Hoch

Milch abpumpen – So funktioniert es richtig

Nadine Scheiner
21 Jun 2022
8 Min.
Mögen 0
Nicht mögen 0

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Mütter ihre Muttermilch abpumpen möchten oder sogar müssen, doch längst wissen nicht alle Frauen wie Abpumpen richtig funktioniert. Das richtige Abpumpen der Muttermilch ist aber wichtig, denn pumpt eine Mutter die Milch falsch ab, kann dies nicht nur zu blauen Flecken oder Schmerzen beim Säugen führen, sondern auch zu einer Mastitis führen, die hohes Fieber, starke Schmerzen und schlimme Infektionen verursachen kann.

Doch keine Sorge, mit der richtigen Technik, ein paar Tipps und möglichen Hilfsmitteln ist das Abpumpen der Muttermilch gar nicht mehr so schwer. In unserem Artikel verraten wir euch, welche Hilfsmittel es gibt, welche Techniken die meisten Frauen verwenden und warum Milch abpumpen in manchen Fällen unerlässlich ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die abgepumpte Muttermilch kann sich unterschiedlich verfärben, dies ist völlig normal!
  • Abgepumpte Muttermilch kann eingefroren bis zu sechs Monate aufbewahrt werden.
  • Muttermilch sollte nach dem Aufbewahren unter keinen Umständen zu stark erhitzt werden.

Warum pumpen immer mehr junge Mütter ihre Milch ab?

Muttermilch abpumpen ist längst nicht mehr nur noch Sache von Frauen, deren Babys zu wenig säugen oder die zu viel Milch produzieren. Im 21. Jahrhundert pumpen insbesondere junge Mütter immer häufiger ihre Muttermilch ab, um diese zur späteren Verwendung aufzubewahren.

Ob aus beruflichen Gründen oder der Aufteilung der Elternzeit, mit dem Vater des Babys Muttermilch abpumpen gehört für viele Frauen zum Alltag. Der Vorteil von abgepumpter Muttermilch gegenüber künstlicher Muttermilch, sie ist viel reichhaltiger und verliert auch beim Einfrieren keine Nährstoffe.

Es ist somit auch möglich, die Muttermilch Tage oder Monate später aufzutauen und dem Säugling aufgewärmt (nicht gekocht!) zu reichen. Nützlich ist dies zum Beispiel dann, wenn die Mutter auf Geschäftsreise ist und der Vater mit dem Baby oder Kind alleine bleibt.

Weitere Gründe warum Frauen ihre Muttermilch abpumpen

Berufliche Gründe stellen jedoch nicht die einzige Ursache für das Abpumpen der Muttermilch dar. Es gibt Frauen, die ihre Milch aus gesundheitlichen Gründen abpumpen müssen, denn zu viel Milch in der Brust kann zu Druck und Schmerzen führen und zudem Reizungen verursachen

Aus den Reizungen der Milchkanäle und Milchdrüsen können schnell Entzündungen werden, die schmerzhaft sind und zudem die Muttermilch ungenießbar für das Baby machen, wenn die Mutter aufgrund der Milchdrüsenentzündung Fieber bekommt.

Des Weiteren können sich bei zu viel Milch in der Brust Schwellungen und Knoten bilden, die ebenfalls schmerzhaft und unangenehm sind und ebenfalls eine Mastitis verursachen können. Es wird daher jeder Mutter geraten, ihren Arzt oder ihre Hebamme, um Rat zu fragen, wenn sie unsicher ist, ob ein Abpumpen nötig ist. Wollt ihr mit eurem Arzt über das Abpumpen eurer Muttermilch sprechen stellt ihm zum Beispiel folgende Fragen:

  • Ab wann kann ich nach der Geburt mit dem Abpumpen von Muttermilch beginnen?
  • Wie lange kann ich Muttermilch abpumpen und aufbewahren?
  • Welche Art von Fläschchen sollte ich verwenden, um Muttermilch aufzubewahren?
  • Was soll ich tun, wenn mein Baby das Fläschchen dem Stillen vorzieht?
  • Was passiert, wenn ich meinem Baby aus Versehen verdorbene Muttermilch gebe?
  • Können die Medikamente oder Medikamente, die ich einnehme, in meine Muttermilch übergehen?
  • Wie kann Muttermilch abgepumpt werden?

