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Was ist Beckenbodentraining?

Beckenbodentraining umfasst gezielte Übungen zur Kräftigung der Beckenboden-Muskulatur – einer Muskelgruppe, die wie eine Hängematte den Bauchraum nach unten abschließt und Organe wie Blase, Gebärmutter und Darm stützt. Besonders für Mamas ist ein starker Beckenboden wichtig, denn Schwangerschaft und Geburt beanspruchen diese Muskulatur enorm.

In einem Beckenbodenkurs lernst du, die oft „unsichtbaren" Muskeln bewusst wahrzunehmen, anzuspannen und zu entspannen. Die Übungen reichen von sanften Anspannungs- und Entspannungsübungen bis hin zu funktionellen Bewegungen, die den Beckenboden im Alltag unterstützen. Viele Kurse kombinieren das Training mit Atem- und Haltungsübungen, da diese eng mit der Beckenbodenfunktion zusammenhängen.

Beckenbodentraining richtet sich vor allem an Frauen nach der Geburt, aber auch in der Schwangerschaft, in den Wechseljahren oder bei bestehenden Beckenbodenschwächen ist es sinnvoll. Auch präventiv kannst du deinen Beckenboden stärken, um späteren Problemen vorzubeugen.

Wann brauche ich Beckenbodentraining?

Der klassische Zeitpunkt für Beckenbodentraining ist die Rückbildungsphase nach der Geburt. Etwa sechs bis acht Wochen nach einer vaginalen Geburt oder zehn bis zwölf Wochen nach einem Kaiserschnitt kannst du mit einem Rückbildungskurs beginnen, der immer auch Beckenbodenübungen enthält.

Auch wenn du folgende Symptome bemerkst, ist Beckenbodentraining wichtig:

  • Unwillkürlicher Urinverlust beim Niesen, Husten, Lachen oder Sport (Belastungsinkontinenz)
  • Häufiger, plötzlicher Harndrang
  • Druckgefühl oder Senkungsgefühl im Unterleib
  • Rückenschmerzen im unteren Rücken
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Aber auch präventiv macht Beckenbodentraining Sinn – bereits in der Schwangerschaft oder auch später im Leben, um die Muskulatur fit zu halten. Frauen, die viel stehen, schwer heben oder intensiv Sport treiben, profitieren ebenfalls von einem starken Beckenboden.

Worauf solltest du bei der Auswahl achten?

Nicht jeder Beckenbodenkurs ist gleich. Diese Kriterien helfen dir bei der Auswahl:

Qualifikation der Kursleitung

Achte darauf, dass die Kursleiterin eine fundierte Ausbildung hat – idealerweise als Physiotherapeutin mit Zusatzqualifikation in Beckenbodentherapie oder als zertifizierte Rückbildungstrainerin. Hebammen mit entsprechender Fortbildung sind ebenfalls eine gute Wahl.

Gruppengröße und individuelle Betreuung

In kleineren Gruppen kann die Trainerin besser auf deine persönlichen Bedürfnisse eingehen und Übungen korrigieren. Frage nach der maximalen Teilnehmerzahl.

Kurskonzept und Inhalte

Ein guter Kurs vermittelt nicht nur Übungen, sondern auch Hintergrundwissen über Anatomie, Alltagstipps und die Verbindung zwischen Atmung, Haltung und Beckenboden. Prüfe, ob das Konzept zu deinen Bedürfnissen passt.

Kursformat: Präsenz oder online

Präsenzkurse bieten direktes Feedback und Gemeinschaft mit anderen Mamas. Online-Kurse punkten mit Flexibilität. Überlege, was besser in deinen Alltag passt.

Atmosphäre und Wohlfühlfaktor

Du solltest dich in der Gruppe wohlfühlen und Vertrauen zur Trainerin haben. Viele Anbieter ermöglichen eine Probestunde – nutze diese Möglichkeit.

Kosten und Krankenkasse

Die Kosten für Beckenbodentraining variieren je nach Anbieter, Format und Region. Rückbildungskurse, die Beckenbodentraining enthalten, werden von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel vollständig übernommen – meist bis zu zehn Stunden innerhalb des ersten Jahres nach der Geburt.

Für reine Beckenbodenkurse außerhalb der Rückbildung übernehmen manche Kassen die Kosten teilweise im Rahmen von Präventionskursen (§20 SGB V), wenn der Kurs zertifiziert ist. Informiere dich vorab bei deiner Krankenkasse über die genauen Konditionen und erforderlichen Nachweise.

Privatversicherte sollten ihre individuellen Vertragsbedingungen prüfen. Auch eine ärztliche Verordnung für Physiotherapie mit Beckenbodenschwerpunkt ist bei medizinischer Notwendigkeit möglich.