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Augenprobleme in der Schwangerschaft – Alle Infos

Nadine Scheiner
17 Aug 2021
4 min.
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In der Schwangerschaft treten viele körperliche Veränderungen auf. Auch die Augen können betroffen sein. Es gibt verschiedene Symptome, die ihr an euren Augen bemerken könnt. Viele sind harmlos, aber einige können auch ein Anzeichen für schwerwiegende Erkrankungen sein. In diesem Text findet ihr Hinweise, worauf ihr achten müsst und wann ihr lieber zum Arzt gehen solltet.

Augenprobleme Schwangerschaft
Von Andrey_Popov - Shutterstock

Welche Symptome können in der Schwangerschaft auftreten?

In der Schwangerschaft verändern sich viele Dinge an euren Körpern. Auch an den Augen und der Sehkraft kann es Veränderungen geben. Die meisten Symptome sind harmlos. Aber es gibt auch Veränderungen, die auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen können. Folgende Symptome können in der Schwangerschaft auftreten:

  • Bräunliche Flecken rund um die Augen
  • Trockene Augen
  • Einblutungen in die Bindehaut
  • Verstärkung einer Kurzsichtigkeit
  • Wechselnde Sehschwäche
  • Flimmern
  • Schatten vor den Augen
  • Kompletter Sehverlust

Welche harmlosen Erklärungen gibt es für Augenprobleme in der Schwangerschaft?

Eine neu auftretende Pigmentierung im Augenbereich liegt in der Regel an der allgemeinen Hormonumstellung in der Schwangerschaft. Stärker pigmentierte Hautstellen können auch an anderen Körperregionen auftreten. In der Regel verschwinden diese Pigmenteinlagerungen nach der Geburt.

Einblutungen in die Bindehaut können durchaus beängstigend aussehen. Sie sind jedoch meist harmlos und beeinträchtigen die Sehkraft nicht. Der Grund ist meist die verstärkte Durchblutung vieler Bereiche in der Schwangerschaft.

Auch trockene Augen und eine leichtere Änderung der Sehstärke sind meist harmlos. Die Veränderungen treten bei etwa 14 Prozent der schwangeren Frauen auf. In der Schwangerschaft verändert sich die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit unter dem Einfluss der Hormone. Es kann daher sein, dass euch eure Kontaktlinsen unangenehm sind. Manchmal entsteht auch ein Fremdkörpergefühl beim Lidschlag, ein bisschen so, als wenn Sandkörner ins Auge gekommen sind. Als Kontaktlinsenträgerinnen könnt ihr in diesem Fall auf eine Brille ausweichen. Auch das Befeuchten der Augen durch Augentropfen mit künstlicher Tränenflüssigkeit kann euch Linderung verschaffen.

Die Veränderung einer Kurzsichtigkeit kann in der Schwangerschaft bis zu 1,5 Dioptrien betragen. Der Grund liegt in Wassereinlagerungen in der Linse und der Hornhaut. Nach der Entbindung gehen diese Einlagerungen aber wieder zurück und die Sehstärke normalisiert sich. Der Kauf einer neuen Brille in der Schwangerschaft ist daher eher nicht ratsam.

Wassereinlagerungen im Bereich der Augen können auch zu einer veränderten Hornhautkrümmung führen. Das bekommen vor allem Kontaktlinsenträgerinnen zu spüren. Es kann sein, dass euch deswegen eure Kontaktlinsen nicht mehr richtig passen. Ihr könnt sie neu anpassen lassen oder einen anderen Linsentyp nutzen.

Augenbeschwerden Schwangerschaft
Von Krakenimages.com - Shutterstock

Welche Folgen kann der veränderte Tränenfilm auf den Augen haben?

Die Tränenflüssigkeit im Auge dient im Normalfall der Gesunderhaltung der Augen. Sie pflegt die Hornhaut und spült Krankheitserreger und Fremdkörper weg. Aus diesem Grund kann es durch die fehlende Feuchtigkeit auch vermehrt zu einer Augeninfektion und Bindehautentzündungen kommen. Das kann sich auch durch Rötungen zeigen.

Schwangere können aber mit einigen Tipps eine Verbesserung der Situation erreichen. Dafür könnt ihr die folgenden Ideen ausprobieren:

  • bewusst blinzeln
  • ab und zu gähnen
  • ausreichend trinken
  • oft an die frische Luft gehen
  • für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in Innenräumen sorgen
  • meidet Qualm und Zugluft
  • macht öfter Pause von der Arbeit am PC
  • macht spezielle Übungen

Welche schwerwiegenderen Erkrankungen können hinter den Augenbeschwerden stecken?

