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Schlaflos und schwanger – was kann ich tun?

Nadine Scheiner
01 Feb 2022
5 Min.
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Jede werdende Mutter kennt mittlerweile das Problem der Schlaflosigkeit in der Schwangerschaft. Innere Unruhe und Schlaflosigkeit hängen in der Schwangerschaft des Öfteren dicht beieinander. Schlafstörungen, besonders in der Schwangerschaftsdepression sind ebenfalls nicht selten.
Doch was kann man eigentlich gegen die Schlafprobleme in der Schwangerschaft tun? Hängen die Schlafprobleme vielleicht mit der Schlafposition zusammen? Oder handelt es sich um Begleiterscheinungen in bestimmten Schwangerschaftswochen?

Diese Fragen und noch weitere Informationenmöchten wir euch in diesem Artikel mitgeben, damit ihr gegen eure Schlafstörungen und die Schlaflosigkeit in der Schwangerschaft angehen könnt. Es gibt einige Tipps und Tricks, die euch helfen können.

Schlaflos und Schwanger
Artem Oleshko via shutterstock

Welche Ursachen stecken hinter den Schlafproblemen in der Schwangerschaft?

Schlafprobleme und Schlaflosigkeit in der Schwangerschaft sind, wie bereits erwähnt bei vielen Frauen nicht selten. Dementsprechend gibt es auch Gründe, die dahinterstecken. Besonders in den verschiedenen Phasen eurer Schwangerschaft kann es daher zu unterschiedlichen Ursachen kommen. Besonders im ersten Schwangerschaftstrimester und im dritten Schwangerschaftstrimester spielt die Schlaflosigkeit eine relevante Rolle. Gründe für die Schlafprobleme in der Schwangerschaft können die folgenden sein:

  • Im ersten Trimester eurer Schwangerschaft kann die hormonelle Umstellung für Schlafprobleme sorgen. Oftmals sind Frauen tagsüber deutlich müder. In der Nacht schlafen sie oftmals schlecht, da sie öfters Harndrang haben. Dies ist jedoch nicht weiter schlimm, sodass ihr euch keinerlei Gedanken machen müsst.
  • Im zweiten Drittel eurer Schwangerschaft beginnt in der Regel die sogenannte Entspannungs- und Erholungsphase. Schlafprobleme, Schlaflosigkeit und die andauernde Müdigkeit treten des Öfteren auf. In dieser Zeit kann es auch passieren, dass ihr sehr viel träumt.
  • Im dritten Trimester eurer Schwangerschaft wird sich die Schlaflosigkeit vor allem aufgrund der körperlichen Belastung bemerkbar machen. Sodbrennen, Rückenschmerzen und Krämpfe in den Beinen gehören zu den nächtlichen Schwangerschaftsbeschwerden dazu.

Wir möchten nochmal genauer auf die einzelnen Schwangerschaftstrimester und die Schlafprobleme eingehen, um euch genau zu erklären, was eigentlich mit eurem Körper passiert.

Schlaflosigkeit Schwangerschaft 1. Trimester

Gerade im ersten Trimester kann es passieren, dass ihr trotz Müdigkeit schlaflos seid. Dies ist kein ungewöhnliches Schwangerschaftsanzeichen. Die Hormonumstellung und besonders die körperliche Belastung ordern euch, sodass es zu einer ständigen Müdigkeit kommt. Achtet daher auf die bereits genannten Tipps und Hilfen und versucht, den Schlafproblemen zu entkommen. Ihr dürft nicht vergessen, dass Ruhe, Erholung und ein entspannter Schlaf in eurer Schwangerschaft wichtig sind.

