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Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft – Was ihr dagegen machen könnt

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 21.05.2026 Lesezeit 7 Min.
Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft – Was ihr dagegen machen könnt

Auf einen Blick

  • Wassereinlagerungen (Ödeme) sind in der Schwangerschaft normal und meist harmlos – besonders ab dem dritten Trimester
  • Beine hochlegen, Bewegung und ausreichend trinken helfen gegen geschwollene Füße und Hände
  • Bei plötzlichen starken Schwellungen im Gesicht oder an den Händen sofort zum Arzt – könnte auf Präeklampsie hinweisen

Deine Schuhe passen plötzlich nicht mehr, die Ringe schneiden ein und deine Beine fühlen sich schwer an? Wassereinlagerungen gehören zu den typischen Schwangerschaftsbeschwerden, die viele von uns kennen. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen sind sie völlig harmlos – und es gibt einiges, was du dagegen tun kannst.

💧 Warum kommt es überhaupt zu Wassereinlagerungen?

In deiner Schwangerschaft verändert sich dein Körper enorm – und das betrifft auch deinen Wasserhaushalt. Am Ende der Schwangerschaft hast du bis zu sechs Kilogramm mehr Körperwasser eingelagert. Das liegt nicht nur an deinem wachsenden Baby und der größer werdenden Gebärmutter.

Auch deine Blutmenge steigt deutlich an. Gleichzeitig werden deine Blutgefäße elastischer und durchlässiger, sodass Flüssigkeit leichter ins Gewebe eindringen kann. Deine Wadenmuskelpumpe, die normalerweise das Blut durch die Venen nach oben befördert, arbeitet in der Schwangerschaft weniger effektiv. Hinzu kommen Veränderungen bei wichtigen Elektrolyten wie Albumin und Natrium, die deine Flüssigkeitsregulation beeinflussen.

Gut zu wissen: Wassereinlagerungen haben keine Auswirkungen auf dein ungeborenes Kind. Sie sind für dich zwar unangenehm, aber in der Regel völlig harmlos.

🦵 Besonders die Beine sind betroffen

Durch die Schwerkraft sammelt sich die Flüssigkeit vor allem in deinen Beinen, Füßen und Händen. Deine Haut spannt, die Schuhe werden eng und manchmal tun die geschwollenen Stellen sogar weh. Diese sogenannten Ödeme entstehen, weil sich das Blut in den Beinen staut und auf das umliegende Gewebe drückt.

Je weniger du dich bewegst und je länger du sitzt, desto stärker wird die Ödembildung gefördert. Gerade wenn dein Bauch größer wird, sinkt oft auch deine Beweglichkeit – ein Teufelskreis, den du aber durchbrechen kannst.

📅 Ab wann treten Wassereinlagerungen auf?

Grundsätzlich können sich Wassereinlagerungen jederzeit in der Schwangerschaft bemerkbar machen. Die meisten Frauen bemerken die ersten Ödeme jedoch erst ab dem dritten Trimester. Mit zunehmender Körperwassermenge und eingeschränkter Wadenpumpe werden die Schwellungen oft stärker, je näher der Geburtstermin rückt.

Bei beiden Schwangerschaften hatte ich besonders abends dicke Füße. Beine hochlegen und kühle Fußbäder haben mir wirklich geholfen – und die Gewissheit, dass es nach der Geburt wieder verschwindet.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

💪 Was hilft gegen Wassereinlagerungen?

Es gibt einige wirksame Maßnahmen, mit denen du die Beschwerden lindern kannst:

Beine hochlegen

Lege mehrmals täglich für 20 bis 30 Minuten deine Beine hoch. Auch nachts kannst du mit leicht erhöhten Beinen schlafen. Das regt die Ausschwemmung der Flüssigkeit an und aktiviert den Rückfluss des Blutes.

Sanfte Massage

Streiche deine Beine mit sanftem Druck in Richtung Herz. Das unterstützt den Blutfluss zusätzlich.

Wechselduschen

Wechselduschen aktivieren deinen Blutfluss und können die Beschwerden spürbar lindern.

Lockere Kleidung

Trage keine engen Schuhe oder Socken, die den Blutfluss abdrücken könnten. Vermeide außerdem Wärme und Hitze, da diese die Blutgefäße zusätzlich erweitern.

Tipp: Gerade im Sommer solltest du auf angenehme Temperaturen in deinen Wohnräumen achten. Hitze verstärkt die Schwellungen.

