Schwangerschaftsvergiftung – Gestose im Überblick
Auf einen Blick
- Schwangerschaftsvergiftung (Gestose/Präeklampsie) ist eine Anpassungsstörung, die jede Schwangere treffen kann
- Typische Anzeichen: Bluthochdruck, Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen und Sehstörungen
- Bei frühzeitiger Erkennung verläuft die Erkrankung meist mild und ist gut behandelbar
Du hast vielleicht schon von der Schwangerschaftsvergiftung gehört – ein Begriff, der erstmal beängstigend klingt. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Anpassungsstörung deines Körpers, die in der Schwangerschaft auftreten kann. Die gute Nachricht: Bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wird genau darauf geachtet, und wenn sie früh erkannt wird, lässt sie sich meist gut behandeln.
🔍 Was ist eine Schwangerschaftsvergiftung?
Grundsätzlich ist eine Schwangerschaftsvergiftung eine Anpassungsstörung, die während einer Schwangerschaft bei dir auftreten kann. Der Begriff „Schwangerschaftsvergiftung" ist eher umgangssprachlich, bei Schwangeren aber deutlich bekannter als die medizinischen Bezeichnungen Gestose oder Präeklampsie.
Dass es verschiedene Begrifflichkeiten gibt, hängt damit zusammen, dass auch unterschiedliche Symptome und Ausprägungen auftreten können.
Gut zu wissen: Es gibt sogar eine Frühgestose – damit werden Erkrankungen bezeichnet, die durch eine Schwangerschaft in den frühen Schwangerschaftswochen ausgelöst werden, wie beispielsweise starkes Erbrechen. Treten Erkrankungen nach der 20. Schwangerschaftswoche auf, spricht man von einer Spätgestose.
💡 Wie entsteht eine Schwangerschaftsvergiftung?
Grundsätzlich kann jede Frau eine Schwangerschaftsvergiftung bekommen. Klare Informationen dazu, was die eigentlichen Ursachen für die Entstehung sind, gibt es nicht. Es wird von einer Anpassungsstörung gesprochen, die unter anderem in der Plazenta entsteht.
Risikofaktoren im Überblick
Es gibt jedoch einige Faktoren, die das Risiko erhöhen:
- Du hattest bereits eine Gestose in einer früheren Schwangerschaft
- Es liegt eine Mehrlingsschwangerschaft vor
- Du bist unter 18 Jahre oder über 40 Jahre alt
- Du leidest unter einer Autoimmunerkrankung oder einer Nierenerkrankung
- Es liegt eine Störung der Blutgerinnung vor oder du hattest häufiger Thrombosen
- Du hast Übergewicht oder Fettleibigkeit
- Es handelt sich um deine erste Schwangerschaft
- Du leidest unter Diabetes mellitus
🌸 Wie bemerkt man eine Schwangerschaftsvergiftung?
Eine Vergiftung in der Schwangerschaft kann unterschiedliche Symptome haben. Daher wird bei den Vorsorgeuntersuchungen immer auch geprüft, ob mögliche Anzeichen vorliegen, wie eine Hypertonie, also ein Bluthochdruck.
Die häufigsten Symptome
- Wassereinlagerungen: Vor allem Wassereinlagerungen in der Lunge sind ein Zeichen für eine mögliche Schwangerschaftsvergiftung
- Sehstörungen und Augenflimmern
- Probleme mit den Nieren
- Schmerzen im Oberbauch, die auf eine Schädigung der Leber zurückgehen
- Das Ungeborene hat Wachstumsverzögerungen
- Kopfschmerzen
Viele Symptome wie Wassereinlagerungen oder Kopfschmerzen sind in der Schwangerschaft völlig normal. Wenn sich die Beschwerden aber häufen oder verschlechtern, solltest du nicht zögern und deinen Gynäkologen kontaktieren.
Achtung: Einige der Symptome sind in einer Schwangerschaft auch ganz normal, wie Wassereinlagerungen in Beinen und Händen, Gewichtszunahme oder Kopfschmerzen. Häufen sich die Symptome jedoch und bemerkst du eine stetige Verschlechterung, ist es besonders wichtig, sich an den Gynäkologen zu wenden.
Grundsätzlich wird bei der Vorsorge geschaut, ob es mögliche Anzeichen gibt. Wenn du häufiger unter hohem Blutdruck leidest, werden dir vermutlich blutdrucksenkende Mittel verschrieben. Zudem wird dich der Arzt vermutlich häufiger einbestellen und die Symptome prüfen.
🏥 Was ist bei einer Schwangerschaftsvergiftung zu tun?
Viele Frauen, die eine Diagnose der Schwangerschaftsvergiftung erhalten, machen sich Sorgen und haben Angst, dass es zu einer Frühgeburt oder einem Kaiserschnitt kommt. Wichtig für dich zu wissen ist, dass die meisten Fälle einer Präeklampsie mild verlaufen und früh erkannt werden.
Behandlungsmöglichkeiten
Dadurch schädigen sie die Organe nicht dauerhaft und oft reicht es schon aus, Bettruhe und eine strenge Beobachtung einzuhalten. Möglicherweise wirst du auch stationär aufgenommen.
