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Die 20. Schwangerschaftswoche – in der 20. SSW arbeitet es im Gehirn

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 27.03.2026 Lesezeit 11 Min.
Die 20. Schwangerschaftswoche – in der 20. SSW arbeitet es im Gehirn

Auf einen Blick

  • Dein Baby ist jetzt etwa 25 cm groß und wiegt rund 300 Gramm – Halbzeit!
  • Im Gehirn entstehen pro Minute 200.000 neue Gehirnzellen
  • Jetzt steht die große Feindiagnostik mit dem zweiten Ultraschall an

Halbzeit! In der 20. SSW hast du die Hälfte deiner Schwangerschaft geschafft. Vermutlich spürst du dein Baby jetzt deutlich und genießt diese besonderen Momente. Gleichzeitig arbeitet dein Körper auf Hochtouren – kein Wunder, wenn du manchmal müde oder kurzatmig bist. Jetzt steht auch die große Vorsorgeuntersuchung mit Feindiagnostik an, bei der du dein Baby vielleicht seit Wochen zum ersten Mal wieder siehst.

👶 Was dein Baby jetzt macht

Bei der Ultraschalluntersuchung wirst du wahrscheinlich überrascht sein, wie viel sich getan hat. Gemessen wird nun übrigens nicht mehr vom Scheitel bis zum Steiß, sondern von Kopf bis zum Fuß. Dein Baby hat eine Größe von rund 25 cm erreicht und wiegt etwa 300 Gramm.

Die Sinne entwickeln sich rasant

Es wird weiter fleißig an der Entwicklung der Sinne gearbeitet. Gerade bei den Augen hat sich viel getan. Noch immer sind sie geschlossen und durch die Lider gut geschützt. Wenn nun durch die Lider ein helles Licht leuchtet, reagiert dein Baby darauf jedoch direkt. Auch das Gehör und der Tastsinn werden weiter verfeinert. Zudem nimmt dein Baby immer mehr den Geschmack des Fruchtwassers wahr. Aber keine Sorge, nur weil du Heißhunger auf Schokolade hast, muss das nicht bedeuten, dass dein Kind später auch nur zu Süßem greift.

Muskeltraining in der Gebärmutter

Auch wenn dein Baby nun schon eine stattliche Größe erreicht hat, hat es in der Gebärmutter noch immer recht viel Platz. Es kann sich nach wie vor gut bewegen und trainiert so seine Muskeln. Die Arme und Beine werden bewegt und stoßen an die Gebärmutterwand. Da die Kraft zunimmt, sind die Stöße jetzt vielleicht sogar schon zu spüren, wenn du die Hand auf den Bauch legst. Noch ist so viel Platz, dass sich dein Baby in alle Richtungen drehen kann. Es gibt Babys, die schon in der 20. Schwangerschaftswoche die Geburtsposition einnehmen. Das ist aber eher die Ausnahme.

Gut zu wissen: Dein Baby greift jetzt sehr gerne nach der Nabelschnur und spielt damit eine Runde. Wird es müde, nuckelt es an seinen Fingern.

Turbo im Gehirn

Richtig viel los ist gerade im Gehirn deines Babys. In den letzten Schwangerschaftswochen haben sich hier bereits viele Gehirnzellen gebildet. Doch jetzt wird der Turbo angeworfen. Innerhalb einer Minute entstehen zahlreiche neue Gehirnzellen. 200.000 Stück sind es pro Minute. Die Gehirnentwicklung sorgt auch dafür, dass dein Baby immer mehr Interesse an seiner Umgebung zeigt.

Der Verdauungstrakt übt fleißig

Die Plazenta leistet jeden Tag sehr viel für die Versorgung deines Babys und ist unter anderem auch mit zuständig, dass das Fruchtwasser zunimmt. Das Fruchtwasser umgibt dein Baby nicht nur schützend. Es sorgt auch dafür, dass der Verdauungstrakt lernt, wie er arbeiten muss. Es wird durch die Bewegungen des Mundes aufgenommen und durch die Nieren und den Darm geleitet.

