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Stillen nach der Geburt: Die 10 besten Tipps

Nadine Scheiner
07 Sep 2018
4 min.
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Muttermilch stellt in den ersten Monaten die beste Ernährung für euren Nachwuchs dar. Es kommt jedoch immer wieder vor, dass das Stillen nicht so reibungslos verläuft, wie es sich die meisten Schwangeren vor der Geburt vorstellen. Aus diesem Grund haben wir 10 Tipps zusammengestellt, die euch bei einem erfolgreichen Start in die Stillzeit unterstützen werden.

Stilltipps
Von Nina Buday - Shutterstock

Wie bereite ich mich optimal auf das Stillen vor?

Obwohl Stillen ein ganz natürlicher Vorgang ist, braucht es dennoch etwas Übung, um es zu meistern. Wie bei fast allen Aktivitäten kommt einer rechtzeitigen Vorbereitung eine wichtige Rolle zu. Deswegen solltet Ihr euch mit dem Thema so früh wie möglich befassen. Werdende Mütter müssen lernen, das Baby richtig anzulegen, während Babys lernen müssen, richtig zu saugen.

Als besonders Hilfreich haben sich Gespräche mit Hebammen und erfahrenen Freundinnen herausgestellt. Darüber hinaus können euch ebenso diverse Zeitschriften rund um das Thema Baby und Stillen wertvolle Informationen liefern. Besonders wichtig ist es aber auch, dass euer Partner vom Stillen voll überzeugt ist, denn er wird in dieser Zeit selbst zurückstecken müssen. Die bekanntesten Stillpositionen sind:

  • Stillen in Wiegenhaltung
  • Stillen in Rückenhaltung
  • Stillen in Liegeposition
  • Stillen in Rückenlage

Wie wichtig ist die Brustpflege nach der Schwangerschaft?

Während der Stillzeit werden die Brustwarzen in der Regel sehr beansprucht. Die meisten Mütter leiden unter empfindlichen oder im schlimmsten Fall unter wunden Warzen, die unangenehme Schmerzen verursachen können. Das Liebesspiel stellt die zärtlichste und natürlichste Art und Weise dar, um die Brust abzuhärten. Ihr könnt euch ruhig mit euren Partner darüber unterhalten, was euch guttut. Ansonsten ist es ratsam, sich an eine Apothekerin eures Vertrauens zu wenden und mit ihr über dieses Problem zu sprechen. Die meisten Kosmetikhersteller bieten heutzutage eine Vielzahl an unterschiedlichen Salben und Cremes an, die die Brustwarzen auf natürliche Weise schützen und die empfindlichen Hautstellen regenerieren.

Wann ist der beste Zeitpunkt für das erste Stillen?

Der beste Zeitpunkt für das erste Stillen ist in den ersten 30 bis 60 Minute sofort nach der Geburt, da in diesem Zeitraum durch den Geburtsstress das Baby besonders wach ist und der Saugreflex außerordentlich stark ausgeprägt ist. Durch ein möglichst frühes Stillen wird die Milchproduktion gefördert und der sogenannte Milcheinschuss wird positiv beeinträchtigt.

Der Saugreiz sorgt zudem dafür, dass die Hormone Prolaktin und Oxytocin ausgeschüttet werden. Diesen Hormonen kommen einige wichtige Rollen zu. So ist Oxytocin für den Milchfluss zuständig, während Prolaktin für den Milchnachschub sorgt. Dadurch entsteht ein interessanter Effekt, denn je mehr das Baby an der Brust saugt, umso mehr Milch fließt.

Warum ist Muttermilch so gesund für das Baby?

Muttermilch ist ideal an die Anforderungen und Bedürfnisse des Babys ausgerichtet. Das interessante an Muttermilch ist, dass sie sich in der Zusammensetzung mit dem Wachstum des Kindes verändert. Muttermilch enthält neben einer Reihe unterschiedlicher lebenswichtiger Nährstoffe auch zahlreiche Enzyme, die dem unbeholfenen Verdauungssystem des Babys äußerst guttun.

Darüber hinaus ist Muttermilch mit effizienten Abwehrstoffen versehen, die das Baby vor Infekten und Krankheiten schützen. In den ersten zwei bis sechs Tagen produziert die mütterliche Brust die sogenannte Vormilch (Kolostrum), die besonders mit vielen Abwehrkräften und leicht verdaulichen Eiweißstoffen angereichert ist und den ersten Stuhlgang erleichtert.