Grund zur Sorge sind dagegen Änderungen der Sehschärfe, die sehr plötzlich auftreten. Auch deutliche Schwankungen innerhalb eines Tages deutet auf eine ernste Erkrankung hin und sind ein ernstzunehmendes Warnzeichen. Die Ursache für diese Beschwerden kann ein Schwangerschaftsdiabetes sein.

Der gestörte Zuckerstoffwechsel kann zu stark schwankenden Zuckerwerten im Körper und damit zu unterschiedlich starken Wassereinlagerungen in der Augenlinse führen. Das verändert die Brechkraft. Wenn ihr solche Symptome bemerkt, solltet ihr einen Augenarzt oder eine Augenärztin aufsuchen. Eine Untersuchung der Netzhaut durch eine Spiegelung des Augenhintergrundes kann typische Veränderungen sichtbar machen. Der Arzt oder die Ärztin wird euch dann in die hausärztliche Praxis oder zu Spezialisten überweisen, damit der Gestationsdiabetes behandelt wird.

Eine weitere schwere Erkrankung in der Schwangerschaft ist die Präeklampsie. Diese Erkrankung wird auch Schwangerschaftsvergiftung genannt. Sie ist vor allem durch einen extremen Bluthochdruck gekennzeichnet und kann schnell zu einem lebensgefährlichen Notfall führen. Die Behandlung umfasst unter anderem eine Kontrolle des Blutdrucks. Erst nach der Entbindung kann die Erkrankung komplett ausheilen, weshalb es oft zu einer frühen Einleitung oder einem Kaiserschnitt kommt.

Da der hohe Blutdruck an sich nicht spürbar ist, kann die Erkrankung nur über regelmäßige Blutdruckmessungen oder die auf den Druck folgenden Symptome erkannt werden. Unter anderem gehören Sehstörungen zu den spürbaren Anzeichen. Sie zeigen sich als Blitze vor den Augen oder einem Ausfall des Gesichtsfeldes. Eine augenärztliche Abklärung des Sehkraftverlustes kann den hohen Blutdruck an Veränderungen der Netzhaut sichtbar machen.

Augenprobleme in der Schwangerschaft
Von megaflopp - Shutterstock

FAQ - Augenprobleme Schwangerschaft

Werden die Augen in der Schwangerschaft schlechter?

Ja, bei etwa 14 Prozent der Schwangeren verschlechtert sich die Sehstärke. Auch in der Stillzeit kann so eine Sehschärfenveränderung noch bestehen. Nach der Stillzeit normalisieren sich das Sehvermögen und die Brillenwerte aber wieder.

Was bedeutet Augenflimmern in der Schwangerschaft?

Wenn sich die Sehleistung in der Schwangerschaft durch ein Augenflimmern verschlechtert, solltet ihr einen Arzt aufsuchen. Es kann ein Zeichen für eine Präeklampsie sein, die lebensgefährlich für Mutter und Kind ist.

Welche Augentropfen kann man in der Schwangerschaft nehmen?

Generell solltet ihr eine Nutzung von Präparaten immer mit einem Arzt abklären. Der Experte kann euch auch zur Zusammensetzung und möglichen Unverträglichkeiten Auskunft geben. In der Schwangerschaft sind konservierungsstofffreie Medikamente günstig. Gels und Cremes wirken oft länger als dünnflüssige Tropfen und können daher vorteilhaft sein. Die Inhaltsstoffe Dexpanthenol, Hyaluronsäure, Augentrost oder Chelidonium wirken oft gut.

Müsst ihr bei Augenerkrankungen auf eine natürliche Geburt verzichten?

In den meisten Fällen sind Augenkrankheiten kein Anlass für einen Kaiserschnitt. Eine natürliche Geburt ist meist auch bei einem erhöhten Augeninnendruck, starker Kurzsichtigkeit oder einer Uveitis möglich. Euer Augenexperte kann euch in Zweifelsfällen untersuchen und beraten.

Wann kann man nach der Geburt eine neue Brille aussuchen?

In der Regel sollte die Brillenstärke etwa ein Jahr nach der Geburt wieder stabil sein. Eine Brille könnt ihr eventuell schon früher kaufen, aber ihr solltet vielleicht auf ein günstiges Modell zurückgreifen. Wenn ihr euch die Augen lasern lassen wollt, solltet ihr mit dem Eingriff bis nach Ablauf dieser Zeit warten. Zur Überbrückung der Zeit kann auch eine günstige Lesebrille hilfreich sein.

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