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Chiropraktik für Schwangere – Welche Vor- und Nachteile gibt es

Nadine Scheiner
16 Jan 2022
4 Min.
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Die Chiropraktik zählt mit zu den alternativmedizinischen Heilverfahren, bei der Rückenschmerzen und Verspannungen im Körper durch manuelle Einflussnahme verschwinden. Chiropraktiker können selbst bei Schwangeren Schmerzen und Beschwerden mit wenigen Handgriffen lindern. Das Ziel einer chiropraktischen Behandlung ist es, die normale Beweglichkeit zu fördern und die Schmerzen zu lindern. Dazu gehört ebenfalls, die Beweglichkeit der Wirbelsäule wieder herzustellen.

In diesem Artikel möchten wir Euch gerne zeigen, was in der Chiropraktik während der Schwangerschaft möglich ist und welche Schwangerschaftsbeschwerden gelindert werden können.

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Chiropraktik Schwangerschaft – Was wird bei einer solchen Behandlung genau gemacht?

Die chiropraktische Behandlung soll Euch dabei helfen, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Die Wirbelsäule und die Nervenstränge zählen bei dieser Heilmethode zu den wichtigsten Organsystemen Eures Körpers. Blockaden an Eurer Wirbelsäule, Fehlstellungen der Rückenwirbel oder Schmerzen, die Euch gesundheitlich beeinträchtigen können mit einer chiropraktischen Anwendung gelindert werden. Schließlich ziehen die Schmerzen von der Wirbelsäule aus auf andere Teile Eures Körpers und können somit in der Schwangerschaft erhebliche Probleme hervorrufen.

Durch kurze, manuelle Impulse werden bei einer Therapie die betroffenen Wirbel gezielt behandelt und so bewegt, dass sich die einzelnen Wirbelflächen wieder voneinander lösen. Dadurch können die Nervenstränge Eures Rückenmarks die Reize wieder ungehindert weiterleiten. Neben der Wirbelsäule werden häufig auch die Gelenke und das Muskelgewebe mitbehandelt.

Es gibt einige wichtige Techniken in der Chiropraktik, die wir Euch ebenfalls vorstellen möchten:

  • Lockerung der Wirbelkörper, um den Druck auf die Nerven am Rückenmark zu minimieren
  • Ziehen und Dehnen verschiedener Gelenke und Bänder
  • Weichteilbehandlungen und Muskelentspannungen
  • Mobilisation der Gelenke
  • Reflextherapien
  • Stimulation des Nervensystems

Sollten Probleme in der Schwangerschaft auftreten, die zu Schmerzen im Rücken oder an den Wirbeln führen, kann ein Wirbeldoc, wie er gerne genannt wird, ebenfalls helfen.

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Josep Suria via Shutterstock

Die Chiropraktik in der Schwangerschaft

Gerade in Eurer Schwangerschaft kann die Chiropraktik einiges bewirken und viele Vorteile bieten. Schließlich kommt es aufgrund Eurer Schwangerschaft zu einer deutlichen Belastung der Wirbelsäule. Es ist nicht selten, dass Schwangere in Hinblick auf den Bewegungsapparat Probleme und Beschwerden haben. Diese reichen von schmerzhaften Verspannungen bis hin zu Ischias-Attacken oder sogar Überbeanspruchungsschmerzen. Hinzu kommt Eure veränderte Körperhaltung, die ihr während Eurer Schwangerschaft einnehmt. Das typische Hohlkreuz, von dem Frauen in der Schwangerschaft häufig betroffen sind, kann einen großen Einfluss auf Eure Muskeln und Gelenke haben.

Mit Hilfe der Chiropraktik könnt ihr das Ausmaß Eurer Schwangerschaftsbeschwerden erheblich minimieren. Dieses Heilverfahren hilft dabei, die Schmerzen zu lindern und gleichzeitig das allgemeine Wohlbefinden zu fördern. Schaden kann Euch eine chiropraktische Behandlung keinesfalls. Schließlich handelt es sich bei diesem Heilverfahren eher um eine sanfte Methode. Die Wirkung dieser Behandlung beschränkt sich jedoch auf Euren Bewegungsapparat. Es kann vorkommen, dass bestimmte Wirbel auf die Nerven drücken und Kopfschmerzen verursachen. Selbst Sehstörungen können die Folge von einem eingeschränkten Bewegungsapparat sein. Genau bei diesen Problemen in der Schwangerschaft kann die Chiropraktik helfen.