Ausreichend trinken

Auch wenn es paradox klingt: Ausreichend Flüssigkeit kurbelt deinen Stoffwechsel an und hilft gegen Wassereinlagerungen. Kombiniere das mit einer eiweißreichen Ernährung mit viel Obst und Gemüse.

Nahrungsergänzungsmittel

Dein Arzt kann dir verschiedene Mittel verschreiben, die den Wassereinlagerungen entgegenwirken:

  • Frauen Mineralstoffe Brausetabletten
  • Magnesium Brausetabletten
  • Magnesium mit Zitronengeschmack
  • Maisbarttee
  • Entwässerungskapseln

Achtung: Besprich die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln immer vorher mit deinem Arzt oder deiner Hebamme. Besonders bei Magnesiummangel oder schweren Wassereinlagerungen können sie helfen.

🏥 Wann solltest du zum Arzt?

Auch wenn Wassereinlagerungen meist harmlos sind, solltest du bei den ersten Anzeichen mit deinem Arzt sprechen – besonders in der ersten Schwangerschaft, wenn du noch unsicher bist.

Sofort zum Arzt musst du, wenn deine Beine, dein Gesicht oder deine Hände plötzlich stark anschwellen. Das kann ein Anzeichen für eine Präeklampsie sein – eine Erkrankung, die mit hohem Blutdruck und vermehrter Eiweißausscheidung einhergeht und für dich und dein Kind gefährlich werden kann.

Achtung: Plötzliche, starke Schwellungen sind ein Warnsignal. Zögere nicht, sofort deinen Arzt zu kontaktieren.

🌸 Was passiert nach der Geburt?

Die gute Nachricht: Nach der Geburt verschwinden die Wassereinlagerungen wieder. Dein Körper beginnt, das überschüssige Wasser auszustoßen. Du wirst in den ersten Wochen wahrscheinlich häufiger schwitzen und einen stärkeren Harndrang haben – das ist völlig normal.

Es dauert eine Weile, bis die Flüssigkeiten vollständig aus deinem Körper verschwunden sind. Auch bei Wassereinlagerungen in den Händen brauchst du etwas Geduld. Dein Körper braucht Zeit, sich zu regenerieren – genauso wie während der Schwangerschaft.

Gut zu wissen: Sollten die Wassereinlagerungen nach der Schwangerschaft nicht weniger werden, lass dich von deinem Arzt auf eventuelle Mangelerscheinungen untersuchen.

Häufig gestellte Fragen

Sind Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft gefährlich?

In den meisten Fällen sind Wassereinlagerungen völlig harmlos und gehören zu den normalen Schwangerschaftsbeschwerden. Sie haben keine Auswirkungen auf dein Baby. Nur bei plötzlichen, starken Schwellungen solltest du sofort zum Arzt, da dies auf eine Präeklampsie hinweisen kann.

Ab wann bekommt man Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft?

Wassereinlagerungen können grundsätzlich jederzeit auftreten, zeigen sich aber meist erst ab dem dritten Trimester. Je näher der Geburtstermin rückt, desto ausgeprägter werden sie oft.

Wie viel Wasser lagert man in der Schwangerschaft ein?

Am Ende der Schwangerschaft können bis zu sechs Kilogramm zusätzliches Körperwasser eingelagert sein. Das ist völlig normal und Teil der körperlichen Veränderungen während der Schwangerschaft.

Was hilft am besten gegen geschwollene Beine in der Schwangerschaft?

Am wirksamsten ist es, mehrmals täglich die Beine für 20-30 Minuten hochzulegen, Wechselduschen zu machen und ausreichend zu trinken. Auch lockere Kleidung und sanfte Massagen in Richtung Herz helfen.

Wann verschwinden die Wassereinlagerungen nach der Geburt?

Nach der Geburt beginnt dein Körper, das überschüssige Wasser auszuscheiden. Das merkst du an vermehrtem Schwitzen und häufigerem Harndrang. Es dauert einige Wochen, bis die Wassereinlagerungen vollständig verschwunden sind.

Darf ich entwässernde Mittel in der Schwangerschaft nehmen?

Sprich die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder entwässernden Mitteln immer vorher mit deinem Arzt oder deiner Hebamme ab. Sie können dir sagen, welche Mittel sicher sind und ob sie in deinem Fall sinnvoll sind.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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