte Lösung, da jegliche Medikation mit Nebenwirkungen einhergeht und nicht die Ursache, sondern nur die Symptome bekämpft.

Sollte euch über einen langen Zeitraum ganztägig schlecht sein oder ihr erbrecht jede Mahlzeit, dann ist ein Arzt mit Kenntnis zu alternativen Heilmethoden und den Ursachen der Schwangerschaftsübelkeit der beste Ansprechpartner.

Geht die Übelkeit mit Kreislaufproblemen und Schwindel, mit Kopfschmerzen und genereller Schwäche einher, solltet ihr den Besuch beim Arzt nicht zu lange aufschieben und sicher gehen, dass ihr wirklich unter Schwangerschaftsübelkeit und nicht unter Erkrankung mit gleicher Symptomatik leidet.

Es gibt Betroffene, die unter einer sogenannten Hyperemesis gravidarum leiden. Diese Form der Schwangerschaftsübelkeit ist besonders ausgeprägt. Stetiges Erbrechen sorgt dafür, dass ihr einen starken Gewichtsverlust habt, keine Flüssigkeit und keine Nahrung bei euch behalten könnt. Das ist nicht nur unangenehm, es kann auch zur Gefahr für euch und das Baby werden. In diesem Fall ist es oft nur noch wirksam, wenn ihr im Krankenhaus Infusionen bekommt. Sucht daher schnell den Arzt auf und klärt dies mit ihm ab.

Übelkeit Schwangerschaft
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Tipps zur Ernährung und Flüssigkeitsaufnahme

Fakt ist, dass ihr jegliches Essen was euch Übelkeit verursacht, meiden solltet. Ihr solltet kleine Mahlzeiten zu euch nehmen und keinesfalls größere Portionen mit einem Mal verzehren. Auch der Fettgehalt eurer Nahrung bedarf einer nicht zu unterschätzenden Aufmerksamkeit, da vor allem fettige oder sehr stark gewürzte Speisen Übelkeit verursachen und euch während der Schwangerschaft erbrechen lassen. Greift lieber zu:

  • Obst
  • Gemüse
  • Reis
  • Kartoffeln
  • helles Fleisch

Oft hilft es, wenn ihr eher kleine Mahlzeiten zu euch nehmt. Schneidet euch für den Tag vielleicht etwas Obst und Gemüse. Ihr könnt so immer direkt danach greifen, wenn ihr Appetit verspürt oder die Übelkeit wieder startet.

Für unterwegs ist es gut, wenn ihr immer einen Zwieback oder ein Knäckebrot dabeihabt. Wenn ihr bemerkt, dass die Übelkeit aufsteigt, kaut ihr einfach langsam den Snack. Das hilft oft schon dabei, den Magen zu beruhigen und gegen die aufschwellende Übelkeit anzugehen. Oft ist der Auslöser für den Brechreiz in der Schwangerschaft ein leerer Magen.

Das ist rund um die Flüssigkeitsaufnahme wichtig

Trinkt ausreichend und wählt Getränke, die nicht zu süß sind oder durch Aromen künstlich schmecken. Wasser mit Zitrone hat sich zum Beispiel sehr gut bewährt, da allein der Duft der Zitrone gegen Schwangerschaftsübelkeit hilft und euch ein angenehmes Gefühl und einen ruhigen Magen verschafft. Auch Ingwer ist eine gute Lösung, die ihr in Form von Tees oder ingwerhaltigen Getränken gegen Schwangerschaftsübelkeit wählen könnt.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass ihr überhaupt Flüssigkeit aufnehmt. Dabei kann es sich auch um verdünnte Säfte oder ungezuckerten Tee handeln. Ihr habt festgestellt, dass eine kalte Cola gegen die Übelkeit wirkt? Greift zur koffeinfreien Variante und achtet darauf, dass dies nicht zu eurer Hauptquelle für die Flüssigkeit wird. Tut euch die Cola gut, ist ein Glas am Tag aber normalerweise vertretbar. Sprecht auch dazu mit eurer Hebamme.

Wenn ihr nur esst und trinkt, was ihr wirklich vertragt und was euch schmeckt, könnt ihr euch gegen die Übelkeit schützen und stetigem Brechreiz vorbeugen.

Ablenkung ist die beste Prävention

Ein wichtiger Hinweis: Je intensiver ihr euch mit der Schwangerschaftsübelkeit beschäftigt und je häufiger ihr daran denkt, umso sicherer wird sie eintreten.

Unternehmt Ausflüge, geht spazieren, beschäftigt euch mit schönen Dingen und lenkt euch so von der Übelkeit und dem Gedanken ans Erbrechen ab. In Gesprächen mit Freundinnen oder eurem Partner, bei einem interessanten Video oder beim Entspannen auf dem Sofa werdet ihr keinen Gedanken an die Schwangerschaftsübelkeit verschwenden und könnt dadurch sicher sein, dass euch auf einmal gar nicht mehr so oft schlecht wird und der Brechreiz in vielen Fällen vollständig ausbleibt.