Um einer Thrombose vorzubeugen wird dir vermutlich ein Blutdrucksenker verschrieben. Zudem wird eine Umstellung der Ernährung empfohlen. Du solltest darauf achten, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen, die nicht zu salzarm ist und viele Proteine enthält. Vielleicht bekommst du auch einen Ernährungsplan von deinem Gynäkologen.
Tipp: Die Lungenreife deines Babys wird engmaschig beobachtet. Um zu verhindern, dass es zu einer Eklampsie kommt, kann es sein, dass die Geburt früher eingeleitet wird.
Wenn sich die Anzeichen einer starken Verschlechterung zeigen, wirst du schnell entbunden. Hier können die Ärzte teilweise auch keine Rücksicht darauf nehmen, wie weit die Entwicklung des Babys ist.
💪 Kann ich vorbeugen?
Leider gibt es keine Möglichkeit, einer Gestose vorzubeugen, da es sich um eine Anpassungsstörung des Körpers handelt. Du kannst aber schon viel tun, wenn du auf deinen Körper achtest.
Stellst du Wassereinlagerungen und eine plötzliche Gewichtszunahme oder auch Unwohlsein fest, solltest du den Arzt möglichst zeitnah aufsuchen. Gönne dir generell sehr viel Ruhe. Lege die Beine nach oben und entspanne dich. Wenn du feststellst, dass dich dein Alltag belastet und dein Blutdruck ständig nach oben geht, kann auch über eine Krankschreibung nachgedacht werden.
🖤 Unterstützung für betroffene Frauen – Selbsthilfegruppen in deiner Nähe
Eine Schwangerschaftsvergiftung kann nicht nur deinen Körper, sondern auch deine Seele stark belasten. So ist es möglich, dass die Entbindung schnell eingeleitet werden muss, du ein Frühchen bekommst, vielleicht auch in einer lebensbedrohlichen Lage gewesen bist. Es ist verständlich, wenn dich dies alles seelisch stark belastet.
Wichtig ist es, dass du darüber sprichst. Manchmal können die Menschen in deinem Umfeld mit deinen Gefühlen nicht so viel anfangen. Sie sind vielleicht selbst mit der Situation überfordert.
Tipp: Du kannst mit deiner Hebamme sprechen und darüber nachdenken, ob du eine Selbsthilfegruppe aufsuchen möchtest. Deine Hebamme kennt vermutlich gute Anlaufstellen, an die du dich wenden kannst. In Gesprächen mit Betroffenen lassen sich deine Erlebnisse aufarbeiten und vielleicht auch irgendwann Frieden damit schließen.
Häufig gestellte Fragen
Wann tritt eine Schwangerschaftsvergiftung auf?
Eine Schwangerschaftsvergiftung kann grundsätzlich in verschiedenen Phasen auftreten. Erkrankungen in den frühen Schwangerschaftswochen werden als Frühgestose bezeichnet. Häufiger sind jedoch Spätgestosen, die nach der 20. Schwangerschaftswoche auftreten.
Ist eine Schwangerschaftsvergiftung gefährlich für mein Baby?
Die meisten Fälle einer Präeklampsie verlaufen mild und werden früh erkannt. Bei guter Beobachtung und Behandlung können die Organe geschützt werden. In seltenen schweren Fällen kann es zu Wachstumsverzögerungen beim Baby kommen oder die Geburt muss früher eingeleitet werden.
Muss ich bei einer Schwangerschaftsvergiftung ins Krankenhaus?
Das hängt vom Schweregrad ab. Bei milden Verläufen reicht oft Bettruhe zu Hause mit engmaschiger ärztlicher Kontrolle. In vielen Fällen wirst du jedoch zur Sicherheit stationär aufgenommen, damit dein Zustand und der deines Babys genau überwacht werden können.
Wie erkenne ich selbst, ob ich eine Schwangerschaftsvergiftung habe?
Achte auf Warnsignale wie plötzliche starke Wassereinlagerungen, anhaltende Kopfschmerzen, Sehstörungen, Augenflimmern oder Schmerzen im Oberbauch. Auch eine plötzliche Gewichtszunahme kann ein Hinweis sein. Bei diesen Symptomen solltest du zeitnah deinen Gynäkologen kontaktieren.
Bekomme ich in jeder Schwangerschaft eine Gestose?
Nein, nicht automatisch. Allerdings erhöht eine Gestose in einer früheren Schwangerschaft das Risiko für weitere Schwangerschaften. Dein Arzt wird dich dann besonders engmaschig überwachen und präventive Maßnahmen ergreifen.
Was kann ich selbst tun, wenn ich eine Schwangerschaftsvergiftung habe?
Gönne dir viel Ruhe und lege regelmäßig die Beine hoch. Achte auf eine proteinreiche Ernährung mit ausreichend Flüssigkeit. Nimm verordnete Medikamente zuverlässig ein und halte alle Kontrolltermine beim Arzt ein. Bei Verschlechterung der Symptome sofort den Arzt kontaktieren.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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