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Genitalherpes in der Schwangerschaft – Risiken und Behandlung

Nadine Scheiner
22 Jan 2022
4 min
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Es kommt zwar selten vor, dass sich ein Herpes-Virus auf Euer ungeborenes Kind überträgt, jedoch kann es passieren. Herpes genitalis (Genitalherpes) ist einer der häufigsten übertragbaren Krankheiten. Genitalherpes wird durch Sex übertragen und kann unbehandelt viele Komplikationen für Euch und Euer ungeborenes Kind mitbringen.
Die Herpes Infektion selbst gelangt über kleine Verletzungen an Eurer Haut oder Schleimhaut in Euren Körper. Dort setzen sich die Viren an den Nervenknotenpunkten fest. Nach der ersten Infektion, also der sogenannten Erstinfektion verbleiben sie ein Leben lang in Eurem Körper. Das bedeutet für Euch, dass es jederzeit zu einem Ausbruch der Infektion kommen kann. Oftmals wird Genitalherpes auch durch Oralverkehr, Schmierinfektion oder manuelle Stimulationen übertragen.

Was Herpes genitales als Erkrankung für Euch und Euer Kind bedeutet, welches Symptome auftreten und was ihr dagegen tun könnt, haben wir Euch in diesem Artikel zusammengefasst.

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Tolikoff Photography via Shutterstock

Die häufigsten Symptome von Genitalherpes

Grundsätzlich ist es der Fall, dass die Symptome bei Herpes genitales von Frau zu Frau unterschiedlich ausfallen. Ihr müsst nicht alle Symptome gleichzeitig haben. Häufig treten bei einer Infektion nur vereinzelt Symptome auf. Es kommt dabei auf die Stärke Eurer Erkrankung an. Sind die ersten Symptome bereits aufgetreten ist der Virus in der Regel schon sehr stark fortgeschritten. Es kann aber auch zu späteren Ausbrüchen kommen, bei denen die vorherige Erkrankung ohne Symptome verlief.

Damit ihr mehr über die Herpesinfektion erfahrt und wisst, auf welche Symptome ihr achten müsst, haben wir diese für Euch zusammengefasst:

  • sichtbare Bläschen im Genital- und Afterbereich (schmerzhaft)
  • starker Juckreiz im Genitalbereich
  • starker, vaginaler Ausfluss
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Symptome einer Grippe (Gliederschmerzen, Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen)
  • •Anschwellungen der Lymphknoten

Bei einer Primärinfektion (Erstinfektion) kann es bis zu drei Wochen andauernd, bis die ersten Symptome auftreten können. Sollte es jedoch zu einer Folgeinfektion kommen, habt ihr Eure Erkrankung bereits nach drei oder fünf Tagen überstanden. Es kann aber auch zu einem symptomlosen Ausbruch kommen, sodass ihr von der Infektion überhaupt nichts bemerkt.

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riopatuca via Shutterstock

Was bedeutet es in der Schwangerschaft Genitalherpes zu haben?

In der Schwangerschaft kann eine Herpeserkrankung im Genitalbereich besonders für Eurer ungeborenes Kind gefährlich werden. Das Risiko besteht besonders dann, wenn ihr Euch als Mutter das erste Mal infiziert. In diesem Fall habt ihr noch keine Antikörper gegen den Herpes-Erreger gebildet. Wäre dies der Fall, wäre Euer Kind auch drei Monate nach der Geburt geschützt, da es Immun gegen die Herpesviren wäre.