Schreibt die Intervalle der Übelkeit auf und tragt in eine Liste ein, was ihr vorher gegessen oder getrunken habt. In der Übersicht könnt ihr die Verursacher Schwarz auf Weiß erkennen und sie in Zukunft meiden.

Übelkeit Schwanger
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Medikamente – ja oder nein?

Eine chemische Medikation solltet ihr soweit es geht ablehnen. Denn jede Form der Medikation wirkt sich auf das ungeborene Leben in eurem Bauch aus und kann mit nicht zu unterschätzenden Risiken und Nebenwirkungen in Verbindung stehen. Nur im äußersten Notfall ist eine vorübergehende Einnahme von übelkeitssenkenden Mitteln empfohlen, deren Einnahme ihr unbedingt mit eurem Gynäkologen oder einer erfahrenen Hebamme absprechen solltet.

Verzichtet darauf, selbst nach Medikamenten zu schauen, die gegen Übelkeit helfen können. Besser ist es, wenn ihr das bei eurem Frauenarzt oder der Frauenärztin ansprecht. Teilweise gibt es Zäpfchen oder Tabletten, die den Magen bei einer akuten Übelkeit-Attacke beruhigen können.

Alternative Therapien helfen bei Schwangerschaftsübelkeit

Eine hilfreiche Methode gegen Schwangerschaftsübelkeit ist die Therapie mit Aromen. Hier haben sich vor allem Zitrusfrüchte bewährt, da diese das Gemüt beruhigen, effektiv gegen Stress wirken und euch auf andere Gedanken bringen. Ihr könnt am Morgen eine frische Zitrone auspressen und den Saft in ein kleines Fläschchen abfüllen. Merkt ihr, dass die Übelkeit kommt, riecht ihr daran.

Zudem hat sich Ingwer bewährt. Es gibt Bonbons mit Ingwer. Oft reicht es aber auch schon aus, wenn ihr auf einem Stück Wurzel kaut. Seid ihr offen gegenüber Akupunktur, könnt ihr eure Hebamme zu dem Thema ansprechen. Vielleicht kennt sie jemanden, der Akupunktur ausübt und bereit ist, diese bei euch durchzuführen.

Auch die Naturmedizin hat ein breites Spektrum an Möglichkeiten gegen Schwangerschaftsübelkeit im Portfolio. Hier ist eure Hebamme ebenfalls der richtige Ansprechpartner. In Kombination aus der Umstellung eurer Ernährung, einer reichhaltigen Flüssigkeitsaufnahme, der Vermeidung von Vitaminmangelerscheinungen und beruhigenden Aromen könnt ihr entspannt durch die Schwangerschaft gehen und müsst nicht mit der Belastung einer stetig präsenten Schwangerschaftsübelkeit rechnen.

Warum leiden einige Frauen unter Schwangerschaftsübelkeit?

Sicherlich fragt ihr euch, warum eure Freundin nicht an Übelkeit leidet und ihr jeden Morgen aufsteht und euch erbrechen müsst oder einen unaufhaltsamen Brechreiz nach den Mahlzeiten verspürt.

Bedenkt, dass euer Körper eine sehr starke hormonelle Umstellung durchlebt. Gerade das schnell steigende Schwangerschaftshormon HCG steht in der Vermutung, ein Auslöser für eine Schwangerschaftsübelkeit zu sein. Habt ihr dann generell noch einen sehr empfindlichen Magen und reagiert stark auf Gerüche und Geschmäcker, kann es sein, dass ihr deutlich mehr betroffen seid, als andere Schwangere.

Innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate lässt die starke Übelkeit allerdings in der Regel nach. Ihr werdet merken, dass es im zweiten Trimester schon viel besser ist.

Fazit zur Schwangerschaftsübelkeit

Vielen Frauen geht es wie euch und ihr könnt sicher sein, dass ihr mit dem Problem der Schwangerschaftsübelkeit nicht allein seid.

Schreibt die Intervalle der Übelkeitsattacken auf und findet heraus, im Zusammenhang mit welchen Speisen und Situationen euch schlecht wird und ihr euch gar erbrechen müsst. Vor allem: verschafft euch positive Gedanken und genießt jeden Moment, da positive Gedanken und Gefühle die beste Prävention gegen Schwangerschaftsübelkeit sind.

Solltet ihr merken, dass es euch besonders schwerfällt, Nahrung oder Flüssigkeit bei euch zu behalten, ist auch der Weg zur Hebamme oder dem Gynäkologen zu empfehlen. Nicht zu unterschätzen ist der emotionale Druck, der auf euch lastet. Die Psyche ist nicht zu unterschätzen und eine stetige Übelkeit kann problematisch sein. Nehmt daher Hilfe an.

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