Krebs während der Schwangerschaft
Auf einen Blick
- Krebs kann auch in der Schwangerschaft behandelt werden – moderne Therapien schaden Deinem Baby nicht
- Ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sind Chemotherapien ohne Risiko für Dein Kind möglich
- Operative Tumorentfernungen sind jederzeit durchführbar, ein Schwangerschaftsabbruch ist meist nicht nötig
Eine Krebsdiagnose während der Schwangerschaft – dieser Gedanke macht Angst. Doch es gibt eine wichtige Botschaft: Du musst Dich nicht zwischen Deiner Gesundheit und Deinem Baby entscheiden. Moderne Krebstherapien ermöglichen es, beide zu schützen. Hier erfährst Du, welche Behandlungsmöglichkeiten Dir offenstehen und was Du wissen solltest.
🏥 Warum Krebs in der Schwangerschaft oft spät erkannt wird
In der Schwangerschaft werden Krebserkrankungen oftmals erst spät entdeckt. In vielen Fällen ist das Krebsstadium bereits stark fortgeschritten. Ein Knoten in der Brust, die andauernde Müdigkeit im Alltag oder wachsende Muttermale – all das wird häufig als typische Schwangerschaftsbeschwerden abgetan.
Achtung: Lass ungewöhnliche Symptome wie anhaltende Müdigkeit, neue Knoten oder sich verändernde Muttermale immer ärztlich abklären – auch wenn sie Dir wie normale Schwangerschaftsbeschwerden vorkommen.
Wichtig für Dich sollte es sein, dass der Krebs so früh wie möglich entfernt und behandelt wird, damit sich keine weiteren Metastasen bilden können und Deine Krebszellen nicht auf andere Organe übergehen. Früh genug erkannt, entstehen keinerlei weitere Probleme für Dein Baby.
💪 Die wichtigsten Prinzipien der Krebs-Therapie in der Schwangerschaft
Eine Krebsbehandlung ist auch während Deiner Schwangerschaft möglich, ohne dass Dein Baby Schaden davonträgt. Bei den meisten Krebs- oder Tumorerkrankungen steht Deinem Kinderwunsch nichts im Weg. In der Regel ist eine normale Geburt Deines Babys kein Problem. Auch ein Schwangerschaftsabbruch ist in der Regel nicht notwendig, sodass Du Dir dahingehend keinerlei weitere Gedanken machen musst.
Ausnahmen gibt es lediglich bei sehr schweren und bereits fortgeschrittenen Erkrankungen. Sollte eine schwere Krebsdiagnose bei Dir gestellt werden, ist es wichtig, dass Du sofort behandelt wirst.
Diese Behandlungsoptionen stehen Dir zur Verfügung:
- Die chirurgische Entfernung des Tumors ist jederzeit in Deiner Schwangerschaft möglich – Ausnahmen sind Krebserkrankungen an Deiner Gebärmutter
- Ab dem zweiten Trimenon ist eine Chemotherapie ohne jegliche Nachteile oder Risiken möglich
Gut zu wissen: Deine Plazenta ist ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sehr gut ausgebildet und bietet einen guten Schutz vor toxischen Arzneimitteln. Sie ist in der Lage, verschiedene Substanzen aus Deinem Blut herauszufiltern.
Strahlentherapien sollten jedoch gemieden werden. Ausnahmen gelten dann, wenn keinerlei andere Behandlungsmöglichkeiten oder Alternativen zur Verfügung stehen. Schwangere werden dann mit einer geringen Strahlendosis behandelt. Außerdem ist es wichtig, dass keine anti-hormonelle Behandlung in Deiner Schwangerschaft durchgeführt wird.
Grundsätzlich kommt es immer darauf an, welche Krebsart diagnostiziert wurde und welche Behandlungen erfolgreich sein könnten. Je nach Schweregrad und Krebsart gibt es verschiedene Möglichkeiten, um auch in der Schwangerschaft Hilfe zu bekommen.
🌸 Brustkrebs – Behandlung während der Schwangerschaft
Brustkrebs, auch Mammakarzinom genannt, kann problemlos in Deiner Schwangerschaft behandelt werden. Die Therapie richtet sich in der Regel nicht an bestimmte Richtlinien, sondern vielmehr nach den individuellen Entscheidungen der Behandlung. Neben dem Schwangerschaftsalter ist auch das Stadium der Erkrankung relevant.
Eine operative Entfernung des Mammakarzinoms ist in Deiner Schwangerschaft in der Regel möglich. Die Behandlung durch Bestrahlung ist bei Brustkrebs ebenfalls im zweiten Trimenon möglich.
Bei einer Krebsdiagnose in der Schwangerschaft ist es entscheidend, dass Du Dir ein erfahrenes Behandlungsteam suchst und alle Optionen in Ruhe besprichst. Du musst diese Entscheidung nicht allein treffen.
Tipp: Besprich bei einer Brustkrebsdiagnose das weitere Vorgehen ausführlich mit Deinem Arzt und stellt gemeinsam einen konkreten Behandlungsplan auf, der sowohl Deine Gesundheit als auch die Deines Babys berücksichtigt.
🔍 Gebärmutterhalskrebs – Vorsorge ist entscheidend
Gebärmutterhalskrebs (lat. Zervixkarzinom) ist einer der Krebsarten, vor denen sich Frauen wahrscheinlich am meisten fürchten. Nicht selten wird ein Zervixkarzinom in der Vorsorgeuntersuchung Deiner Schwangerschaft entdeckt.