Daher ist die Ansteckung während der Geburt besonders gefährlich. Die Ansteckung erfolgt daher während der Geburt. In besonders seltenen Fällen kann die Infektion über die Plazenta erfolgen. Dies ist nur dann der Fall, wenn das Virus bereits auf Euren gesamten Organismus eingegriffen hat. Aus medizinischer Sicht wird dies auch unter dem Fachbegriff Virämie geführt.
Egal wie es zu einer Herpesinfektion gekommen ist – unbehandelt kann dieser gefährlich werden. Ein unbehandelter Genitalherpes kann in Eurem Körper aufsteigen und im schlimmsten Fall Eure Fruchthöhle erreichen. Die Virämie löst weitere Komplikationen aus. Es kann zu vorzeitigen Wehen kommen, gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder im Schlimmsten Fall zu einer Fehlgeburt. Wachstumsstörungen, Störungen im Gehirn und Entzündungen im Gehirn sind ebenfalls Folgen der Infektion, die Euer Kind betreffen können.

Herpes Genitalis Schwangerschaft – Wie erfolgt die genaue Diagnose?

Bei der Behandlung kommt es immer drauf an, ob eine Primärinfektion oder Folgeinfektion besteht. In der Schwangerschaft ist eine medikamentöse Behandlung die Regel. Meistens wird dafür das Medikament Aciclovir eingesetzt. Diese dauert insgesamt nur fünf Tage und ist für Euer ungeborenes Kind nicht gefährlich. In der Regel werden die Medikamente eingesetzt, um Eure Beschwerden während der Infektion zu lindern und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Bläschen in Eurem Genitalbereich schneller verschwinden. Dies ist schließlich sehr unangenehm und sorgt für erhebliche Schmerzen.

Infiziert ihr Euch jedoch erst im letzten Schwangerschaftsdrittel, dass bedeutet in den letzten Monaten Eurer Schwangerschaft, empfehlen die meisten Ärzte bereits einen Kaiserschnitt. Durch diesen wird das Infektionsrisiko auf Euer ungeborenes Kind minimiert. Dies ist auch dann der Fall, wenn ihr Euch kurz vor Euer Geburt mit dem Virus infiziert. In den ersten beiden Trimestern Eurer Schwangerschaft stellt die Infektion ist die Behandlung mit Medikamenten, wie beispielsweise Aciclovir möglich. Das bedeutet für Euch, dass kein Kaiserschnitt erforderlich ist, da ihr als Mutter die Infektion bis zur Geburt erfolgreich bekämpft habt.

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Orawan Pattarawimonchai

Besteht die Möglichkeit, vor einer Infektion vorzubeugen?

Jede werdende Mutter möchte sich und ihr Kind weitestgehend vor Infektionskrankheiten und anderen Beschwerden schützen. Doch ist das auch bei Genitalherpes möglich? Vielen Frauen ist nicht einmal bewusst, welches hohe Risiko eine solche Infektion mit sich bringt. In der Partnerschaft stellt dies meistens kein Problem dar. Es ist jedoch nicht unbekannt, dass Herpes genitales durch Sexualkontakte entsteht. Ungeschützter Sex, ständig wechselnde Sexualpartner oder Sexualpartner, die infiziert sind, stellen daher ein großes Problem dar. Sobald ihr daher eine Infektion vermutet, ist es sehr wichtig, dass ihr sofort Euren Arzt kontaktieren, um Euch untersuchen zu lassen. Umso eher die Herpes Infektion erkannt wird, umso schneller könnt ihr mit Eurer medikamentösen Therapie beginnen. Schließlich ist es wichtig, dass sich Euer Kind nicht ansteckt. Während Eurer Infektion ist es außerdem sehr wichtig, dass ihr auf sexuelle Kontakte verzichtet.

Ein kleiner Tipp: Lippenherpes kann ebenfalls zu Genitalherpes führen. Das bedeutet, sollte Euer Sexualpartner Lippenherpes haben kann dies gefährlich werden, da der Herpes sich beim Oralverkehr oder mittels Schmierinfektion auf den Genitalbereich übertragen kann. Wie bereits erwähnt wird Herpes genitalis durch Viren übertragen. Nicht umsonst handelt es sich um die häufigste Infektionskrankheit bei Geschlechtsverkehr. Achtet daher darauf, dass ihr Euch behandeln lasst, damit ihr Eurem ungeborenen Kind keinen Schaden zufügt.

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