Das solltet ihr über abgepumpte Muttermilch wissen

Es gibt einige Aspekte, die ihr kennen solltet, da es sonst zu Verwirrung und Unsicherheit kommen kann. Es ist zum Beispiel normal, dass die Farbe der aufbewahrten Muttermilch variiert. Sie kann bläulich, gelblich oder bräunlich sein.

Es ist außerdem normal, dass sich die Muttermilch absetzt. Der fettige Teil der Milch befindet sich dann oben. Schüttelt die verschlossene Flasche oder Tüte und das Fett sollte sich wieder mit der Milch vermischen. Wenn nicht, kann die Muttermilch schlecht sein.

Am besten riecht ihr an der Milch bevor ihr sie eurem Baby gebt. Schlechte Milch riecht sauer. Wenn ihr euch immer noch nicht sicher seid, probiert die Milch. Schmeckt sie sauer, ist sie verdorben und sollte weggeworfen werden.

Wenn ihr die Muttermilch in der Tiefkühltruhe einfrieren möchtet, müsst ihr sie natürlich auftauen, bevor ihr sie eurem Baby gebt. Es gibt zwei Möglichkeiten die Milch wieder aufzutauen.

Entweder stellt ihr den Behälter oder die Flasche mit der eingefrorenen Muttermilch in warmes Wasser und bewegt den Behälter gelegentlich bis die Milch aufgetaut ist. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, die Muttermilch am Tag vor der Verwendung in den Kühlschrank zu stellen und dort auftauen zu lassen.

Aufgetaute Muttermilch kann bis zu 24 Stunden gekühlt aufbewahrt werden, sollte aber nicht wieder eingefroren werden. Verwendet zum Auftauen der Muttermilch kein heißes Wasser. Die Muttermilch könnte zu heiß werden und euer Baby könnte sich den Mund verbrennen.

Am besten gebt ihr etwas erwärmte Milch auf den Rücken eurer Hand zwischen Daumen und Zeigefinger dort wo die Haut am dünsten ist. An dieser Stelle fühlt ihr wenn die Milch zu heiß ist.

Vom Auftauen in der Mikrowelle wird abgeraten, da wichtige Proteine ​​in der Muttermilch beschädigt oder sogar ganz zerstört werden könnten.

Wie Muttermilch abpumpen?

Ihr könnt eure Muttermilch manuell oder maschinell abpumpen, für welche Variante ihr euch entscheidet ist zum einen von eurer bevorzugten Art abhängig und zum anderen davon wie es euch möglich ist eure Milch abzupumpen.

Das manuelle Abpumpen

Es ist eine weltweit angewandte Technik, die es Frauen ermöglicht, sich mit ihrer Brust vertraut zu machen und die Angst vor dem Abpumpen zu verlieren. Um das manuelle Abpumpen durchzuführen, ist es lediglich notwendig, die Technik zu erlernen.

Diese Art des Abpumpens ist ideal für die ersten Tage nach der Geburt, da die produzierten Kolostrum-Mengen sehr gering sind und somit in einem Löffel gesammelt und dem Kind angeboten werden können. Nicht viele Frauen erreichen große Mengen ohne elektrische Pumpe, dennoch bevorzugen viele diese Methode des Milchpumpens.

Mechanisches Abpumpen

Der Erfolg dieses Verfahrens hängt hauptsächlich von der Wahl einer guten Milchpumpe und der „Zusammenarbeit“ ab, die mit der Handpumpe erzielt wird, da der Lärm und die Situation manche Mütter einschüchtern. Bei der Auswahl einer Milchpumpe solltet ihr Folgendes berücksichtigen:

  • Die Effizienz
  • Eine einfache Handhabung
  • Möglichst geringe bis gar keine Verletzungsgefahr der Brust
  • Ein leichter Betrieb
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Eine gute Milchpumpe muss in der Lage sein, die Brust zu entleeren und die Milchproduktion anzuregen. Die Pumpe muss zudem sauber und frei von schädlichen Materialien sein und zudem einfach zu bedienen und zu reinigen sein.