🏥 Die Feindiagnostik – was jetzt untersucht wird

Spätestens jetzt dürfte bei dir die nächste große Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen anstehen, zu der auch der zweite Ultraschall gehört. Es wird vom Zweittrimester-Screening gesprochen. Hier erfolgt oft auch schon die Feindiagnostik. Diese kann dein Frauenarzt oder eine Ärztin aber nur mit den richtigen Geräten durchführen. Es kann daher sein, dass du auch nur eine Überweisung erhältst und die Feindiagnostik noch einmal separat durchgeführt wird.

Gut zu wissen: Bei der Feindiagnostik prüft der Gynäkologe noch einmal ganz genau, ob mögliche Fehlbildungen vorliegen. Er wirft einen Blick auf das Herz und kontrolliert die Versorgung über die Nabelschnur. Alle Organe werden genau untersucht. Nicht selten gibt es bei diesem Ultraschall besonders beeindruckende Ultraschallbilder.

Die Feindiagnostik war für mich beide Male ein sehr emotionaler Moment. Endlich konnte ich mein Baby nach Wochen wieder sehen – und diesmal so detailliert wie nie zuvor.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

🌸 Was sich in deinem Körper verändert

Die Gedanken machen eine Party und du hast jede Nacht wilde Träume? Große Veränderungen stehen dir bevor und es ist verständlich, dass diese dich beschäftigen. Auch die Hormone haben hier ihren Anteil.

Kurzatmigkeit und Rückenschmerzen

Es kann gut sein, dass du in der 20. Schwangerschaftswoche eine Kurzatmigkeit bemerkst. Deine Gebärmutter wird jede Woche größer. Sie wächst um ungefähr einen Zentimeter und braucht daher auch viel Platz. Diesen Platz macht sie sich und das kann sich natürlich auf deine Atmung auswirken. Immerhin werden deine Organe nach oben gedrückt und das Zwerchfell eingeschränkt.

Tipp: Nimm lieber mehrere kleine Mahlzeiten zu dir statt wenige große. Wird der Magen stark gefüllt, verstärkt sich meist das Problem mit der Atmung noch einmal zusätzlich.

Möglicherweise zeigen sich auch wieder vermehrt Rückenschmerzen oder ein Ziehen im Bauch. Vergiss nicht, dass deine Mutterbänder hart arbeiten. Es gibt die Möglichkeit, eine Schwangerschaftsmassage bei einem Experten durchführen zu lassen. Das kann den Rücken entlasten.

Übungswehen – dein Körper bereitet sich vor

Vermutlich spürst du ab und an Kontraktionen. Die Übungswehen haben den Namen Braxton-Hicks-Kontraktionen und sorgen dafür, dass der Bauch sich in unregelmäßigen Abständen verhärtet. Grundsätzlich ist das nicht schlimm. Tatsächlich ist es sogar gut, denn deine Gebärmutter bereitet sich auf die Geburt vor.

Achtung: Wenn Kontraktionen jedoch zu stark werden, solltest du dies immer von der Hebamme oder auch vom Arzt kontrollieren lassen.

Der wachsende Bauch verändert deine Haltung

Der Bauch drückt nach vorne? Die zunehmende Menge an Fruchtwasser sowie das Gewicht des Babys wirken sich auf deine Haltung aus. Vielleicht legst du jetzt immer häufiger unbewusst die Hände in den Rücken und stützt den Bauch so etwas. Es kann helfen, beim Gynäkologen nach einem Bauchband zur Entlastung zu fragen. Solltest du Schmerzen im Schambereich verspüren, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass die Symphyse im Becken sehr stark belastet wird. Gönne dir daher ausreichend Ruhe.

Achtung: Bei sehr starkem Druck nach unten oder auch auftretenden Blutungen solltest du immer zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen. Es kann sein, dass das Baby schon auf den Gebärmutterhals drückt und dieser sich verkürzt. Eine Cerclage kann dabei helfen, den Gebärmutterhals zu stärken. Zudem ist hochdosiertes Magnesium oft eine große Hilfe zur Entspannung der Muskeln in der Gebärmutter.

