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Schwangerschaftsdermatose – Arten und Behandlung

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 14.05.2026 Lesezeit 9 Min.
Schwangerschaftsdermatose – Arten und Behandlung

Auf einen Blick

  • Schwangerschaftsdermatosen sind Hauterkrankungen, die nur während der Schwangerschaft auftreten und meist danach von selbst verschwinden
  • Häufigste Formen sind die atopische und polymorphe Schwangerschaftsdermatose mit Juckreiz, Rötungen und Pusteln
  • Bei starkem Juckreiz solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen, um behandlungsbedürftige Erkrankungen auszuschließen

Deine Haut juckt plötzlich wie verrückt und Du entdeckst rote Stellen am Bauch? Hautveränderungen in der Schwangerschaft sind häufiger als Du denkst. Während manche davon harmlos sind, gibt es auch Formen, die behandelt werden sollten. Wir zeigen Dir, welche Schwangerschaftsdermatosen es gibt und wie Du den lästigen Juckreiz in den Griff bekommst.

🔍 Was ist eine Schwangerschaftsdermatose?

Der Begriff Dermatose bedeutet übersetzt „Hautkrankheit". Eine Schwangerschaftsdermatose ist also eine Hauterkrankung, die ausschließlich während der Schwangerschaft auftritt. Das Gute daran: Die meisten Symptome verschwinden nach der Geburt von selbst wieder.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen harmlosen Hautveränderungen und behandlungsbedürftigen Dermatosen. Wichtig ist, dass Du jede ungewöhnliche Hautveränderung ärztlich abklären lässt, damit der ständige Juckreiz gelindert werden kann.

Achtung: Auch wenn viele Schwangerschaftsdermatosen harmlos sind, solltest Du bei starkem Juckreiz immer einen Arzt aufsuchen. Nur so können ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen werden.

✨ Die verschiedenen Arten der Schwangerschaftsdermatose

Die atopische Schwangerschaftsdermatose

Bei dieser Form treten Hautrötungen und starker Juckreiz gleichzeitig auf. Besonders betroffen sind Dein Gesicht, die Ellenbeugen und die Kniekehlen. Etwa 30 % der betroffenen Frauen leiden zusätzlich unter kleinen Pusteln, die sich am ganzen Körper verbreiten.

Diese Schwangerschaftsdermatose ist erblich und auf trockene Haut zurückzuführen. Wenn Du zu Neurodermitis oder anderen Hauterkrankungen neigst, kann sich Dein Zustand in der Schwangerschaft verschlechtern.

Die polymorphe Schwangerschaftsdermatose

Hier kommt es zu Bläschen, Rötungen und Pusteln. Die Hauterkrankung beginnt oft im Bereich des Unterbauches und breitet sich von dort langsam aus. Es entstehen plattenartige Hautveränderungen (Plaques genannt), die sehr stark jucken.

Nach wenigen Tagen klingen die Beschwerden ab, aber leider bilden sich danach wieder neue Stellen. Die Ursache für diese Form ist bis heute unbekannt. Meistens beginnt sie in der zweiten Schwangerschaftshälfte oder wenige Wochen vor der Entbindung.

Gut zu wissen: Die polymorphe Schwangerschaftsdermatose ist zwar sehr unangenehm, aber weder für Dich noch für Dein Baby gefährlich. Nach der Schwangerschaft verschwindet sie sofort wieder.

Schwangerschaftsakne

Viele Frauen leiden unter der sogenannten Schwangerschaftsakne. Diese tritt aufgrund der Hormonumstellung auf und stört die Talgdrüsen Deiner Haut. Die Schwangerschaftsakne ist völlig ungefährlich und geht nach der Geburt meist wieder zurück.

Hautveränderungen in der Schwangerschaft können sehr belastend sein. Ich rate Dir, jede ungewöhnliche Veränderung ernst zu nehmen und mit Deinem Arzt zu besprechen – auch wenn es sich meist um harmlose Formen handelt.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

💪 So linderst Du den ständigen Juckreiz

Gerade wenn Deine Haut besonders juckt, handelt es sich meist um eine atopische Schwangerschaftsdermatose. Trotz unserer Tipps solltest Du unbedingt mit Deinem Arzt oder Deiner Hebamme sprechen.

Mit diesen Maßnahmen kannst Du den Juckreiz lindern:

  • Feuchtigkeitscremes mit Urea
  • Schwangerschaftsöle
  • Massagebürsten
  • kalt duschen hilft gegen den Juckreiz
  • kalte Quarkwickel um die juckenden Stellen herum
  • medizinische und milde Waschlotionen
  • Stress jeglicher Art unbedingt vermeiden

Tipp: Bewahre Deine Cremes im Kühlschrank auf. Dadurch haben sie auf Deiner Haut eine angenehm kühlende Wirkung und lindern den Juckreiz noch besser.

Achtung: Verzichte unbedingt auf Kortison-Cremes in Eigenregie. Das Kortison gelangt über Deine Haut in die Blutbahn und ist für Dein Baby in hohen Dosen nicht ungefährlich.

🏥 Die richtige Behandlung der atopischen Schwangerschaftsdermatose

Wenn Du an einer atopischen Schwangerschaftsdermatose leidest, ist es wichtig, dass Deine Haut nicht noch weiter austrocknet. Verwende für die tägliche Dusche ein mildes Duschgel und trage morgens und abends nach dem Duschen eine rückfettende Salbe auf. Diese Basis-Therapie solltest Du mit Deinem Arzt besprechen und gegebenenfalls einen Hautarzt kontaktieren.

