moms.de

Präeklampsie – Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 21.05.2026 Lesezeit 13 Min.
Präeklampsie – Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Auf einen Blick

  • Präeklampsie betrifft 3-7% aller Schwangeren und zeigt sich meist ab der 20. Schwangerschaftswoche durch erhöhten Blutdruck und Eiweißausscheidung im Urin
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind entscheidend – dort werden Blutdruck und Urin kontrolliert, um die Erkrankung frühzeitig zu erkennen
  • Bei rechtzeitiger Behandlung sind schwerwiegende Komplikationen selten – unbehandelt kann die Erkrankung jedoch für Mutter und Kind gefährlich werden

Wenn der Blutdruck in der Schwangerschaft plötzlich steigt und sich Wassereinlagerungen zeigen, kann das mehr sein als nur typische Schwangerschaftsbeschwerden. Präeklampsie ist eine ernst zu nehmende Schwangerschaftserkrankung, die rechtzeitig erkannt werden muss. Hier erfährst du alles Wichtige über Symptome, Risiken und was du selbst tun kannst.

🔍 Was ist Präeklampsie genau?

Bei einer Präeklampsie (auch Schwangerschaftshochdruck genannt, zählt zur Spätgestose) handelt es sich um eine bekannte Schwangerschaftserkrankung, bei der du unter einem zu hohen Blutdruck leidest. Im Fachjargon wird der zu hohe Blutdruck auch Hypertonie genannt. Bei einer Hypertonie (in der Schwangerschaft Gestationshypertonie genannt) kommt es außerdem vor, dass es über deinen Harn zu einer hohen Eiweißausscheidung kommt. Besonders bei Frauen ab 35 Jahren, die erst spät schwanger geworden sind, kann dies der Fall sein.

Grundsätzlich wird die Erkrankung bei deinen Vorsorgeuntersuchungen gefunden und kontrolliert. Die genaue Diagnostik einer Präeklampsie ist auch unter der Abkürzung PLGF bekannt. Durch die Messung deines Blutdrucks und Urinproben kann dein Arzt schnell herausfinden, ob es sich bei dir um eine Präeklampsie handelt oder nicht.

Achtung: Nimm jeden Vorsorgetermin wahr, um lebensbedrohliche Komplikationen bei einer Präeklampsie vermeiden zu können. Im schlimmsten Fall kann diese Erkrankung zu schweren Entwicklungsstörungen deines Kindes führen.

Die Präeklampsie selbst betrifft etwa 3-7 Prozent der Frauen. Meistens entwickelt sich diese Erkrankung ab der 20. Schwangerschaftswoche. Bei etwa 25 Prozent der Fälle kann sich die Präeklampsie im Wochenbett entwickeln. Diese klingt in den meisten Fällen jedoch schon nach vier Tagen ab. Es kann aber auch vorkommen, dass die Schwangerschaftserkrankung bis zu sechs Wochen nach der Geburt deines Kindes anhält. Die Ausprägungen und die Dauer der Erkrankung ist von Frau zu Frau unterschiedlich.

💡 Ursachen – Was steckt hinter der Präeklampsie?

Bei einer Präeklampsie handelt es sich um eine Erkrankung, die auf eine Anpassungsstörung deines Organismus zurückzuführen ist. Diese Erkrankung kann aus zahlreichen psychologischen Veränderungen in deinem Körper bestehen. Gerade in deiner Schwangerschaft verändert sich der Körper ungemein, sodass nicht nur die immunologischen, sondern auch die hormonellen Faktoren und Einflüsse eine große Rolle spielen. Bis heute sind die genauen Ursachen für eine Präeklampsie jedoch weiterhin unklar.

Fakt ist jedoch, dass es bei einer Präeklampsie zu einer Verengung deiner Blutgefäße kommt. Durchblutungsstörungen, Gestationshypertonie und Einschränkungen in deiner Sauerstoffversorgung gehören zu einer Präeklampsie dazu. Dein gesamter Körper verändert sich, sodass es zu entzündlichen Prozessen im Körper kommt. Die Folgen sind weitreichend und gehen von einer erhöhten Eiweißausscheidung (lat. Proteinurie) bis zu einer Plazentainsuffizienz hervor.

Gut zu wissen: Auch wenn die Ursachen bislang nicht konkret erforscht sind, gehen Ärzte von unterschiedlichen Punkten aus. Ein möglicher Grund für eine Präeklampsie kann es sein, dass dein Körper in der Schwangerschaft überlastet ist. Gerade bei einer Fehl- oder Mangelernährung kann es schnell zu dieser Erkrankung kommen.

In den neuen Studien zu der Schwangerschaftserkrankung zeigt sich, dass es das Zusammenspiel verschiedener Faktoren ist, welches die Krankheit auslöst.

🌸 Symptome – Woran erkenne ich eine Präeklampsie?

Je nachdem, wie schwer die Präeklampsie ist, können verschiedene Symptome auftreten. Bei einer leichten Erkrankung zeigen sich oftmals keine oder nur sehr leichte Symptome. Die folgenden Symptome können bereits auf eine Präeklampsie hindeuten:

  • Deutliche Gewichtszunahme (mehr als 1 kg die Woche)
  • Lichtempfindlichkeit
  • Sehstörungen
  • Schwindel
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Krampfanfälle
  • Schmerzen auf der rechten Seite des Oberbauches

Wenn du plötzlich unter starken Kopfschmerzen oder Sehstörungen leidest, solltest du das unbedingt ernst nehmen. Gerade diese Symptome werden oft unterschätzt, können aber wichtige Warnzeichen sein.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Solltest du daher bemerken, dass du unter diesen Symptomen leidest, ist es umso wichtiger, mit deinem Arzt zu sprechen, um eine eventuelle Präeklampsie (Schwangerschaftshochdruck) ausschließen zu können.

Schwere Symptome im Überblick

Bei den nachfolgenden Symptomen handelt es sich um deutlich schwere Symptome, die auftreten können:

Symptome / Beschwerden Erläuterung
Bluthochdruck Bei einer Gestationshypertonie zeigt sich ein Blutdruck mit den Werten 140/90 mmHg. Bei einem Anstieg des systolischen Wertes (der erste Wert) von mehr als 30 mmHg und einem Anstieg des zweiten Wertes (diastolischer Wert) von mehr als 15 mmHg ist von Bluthochdruck die Rede. Für dich bedeutet eine Hypertonie, dass dein Körper und die betroffenen Organe eine verminderte Durchblutung haben.
Proteinurie Dieser Begriff beschreibt, wie schon erwähnt, die überhöhte Ausscheidung von Eiweißen in deinem Urin. Sollten daher mehr als 300 mg Eiweiß auf einem Liter Urin ausgeschieden werden, sprechen Ärzte bereits von einer Proteinurie. Diese Folge der Präeklampsie ist ein Zeichen für eine gestörte Nierenfunktion.
Ödeme Flüssigkeitsanlagerungen in deinem Gewebe, die sogenannten Ödeme, können ebenfalls auftreten. Dicke und geschwollene Beine oder Füße sind in der Schwangerschaft nicht selten. Bei etwa 80 Prozent der Frauen treten Ödeme als Folge einer Präeklampsie in den letzten Schwangerschaftswochen auf. Genauer genommen im letzten Schwangerschaftsdrittel.
Eklampsie Die Eklampsie ist einer der lebensbedrohlichen Folgen der Präeklampsie. Hierbei handelt es sich um eine neurologische Störung, die eine erhöhte Gefahr von Krampfanfällen mit sich bringt. Sollte dies der Fall sein musst du sofort ein Krankenhaus aufsuchen. Die Frage „Präeklampsie wann ins Krankenhaus?" kann im Falle einer Eklampsie konkret beantwortet werden. Solltest du an einer Eklampsie leiden kann es zu schweren Folgeerkrankungen kommen. Hirnödeme, Netzhautschäden, Thrombosen und Hirnblutungen sind schwerwiegende Folgen, die sofort untersucht werden müssen. Schließlich ist eine Eklampsie nicht nur für dich, sondern auch für dein ungeborenes Kind lebensgefährlich.
HELLP-Syndrom Eine weitere schwere Form der Präeklampsie ist das sogenannte HELLP-Syndrom. Hierbei handelt es sich um eine schwere Präeklampsie. Bei dieser Form liegt eine Störung deiner Leberfunktion vor. Oftmals ist auch diese Variante mit zu hohem Blutdruck in Verbindung zu bringen. Selten tritt sie ohne diese Symptome auf.

Die Hauptsymptome beim sogenannten HELLP-Syndrom sind Schmerzen im Oberbauch, eventueller Durchfall und Übelkeit und Erbrechen. Du musst bedenken, dass sich das HELLP-Syndrom innerhalb von nur einer Stunde komplett ausprägen kann. In einigen Fällen kommt es sogar zu einem sehr schnellen Blutdruckanstieg. Normalerweise verschwinden die Symptome nach der Geburt des Kindes wieder. Bleibende Schäden sind eher selten.

⚠️ Welche Risikofaktoren gibt es?

Leider ist die Schwangerschaftserkrankung Präeklampsie mit einigen Risiken verbunden. Auch wenn die Ursachen dieser Erkrankung bis heute nicht geklärt werden konnten, möchten wir dir die eventuellen Risikofaktoren benennen:

  • besonders starkes Unter- oder Übergewicht
  • besonders frühe oder besonders späte Schwangerschaft
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Chronische Nierenerkrankungen
  • Diabetes

Diese Risiken können nicht nur bei einem schweren, sondern auch leichten Verlauf entstehen. Die Präeklampsie selbst, war damals noch unter dem Begriff Gestose oder Schwangerschaftsvergiftung bekannt. Die Vermutung, dass die Schwangerschaftsvergiftung Präeklampsie identisch sind, ist bis heute nicht bewiesen. Daher wird von einem konkreten Vergleich oder einer Gleichstellung weiterhin Abstand genommen.

🏥 Behandlung – Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Bisher gibt es keine konkrete Therapie, die bei einer Präeklampsie eingesetzt werden kann. Vielmehr geht es bei dieser Schwangerschaftserkrankung darum, die Symptome währenddessen zu lindern. Außerdem wollen Ärzte dabei helfen, die schweren Krankheitsverläufe einer Präeklampsie zu vermeiden und auch die weiteren Komplikationen, die entstehen können, verhindern.

Bei leichter Präeklampsie

Sollte es sich bei deiner Präeklampsie um eine leichte Form mit nur geringen Symptomen handeln, raten die Ärzte häufig dazu, sich zu schonen. Körperliche Ruhe, Entspannung und vor allem Ruhe im Bett werden in der Regel verordnet.

Tipp: Achte weiterhin auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Ausreichend Proteine und Salz sind in deiner Schwangerschaft sehr wichtig. Entwässernde Tees und salzreduzierte Kost solltest du unbedingt vermeiden.

Es kann sogar vorkommen, dass dein Arzt dir Blutdrucksenkende Medikamente verschreibt. Gerade bei einer früh auftretenden Präeklampsie ist dies der Fall.

Warum eine Therapie so wichtig ist

Du darfst nicht vergessen, dass eine Präeklampsie, eine Eklampsie und das HELLP-Syndrom einer der gefährlichsten Komplikationen in einer Schwangerschaft sind. Alle Erkrankungen fallen unter den Begriff Spätgestose. Werden diese Erkrankungen nicht rechtzeitig erkannt, kann es zu schwerwiegenden Folgen für dich und dein ungeborenes Kind kommen. Es ist daher sehr wichtig, dass du regelmäßig zu deinen Vorsorgeuntersuchungen gehst und dort deinen Blutdruck messen lässt. Außerdem solltest du unbedingt die ersten Warnzeichen erkennen und sofort handeln.

Wird die Präeklampsie (Schwangerschaftshochdruck) rechtzeitig erkannt und vor allem auch frühzeitig behandelt, kommt es eher selten zu schwerwiegenden Schäden. Leider besteht für dich ein gewisses Risiko, nochmals an einer Präeklampsie zu erkranken, wenn es zu einer Folgeschwangerschaft kommt.

💪 Vorbeugende Maßnahmen – Was kannst du selbst tun?

Viele Frauen haben Angst vor einer Präeklampsie und möchten natürlich auch vorbeugende Maßnahmen treffen. Diese sind sogar möglich und können von dir einfach umgesetzt werden.

Regelmäßige Vorsorge ist das A und O

In erster Linie ist es sehr wichtig, dass du regelmäßig deine Vorsorgeuntersuchungen besuchst. Dein Blutdruck und Urin werden dort regelmäßig kontrolliert. Nur so kannst du das Risiko an einer Präeklampsie eindämmen und im Falle einer Erkrankung rechtzeitig handeln.

Magnesium als Unterstützung

Einige Ärzte empfehlen bei einer Präeklampsie sogar Magnesium. Etwa 450 mg Magnesium solltest du dann während deiner Schwangerschaft und in deiner Stillzeit zu dir nehmen. Magnesium gehört mit zu den Spurenelementen, die sogar gegen vorzeitige Wehen schützen können. Außerdem kann es vorbeugend gegen Gestosen helfen. Aus medizinischer Sicht wurde dies bis heute noch nicht bestätigt.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann tritt eine Präeklampsie auf?

Eine Präeklampsie entwickelt sich meistens ab der 20. Schwangerschaftswoche. Bei etwa 25 Prozent der Fälle kann sie sich auch im Wochenbett entwickeln, klingt dann aber meist nach vier Tagen ab. In seltenen Fällen kann sie bis zu sechs Wochen nach der Geburt anhalten.

Wie erkenne ich, ob ich eine Präeklampsie habe?

Die ersten Anzeichen können eine deutliche Gewichtszunahme (mehr als 1 kg pro Woche), Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindel oder Übelkeit sein. Bei deinen Vorsorgeuntersuchungen werden Blutdruck und Urin kontrolliert – dort kann die Erkrankung sicher festgestellt werden.

Wann muss ich mit einer Präeklampsie ins Krankenhaus?

Sofort ins Krankenhaus solltest du bei Anzeichen einer Eklampsie (Krampfanfälle) oder bei sehr starken Symptomen wie plötzlichem, massivem Blutdruckanstieg, starken Oberbauchschmerzen oder schweren Sehstörungen. Im Zweifel lieber einmal zu viel als zu wenig kontaktieren.

Kann ich einer Präeklampsie vorbeugen?

Die wichtigste Vorbeugung ist die regelmäßige Teilnahme an allen Vorsorgeuntersuchungen. Dort werden Blutdruck und Urin kontrolliert. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit ausreichend Proteinen und Salz ist ebenfalls wichtig. Einige Ärzte empfehlen zusätzlich die Einnahme von Magnesium.

Ist eine Präeklampsie gefährlich für mein Baby?

Unbehandelt kann eine Präeklampsie zu Durchblutungsstörungen der Plazenta führen und im schlimmsten Fall zu Entwicklungsstörungen beim Kind. Bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung sind schwerwiegende Schäden jedoch selten. Deshalb sind die Vorsorgeuntersuchungen so wichtig.

Verschwindet die Präeklampsie nach der Geburt wieder?

In den meisten Fällen verschwinden die Symptome nach der Geburt des Kindes wieder. Wenn sich die Präeklampsie im Wochenbett entwickelt, klingt sie meist schon nach vier Tagen ab. Bleibende Schäden sind eher selten, allerdings besteht bei einer Folgeschwangerschaft ein erhöhtes Risiko, erneut zu erkranken.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

Mehr über Nadine →