Schlaflosigkeit Schwangerschaft 2. Trimester

Im zweiten Trimester sind es oftmals die Kindsbewegungen, die euren Schlaf stören können. Das Baby wird schon jetzt in der Nacht aktiv und bringt euch schnell aus der Ruhe. Am Tage, wenn ihr euch bewegt, schaukelt ihr euer Baby in den Schlaf. Dies ist in der Nacht nicht mehr der Fall. Achte auch darauf, dass du nicht unbedingt auf dem Rücken schläfst. Dadurch drückt euer Baby auf die Hohlvene im Bauch, sodass es zu einer schlechteren Sauerstoffversorgung kommt und euer Blutdruck sind. Dies ist auch unter dem Namen Vena-Cava-Syndrom bekannt. Aufgrund dessen das euch schwindelig wird, ist die Versorgung eures Kindes gestört.

Schlaflosigkeit Schwangerschaft 3. Trimester

Im dritten Trimester treten die meisten Schwangerschaftsprobleme der Schlaflosigkeit auf. Dafür gibt es zudem auch einen Grund. Euer Babybauch wird größer und größer, sodass es sehr schwer ist die Liegeposition zu finden, die euch in den Schlaf bringt. Wir haben euch bereit erklärt, wie wichtig die Schlafposition in eurer Schwangerschaft ist. Achtet daher darauf, um auch in der Nacht zur Ruhe zu kommen.

Die richtige Schlafposition – schnelle Hilfe bei Schlafproblemen in der Schwangerschaft

Um gegen die Schlaflosigkeit in der Schwangerschaft anzugehen, solltet ihr vorerst die korrekte Schlafposition für euch finden. Diese ist wichtig, damit ihr weitere Schlafprobleme vermeiden könnt. Vielen Frauen hilft es besonders in den ersten Monaten, auf der linken Seite zu schlafen. Man sagt, dass das Schlafen auf der linken Seite den Körper entlasten soll. Außerdem soll es dadurch zu einer besseren Durchblutung in eurem Körper kommen.

Ein weiterer Vorteil des Schlafens auf der linken Seite ist, dass sich deutlich weniger Wassereinlagerungen in eurem Körper bilden können. Euer Baby wird durch die entspannte Liegeposition ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, sodass ihr euch darüber garantiert keine weiteren Gedanken machen müsst. Achtet bei eurer Schlafposition gleichzeitig auf ein gutes Kissen. Dies kann entweder ein Stillkissen sein oder aber auch ein bequemes Kissen, welches ihr euch in euren Rücken legen könnt. Es gibt sogar viele Frauen, die anstatt in ihrem Bett in einem Sessel schlafen, da es für sie dort deutlich bequemer ist.

Besonders bei Schwangerschaftsdepressionen ist es besonders wichtig, dass ihr euch Hilfe holt, wenn ihr nachts nicht zur Ruhe kommt. Eure Hebamme oder euer Frauenarzt kann euch bei den Symptomen der Schwangerschaftsdepressionen helfen und beraten.

Entspannung und Bewegung als Mittel gegen Schlaflosigkeit

Für ausreichend Bewegung solltet ihr auch in eurer Schwangerschaft sorgen. Das bedeutet nicht, dass ihr beispielsweise Kraftsport nachgehen müssen. Etwas längere Spaziergänge oder leichte Sportarten, wie beispielsweise Yoga können nicht nur euer Wohlbefinden steigern, sondern auch dabei helfen, gegen die Schlaflosigkeit anzugehen.
Folgende Sportarten können ebenfalls zu einem besseren Schlaf in der Schwangerschaft beitragen:

  • Schwimmen am Nachmittag
  • intensive Bewegungen mehr als zwei Stunden vor dem Schlafengehen
  • Yoga und Entspannungsübungen am Abend
  • längere Spaziergänge
  • Achtsamkeitstraining
  • die richtige Schlaftemperatur finden
  • für eine gute Schlafbereitschaft sorgen (Routine am Abend)

Schwimmen ist eine Sportart, die besonders in eurer Schwangerschaft gut tun wird. Schließlich lässt sich dadurch nicht nur euer Harndrang reduzieren, sondern bietet ebenso einen Schutz vor Ödemen, also Wassereinlagerungen, besonders in den Beinen. Dies ist ein Faktor, der viele Schwangere in der Nacht stört und zu Schlaflosigkeit führt.

Wir haben sogar noch einen weiteren Tipp für euch: Warme Bäder helfen ebenfalls dabei, besser in den Schlaf zu finden. Wichtig dabei ist, dass ihr nicht länger als 10 Minuten bei etwa 38 Grad in die Badewanne geht. Sollte euch das zu warm sein könnt ihr sogar ein Fußbad nehmen. Auch das hilft euch, besser in den Schlaf zu finden und vor allem zu entspannen. Entspannung vor dem Schlafengehen tragen zu einem erholsamen und guten Schlaf bei. Ihr könnt euch dazu beispielsweise auch von eurem Partner massieren lassen.

Schlaflosigkeit in der Schwangerschaft
PRPicturesProduction via shutterstock

Die gängigsten Tipps gegen Schlaflosigkeit in der Schwangerschaft

Es gibt noch viele weitere Tipps, die euch in eurer Schwangerschaft helfen können. Oftmals reicht es sogar aus, wenn ihr nur wenige dieser Tipps befolgt oder im Alltag umsetzt.

  1. Tipp: Vermeidet am besten schwere Mahlzeiten vor dem Schlafengehen. Mit einem vollen Bauch schläft niemand gut, vor allem nicht in der Schwangerschaft. Achtet darauf, dass ihr etwa drei Stunden vor dem Schlafengehen nur noch leichte Kost zu euch nehmt.
  2. Tipp: Außerdem solltet ihr auch das Trinken direkt vor dem Schlafen gehen verzichten. Anregende Getränke können ebenfalls eure Nachtruhe stören.
  3. Tipp: Sollte die Schlaflosigkeit länger anhalten kann es sogar helfen, ein Buch zu lesen oder leichte Entspannungsübungen in der Nacht zu machen. Oftmals findet man dadurch besser und leichter in die Nachtruhe.
  4. Tipp: Nicht selten sind werdende Mütter durch Ängste und Unsicherheiten geplagt. Es ist wichtig, dass ihr versucht, schon vor dem zu Bett gehen zur Ruhe zu kommen. Gespräche oder das Aufschreiben des eigenen Gedankens kann dabei helfen.
  5. Tipp: Eine warme Milch mit etwas Honig kann beim Einschlafen helfen. Dies ist nicht nur ein Mythos, sondern beweisen. Durch das Erwärmen der Milch wird Thypthophan freigegeben. Dabei handelt es sich um eine natürliche Aminosäure, die euren Körper und euren Geist beruhigen kann.
  6. Tipp: Am besten sorgt ihr täglich für eine gute Schlafbereitschaft. Damit ist eine abendliche Routine gemeint, die ihr dauerhaft einhalten solltet, um entspannt ins Bett gehen zu können. Nächtliches Grübeln und Sorgen vergehen dadurch ebenfalls.

Was tun bei weiterer, anhaltender Schlaflosigkeit und Schlafstörungen?

Trotz aller Bemühungen und Umsetzungen kann es trotz alledem passieren, dass die Schlaflosigkeit in eurer Schwangerschaft nich nachlässt. Sollten unsere Tipps und genannten Methoden daher keinerlei Wirkungen zeigen ist es von Vorteil mit eurer Hebamme zu sprechen. Diese kann euch weitere Möglichkeiten aufzeigen, gegen die Schlafstörungen und die Schlaflosigkeit anzugehen. Vielen Frauen helfen homöopathische Mittel, wie beispielsweise Baldrian und Bachblüten weiter, um in den Schlaf zu kommen Doch auch bei der Einnahme von pflanzlichen Mitteln ist es sehr wichtig mit eurem Arzt oder eurer Hebamme Rücksprache zu halten.

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