moms.de

Kurzatmigkeit Schwangerschaft – Atemübungen und weitere Tipps

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 19.04.2026 Lesezeit 7 Min.
Kurzatmigkeit Schwangerschaft – Atemübungen und weitere Tipps

Auf einen Blick

  • Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft ist normal und nicht gefährlich – Dein Körper versorgt zwei Lebewesen mit Sauerstoff
  • Die Beschwerden beginnen oft im ersten Trimester und können im dritten Trimester durch den Platzmangel stärker werden
  • Mit Bewegung an der frischen Luft, Atemübungen und ausreichend Trinken kannst Du die Symptome lindern

Du schnaufst schon nach ein paar Treppenstufen? Keine Sorge – Kurzatmigkeit gehört zu den häufigsten Schwangerschaftssymptomen. Dein Körper leistet gerade Unglaubliches und braucht deutlich mehr Sauerstoff als sonst. Hier erfährst Du, warum das so ist und was Dir wirklich hilft.

🌸 Ab wann tritt Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft auf?

Die Kurzatmigkeit beginnt bei vielen Frauen bereits im ersten Schwangerschaftstrimester. Das mag Dich vielleicht überraschen, denn Dein Bauch ist zu diesem Zeitpunkt noch kaum zu sehen. Doch Dein Körper stellt sich schon jetzt um – er muss bald zwei Lebewesen mit Sauerstoff versorgen.

Im Verlauf Deiner Schwangerschaft steigt der Sauerstoffbedarf kontinuierlich an. Je mehr Blut in Deinem Körper zirkuliert, umso mehr Sauerstoff wird benötigt. Dein Atemvolumen wächst dadurch bis zu 25 % an. Die gute Nachricht: Nicht alle Frauen sind gleich stark betroffen. Manche spüren die Veränderung kaum, andere von Beginn an deutlicher.

Gut zu wissen: Die ständige Müdigkeit in den ersten Schwangerschaftswochen kann die Luftnot zusätzlich verstärken.

💪 Warum werde ich kurzatmig? Die Rolle der Hormone

Deine Hormone spielen bei der Kurzatmigkeit eine wichtige Rolle. Sie bewirken, dass sich die Gefäße in Deinem Körper weiten. Das sorgt zwar für eine bessere Durchblutung, führt aber auch zu anderen Begleiterscheinungen. Viele Frauen leiden ab der Mitte der Schwangerschaft unter einer verstopften Nase – auch das ist hormonell bedingt.

Im zweiten Trimester macht sich die Kurzatmigkeit oft weniger bemerkbar. Dein Körper hat sich an die neue Situation gewöhnt und Dein neuer Atemrhythmus ist zur Normalität geworden.

Das dritte Trimester – wenn der Bauch wächst

Im letzten Schwangerschaftsdrittel können die Symptome wieder zunehmen. Jetzt ist es das Wachstum Deines Babys, das für die Kurzatmigkeit verantwortlich ist. Deine Gebärmutter ist groß gewachsen und Dein Baby drückt immer mehr auf Dein Zwerchfell. Dadurch hat Deine Lunge weniger Raum – eine ausgeprägte Atemnot kann die Folge sein.

Tipp: Vermeide körperliche Anstrengungen im dritten Trimester, um die Kurzatmigkeit nicht zu verschlimmern. Dein Körper signalisiert Dir damit, dass Du Ruhepausen brauchst.

Die gute Nachricht: Sobald Dein Baby ins Becken sinkt – meist ab der 36. Schwangerschaftswoche – lässt der Druck auf Lunge und Zwerchfell nach. Spätestens nach der Geburt fällt Dir das Atmen wieder deutlich leichter.

Ich erinnere mich noch gut an die Kurzatmigkeit in beiden Schwangerschaften. Besonders im letzten Trimester musste ich lernen, mir bewusst Pausen zu gönnen und auf meinen Körper zu hören – das war eine wichtige Lektion.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

🏥 Wann solltest Du zum Arzt gehen?

Kurzatmigkeit gehört zu den normalen Schwangerschaftssymptomen und ist in der Regel nicht gefährlich. Trotzdem gibt es Situationen, in denen Du ärztlichen Rat einholen solltest – besonders wenn folgende Beschwerden hinzukommen:

  • Herzklopfen oder Herzrasen
  • Feuchte Hände
  • Brustschmerzen
  • Blaue Finger
  • Blaue Lippen

Achtung: Treten mehrere dieser Symptome gleichzeitig auf, solltest Du umgehend einen Arzt aufsuchen. In seltenen Fällen können sie auf ernsthafte Komplikationen wie eine Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) hinweisen.