Achtet unbedingt auf eine gründliche Reinigung der Milchpumpe nach der Anwendung, denn das Risiko, dass die Milch schlecht oder unrein wird ist bei Milchpumpen ohnehin größer. Eine sorgfältige Reinigung nach jedem Gebrauch minimiert dieses Risiko.

Es ist auch wichtig, dass die Auffangflasche zum Füttern des Babys oder zum Aufbewahren der Milch verwendet werden kann. Mit dieser Möglichkeit minimiert ihr das Risiko von Verunreinigungen ebenfalls auf ein Minimum, da die abgepumpte Milch nicht von Behälter zu Behälter weitergereicht wird.

Es gibt zwei Arten von Milchpumpen: elektrische (einige können auch mit Batterien betrieben werden) und manuelle Milchpumpen.

Wie Muttermilch transportieren und aufbewahren?

Pumpt ihr die Milch nicht nur zu Hause, sondern zum Beispiel auch auf der Arbeit abgibt es kleine Kühlboxen, in denen ein Fach für die Milchpumpe integriert ist. Natürlich erfüllt jeder normale Kühlschrank die gleiche Funktion, sodass ihr die abgepumpte Milch in einer geeigneten Flasche problemlos auch auf der Arbeit im Kühlschrank aufbewahren könnt.

Wollt ihr die Muttermilch transportieren ist wie bereits erwähnt eine geeignete Kühlbox oder Kühltasche die beste Wahl. Ihr könnt am Morgen beispielsweise Kühlakkus mit in die Kühlbox legen, sodass die abgepumpte Muttermilch, solange wie möglich frisch bleibt.

Wollt ihr euer Baby regelmäßig im Kinderzimmer füttern, bietet es sich gegebenenfalls an auch dort eine Kühlbox aufzustellen, in der die abgepumpte Milch problemlos aufbewahrt werden kann. Ist es nicht sehr heiß im Außenbereich, kann die Muttermilch normalerweise problemlos einige Stunden aufbewahrt werden. Je gekühlter sie ist und je weniger Temperaturschwankungen die Milch erfährt, desto besser ist es.

Die Haltbarkeit von Muttermilch ist je nach Lagerung unterschiedlich:

  • Bei Raumtemperatur (weniger als 25 °C) bleibt die Muttermilch bis zu 6 Stunden frisch
  • In einer Kühlbox mit Eisbeuteln hält die abgepumpte Muttermilch bis zu 24 Stunden
  • Im Kühlschrank kann Muttermilch zwischen 3 und 8 Tage aufbewahrt werden
  • Im Gefrierschrank hält abgepumpte Muttermilch bis zu 6 Monate

Resümee: Milch abpumpen, ja oder nein?

Die eigene Muttermilch abzupumpen gehrt heute für viele Frauen zum Muttersein dazu. Egal aus welchen Gründen es kann die optimale Versorgung eures Kindes erleichtert und dauert in der Rege nur ein paar Minuten.

Zudem schont ihr mit dem Abpumpen oft auch eure Brustwarzen, da diese beim Stillen des Babys häufig stärker beansprucht werden. In jedem Fall ist eine gute Pflege der Brustwarze zu empfehlen, ihr findet einen passenden Artikel in unserem Magazin.

Mit dem Abpumpen der Milch könnt ihr einen Vorrat für euer Kind anlegen, sodass ihr jederzeit die Möglichkeit habt eine Mahlzeit zu erwärmen und nicht unter Zeitdruck steht, wenn die Milchproduktion gerade nicht die Beste ist.

Sollte es nicht gleich mit dem Abpumpen funktionieren macht euch keine Sorgen, mit etwas Übung gelingt euch das Milch abpumpen, auch ohne elektrische Milchpumpe im Handumdrehen.

 

Teilen:

Kommentar schreiben

Teilen: