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Gliederschmerzen in der Schwangerschaft – was tun?

Nadine Scheiner
18 Jan 2022
4 min
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Schmerzen in den Armen, Beinen oder anderen Teilen des Körpers sind häufig in die Kategorie Gliederschmerzen einzuordnen. Besonders in der Schwangerschaft bleibt ihr davon nicht verschont. Eher im Gegenteil, denn auch in der Schwangerschaft kann es zu starken Gliederschmerzen kommen, die nicht immer als Symptom auf eine spezielle Krankheit bekannt sind. Gliederschmerzen können ein Zeichen des eigenen Körpers sein und auf einen bestimmten Zustand hinweisen. Die Ursache dafür muss trotz alledem gefunden werden. Schließlich sind die Symptome von Gliederschmerzen in der Schwangerschaft ebenfalls unterschiedlich.

Bei vielen Frauen verstärken sich die Schmerzen nach einer Bewegung. Bei anderen wiederum treten neben den Gliederschmerzen weitere Symptome auf. Was ihr in Eurer Schwangerschaft gegen Gliederschmerzen machen könnt und warum ihr diese bekommt, möchten wir Euch in unserem Artikel nahebringen.

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Tanya Yatsenko via Shutterstock

Kopf und Gliederschmerzen Schwangerschaft – Ist eine Erkältung schuld?

Viele Menschen bringen Kopf- und Gliederschmerzen schnell mit einer Erkältung oder Grippe in Verbindung. In der Regel treten solche Symptome immer im Zusammenhang auf. Wichtig ist es in erster Linie, dass ihr Euch bei den ersten Anzeichen einer Erkältung oder Grippe Ruhe gönnt. Der Körper braucht diese Ruhe, um sich zu erholen und neue Kraft zu tanken. Nicht selten kommt es bei starken Erkältungen zu weiteren Symptomen, wie beispielsweise Fieber. Solltet ihr in der Schwangerschaft unter Fieber leiden ist es sehr wichtig, dass ihr einen Arzt kontaktiert. Nur dieser kann Euch ein geeignetes Medikament verschreiben, um die Symptome der Erkältung zu lindern und das Fieber zu senken.

Generell ist es von Vorteil im Falle einer Erkältung oder Grippe in der Schwangerschaft keine Medikamente einzunehmen, sondern viel auszuruhen und Tee zu trinken. Es kann allerdings der Fall sein, dass ihr doch Medikamente einnehmen müsst. Dabei ist es wichtig, dass es Medikamente sind, die Eurem ungeborenen Kind und Euch als Schwangere nicht schaden. Der Einsatz von Medikamenten sollte allerdings nur mit Rücksprache Eures Arztes erfolgen.

Gliederschmerzen aufgrund verschiedener Vorerkrankungen

Gliederschmerzen können zudem einen weiteren Grund haben. Der sogenannte Zytomegalie-Virus, bei dem es sich um ein spezielles Herpes-Virus handelt, kann bei Euch Frauen ebenfalls starke Gliederschmerzen hervorrufen. Diese Erkrankung kann zudem große Folgen für Euer ungeborenes Kind haben. Leider kommt es häufig vor, dass Mütter nicht einmal wissen, dass sie mit diesem Virus infiziert sind. Schließlich treten im Falle einer Infektionen eher harmlose Symptome auf, wie beispielsweise Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und leichtes Fieber.

Der Zytomegalie-Virus wird über Körperflüssigkeiten übertragen. Sperma, Blut, Urin oder Speichel gehören zu den Übertragungswegen. Es gibt viele Frauen, bei denen dieser Virus ein Leben lang im Körper steckt, ohne dass sie etwas davon bemerken oder wissen. Es kann sogar vorkommen, dass andere Symptome vorrangig auftreten.
Infiziert ihr Euch mit dem Virus steckt sich Euer ungeborenes Kind über die Plazenta mit an. Dies kann schwere Folgen für Euer Kind haben. Zu diesen schweren Erkrankungen kann es im Falle einer Infektion kommen:

  • Schäden an der Leber
  • Probleme mit den Ohren (Schwerhörigkeit)
  • Vergrößerung der Milz
  • Störungen im Wachstum
  • Schäden an den Augen
  • Gehirnentzündung

Diese Schäden treten allerdings nicht sofort auf. Es kann passieren, dass sich diese erst nach vielen Jahren bemerkbar machen. Bei einigen Kindern treten die ersten Schäden sofort nach der Geburt auf. Ärzte haben herausgefunden, dass es knapp 40 % der Babys sind, die an den Folgen dieser Herpes-Infektion leiden. Knapp 10 % der Babys sterben sogar an der Erkrankung.
Bis heute gehört diese Infektion zu einer der häufigsten Erkrankungen vieler Frauen in der Schwangerschaft. Vorsorgemöglichkeiten sind vielen Frauen nicht einmal bekannt. Viele werdende Mütter wissen nicht einmal von diesem Virus und kennen die Gefahr dementsprechend nicht.

Eine Vorsorgeuntersuchung auf das Virus gehört nicht zu den gängigen Untersuchungen bei einer Mutterschaftsvorsorge, an der ihr regelmäßig teilnehmen solltet. Sollte es daher zu Symptomen, wie beispielsweise Gliederschmerzen oder Fieber kommen kann eine Untersuchung sinnvoll sein. Besonders dann, wenn es zusätzlich zu Oberbauchschmerzen kommt. Auch eine genaue Untersuchung Eures Kindes mittels Ultraschall oder anderen Verfahren kann hilfreich sein. Umso früher die Virus-Infektion erkannt wird, umso besser stehen die Chancen, dass Euer Baby die Infektion ohne große Schäden überlebt.

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Pheelings media via Shutterstock

Ab wann bei Gliederschmerzen in der Schwangerschaft zum Arzt?

Viele Mütter fragen sich, ab wann der Besuch bei einem Arzt wirklich notwendig ist. Oftmals sind Gliederschmerzen oder Oberbauchschmerzen völlig harmlos, auch in der Schwangerschaft. Es ist jedoch ratsam, bei unklaren und ständig wachsenden Symptomen einen Arzt aufzusuchen. Auch, wenn die Gliederschmerzen einem komisch vorkommen oder ihr als Schwangere das Gefühl habt, dass sie schlimmer werden. Gliederschmerzen können in Eurer Schwangerschaft gefährlich werden. Es ist nicht schlimm, wenn ihr einmal mehr zum Arzt geht. Gerade in den 10 Monaten Eurer Schwangerschaft ist es sehr wichtig, dass ihr Euch öfter untersuchen lasst, um schwerwiegende Erkrankungen ausschließen zu können.

Was tun bei Gliederschmerzen in der Schwangerschaft?

Solltet ihr unter Gliederschmerzen leiden, hinter der sich keine schwere Erkrankung verbirgt ist es sinnvoll, auf Hausmittel zurückzugreifen, die weder Euch noch Eurem Kind schaden werden. Es gibt einige Ärzte, die bei her leichten Gliederschmerzen von einer medikamentösen Therapie abraten. Genau dann besteht für Euch die Möglichkeit, einige Hausmittel zu benutzen, die Eure Schmerzen lindern können. Diese möchten wir Euch nochmals genauer erläutern:

  • Ein warmes Bad mit verschiedenen Zusätzen kann Erkältungsbeschwerden und Gliederschmerzen lindern. Birke, Fichte und Brennnessel eignen sich als Zusatz ideal. Diese Badezusätze fördern zugleich Eure Durchblutung und können schmerzlindern wirken. Vielen Frauen helfen in der Schwangerschaft warme Bäder, um sich zu entspannen und Schmerzen zu lindern.
  • Ein frischer Ingwertee oder eine frisch gekochte Hühnersuppe bewirken besonders bei einer Erkältung wahre Wunder. In den Drogerien und Apotheken gibt es sogar Tees, die verschiedene Symptome bekämpfen sollen. Diese Heiltees helfen in der Schwangerschaft und Frühschwangerschaft Schmerzen zu lindern und Krämpfe zu lösen.
  • Es gibt auch Frauen in der Schwangerschaft, die Wärme generell nicht mögen oder bei Gliederschmerzen einfach nicht gut tun. Solltet ihr unter Gliederschmerzen leiden, die nur an bestimmten Stellen schmerzen, könnt ihr kalte Wickel benutzen. Diese könnt ihr langsam erwärmen und damit Eure Durchblutung fördern.
  • Ebenso helfen zahlreiche homöopathische Mittel, um die Gliederschmerzen einzudämmen. Gerne könnt ihr Euch mit einem Heilpraktiker besprechen, der Euch verschiedene Mittel zur Verfügung stellen kann.
  • Inhalationen mit heißem Wasserdampf und geeigneten ätherischen Ölen helfen besonders bei Erkältungen und Schnupfen. Außerdem tut ein Bad mit Wasserdampf auch Eurer Haut sehr gut.

Nicht immer müssen Gliederschmerzen in der Schwangerschaft aufgrund eines viralen oder grippalen Infektes entstehen. Selbst in der Frühschwangerschaft kann es zu Gliederschmerzen kommen, die konkret untersucht werden sollten. Um die genaue Ursache zu klären ist es sehr wichtig, dass ihr Euren Arzt aufsucht. Dieser kann verschiedene Erkrankungen zudem ausschließen und mit Medikamenten helfen, Eure Symptome zu lindern.

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