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Eierstockentzündung während der Schwangerschaft

Nadine Scheiner
29 Dez 2021
4 min.
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Eine Eileiterentzündung oder Eierstockentzündung (lat. Adnexitis) in der Schwangerschaft ist nicht selten. Dahinter steckt meistens eine bakterielle Infektion. Fieber, Ausfluss und Unterbauschmerzen sind bereits die ersten Symptome einer Entzündung. Doch was ist eine Eierstockentzündung genau und welche Ursachen stecken dahinter? Genau diese Fragen möchten wir Euch in diesem Artikel beantworten und Euch zeigen, welche Symptome bei einer Eierstockentzündung auftreten und was diese für Eure Schwangerschaft bedeutet.

Eierstockentzündung Schwangerschaft
H_Ko via Shutterstock

Eierstockentzündung Schwangerschaft – Was ist das genau?

Eine Eierstockentzündung, auch Adnexitis genannt, ist eine gynäkologische Erkrankung, die aufgrund entzündlicher Prozesse im Bereich der Eierstöcke entsteht. Adnexitis ist ein Fachbegriff, der in der medizinischen Sprache verwendet wird. Meistens taucht eine Entzündung der Eierstöcke (lat. Ovarien) in Kombination mit einer Entzündung des Eileiters (lat. Tuba uterina) auf.

Eine Entzündung der Eierstöcke kann einseitig oder beidseitig auftreten. Bei einer akuten Adnexitis treten schwere Schmerzen im Unterbauch auf. Wird die Entzündung nicht behandelt, kann es zu Narbenbildungen und anderen Beschwerden kommen. Diese Beschwerden können sogar Jahre nach der Entzündung wieder auftreten. Dabei handelt es sich um eine chronische Erkrankung, auch Chronifizierung genannt. In diesem Fall ist aus einer akuten Entzündung eine chronische Beeinträchtigung entstanden. Dazu sollte es in Eurer Schwangerschaft allerdings nicht kommen.

Die wichtigsten Fakten zur Eierstockentzündung in der Schwangerschaft

Wir haben für Euch nochmals die wichtigsten Fakten einer Eierstockentzündung zusammengefasst, um Euch zu verdeutlichen, dass eine frühzeitige Behandlung keinerlei Auswirkungen auf Euer ungeborenes Kind haben wird.

  • Die Adnexitis ist eine schwere Erkrankung. Bleibt sie unbehandelt, kann dies zu schweren Komplikationen für Euch und das ungeborene Kind führen.
  • Eine Eierstockentzündung wird durch die unterschiedlichsten Bakterien verursacht. In der Regel lässt sie sich mit Hilfe eines Antibiotika gut behandeln. In Eurer Schwangerschaft stehen Euch dafür unterschiedliche Präparate zur Verfügung.
  • Eine Vorsorgeuntersuchung ist während Eurer Schwangerschaft sehr wichtig, damit Entzündungen an den Eierstöcken und andere Krankheiten frühzeitig erkannt oder sogar ausgeschlossen werden können.
  • Solltet ihr an unklaren Schmerzen im Unterbauch leiden ist es wichtig, dass ihr Euren Arzt um Rat fragt. Dies können bereits die ersten Anzeichen einer Eierstockentzündung sein.

Die Ursachen für eine Adnexitis

Frauen, die jung und sexuell aktiv sind, erkranken des Öfteren an einer Eierstockentzündung. Oftmals geht diese sogar aus einer Scheidenentzündung hervor. Diese Entzündung steigt von dem Eileiter hinauf in die Eierstöcke. Eine weitere häufige Ursache ist die sexuelle Übertragung von Bakterien. Dies können beispielsweise Gonokokken, Trichomonaden oder sogar Chlamydien sein. Möglich als Ursache für die Erkrankung sind auch andere Keime. Auch Bakterien können bei Euch eine Adnexitis auslösen.

Die Risikofaktoren für eine aufsteigende Eierstockentzündung aus der Scheide sind vielfältig. Diese Entzündungen können durch einen gynäkologischen Eingriff auftreten oder aber durch eine Schleimhautveränderung an Eurem Gebärmutterhals. Ein ständig wechselnder Sexualpartner oder gutartige Tumore und Polypen gehören ebenfalls dazu.

