Die 38. Schwangerschaftswoche – in der 38. SSW bekommt die Lunge noch einen Feinschliff
Auf einen Blick
- Dein Baby wiegt jetzt etwa 2.950 Gramm und ist rund 49 cm groß – alle Organe sind ausgereift
- Die Lunge bildet nun wichtiges Kortison für die Entfaltung nach der Geburt
- Babys, die jetzt geboren werden, gelten nicht mehr als Frühchen – Überlebenschance liegt bei 100 %
Nur noch zwei bis drei Wochen bis zum errechneten Geburtstermin – die Ungeduld steigt mit jedem Tag! Während dein Baby die letzten Feinarbeiten erledigt und sich perfekt auf die Welt vorbereitet, macht sich bei dir wahrscheinlich der Nestbautrieb bemerkbar. Gleichzeitig kreisen deine Gedanken immer mehr um die bevorstehende Geburt. Willkommen im 10. Schwangerschaftsmonat!
👶 Was passiert bei deinem Baby in der 38. SSW
Dein Baby ist jetzt schon bestens auf die Welt vorbereitet – dennoch gibt es hier und da noch wichtige Feinarbeiten. Mit 37+0 startest du in diese Woche, und dein Kleines nimmt weiter kräftig zu und wächst fleißig.
Die Organe sind komplett einsatzbereit
Alle Organe deines Babys sind inzwischen vollkommen ausgereift und kennen ihre Aufgaben schon genau. Der Darm arbeitet sehr gut und verarbeitet das Fruchtwasser. Hier setzt sich nach wie vor Mekonium ab – das sogenannte Kindspech, das aus Zellen und Resten des Fruchtwassers besteht und nach der Geburt ausgeschieden wird. Auch Magen, Milz, Leber und Nieren sind voll funktionsfähig.
Das heißt: Wenn dein Baby jetzt geboren wird, ist es komplett lebensfähig. Durch die in den letzten Wochen angelegten Fettreserven ist es normalerweise auch in der Lage, seine Temperatur zu regulieren. Jedes Baby ist allerdings anders, daher kann es sein, dass dein Kleines noch ein wenig Starthilfe braucht, sollte es nun geboren werden.
Gut zu wissen: Der Kopf deines Babys hat inzwischen einen Durchmesser von rund 10 cm – genau so weit dehnt sich auch der Muttermund unter den Wehen. Perfekt aufeinander abgestimmt!
Die Lunge bekommt den letzten Feinschliff
Ein Organ, das in den letzten Monaten eine umfangreiche Entwicklung mitgemacht hat, ist die Lunge. Bei Bestrebungen zu einer Frühgeburt macht diese immer besonders Sorgen. Oft wird noch die Lungenreife gegeben. Diese ist in der 38. SSW aber nicht mehr notwendig.
Dennoch ist es gut, wenn dein Baby noch ein paar Tage im Bauch bleibt, denn nun beginnt die Lunge damit, langsam Kortison zu bilden. Nach der Geburt muss sich die Lunge entfalten, damit dein Baby gut atmen kann. Das Kortison ist hierbei ein wichtiger Helfer. Jeder Tag ist wertvoll.
Die Plazenta – ein Blick auf die Versorgungszentrale
Besonders wichtig ist der Blick auf die Plazenta. In den letzten Monaten hat sie dein Baby Tag für Tag versorgt und hier sehr harte Arbeit geleistet. Das geht nicht ganz spurlos an der Plazenta vorüber. Daher ist es wichtig, dass du die regelmäßige Vorsorge beim Gynäkologen in Anspruch nimmst.
Hier wird unter anderem geschaut, dass die Plazenta das Baby weiter gut versorgt. Bei einigen Frauen ist sie zu diesem Zeitpunkt schon sehr verkalkt. Daher wird über das CTG geschaut, ob das Baby gestresst ist oder ob sich andere Auffälligkeiten zeigen. Sollte dies der Fall sein, muss noch engmaschiger kontrolliert werden. Zudem wird geschaut, ob noch ausreichend Fruchtwasser vorhanden ist.
Tipp: Für dein Baby ist der Weg durch den Geburtskanal eine sehr anstrengende Reise und gleichzeitig ein wichtiger Schritt. Hier wird das Fruchtwasser aus den Lungen gepresst, dein Baby bekommt Antikörper mit auf den Weg und bereitet sich auf den Einstieg in die Welt vor.
🌸 Was passiert in deinem Körper in der 38. SSW
Zwei bis drei Wochen dauert es im Durchschnitt noch, bis du dein Baby im Arm hältst. Viele Babys kommen nicht zum errechneten Geburtstermin auf die Welt, dennoch ist es für werdende Eltern ein magisches Datum. Die Ungeduld steigt mit jedem Tag. Dein Körper bereitet sich mental und körperlich auf die Geburt vor.
Typische Schwangerschaftsbeschwerden jetzt
Dein Bauch wird auch jetzt noch immer größer. Es kann sein, dass die Haut stark spannt und juckt und sich auch jetzt noch Schwangerschaftsstreifen bilden. Du kannst den Bauch mit Öl einreiben und den Juckreiz auf diese Weise lindern.
Die Rückenschmerzen sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Bedenke, dass dein Körper eine hohe Last zu tragen hat und oft von selbst ins Hohlkreuz geht. Es ist wichtig, dass du dich bewusst auf deinen Körper konzentrierst und dich immer wieder gerade hinstellst. Auch Bewegung kann helfen, denn auf diese Weise werden die Muskeln gestärkt.
Möglicherweise stellst du auch fest, dass die Müdigkeit zunimmt. Dein Körper sammelt Kraft für die Geburt. Achte auf die Zeichen und gönne dir viel Ruhe und Schlaf.
Die letzten Wochen sind körperlich und emotional herausfordernd. Höre auf deinen Körper und nimm dir die Ruhe, die du brauchst – du leistest gerade Unglaubliches!
Gebärmutterhals und Muttermund – so geburtsbereit bist du
Bei den Vorsorgeuntersuchungen durch die Hebamme oder den Frauenarzt wird nun genau geschaut, wie geburtsbereit dein Körper ist. Geprüft wird die Länge des Gebärmutterhalses und der Zustand von deinem Muttermund. Ist der Gebärmutterhals verstrichen, ist dies schon einmal ein gutes Zeichen.
Vermutlich wird dein Muttermund auch immer weicher. Auch das ist wichtig, damit er sich unter der Geburt öffnen kann. Zudem kann ertastet werden, ob sich der Kopf schon fest im Becken befindet.
Nestbautrieb und Ängste – deine Gefühlswelt
Dein Körper steht unter Strom und auch die Hormone machen dir zu schaffen. Das zeigt sich auf ganz unterschiedliche Weise. Sicher hast du schon seit einigen Wochen gemerkt, dass du den starken Wunsch verspürst, das Kinderzimmer vorzubereiten und die Babywäsche zu waschen. Das ist der Nestbautrieb. Er sorgt dafür, dass du dich richtig auf die Geburt vorbereitest und alles schön ist, wenn das Baby auf die Welt kommt.
Zudem verspürst du möglicherweise zunehmende Ängste. Auch das ist ganz normal. Wenn du jedoch feststellst, dass die Ängste deutlich zunehmen und deine Gedanken beherrschen, solltest du darüber sprechen. Sowohl dein Partner als auch die Hebamme oder der Gynäkologe sind eine gute Anlaufstelle.
Achtung: Achte darauf, ob die Wehen in bestimmten Abständen kommen. Sobald die Abstände weniger werden, ist es gut, wenn du bei deiner Hebamme nachfragst.
Die Wehen – was ist jetzt normal?
In der 38. Schwangerschaftswoche sind Wehen ganz normal. Je nachdem, ob du schon seit einiger Zeit Wehen bemerkst oder die Kontraktionen jetzt vielleicht erst beginnen, wirst du vielleicht unsicher sein. Die Kontraktionen sind wichtig für die Gebärmutter und auch für dein Baby. Die Muskeln werden gestärkt und das Ungeborene auf die Geburt vorbereitet.
💪 So kannst du deinen Körper auf die Geburt vorbereiten
Auch du kannst deinen Körper auf die Geburt vorbereiten. Vielleicht möchtest du gerne eine Dammmassage durchführen. Mit einem speziellen Öl kannst du deinen Damm massieren und ihn so deutlich weicher und dehnbarer machen. Dies kann sich sogar vorbeugend auf einen Dammschnitt auswirken.
🏥 Kaiserschnitt – auch eine Geburt mit Daseinsberechtigung
In der 38. Schwangerschaftswoche machst du dir vermutlich vermehrt Gedanken über die Geburt. Die meisten Frauen wünschen sich eine vaginale Geburt und streben diese auch aktiv an. Dennoch ist es gut, wenn du dich auch mit anderen Varianten beschäftigst und dir bewusst machst, dass auch der Kaiserschnitt eine Geburt ist und diese ebenso ihre Daseinsberechtigung hat.
Die Sorge vor einem Kaiserschnitt hat mehrere Gründe. Hier stehen natürlich die Ängste im Vordergrund. Wie stark werden die Schmerzen sein? Werde ich mich um mein Kind kümmern können? Aber auch die emotionalen Sorgen sind vorhanden. So ist vielen Frauen bewusst, wie wichtig der Weg durch den Geburtskanal für das Baby ist und wie die Bindung zwischen Mutter und Baby gestärkt wird.
Aber auch bei einem Kaiserschnitt brauchst du dir keine Sorgen um die Bindung machen. Inzwischen gibt es sehr gute Angebote für das Bonding. Du kannst das Baby direkt auf die Brust bekommen, wenn es geboren ist. Sprich einfach offen mit den Hebammen und Ärzten und formuliere deine Wünsche.
Tipp: Ein Partner an deiner Seite ist sehr hilfreich bei der Geburt. Er kann deine Wünsche benennen und für dich sprechen, wenn du dazu gerade nicht in der Lage bist. Dafür ist es aber wichtig, dass er diese Wünsche kennt. Sprecht daher vor der Entbindung in aller Ruhe darüber, wie du dir die Geburt vorstellst.
Häufig gestellte Fragen
Ist mein Baby jetzt schon komplett lebensfähig?
Ja, Babys die in der 38. SSW geboren werden, gelten nicht mehr als Frühchen und die Überlebenschancen liegen bei 100 %. Alle Organe sind ausgereift und funktionsfähig. Durch die angelegten Fettreserven kann dein Baby normalerweise auch seine Temperatur regulieren.
Warum ist es trotzdem gut, wenn mein Baby noch im Bauch bleibt?
Die Lunge deines Babys bildet jetzt wichtiges Kortison, das nach der Geburt hilft, die Lunge zu entfalten und gut zu atmen. Jeder Tag im Bauch ist wertvoll für diese letzte Reifung. Außerdem nimmt dein Baby weiter an Gewicht zu und stärkt seine Reserven.
Wie erkenne ich, ob die Wehen echte Geburtswehen sind?
Wehen in der 38. SSW sind ganz normal. Achte darauf, ob sie in regelmäßigen Abständen kommen und die Abstände kürzer werden. Sobald die Abstände weniger werden, solltest du bei deiner Hebamme nachfragen. Echte Geburtswehen werden stärker, länger und kommen in immer kürzeren Abständen.
Was wird bei den Vorsorgeuntersuchungen jetzt kontrolliert?
Deine Hebamme oder dein Frauenarzt prüft die Länge des Gebärmutterhalses und den Zustand deines Muttermunds. Außerdem wird die Plazenta kontrolliert, ob sie dein Baby noch gut versorgt, und es wird geschaut, ob ausreichend Fruchtwasser vorhanden ist. Per CTG wird überprüft, ob das Baby gestresst ist.
Kann ich die Bindung zu meinem Baby auch bei einem Kaiserschnitt aufbauen?
Ja, absolut! Inzwischen gibt es sehr gute Angebote für das Bonding auch beim Kaiserschnitt. Du kannst dein Baby direkt auf die Brust bekommen, wenn es geboren ist. Sprich offen mit den Hebammen und Ärzten über deine Wünsche – sie werden dich dabei unterstützen.
Hilft eine Dammmassage wirklich gegen einen Dammschnitt?
Eine Dammmassage mit speziellem Öl kann deinen Damm deutlich weicher und dehnbarer machen. Dies kann sich tatsächlich vorbeugend auf einen Dammschnitt auswirken. Es ist eine sanfte Methode, deinen Körper auf die Geburt vorzubereiten.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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