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Brustkrebs & Stillen – Schutz und Möglichkeiten

Nadine Scheiner
07 Jan 2022
5 min.
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Die Vorbeugung von Brustkrebs beginnt ohne Frage mit einem gesunden Lebensstil und guten Gewohnheiten. Es gibt jedoch auch Möglichkeiten der Krebs-Prävention, die vielen Menschen gar nicht bekannt sind.

Denn nicht nur nicht Rauchen und körperliche Aktivität minimieren das Krebsrisiko, aber das Gute ist. Es gibt gute Nachrichten! Es ist möglich, dass das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken auf ganz natürliche Weise zu minimieren. Eine Ende 2018 veröffentlichte Studie von Doktor Emilio González-Jiménez von der Universität Granada, Spanien zeigt, dass Stillen das Brustkrebsrisiko verringert.

Die Studie ergab, dass „das Stillen über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten zu einer statistisch signifikanten Verringerung des Risikos für Brustkrebs, den häufigsten gynäkologischen Tumor bei jungen Frauen, führt.“

Ob diese Risikominderung auch für Frauen mit einer großen Anfälligkeit für Brustkrebs gilt, muss noch eingehend untersucht werden. Vorerst fordert der Experte medizinisches Fachpersonal und Hebammen auf, längeres Stillen zu fördern, damit Mütter von diesem Vorteil profitieren können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Junge Mütter können pro sechs Monate Stillzeit, das Brustkrebs-Risiko um 2 % senken.
  • Stillen ist für die Mama und Baby wichtig und schützt beide vor Erkrankungen.
  • In bestimmten Fällen kann eine Mama ihr Baby auch nach einer Brustkrebs Erkrankung stillen.
Brustkrebs und Stillen
onstockphoto via Shutterstock

Gibt es weitere Belege für den spanischen Bericht?

Das American Institute for Cancer Research (AICR) analysierte 18 Studien, von denen ebenfalls 13 belegten, dass das Brustkrebsrisiko verringert wird, wenn Mütter ihre Babys stillen. Der Bericht des AICR aktualisiert die globale Wissenschaft zu Brustkrebs und ergab auch, dass gestillte Babys mit zunehmendem Alter seltener an Übergewicht leiden, was ihr Krebsrisiko im späteren Leben senken könnte.

Nicht alle Mütter können ihre Babys selbst stillen, aber jene Mütter, die es können, sollten es auch tun, um sich selbst und ihr Kind vor Krebs du anderen Krankheiten zu schützen. Stillen schützt auf verschiedene Weise.

Stillen verzögert in der Regel die Rückkehr der Menstruation und verändert zudem die Reaktion und den Einfluss des Körpers gegenüber Hormonen wie Östrogen. Die Reaktion auf Östrogen kann  das Krebsrisiko beispielsweise sehr stark beeinflussen.

Darüber hinaus könnte der Verlust von Brustgewebe nach dem Stillen helfen, Zellen mit beschädigter oder veränderter DNA loszuwerden. Dem Bericht ist zudem zu entnehmen, dass das Brustkrebsrisiko auch durch den Verzicht auf Alkohol und körperliche Aktivität verringert wird.

Mama`s sollten beim Stillen unterstützt werden

Laut der Experten des Instituts sollten frisch gebackene Mütter daher unbedingt dabei unterstützt werden, über einen möglichst langen Zeitraum zu stillen. Dies bedeutet für euch, dass ihr bei Problemen oder Beschwerden beim Stillen am besten mit eurer Hebamme oder eurem Arzt sprecht.

Auch für euer Baby ist Stillen besonders wichtig, denn es bietet eurem Baby nicht nur wichtige Nährstoffe, sondern stärkt auch das Immunsystem und schützt euer Baby vor Krankheiten. Die AICR empfiehlt jungen Müttern, bis zu sechs Monate ausschließlich zu stillen und dann die Ernährung eures Babys andere Flüssigkeiten und Nahrungsmittel hinzuzufügen.

Wie beugt Muttermilch Brustkrebs vor?

In der Muttermilch ist ein Proteinbestandteil enthalten, der Tumorzellen offensichtlich direkt bekämpft und so sofort gegen anormale Zellen vorgeht. Bei diesem Bestandteil handelt es sich um das sogenannte Lactalbumin, dieser Bestandteil der Milchproteine ist für die ordentliche Funktion und Stärke der Brust und des Gewebes verantwortlich, um das Babys korrekt versorgen zu können.

Es gibt mehrere Gründe, warum Stillen die Gesundheit der Frauen und ihrer Brüste schützt, dazu gehören:

  • Die ständige Milchproduktion schränkt die Fähigkeit der Brustzellen ein, abnormal zu wirken.
  • Die meisten Frauen haben während der Stillzeit weniger Menstruationszyklen (zuzüglich zu den 9 Monaten ohne Menstruation während der Schwangerschaft), was zu einem niedrigeren Östrogenspiegel führt.
  • Die meisten Frauen neigen dazu, während der Stillzeit nährstoffreichere Lebensmittel zu sich zu nehmen und einen gesünderen Lebensstil anzunehmen (z. B. Alkohol- und Tabakkonsum einzuschränken).

Darüber hinaus bietet das Stillen über den Schutz der Brustgesundheit hinaus wichtige Vorteile für das Baby und unterstützt den Bindungsprozess.

Können Frauen während des Stillens Krebs bekommen?

Auch wenn entstehende Krebszellen sofort bekämpft werden kann sich Brustkrebs oder anderer Krebs auch während des Stillens bilden, jedoch ist das Risiko an Brustkrebs zu erkranken durchaus geringer als bei Müttern die ihr Baby nicht Stillen.

Brustkrebs & Stillen
Photo Volcano via Shutterstock

Können Mamas mit Brustkrebs Stillen?

Obwohl das Stillen immer wichtiger wird, lohnt es sich nicht, das Leben der Mutter zu gefährden. In diesem Fall gibt es Alternativen, um euer Baby mit den wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Leidet ihr unter Brustkrebs und möchtet trotzdem Stillen, sprecht mit eurem Arzt über die Möglichkeiten und eine passende Behandlung.

In vielen Fällen gibt es außer einer möglichen Operation (Mastektomie oder Biopsie) keine anderen Behandlungen, die ein Weiterstillen ermöglichen. Einige Ärzte schlagen vor, das Stillen vor einer Operation abzubrechen, um Infektionen zu vermeiden, die Durchblutung und Entzündungen der Brüste zu vermeiden.

Können Mütter nach einer Operation stillen?

Dies hängt stark von der Krebserkrankung ab, da berücksichtigt werden muss, welcher Teil der Brust von Krebs befallen ist. Euer Arzt ist dafür verantwortlich, festzustellen, ob die Brust Milch produzieren könnte und wann die Masse entfernt werden sollte.

Obwohl es offizielle und allgemeine Richtlinien gibt, die auf Basis neuster Studien basieren, ist zu empfehlen, mit eurem Mediziner über die Möglichkeiten zu sprechen, um auf die Besonderheiten eures Falls einzugehen.

Fazit: Brustkrebs und Stillen, wann ist das möglich

Frauen, die keine Brustkrebserkrankung (Mammakarzinom) haben, sollten, wenn es ihnen möglich ist, ihr Kind direkt nach der Schwangerschaft stillen und dies so lange wie möglich beibehalten. Sowohl für die Frau als auch das gestillte Kind können die Risikofaktoren irgendwann an Krebs zu erkranken minimiert werden.

Kinder, die als Säugling gestillt wurden, leiden auch im Alter nachweislich seltener unter Übergewicht und haben ein stärkeres Immunsystem. Die in der Milch enthaltenen Bestandteile verhindern anormale Veränderungen im Körper von Säugling und Mutter.

Frauen, bei denen sich während der Schwangerschaft oder nach der Geburt ein Mammakarzinom gebildet hat, sollten unbedingt mit ihrem Arzt sprechen, um eine mögliche Therapie zu erarbeiten. Wenn möglich sollte auf Chemotherapien und Bestrahlung verzichtet werden, denn dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Frau, sondern kann auch das Stillen des Säuglings verhindern.

Brustkrebs kann sehr gefährlich werden, daher empfehlen wir euch unbedingt einen Arzt aufzusuchen, wenn ihr einen Knoten in eurer Brust bemerkt. Auch, wenn ihr unbedingt euer Baby Stillen möchtet stellt dies nicht über eure Gesundheit. Sucht auf jeden Fall euren Arzt auf, um eine Untersuchung und Diagnose zu erhalten und wenn nötig eine Therapie zu beginnen.

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