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Dammmassage – Anleitung und Tipps

Nadine Scheiner
07 Jan 2022
6 min.
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Der Körper einer Frau ist sehr robust und wunderbar. Er schafft es 40 Wochen lang ein kleines Lebewesen in sich zu tragen und anschließend auf die Welt zu bringen. Das bedeutet für den weiblichen Körper allerdings viel Arbeit und vor allem eine große Herausforderung. Es gibt daher Möglichkeit, wie ihr Euren Körper während der Schwangerschaft und vor der Geburt unterstützen könnt. Neben einer guten Ernährung und viel Bewegung kann eine regelmäßige Dammmassage und verschiedene Entspannungsübungen dabei helfen, den Geburtsprozess zu erleichtern.
Für viele scheint die Dammmassage ein eher befremdliches Thema zu sein. Wir möchten Euch in diesem Artikel allerdings genau erklären, was es mit einer Dammmassage aus sich hat und warum sie für Euch von Vorteil sein kann.

Dammmassage
christinarosepix via Shutterstock

Schwangerschaft Dammmassage – Was ist das eigentlich genau?

Der Damm (lat. Perineum) genannt liegt zwischen den äußeren Genitalien und dem After einer Frau. Kurz gesagt handelt es sich um die Verbindung zwischen diesen beiden Regionen. Frauen, aber auch Männer haben einen Damm, wobei dieser bei Frauen eher kürzer ausfällt und vom vorderen Rand der Analöffnung bis hin zu den großen Schamlippen verläuft. Das Perineum besteht bei Frauen aus Muskeln und Bindegewebe. Die Muskeln zählen dabei mit zur Beckenbodenmuskulatur, die Euren Körper stabilisiert und gleichzeitig Inkontinenz verhindert. Die Dammhaut selbst ist sehr elastisch.

Während der Geburt Eures Kindes wird Euer Damm sehr stark beansprucht. Während Euer Kind zur Welt kommt, genauer genommen während der Austreibungsphase, rutscht das Baby mit jeder Wehe immer weiter in Euer Becken. Dabei drückt es automatisch auf Euren Damm. Dabei kann es zu einem Dammriss kommen. Nicht selten bei einer Geburt ist auch ein Dammschnitt.

Was bedeutet ein Dammriss?

Sobald der Kopf Eures Babys mehr und mehr nach draußen kommt, wird Euer Damm sehr stark beansprucht. Das bedeutet, dass Euer Damm stark gedehnt wird, sodass es in vielen Fällen zu einem sogenannten Dammriss kommen kann. Ein Dammriss bedeutet, dass das Dammgewebe und Eure Haut am Damm während der Geburt geschädigt wird. In vielen Fällen handelt es sich jedoch um sehr leichte Verletzungen, die mit wenigen Stichen nach der Geburt genährt werden. Während dieser Zeit seid ihr nicht einmal von Eurem Kind getrennt.
Normalerweise heilen Dammrisse sehr schnell ab. Trotz alledem kann ein Dammriss für Euch persönlich unangenehm sein.

Was bedeutet es einen Dammschnitt zu bekommen?

Während Eurer Geburt kann es zudem zu einer Notsituation kommen. Genau dann ist Eile geboten. Ein Dammschnitt (lat. Episiotomie) wird genau dann vorgenommen, wenn der Austritt Eures Babys nicht möglich ist. Besonders bei schwierigen Geburten kann ein Dammschnitt den Vorgang der Geburt erleichtern.
Oftmals dürfen auch Hebammen diesen Eingriff vornehmen. In den meisten Krankenhäusern versuchen die Geburtshelfer jedoch auf einen Dammschnitt zu verzichten.

Dammmassage Schwangerschaft – Was ist das genau?

Eine Dammmassage kann nicht nur vor Geburtsverletzungen vorbeugen, sondern zugleich Eure Geburt erleichtern. Mit Hilfe einer Dammmassage könnt ihr die Geburtsverletzungen Eures Kindes möglichst gering halten. Das bedeutet schlichtweg, dass ihr mit der Massage Eures Dammes die Körperregion sozusagen trainiert. Es gibt zahlreiche Studien, die den positiven Effekt einer Dammmassage bestätigen. Viele Frauen, eine Dammmassage vor Geburt machen senken das Risiko einen Dammschnitt oder Dammriss zu erleiden.

Die Dammmassage ist relativ einfach zu beschreiben. Bei dieser wird das Dammgewebe der Eurer Scheide und dem After nach und nach flexibler gemacht. Genau dieser Dammbereich ist es schließlich, der bei Eurer Geburt besonders beansprucht wird. Häufig stellt sich dabei die Frage „Dammmassage ab wann?“ In der Regel beginnen Frauen ab der 34. Schwangerschaftswoche mit einer Dammmassage. Diese könnt ihr so oft durchführen, wie ihr wollt. Besondere Hilfsmittel werden dafür meistens nicht benötigt.
Es empfiehlt sich die Dammmassage zu Beginn 3 bis 4 mal die Woche zu machen. Fangt am besten mit 5 bis 10 Minuten an. Dabei könnt ihr ein Öl für Dammmassage benutzen. Jojobaöl, Weizenkeimöl oder Mandelöl haben sich in dem Fall besonders gut bewährt.