Es gibt viele Chiropraktiker, die Euch helfen können, die Becken- und Rückenschmerzen mit Hilfe von einer präventiven Therapie zu mindern. Am besten beginnt ihr mit diesen Therapien im ersten Schwangerschaftsdrittel. Eine frühere Behandlung ist ebenfalls möglich. Einige Frauen berichten darüber, dass eine vorherige chiropraktische Behandlung sogar die Schwangerschaftsübelkeit eindämmen kann.

Welche Risiken birgt die Behandlung eines Chiropraktikers?

Grundsätzlich gibt es keinerlei Risiken. In den meisten Fällen ist die Behandlung bei einem Chiropraktiker schmerzfrei.

Ein Chiropraktiker kann allerdings nur die Beschwerden behandeln, die eine funktionelle Ursache haben Das bedeutet, dass eine Behandlung bei organischen Veränderungen, wie beispielsweise ein Bandscheibenvorfall oder Arthrose keineswegs behandelbar sind. Durch die chiropraktischen Maßnahmen können diese Erkrankungen nicht gebessert, sondern eher verschlechtert werden. Es ist daher sehr wichtig, alle Erkrankungen der Gelenke oder Knochen im Vorfeld ausschließen zu können. Am besten besprecht ihr Eure Beschwerden im Vorfeld mit Eurem Arzt, damit es nicht zu unschönen Schädigungen oder weiteren Verletzungen kommt.

Risiken direkt gibt es bei der Behandlung nicht. Es kann allerdings zu Komplikationen kommen. Lähmungserscheinungen oder Gefühlsstörungen sind zwar eher selten, aber dennoch möglich.

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Wann soll ein Chiropraktiker aufgesucht werden?

Ist ein Wirbel erst einmal blockiert kann es passieren, dass die Probleme erst zu einem späteren Zeitpunkt auftreten oder die Schmerzen etwas später aufkommen. Verschiedene Symptome tauchen daher zeitversetzt auf, auch in der Schwangerschaft. Welche Symptome das sind hängt von dem jeweiligen Abschnitt Eurer Wirbelsäule ab. Es kann schließlich passieren, dass dadurch unterschiedliche Nerven gereizt werden.

Beispielsweise kann eine Blockade am Hals für heftige Kopfschmerzen oder Nackenschmerzen sorgen. Sogar Schwindel und Sehstörungen sind keine Seltenheit. Sind die Blockaden im Bereich der Wirbelsäule zu lokalisieren kann es zu Bluthochdruck, Rückenschmerzen und Verdauungsproblemen kommen. Beim hinteren Teil Eurer Wirbelsäule kommt es schnell zu Schmerzen in der Hüfte oder sogar in den Beinen.

Solltet ihr in Eurer Schwangerschaft Probleme bemerken oder Beschwerden haben, die nicht auf eine gesundheitliche Ursache zurückzuführen sind, sprecht mit Eurem Arzt den Besuch bei einem Chiropraktiker ab. Dieser kann Euch schnellstens mit seiner Heilmethode helfen.

Welche Unterschiede gibt es bei Chiropraktikern?

Ein Chiropraktiker ist nicht gleich ein Chiropraktiker. Mittlerweile gibt es drei verschiedene Bezeichnungen für diese Berufssparte. In Deutschland ist es in der Regel der Chiropraktiker, der in diesen Fällen helfen kann. Achtet bei der Wahl des passenden Fachmannes jedoch darauf, dass dieser die Zulassung als Heilpraktiker hat, und zwar nach dem deutschen Heilpraktiker-Gesetz. In der Regel besitzen Chiropraktiker, neben dieser Ausbildung auch eine als Heilpraktiker. Inzwischen gibt es sogar Bachelor- und Masterstudiengänge in dem Bereich.

In der Regel ist es nicht schwer, einen guten Chiropraktiker zu finden, der einen durch die Schwangerschaft begleitet. Wichtig sind zudem regelmäßige Anwendungen vor und während der Schwangerschaft, um die Beschwerden zu lindern.

Ein Chiropraktor beispielsweise, auch unter dem Namen Chiroprakteur bekannt, hat ein Vollzeitstudium absolviert. Hierbei handelt es sich um die internationale Berufsbezeichnung, die einer strikten Qualitätskontrolle unterliegt. Eine Heilpraktiker Zulassung muss in dem Fall ebenfalls vorhanden sein.

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