Manchmal ist es notwendig, dass Du eine milde Kortison-Creme verwendest. Diese schadet Deinem Baby nicht, da der Kortison-Gehalt sehr gering ist. Einige Arztpraxen arbeiten auch gerne mit einer Lichttherapie, um die Hauterkrankung und den Juckreiz zu lindern.

Wenn Du Deine atopische Schwangerschaftsdermatose konsequent behandelst, wirst Du in der Regel schon in wenigen Tagen keine Symptome mehr bemerken. Sollte der Juckreiz trotzdem weiterhin bestehen, creme Dich mehrmals am Tag ein. Dadurch linderst Du nicht nur den Juckreiz, sondern pflegst gleichzeitig auch Deine Haut.

🌸 Wann solltest Du zum Arzt gehen?

Sobald Du die ersten Symptome einer Schwangerschaftsdermatose bemerkst, solltest Du Dich an Deinen Arzt wenden. Nur dieser kann herausfinden, um welche Art von Dermatose es sich handelt. Wichtig ist, dass Du keine Eigenexperimente mit Deiner Haut machst – der Ausschlag oder Juckreiz könnte sich verschlechtern. Es gibt sogar einige Inhaltsstoffe in Cremes, auf die Du in der Schwangerschaft verzichten solltest.

Dein Arzt untersucht Deine gesamte Haut und schaut genau, welche Hautveränderungen aufgetreten sind. In vielen Fällen kann es vorkommen, dass er eine Biopsie macht – also Hautproben entnimmt und mittels spezieller Untersuchung betrachtet. Anschließend wird ein genauer Behandlungsplan mit Dir besprochen.

🔍 Diese Erkrankungen sollten ausgeschlossen werden

Es ist von Vorteil, wenn Du Deine Leberwerte und die Werte der Serumgallensäure bestimmen lässt. Nur so kann eine intrahepatische Schwangerschaftscholestase ausgeschlossen werden. Diese wird auch cholestatische Hepathose genannt – eine seltene Leberkrankheit, die sich durch besonders starken Juckreiz bemerkbar macht.

Diese Erkrankung beginnt häufig im letzten Schwangerschaftsdrittel mit starkem Juckreiz in den Handinnenflächen, der sich dann am ganzen Körper ausbreitet. Weniger als 1 Prozent der schwangeren Frauen leiden darunter. Forscher haben herausgefunden, dass diese Erkrankung oft vererbbar ist.

Ebenso kann Dein Arzt ausschließen, dass Du an einer Gestationis leidest. Dabei handelt es sich um eine Herpes-Form, bei der es ebenfalls zu einem sehr starken und juckenden Ausschlag am Körper kommen kann.

Gut zu wissen: Grundsätzlich ist eine Schwangerschaftsdermatose unbedenklich und ungefährlich. Aufgrund der Hormonumstellung in Kombination mit trockener Haut kann es zu einer Dermatose kommen – wichtig ist einfach, dass Du sie abklären lässt und behandelst.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Schwangerschaftsdermatose gefährlich für mein Baby?

Nein, die meisten Formen der Schwangerschaftsdermatose sind weder für Dich noch für Dein Baby gefährlich. Sie sind zwar unangenehm, verschwinden aber nach der Schwangerschaft meist von selbst. Wichtig ist trotzdem eine ärztliche Abklärung, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.

Wann verschwindet die Schwangerschaftsdermatose wieder?

Die meisten Schwangerschaftsdermatosen verschwinden direkt nach der Geburt von selbst. Bei konsequenter Behandlung können die Symptome aber schon während der Schwangerschaft innerhalb weniger Tage deutlich gelindert werden.

Darf ich Kortison-Creme in der Schwangerschaft verwenden?

Milde Kortison-Cremes mit geringem Kortison-Gehalt sind in der Schwangerschaft erlaubt und schaden Deinem Baby nicht. Wichtig ist aber, dass Du diese nur nach ärztlicher Rücksprache verwendest. Auf hochdosiertes Kortison solltest Du verzichten, da es über die Haut in die Blutbahn gelangt.

Was kann ich selbst gegen den Juckreiz tun?

Du kannst kalt duschen, kalte Quarkwickel anwenden, Deine Cremes im Kühlschrank aufbewahren und mehrmals täglich Feuchtigkeitscremes mit Urea verwenden. Auch Schwangerschaftsöle und milde Waschlotionen helfen. Vermeide außerdem Stress, da dieser die Symptome verschlimmern kann.

Kann ich einer Schwangerschaftsdermatose vorbeugen?

Da die Erkrankung oft erblich bedingt oder hormonell ausgelöst wird, kannst Du ihr nicht vollständig vorbeugen. Du kannst aber Deine Haut gut pflegen, sie nicht austrocknen lassen und bei den ersten Anzeichen sofort reagieren, um die Symptome zu minimieren.

Wann sollte ich unbedingt zum Arzt gehen?

Bei starkem Juckreiz, der Dich im Alltag beeinträchtigt, bei Hautveränderungen wie Rötungen, Pusteln oder Bläschen oder wenn der Juckreiz in den Handinnenflächen beginnt, solltest Du sofort einen Arzt aufsuchen. Nur so können ernsthafte Erkrankungen wie eine Schwangerschaftscholestase ausgeschlossen werden.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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