Kann man nach einem Kaiserschnitt stillen?

Ein Kaiserschnitt sollte in der Regel kein Stillhindernis darstellen. Dank der modernen Medizin werden heute Narkoseverfahren angewandt, die eine Entbindung bei vollem Bewusstsein der Mutter ermöglichen. Somit kann sofort nach Abklingen der Narkose mit dem Stillen begonnen werden.

Wie oft sollte das Baby gestillt werden?

Das Baby sollte gestillt werden, so oft der Bedarf dafür besteht. Noch bis vor einigen Jahrzehnten wurde das „Stillen nach Bedarf“ als Verwöhnung des Babys angesehen. Experten und Ärzte rieten dazu, das Neugeborene nur etwa alle vier Stunden zu stillen. Heutzutage gilt diese Sichtweise als veraltet. Ein Baby sollte anfangs alle zwei bis drei Stunden angelegt werden. Es ist jedoch zu beachten, dass sich jedes Baby unterschiedlich verhält und es werden in der Regel einige Wochen vergehen müssen, bis sich der Appetit und Milchbedarf des Säuglings stabilisiert hat. Nach diesem Zeitraum wird euch auch das Stillen leichter fallen, so dass die Spannungen in der Brust wesentlich nachlassen werden.

Können Krankheiten durch die Muttermilch auf das Baby übertragen werden?

Bei Krankheiten wie z. B. Aids, Tuberkulose, Drogensucht und Krebserkrankungen sollte auf keinen Fall gestillt werden. Ganz anders sieht es bei Infektionskrankheiten aus wie z. B. Grippe. In diesen Fällen stellt Muttermilch den besten Schutz dar, denn die Antikörper werden durch die Muttermilch an das Baby übertragen.

Wie lange dauert eine Stillmahlzeit?

Wie lange eine Stillmahlzeit dauern sollte, lässt sich pauschal nur schwer beantworten und hängt in der Regel von den individuellen Bedürfnissen des Babys ab. Das Baby stillt an der Brust nicht nur den Appetit, sondern auch den Bedarf an Wärme und Geborgenheit. Viele Säuglinge reagieren äußerst empfindlich auf äußere Störungen und Geräusche. Aus diesem Grund solltet ihr euch zum Stillen an einen ruhigen Ort zurückziehen und euch ruhig so viel Zeit lassen wie nötig.

Warum weint das Baby an der Brust?

Babys lieben es, wenn sie ungestört an der Brust saugen dürfen. Wenn sie jedoch schon ihren Hunger gestillt haben, stört sie die herausfließende Milch, weswegen die meisten Säuglinge aus Protest zu weinen beginnen. Um euer Baby zu beruhigen, könnt ihr den Säugling an die leere Brust legen oder es mit anderen Tätigkeiten ablenken. Babys werden auch bei Trinkkrämpfen schnell hysterisch oder schlagen gegen die Brust. In diesem Fall hilft eine sanfte Massage oder ein Schnuller, um den Säugling abzulenken und zu beruhigen.

Kann ich mit Flasche zufüttern?

Zufüttern mit Flaschenmilch ist problematisch, da es eine der häufigsten Ursachen für Stillprobleme darstellt. Durch das Saugen wird die Milchproduktion der Mutter angeregt. Wenn das Baby nicht ausreichend gestillt wird, dann wird die Milchbildung mit der Zeit zurückgehen. Damit ihr für eure Babys ausreichend Milch produziert, solltet ihr eure Säuglinge mindestens 6 bis 8 Mal täglich stillen.

Es kommt immer wieder vor, dass junge Mütter durch ihre eigenen Mütter verunsichert wurden. Früher war es nämlich üblich, dass das Baby nach jedem Stillen gewogen wurde. Wenn der Säugling nicht genügend zugenommen hatte, wurde mit der Flasche nachgefüttert.

Fazit Stilltipps

Stillen ist etwas ganz Natürliches und stellt zudem einen äußerst wichtigen Faktor für die Gesundheit und die Entwicklung des Neugeborenes dar. Es wurde schon in zahlreichen Studien wissenschaftlich bewiesen, dass gestillte Kinder seltener krank sind und die Krankheitsdauer weniger lange beträgt als bei Kindern, die mit Flaschennahrung ernährt wurden.

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