Selbst ein schwaches Immunsystem, Diabetes oder sogar Östrogenmangel können diese Erkrankung begünstigen. Schwangerschaftsbedingte Veränderungen oder Veränderungen des eigenen Stoffwechsels in der Schwangerschaft gehören zu den gängigsten Ursachen dazu.

Die klassischen Symptome einer Eierstockentzündung

Die Symptome einer starken Eierstockentzündung können besonders vielfältig ausfallen. Oftmals sind sie unspezifisch und nicht sofort zu erkennen. Die ersten Anzeichen für eine Entzündung der Eierstöcke sind Unterbauchschmerzen. Diese können nur auf einer oder sogar auf beiden Seiten auftreten. Während Eurer Schwangerschaft kann es passieren, dass diese Unterbauchschmerzen als vorzeitige Wehen gedeutet werden. Häufig leiden Frauen bei einer Entzündung zusätzlich an Fieber und haben ein starkes Krankheitsgefühl.

Bei vielen Frauen wird der Unterlaub und die Gebärmutter sehr druckempfindlich. Nicht selten ist der Bauch aufgebläht und spannt besonders stark. Durchfall, Verstopfung und Erbrechen können ebenfalls auftreten. Genauso wie Schmerzen beim Wasserlassen, vaginale Blutungen oder starker, eitriger Scheidenausfluss.

Bei einer gynäkologischen Untersuchung, die in jedem Fall erfolgen sollte, kann es zu Schmerzen kommen. Sollten zusätzliche Symptome, die Rückenschmerzen oder abfallende Leistungsfähigkeit auftreten, ist von einer chronischen Eierstockentzündung die Rede. Schwere und vor allem unbehandelte Entzündungen können sich in Eurem gesamten Bauchraum ausweiten.

Adnexitis Eierstockentzündung
logika600 via Shutterstock

Wie wird eine Eierstockentzündung behandelt?

Bevor es zu der Diagnose kommt, wird durch Euren Gynäkologen eine ausführliche Anamnese gemacht. Mit Hilfe eines Blut- und Urintestes ist es ebenfalls möglich eine konkrete Diagnose zu stellen. Dort können zusätzlich die Entzündungsparameter bestimmt werden.

Die Behandlung erfolgt in der Regel mit einem Antibiotikum, um die Entzündung an den Eierstocken einzudämmen und abheilen zu lassen. Zusätzlich zu dem Antibiotikum werden weitere Schmerzmittel und Entzündungshemmer verbreicht. In der Regel verläuft die Therapie rund 20 Tage. Wichtig ist, dass ihr diese nicht abbrecht, auch wenn Eure Beschwerden nach einiger Zeit abklingen. Außerdem braucht ihr in Eurer Schwangerschaft nichts zu befürchten, da es Antibiotika gibt, die ihr auch während der Schwangerschaft einnehmen könnt. Es stehen verschiedene Präparate in der modernen Medizin zur Verfügung.

Ist eine Eierstockentzündung in der Schwangerschaft problematisch?

Gerade in der Schwangerschaft sind Entzündungen, Infektionen und andere Krankheitsprozesse oftmals mit einem Risiko verbunden. Viele Erkrankungen können sogar einen ungünstigen Einfluss auf Eure Schwangerschaft haben. Mit Hilfe einer zielgerichteten und raschen Behandlung Eurer Eierstockentzündung ist es jedoch möglich, dass Risiko an einer Fehl- oder sogar Frühgeburt zu leiden zu minimieren.

In der Regel können die Bakterien, die sich in Euren Eierstöcken befinden, die Plazentaschranke nicht einmal durchbrechen. Diese ist dazu da, um Infektionen, Viren und Bakterien von Eurem ungeborenen Kind fernzuhalten. Gefährlich wird es erst, wenn ihr Euch mit anderen Infektionskrankheiten, wie beispielsweise Gonokokken oder Chlamydien infiziert. Eine solche Infektion kann in nur wenigen Tagen zur Erblindung Eures Kindes führen. Auch Infektionen der Lunge oder der Augen sind in dem Fall möglich. Es ist daher wichtig, dass ihr bei dem kleinsten Verdacht einen Arzt aufsucht und Euch gründlich untersuchen lasst.

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