Besondere Vorsicht bei Asthma

Wenn Du unter Asthma leidest, ist eine vorherige Kontrolle durch einen Arzt oder Deine Hebamme besonders wichtig. Bei akuter Atemnot solltest Du Dich beraten lassen und gegebenenfalls einen Lungenfacharzt aufsuchen. Ein Facharzt kann Dir helfen zu lernen, wie Du einen Asthmaanfall von der schwangerschaftstypischen Kurzatmigkeit unterscheidest. Die gute Nachricht: Bei vielen Frauen ist das Asthma während der Schwangerschaft rückläufig.

Eisenmangel als mögliche Ursache

Auch Eisenmangel kann für Kurzatmigkeit verantwortlich sein. In manchen Fällen ist die Einnahme zusätzlicher Eisenpräparate sinnvoll. Besprich dies jedoch unbedingt mit Deinem Arzt, bevor Du selbst zu Nahrungsergänzungsmitteln greifst.

✨ Was hilft bei Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft?

Verhindern lässt sich die Kurzatmigkeit nicht – sie ist Teil der normalen Körpervorgänge in der Schwangerschaft. Es gibt kein Medikament oder keine Therapie, die sie komplett beseitigen kann. Aber Du kannst mit vorbeugenden Maßnahmen die Beschwerden lindern:

  • Viel Bewegung an der frischen Luft
  • Ausreichend trinken (bis zu 2 Liter pro Tag)
  • Dehydrierung vermeiden
  • Starke Gewichtszunahme vermeiden
  • Vorbeugung eines Eisenmangels durch eisenreiche Ernährung (rotes Fleisch, Vollkornprodukte, grünes Blattgemüse)
  • Verschiedene Atemübungen (Deine Hebamme kann Dir helfen)
  • Sanftes Yoga
  • Geburtsvorbereitungskurse mit Atemtechniken
  • Bauchatmung zur Entspannung erlernen

Tipp: Gönn Dir regelmäßig Ruhepausen und vermeide Stress und Hektik. Dein Körper leistet gerade Unglaubliches – er braucht diese Auszeiten.

Durch diese kleinen Hilfsmittel im Alltag kannst Du einer starken Kurzatmigkeit vorbeugen und Deine Schwangerschaft entspannter genießen.

Häufig gestellte Fragen

Ist Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft gefährlich für mein Baby?

Nein, die Kurzatmigkeit ist weder für Dich noch für Dein Baby gefährlich. Sie ist ein normales Schwangerschaftssymptom, das durch den erhöhten Sauerstoffbedarf und die körperlichen Veränderungen entsteht. Dein Körper signalisiert Dir damit lediglich, dass Du Dir Ruhepausen gönnen solltest.

Wann wird die Kurzatmigkeit am schlimmsten?

Die meisten Frauen erleben die stärkste Kurzatmigkeit im dritten Trimester. Zu diesem Zeitpunkt ist die Gebärmutter groß gewachsen und Dein Baby drückt auf das Zwerchfell, sodass die Lunge weniger Raum hat. Ab der 36. Schwangerschaftswoche, wenn das Baby ins Becken sinkt, wird es oft wieder besser.

Können Atemübungen wirklich helfen?

Ja, Atemübungen können die Beschwerden deutlich lindern. Besonders die Bauchatmung zur Entspannung und Atemtechniken aus Geburtsvorbereitungskursen sind hilfreich. Deine Hebamme kann Dir verschiedene Übungen zeigen, die Du im Alltag anwenden kannst.

Wie viel sollte ich in der Schwangerschaft trinken?

Du solltest bis zu 2 Liter pro Tag trinken, um Dehydrierung zu vermeiden. Ausreichend Flüssigkeit unterstützt Deinen Körper bei der Sauerstoffversorgung und kann die Kurzatmigkeit lindern.

Kann Eisenmangel Kurzatmigkeit verursachen?

Ja, Eisenmangel kann ebenfalls für Kurzatmigkeit verantwortlich sein. Achte auf eine eisenreiche Ernährung mit rotem Fleisch, Vollkornprodukten und grünem Blattgemüse. In manchen Fällen kann die Einnahme von Eisenpräparaten sinnvoll sein – besprich dies aber unbedingt mit Deinem Arzt.

Verschwindet die Kurzatmigkeit nach der Geburt?

Ja, nach der Geburt fällt Dir das Atmen nach und nach wieder leichter. Oft wird es schon besser, wenn Dein Baby ins Becken sinkt, meist ab der 36. Schwangerschaftswoche. Der Druck auf Lunge und Zwerchfell entfällt dann.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

Mehr über Nadine →