Röteln in der Schwangerschaft – Wie gefährlich ist eine Ansteckung?
Auf einen Blick
- Röteln sind besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel gefährlich – über 90% Risiko für Fehlbildungen beim Baby
- Wer bereits Röteln hatte oder geimpft ist, ist lebenslang geschützt und das Baby ist nicht gefährdet
- Die Impfung sollte vor einer Schwangerschaft erfolgen – während der Schwangerschaft ist keine Impfung möglich
Röteln in der Schwangerschaft – ein Thema, das vielen werdenden Mamas Sorgen bereitet. Und das zu Recht: Besonders in den ersten Wochen kann eine Infektion schwerwiegende Folgen für euer ungeborenes Baby haben. Doch keine Panik: Mit dem richtigen Wissen und rechtzeitiger Vorsorge könnt ihr euch und euer Kind schützen.
🔍 Was sind Röteln überhaupt?
Röteln, auch Rubella genannt, gehören zu den typischen Kinderkrankheiten. Eine Ansteckung findet meist zwischen dem fünften und neunten Lebensjahr statt. Doch auch Erwachsene können sich infizieren – und genau hier liegt das Problem für Schwangere.
Die gute Nachricht: Hattet ihr schon einmal Röteln, seid ihr normalerweise ein Leben lang immun gegen den Erreger. Auch eine Impfung bietet euch zuverlässigen Schutz.
Gut zu wissen: Rötelnviren werden über Tröpfcheninfektion übertragen – also durchs Niesen oder Husten. Infizierte sind etwa eine Woche lang ansteckend, oft sogar noch nach Auftreten des typischen Hautausschlags.
🌸 Welche Symptome zeigen sich bei Röteln?
Die Inkubationszeit beträgt zwei bis drei Wochen. Das bedeutet: In den ersten Tagen nach der Ansteckung bemerkt euer Körper nicht einmal, dass er sich infiziert hat. Die Ansteckungsgefahr ist in dieser Zeit am höchsten.
Folgende Symptome können bei einer Rötelninfektion auftreten:
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Fleckiger, roter Hautausschlag
- Bindehautentzündungen
- Erhöhte Körpertemperatur oder Fieber
- Schwellungen der Lymphknoten
Achtung: Sobald sich die ersten Symptome zeigen, solltet ihr umgehend einen Arzt aufsuchen – besonders in der Schwangerschaft ist schnelles Handeln wichtig!
🖤 Wie gefährlich sind Röteln für mein Baby?
In der Schwangerschaft stellt eine Rötelninfektion ein erhebliches Risiko dar. Die Rötelnviren können über den Blutweg euer ungeborenes Kind erreichen – mit fatalen Folgen.
Risiko im ersten Schwangerschaftsdrittel
Besonders kritisch ist eine Infektion in den ersten Wochen: Bei über 90 Prozent der Babys führt die Infektion zu Fehlbildungen. Diese Erkrankung nennt man auch Rötelnembryopathie.
Risiko im zweiten Schwangerschaftsdrittel
Im zweiten Drittel der Schwangerschaft sinkt das Risiko auf etwa 25 Prozent, dass euer Baby an einer Missbildung leidet.
Der Schutz vor Röteln ist eine der wichtigsten Vorsorgemaßnahmen vor einer Schwangerschaft. Lasst euren Impfstatus unbedingt rechtzeitig überprüfen – für euer Baby kann das den entscheidenden Unterschied machen.
Mögliche Folgen für das Baby
Eine Rötelninfektion während der Schwangerschaft kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen:
- Herzfehler
- Getrübte Augen (Katarakt)
- Geistige Behinderungen
- Taubheit
Gut zu wissen: Hattet ihr bereits eine Rötelninfektion oder seid durch eine Impfung geschützt, besteht für euer Baby keinerlei Gefahr. Der Schutz ist lebenslang.
Weitere mögliche Komplikationen
Ab und an kann es bei einer Rötelerkrankung auch zu Gelenkentzündungen (Arthritis) kommen, besonders in den Fingergelenken. Nach erfolgreicher Behandlung der Rötelninfektion gehen diese Symptome jedoch sehr schnell wieder zurück.
💪 Wie kann ich mich und mein Baby schützen?
Die beste Vorbeugung ist eine rechtzeitige Impfung. Viele von euch fragen sich: "Wie lange muss ich nach der Röteln-Impfung mit einer Schwangerschaft warten?" oder "Wie lange vor der Schwangerschaft sollte ich mich impfen lassen?" – wichtige Fragen, die wir euch beantworten möchten.
Impfung im Kindesalter
In der Regel wird euer Kind bereits zwischen dem 11. und 14. Monat gegen Röteln geimpft. Eine zweite Impfung erfolgt mit etwa zwei Jahren. Diese Impfungen schützen nicht nur vor Röteln, sondern auch vor Windpocken, Mumps und Masern – die sogenannte MMRV-Impfung.
Impfung für Erwachsene
Auch für euch Erwachsene gibt es entsprechende Impfungen. Besonders wichtig: Wenn ihr einen Kinderwunsch habt, lasst unbedingt vorher abklären, ob ein Röteln-Impfschutz besteht oder nachgeholt werden muss.
Tipp: Impfungen werden in jedem Alter gut vertragen. Lasst euren Impfstatus am besten bei eurem Frauenarzt überprüfen, wenn ihr eine Schwangerschaft plant.
Häufig gestellte Fragen
Bin ich nach einer Röteln-Impfung lebenslang geschützt?
Ja, sowohl nach einer durchgemachten Rötelninfektion als auch nach einer vollständigen Impfung seid ihr in der Regel lebenslang immun gegen Röteln. Euer Baby ist dann während der Schwangerschaft nicht gefährdet.
Wie lange muss ich nach der Röteln-Impfung warten, bis ich schwanger werden kann?
Nach einer Röteln-Impfung solltet ihr etwa einen Monat warten, bevor ihr schwanger werdet. Während der Schwangerschaft selbst kann nicht geimpft werden, daher ist die Vorsorge so wichtig.
Woran erkenne ich, ob ich gegen Röteln geschützt bin?
Euer Frauenarzt kann durch einen einfachen Bluttest (Antikörper-Test) feststellen, ob ihr gegen Röteln immun seid. Dies gehört auch zu den Standard-Untersuchungen in der Schwangerschaftsvorsorge.
Was passiert, wenn ich in der Schwangerschaft Kontakt zu jemandem mit Röteln hatte?
Informiert sofort euren Frauenarzt! Er wird euren Immunstatus überprüfen und gegebenenfalls engmaschig kontrollieren. Wenn ihr bereits immun seid, besteht keine Gefahr für euer Baby.
Sind Röteln im dritten Schwangerschaftsdrittel noch gefährlich?
Das Risiko für schwere Fehlbildungen ist im dritten Trimester deutlich geringer als zu Beginn der Schwangerschaft. Dennoch solltet ihr jede mögliche Infektion ernst nehmen und ärztlich abklären lassen.
Kann ich mich während der Schwangerschaft gegen Röteln impfen lassen?
Nein, die Röteln-Impfung ist ein Lebendimpfstoff und darf während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden. Deshalb ist es so wichtig, den Impfschutz bereits vor einer geplanten Schwangerschaft zu überprüfen und gegebenenfalls aufzufrischen.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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