In der Regel wird diese Krebsart erst nach der Geburt Deines Kindes behandelt. Ab der 14. Schwangerschaftswoche werden engmaschige Untersuchungen durchgeführt. Vorsorgeuntersuchungen und die regelmäßigen Kontrollen sind daher sehr wichtig. Natürlich steht dabei das Wohl Deines ungeborenen Kindes und Dein Wohl immer im Vordergrund.
Auch bei dieser Krebsart kann im zweiten Trimenon bereits mit einer Chemotherapie begonnen werden. Es kommt dabei immer darauf an, wann der Gebärmutterhalskrebs bei Dir als Mutter diagnostiziert wurde. Mit Hilfe einer Kolposkopie kann die Schwere des Krebses schnell diagnostiziert werden.
Gut zu wissen: Ab einem Alter von 35 Jahren ist eine regelmäßige Kontrolle in Hinblick auf Gebärmutterhalskrebs besonders wichtig. Auch Tumore an den Eierstöcken solltest Du regelmäßig mit Hilfe von Deinen Vorsorgeuntersuchungen kontrollieren lassen.
☀️ Melanome in der Schwangerschaft – häufiger als gedacht
Melanome, auch bekannt unter schwarzem Hautkrebs, ist eine weit verbreitete Krankheit, die mittlerweile viele schwangere Frauen betrifft. Es ist daher keine Seltenheit, an Hautkrebs zu erkranken.
Die chirurgische Entfernung erfolgt in der Regel noch in Deiner Schwangerschaft und stellt für Dein ungeborenes Kind keinerlei Probleme dar. Wichtig ist, dass Dein Arzt genau kontrolliert, ob es sich um ein metastasiertes Melanom handelt. Sollte dies der Fall sein, werden andere Medikamente und Behandlungsmethoden verabreicht, bei denen die Gesundheit Deines Kindes klar im Vordergrund steht.
👶 Auswirkungen der Krebsbehandlung auf Dein Baby
Kommt es zu einer Krebsdiagnose in der Schwangerschaft, wird in erster Linie geschaut, um welche Form und welches Stadium es sich handelt. Schwangere, die sich einer Bestrahlung unterziehen müssen, können ihr Kind auf natürliche Art und Weise bekommen.
In der Regel sind die Neugeborenen etwas kleiner und haben ein geringeres Geburtsgewicht als andere. Ansonsten gibt es keinerlei Beeinträchtigungen bei der Entwicklung des Kindes. Es gibt bereits aktuelle Studien, die genau das erforscht haben. Oftmals führte eine Chemotherapie zu mehr Frühgeburten. Allerdings entwickelten sich die Kinder normal, wie alle anderen auch. In Hinblick auf die körperlichen Funktionen und die geistige Entwicklung des Kindes konnten keinerlei Komplikationen erkannt werden.
Tipp: Je nachdem, wann und welcher Krebs in Deiner Schwangerschaft diagnostiziert wird, ist es sehr wichtig, dass Du mit Deinem behandelnden Arzt genau besprichst, wie Du ihn behandeln lassen kannst. Es gibt verschiedene Möglichkeiten für Dich, um dem Krebs den Kampf anzusagen.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich meine Schwangerschaft abbrechen, wenn bei mir Krebs diagnostiziert wird?
Nein, in den meisten Fällen ist ein Schwangerschaftsabbruch nicht notwendig. Moderne Krebstherapien ermöglichen eine Behandlung während der Schwangerschaft, ohne Dein Baby zu gefährden. Nur bei sehr schweren und fortgeschrittenen Erkrankungen kann dies eine Option sein, die Du mit Deinem Behandlungsteam besprechen solltest.
Ab wann kann ich in der Schwangerschaft eine Chemotherapie bekommen?
Ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (zweites Trimenon) ist eine Chemotherapie ohne Risiko für Dein Baby möglich. Zu diesem Zeitpunkt ist die Plazenta gut ausgebildet und bietet einen guten Schutz vor toxischen Arzneimitteln.
Kann ich mein Baby nach einer Krebsbehandlung normal zur Welt bringen?
Ja, in der Regel ist eine normale Geburt Deines Babys kein Problem. Schwangere, die sich einer Krebsbehandlung unterziehen, können ihr Kind auf natürliche Art und Weise bekommen. Die Neugeborenen sind manchmal etwas kleiner und haben ein geringeres Geburtsgewicht, entwickeln sich aber ansonsten normal.
Welche Krebsbehandlungen sind in der Schwangerschaft nicht möglich?
Strahlentherapien sollten in der Schwangerschaft gemieden werden, es sei denn, es gibt keine anderen Behandlungsalternativen. Auch anti-hormonelle Behandlungen werden in der Schwangerschaft nicht durchgeführt. Operative Entfernungen sind hingegen jederzeit möglich, außer bei Krebserkrankungen an der Gebärmutter.
Wird mein Baby durch die Chemotherapie Fehlbildungen oder Entwicklungsstörungen haben?
Nein, aktuelle Studien zeigen, dass Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft eine Chemotherapie erhalten haben, sich körperlich und geistig normal entwickeln. Es gibt keinerlei Komplikationen in Hinblick auf die körperlichen Funktionen oder die geistige Entwicklung des Kindes.
Warum wird Krebs in der Schwangerschaft oft erst spät entdeckt?
Viele Krebssymptome wie Müdigkeit, Übelkeit oder körperliche Veränderungen werden zunächst als typische Schwangerschaftsbeschwerden angesehen. Deshalb ist es so wichtig, dass Du ungewöhnliche Symptome wie anhaltende Müdigkeit, neue Knoten oder sich verändernde Muttermale immer ärztlich abklären lässt.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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