💪 Darauf solltest du jetzt achten

Infektionen frühzeitig erkennen

Der Gebärmutterhals sowie der Pfropfen an der Gebärmutter schützen dein Baby. Wenn Keime in den Bereich eindringen oder es zu Infektionen kommt, kann sich dies auf die Stabilität auswirken. Eine Blasenentzündung oder eine Übertragung von Keimen durch Geschlechtsverkehr können zudem für ein Brennen im Unterleib sorgen. Auch dann, wenn gerade keine Vorsorgeuntersuchung ansteht, solltest du das kontrollieren lassen. Über eine Urinkontrolle können Gynäkologe oder Hebamme bereits sehr gut sehen, ob sich im Urin eine erhöhte Menge an Eiweiß befindet oder sich hier Bakterien nachweisen lassen.

Wenn eine Infektion vorliegt, kann diese normalerweise gut mit Medikamenten in den Griff bekommen werden. Zudem wird bei den Untersuchungen dein Blutdruck kontrolliert. Auch wenn Anzeichen für eine mögliche Schwangerschaftsvergiftung, auch als Präeklampsie bekannt, meist erst im dritten Trimester auftreten, wird der Blutdruck regelmäßig kontrolliert.

Vorsorgeuntersuchungen im Rhythmus

Normalerweise finden Untersuchungen in einem Abstand von vier Wochen statt. Bei einer Mehrlingsschwangerschaft oder auch einer Risikoschwangerschaft kann es sein, dass du alle zwei Wochen zur Kontrolle bestellt wirst.

Tipp: Hör auf deinen Körper. Dieser sagt dir sehr genau, wann er Ruhe benötigt und wann Bewegung helfen kann. Damit die Venen gut durchblutet werden, solltest du regelmäßig Spaziergänge machen. Wenn du dich gut genug fühlst, ist auch Sport unbedingt zu empfehlen. Beim Schwimmen wird dein Körper vom Gewicht her entlastet und die Muskeln können sich entspannen. Auch Yoga oder Pilates sorgen für entspannte Muskeln.

Ernährung nach Gefühl

Hast du verstärkten Appetit auf Obst oder Gemüse? Merkst du einen großen Durst? Oder soll es doch eher Schokolade sein? So lange du auf eine ausgewogene Ernährung achtest, ist es auch kein Problem, häufiger zu Süßem oder Salzigem zu greifen.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß ist mein Baby in der 20. SSW?

Dein Baby ist jetzt etwa 25 cm groß (von Kopf bis Fuß gemessen) und wiegt rund 300 Gramm. Ab jetzt wird nicht mehr vom Scheitel bis zum Steiß gemessen, sondern die komplette Körperlänge erfasst.

Warum bin ich in der 20. SSW so kurzatmig?

Deine Gebärmutter wächst jede Woche um etwa einen Zentimeter und drückt deine Organe nach oben. Dadurch wird auch das Zwerchfell eingeschränkt. Kleine Mahlzeiten statt großer können helfen, die Kurzatmigkeit zu lindern.

Was wird bei der Feindiagnostik untersucht?

Bei der Feindiagnostik prüft der Gynäkologe sehr genau, ob mögliche Fehlbildungen vorliegen. Er untersucht das Herz, kontrolliert die Versorgung über die Nabelschnur und schaut sich alle Organe genau an. Diese Untersuchung erfordert spezielle Geräte und wird manchmal bei einem Spezialisten durchgeführt.

Sind Übungswehen in der 20. SSW normal?

Ja, die sogenannten Braxton-Hicks-Kontraktionen sind völlig normal. Dein Bauch verhärtet sich dabei in unregelmäßigen Abständen – deine Gebärmutter bereitet sich so auf die Geburt vor. Werden die Kontraktionen jedoch zu stark, lass das von deiner Hebamme oder deinem Arzt kontrollieren.

Wann sollte ich in der 20. SSW zum Arzt gehen?

Bei sehr starkem Druck nach unten, auftretenden Blutungen oder einem Brennen im Unterleib solltest du immer zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen. Auch wenn gerade keine reguläre Vorsorge ansteht – lieber einmal zu viel kontrollieren lassen als zu wenig.

Wie viele Gehirnzellen entwickelt mein Baby jetzt?

In der 20. SSW läuft die Gehirnentwicklung auf Hochtouren: Pro Minute entstehen etwa 200.000 neue Gehirnzellen! Dein Baby zeigt dadurch auch immer mehr Interesse an seiner Umgebung und spielt zum Beispiel gerne mit der Nabelschnur.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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