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Leistenbruch in der Schwangerschaft – Ursachen & Behandlung

Nadine Scheiner
24 Jan 2022
5 Min.
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Ein Leistenbruch betrifft nicht nur Männer, sondern auch Frauen. Bei Frauen wird ein Leistenbruch (auch Leistenhernien) genannt anders behandelt. Oftmals wird zu einer Leistenbruchoperation geraten, da ein Leistenbruch bei Frauen oftmals auf einen Schenkelbruch hindeutet. Diese führen wiederum zu deutlich mehr Komplikationen als ein Leistenbruch. Trotz alledem verursacht ein Leistenhernie starke Schmerzen.

Was es mit einem Leistenbruch bei Frauen auf sich hat und was in Eurer Schwangerschaft passiert, haben wir Euch in diesem Artikel zusammengefasst. Dadurch könnt ihr Euch einen guten Einblick verschaffen, welche Behandlungsmaßnahmen bei einem Leistenbruch möglich sind.

Leistenbruch Schwangerschaft Behandlung – Wie entsteht ein Leistenbruch bei Frauen?

Leistenbrüche bei Frauen entstehen in der Regel aufgrund von Schwachstellen an der vorderen Bauchwand. Dieser Bereich wird auch Leistenkanal genannt. Euer Leistenkanal verläuft von Eurem Hüftknochen an, schräg nach unten bis hin zu Eurem Schambein. Dort verbindet er Eure Bauchhöhle mit Eurer Leistengegend. Euer Leistenkanal hat auch noch weitere Funktionen und Aufgaben. In ihm verlaufen wichtige Nerven und Lymphgefäße, die wichtig für Euer Mutterband sind. Das Mutterband hält Eure Gebärmutter. Kommt es daher zu einem Leistenbruch, wölbt sich Euer Bauchfell, das Fettgewebe oder Euer Darm vor.

In der Regel kommt es bei Euch Frauen seltener zu einem Leistenbruch. Männer sind deutlich öfter davon betroffen. Bei Frauen ist der Leistenkanal deutlich enger. Vielmehr ist es das schwache Bindegewebe, welches das Risiko für einen Leistenbruch erhöht. Sogar mit dem Alter der Frau steigt das Risiko, einen Leistenbruch zu bekommen.

Natürlich stellt sich bei Euch die Frage, was passiert, wenn ihr in der Schwangerschaft einen Leistenbruch bekommt. Vor allem die Behandlungsmöglichkeiten sind dahingehend entscheidend. Mittlerweile sind mehr als 250 000 Menschen im Jahr von einem Leistenbruch betroffen. Schwangere haben dabei ein etwas höheres Risiko, da sich in der Schwangerschaft ein erhöhter Druck in der Bauchhöhle bildet und die Bauchmuskulatur stark gelockert wird. Je nach Schweregrad muss dann eine Operation durchgeführt werden. Wie eine Leistenbruchoperation einer Frau aussieht, werden wir Euch in dem kommenden Abschnitt erläutern. Es kann jedoch auch in der Schwangerschaft vorkommen, dass eine Bruchoperation notwendig ist. Dies ist allerdings nur dann der Fall, wenn es zu einer Einklemmung kommt oder weitere schwere Komplikationen drohen. Eine Leistenbruch Operation in der Schwangerschaft ist allerdings

Symphysenlockerung und Symphysenschmerzen
christinarosepix via shutterstock

Hernien in der Schwangerschaft – Welche gibt es noch?

Neben dem Leistenbruch, der eher selten bei Frauen ist, kann es jedoch zu weiteren Hernien (Brüchen) kommen. Der Nabelbruch, der Narbenbruch oder der Bauchwandbruch treten bei Frauen oftmals häufiger auf. Nicht selten entstehen diese sogenannten Hernien im Zusammenhang mit Eurer Schwangerschaft. Nachfolgend möchten wir Euch kurz erläutert, was es mit den einzelnen Hernien auf sich hat:

  • Der Narbenbruch: Der Narbenbruch entsteht im Bereich einer Operationsnarbe und gehört bis heute zu den häufigen Komplikationen bei einer Operation. In der Regel kommt es genau dann zu einem Narbenbruch, wenn Euer Bauchraum den Druck er Narbe nicht mehr standhält. Dieser bildet sich leider nicht von selbst zurück, sodass eine Bruchoperation notwendig ist.
  • Der Bauchwandbruch: Auch ein Bauchwandbruch ist nicht selten. Es kann sogar passieren, dass gleich zwei oder mehrere Bauchwandbrüche aufeinandertreffen. Viele Frauen haben Angst vor einem großen Schnitt in der Bauchdecke. Viele Ärzte versuchen allerdings, mit kleinen Schnitten zu arbeiten und die Probleme zu lindern.

Sollte bei Euch der Verdacht bestehen, an einer der Hernien zu leiden ist es wichtig, dass ihr sofort Euren Arzt kontaktiert. Besonders in der Schwangerschaft kann dies vor weiteren Komplikationen schützen.

Wie bemerkt man als Frau einen Leistenbruch?

Generell sind die ersten Anzeichen einer Leistenhernie sehr schnell zu erkennen. Die Verwölbung in der Leiste ist einer der typischen Anzeichen. Diese könnt ihr relativ einfach ertasten. Meistens treten Beschwerden durch einen Leistenbruch erst dann auf, wenn man schwere Lasten hebt oder trägt. Auch bei starkem Husten kann es zu Leistenschmerzen kommen. Der ziehende Schmerze in der Leistengegend zieht bei Frauen bis in den Bereich der Schamlippen. Die Leistenschmerzen können daher schnell auf andere Bereiche des Körpers strahlen.

In eher seltenen Fällen kann ein Leistenbruch weitere Komplikationen hervorrufen. Es kann mitunter zu einer Lebensgefährlichen Darmeinklemmung (Darm-Inkarzeration) kommen. Diese zieht starke Schmerzen mit sich und kann zu Übelkeit und Erbrechen führen. In einigen Fällen kommt sogar Fieber mit dazu. Sollte es bei Euch zu einer Darmeinklemmung (Darm-Inkarzeration) kommen, muss in der Regel sofort operiert werden.

Besonders bei Frauen kommt es aufgrund einer schwachen Bauchwand zu einem Leistenbruch. Auch Übergewicht oder ein hoher Innendruck im Bauchraum kann zu einer Leistenhernie führen.

Was tun bei Leistenschmerzen in der Schwangerschaft?

Solltet ihr in Eurer Schwangerschaft unter Schmerzen in der Leistenregion leiden ist es wichtig, dass ihr bei andauernden oder besonders starken Schmerzen einen Arzt aufsucht. Besonders, wenn die Schmerzen über einen längeren Zeitraum anhalten ist es wichtig, dass ihr sofort einen Arzt aufsucht, um eventuelle, weitere Schmerzen und Komplikationen vermeiden zu können.

Solltet ihr vor allem den Verdacht auf einen Leistenbruch haben ist es wichtig diesen sofort untersuchen zu lassen. Besonders bei eingeklemmten Organen, wie beispielsweise dem Darm kann es zu schweren Komplikationen kommen. Eine Kontrolle und gezielte Untersuchung ist daher von Vorteil und kann Euch vor weiteren Problemen schützen.

Leistenbruch in der Schwangerschaft – was tun?

Während Eurer Schwangerschaft ist es wichtig, dass ihr auf Euch und Eure Gesundheit achtet. Ihr könnt vielen Beschwerden bereits vorbeugen, in dem ihr Euch gesund und ausgewogen ernährt und viel bewegt. Wie bereits erwähnt hängt die Behandlung Eurer Leistenschmerzen davon ab, in welchen Schweregrad die Schmerzen einzustufen sind. Sollte beispielsweise eine Bänderdehnung der Grund für die Leistenschmerzen sein, könnt ihr mit den folgenden Tipps Linderung schaffen:

  • viel Ruhe und Entspannung kann helfen
  • betroffene Schmerzregionen mit Wärme behandeln
  • Stützgürtel tragen
  • gute Schlafposition finden (die schmerzfrei macht)

Die körperliche Schonung kann daher von Vorteil sein, vor allem wenn es sich nur um Schmerzen in der Leistenregion handelt und nicht gezielt um einen Bruch. Als Schwangere könnt ihr gerne auch Pilates Übungen oder anderen Sport machen, um Eure Bänder und Sehnen beweglicher zu machen.

Wann muss ein Leistenbruch in der Schwangerschaft operiert werden?

Ein Leistenbruch kann sich bei Frauen nicht von allein zurückbilden oder selbst heilen. Daher werden Leistenhernien in der Regel operiert. Dies ist auch notwendig, damit keine weiteren Probleme, wie beispielsweise eine Inkarzeration anderer Organe entsteht. Sollte der Leistenbruch allerdings in Eurer Schwangerschaft auftreten, sind viele Frauen sehr stark verunsichert. Operationen sämtlicher Art können schließlich dem ungeborenen Kind schaden, sodass eine Leistenbruchoperation in der Schwangerschaft nicht möglich ist.

Je nach Schweregrad des Bruches kann Euer Arzt individuell entschieden, mit welchen Behandlungsschritten er vorgehen möchte. Sollte eine akute Gefahr für Euch als Mutter oder Euer ungeborenes Kind entstehen, muss die Operation bis nach der Geburt Eures Kindes verschoben werden. Eine Operation ist nur dann notwendig, wenn bereits Anzeichen einer Darmeinklemmung vorhandensind. Gerade dann muss der Arzt sofort operieren.

Eine sehr gute Alternative zu einer Operation ich das Bruchband. Dieses Band müsst ihr als Schwangere im Falle eines Leistenbruches tragen. Das Bruchband soll verhindern, dass Euer Darm in Eurem Bauchraum ragt. Passiert das, kann es zu schweren bis hin zu lebensgefährlichen Verletzungen kommen. Ihr dürft auch nicht vergessen, dass ein Bruchband kein Ersatz für eine Operation ist. Hierbei handelt es sich lediglich um eine vorübergehende Lösung in Eurer Schwangerschaft. Im Anschluss ist eine Operation unumgänglich.

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