Damm Massage
Josep Suria via Shutterstock

Dammmassage Anleitung - Dammmassage, wie?

Die Dammmassage könnt ihr bequem von zuhause aus durchführen. Durch die Massage soll Euer Damm gedehnter und elastischer werden. Außerdem wird er durch die Massage besser durchblutet. Doch ab wann Dammmassage? Eine Frage, die sich viele Frauen schon in den ersten Schwangerschaftswochen stellen. Viele empfehlen eine Durchführung der Massage etwas 6 Wochen lang vor der Geburt. Das bedeutet etwa in der 34. Schwangerschaftswoche. Wie schon erwähnt reichen 3 oder 4 mal die Woche aus. Am besten wäre es jedoch, eine tägliche Dammmassage zu in Euren Alltag einzubinden.

Verwendet dafür am besten pflanzliche Öle, die zusätzlich Eure Haut pflegen. Es gibt sogar bestimmte Hersteller, bei denen ihr Massageöle für den Damm kaufen könnt. Oftmals kann Euch Eure Hebamme Auskunft über das passende Öl geben.

Bevor es jedoch an die eigentliche Massage geht, ist es wichtig, dass ihr Euch eine entspannte und schöne Umgebung schafft. Ihr könnt beispielsweise vorher ein Vollbad nehmen oder es Euch auf Eurem Sofa gemütlich machen. Sucht Euch für die Dammmassage genau die Position aus, die für Euch am gemütlichsten ist. Dies kann von Frau zu Frau unterschiedlich sein. Besonders wichtig ist es dabei, dass ihr nicht verkrampft und Euch rundum wohlfühlt. Es gibt Frauen, die eine Dammmassage sogar im Stehen durchführen. Andere wiederum liegen lieber.

Außerdem solltet ihr darauf achten, dass Eure Finger sauber sind. Nehmt dann etwas Öl in die Finger und verreibt es, damit es sich leicht erwärmt. Viele Frauen empfinden erwärmtes Öl als deutlich angenehmer.

So führt ihr die Dammmassage durch

Die Dammmassage Frau könnt ihr einfach selbst machen. Nachdem ihr Eure Finger mit Öl eingerieben habt, nehmen ihr nun Euren Daumen und führt in vorsichtig in Eure Vagina ein. Massiert nun mit Euren Fingerspitzen den Inneren, sowie den Äußeren Dammbereich. Dies könnt ihr von links nach rechts mit sanften Bewegungen machen. Nach und nach könnt ihr auch den Druck erhöhen. Achtet jedoch darauf, dass ihr während der Massage keine Schmerzen bekommt.

Anschließend könnt ihr den Daumen komplett in die Vagina einführen. Dehnt nun das Gewebe strahlenförmig in Richtung Eures Anus. Danach nehmen ihr den Daumen und wölbt den Damm nach außen und nach unten. Dabei werdet ihr einen kleinen Widerstand spüren, der jedoch nicht weh tun sollte. Solltet ihr Euch allerdings unsicher sein, ob die Dammmassage so richtig ist, lasst es Euch gerne von Eurer Hebamme zeigen. Ihr könnt Euch im Internet auch Dammmassage Bilder anschauen, um

Achtung: Die Manipulationen im Dammbereich führen ab und an zu vorzeitigen Wehen. Solltet ihr unter einer Scheideninfektion leiden, darf keine Dammmassage durchgeführt werden.

Tipps und Tricks für die richtige Dammmassage

Nicht alle Frauen empfinden eine Dammmassage als angenehm. Wahrscheinlich dauert es einige Male, bis es Euch nichts mehr ausmacht. Wir haben für Euch noch weitere Tipps zusammengestellt, die Euch bei einer Dammmassage unterstützen können.

  • Eine warme Dusche oder ein Bad vor der Massage kann helfen, dass Gewebe schon im Vorfeld zu lockern. Hinzu kommt, dass ihr dadurch generell entspannter seid.
  • Sucht Euch bei Euren Massagen immer eine gute Position. Dadurch wird Euch die Massage leichter fallen.
  • Wenn ihr wollt, könnt ihr gerne auch Euren Partner mit in die Massage einbeziehen. Gerade wenn Eurer Bauch immer größer wird stellt es sich oftmals als schwierig heraus, die Massage selbst durchzuführen.
  • Bei der Frage „Dammmassage ab welcher SSW?“ solltet ihr Euch an die 34. Schwangerschaftswoche halten. Ihr müsst auf keinen Fall früher mit der Massage beginnen. Achtet darauf, dass ihr erst einmal mit wenigen Minuten am Tag beginnt.

Dammmassage in der Schwangerschaft – Gibt es auch Alternativen?

Nicht alle Frauen mögen diese Form der intimen Massage, auch wenn sie auf die Geburt einen sehr positiven Effekt haben kann. Damit ihr auch ohne Massage den Dammbereich zwischen Eurer Vagina und Eurem Anus lockern könnt, eignen sich in der Regel auch Sitzbäder. Diese können beispielsweise aus Heublumen oder Lindenblüten hergestellt werden. Bei den Sitzbädern ist es allerdings wichtig, dass ihr keine Krampfadern im Intimbereich habt. Sollte dies der Fall sein, können Sitzbäder diese zusätzlich verstärken. Sprechen am besten im Vorfeld mit Eurer Hebamme.

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