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Ist Aspirin während der Schwangerschaft und Stillzeit schädlich?

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 19.05.2026 Lesezeit 9 Min.
Ist Aspirin während der Schwangerschaft und Stillzeit schädlich?

Auf einen Blick

  • Aspirin sollte im letzten Schwangerschaftsdrittel komplett vermieden werden – es kann die Blutgerinnung beeinflussen und die Geburt verlängern
  • Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure geht auf dein Baby über und kann zu erhöhtem Blutverlust bei der Geburt führen
  • Paracetamol oder Ibuprofen sind in Absprache mit dem Arzt die bessere Wahl bei Schmerzen in der Schwangerschaft

Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden, Fieber – in der Schwangerschaft möchtest du schnell zu bewährten Mitteln greifen. Doch bei Aspirin ist Vorsicht geboten: Was im Alltag hilft, kann für dich und dein Baby gefährlich werden. Hier erfährst du, warum Aspirin in der Schwangerschaft problematisch ist und welche Alternativen es gibt.

💊 Warum Aspirin in der Schwangerschaft problematisch ist

Aspirin ist für viele Menschen ein Alltagsmedikament bei Schmerzen aller Art. In der Schwangerschaft gelten jedoch besondere Regeln:

  • Alle Medikamente, die du in deiner Schwangerschaft einnimmst, gehen meistens auf dein Kind über. Das bedeutet, dass dein Baby den Wirkstoff des jeweiligen Arzneimittels ebenfalls aufnimmt
  • Du solltest während deiner Schwangerschaft und Stillzeit nur Medikamente einnehmen, die wirklich notwendig sind. Am besten hältst du immer Rücksprache mit deinem Arzt
  • Aspirin hat nicht nur eine Wirkung, sondern auch Nebenwirkungen. Das gilt für alle Medikamente, die zur Schmerztherapie eingesetzt werden
  • Es gibt kleine Studien, die auf eine Nierenfehlbildung oder sogar einen Hodenhochstand als Folge von Aspirin hinweisen. Bestätigt wurde dieser Verdacht bis heute jedoch nicht
  • Aspirin ist für Schwangere nicht besonders gut geeignet. Solltest du trotz alledem Schmerzmittel zu dir nehmen wollen, greif lieber auf Paracetamol zurück. Doch auch dabei gilt eine vorherige Absprache mit dem Arzt

Achtung: Nimm während deiner Schwangerschaft niemals Medikamente ohne vorherige Rücksprache mit deinem Arzt ein – auch nicht vermeintlich harmlose Schmerzmittel wie Aspirin.

🚫 Das letzte Schwangerschaftsdrittel: Absolutes Aspirin-Tabu

Während des letzten Drittels deiner Schwangerschaft solltest du in jedem Fall auf die Einnahme von Aspirin verzichten. Das bedeutet, dass Aspirin drei Monate vor deiner Geburt keine Rolle spielen darf. Es gibt einige Fakten, die dagegen sprechen:

Gefahr durch Blutverdünnung

  • Aspirin enthält den Wirkstoff Acetylsalicylsäure, welcher die Blutgerinnung beeinflussen kann. Das bedeutet für dich, dass Blutungen deutlich leichter auftreten können und dementsprechend länger anhalten
  • Während deiner Schwangerschaft kann die Einnahme von Aspirin daher gefährlich werden. Es kann durch die gestörte Blutgerinnung zu einem kritischen Blutverlust kommen. Außerdem steigt die Gefahr einer Hirnblutung deutlich an, da während deiner Geburt ein erhöhter Druck auf dein Gehirn entstehen kann

Auswirkungen auf die Geburt

  • Es gibt noch eine weitere Nebenwirkung, die durch die Einnahme von Aspirin deutlich wird. Schließlich hemmt der Wirkstoff zudem die Cyclooxygenasen. Dabei handelt es sich um Enzyme, die wichtig für die Bildung der Prostaglandine sind, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung verschiedener Schmerzen spielen
  • Aspirin hemmt die Bildung dieser Prostaglandine, da es schmerzstillend wirkt. Diese können sogar deine Wehentätigkeiten herabsetzen und dadurch deinen eigenen Geburtsvorgang erheblich verlängern

Geburtserleichternde Medikamente gibt es genug, sodass dies lediglich mit dem Arzt abgesprochen werden muss.

Ich rate allen werdenden Mamas: Lieber einmal zu oft beim Arzt nachfragen als auf eigene Faust zu Medikamenten greifen. Bei meinen beiden Schwangerschaften habe ich gelernt, dass es fast immer sanftere Alternativen gibt.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

🤰 Wann Aspirin in der Schwangerschaft erlaubt sein kann

Die Frage „Darf ich Aspirin in der Schwangerschaft nehmen?" taucht bei vielen werdenden Müttern auf, wenn erste Probleme oder Schmerzen in der Schwangerschaft auftreten. Fakt ist, dass die Einnahme von Aspirin, egal in welcher Form während der Schwangerschaft verboten ist. ASS hingegen ist immer das Schmerzmittel zweiter Wahl. Solltest du dir nicht sicher sein, welche Medikamente oder Schmerzmittel du im Notfall einnehmen darfst, sprich dies mit deinem Arzt ab.

Gut zu wissen: Es gibt viele homöopathische Mittel, die dir bei deinen Schwangerschaftsproblemen helfen können. Frag deinen Arzt oder deine Hebamme nach sanften Alternativen.

Ist es doch notwendig, dass du eine Aspirin-Behandlung machst, solltest du auf jeden Fall schauen, dass du das Medikament nur einnimmst, wenn eine medizinische Überwachung gegeben ist. Eine Einnahme ohne Absprache ist daher untersagt und kann nicht nur dich, sondern auch dein ungeborenes Kind in Gefahr bringen.

Sonderfall Präeklampsie

Bei Erkrankungen, wie beispielsweise einer Präeklampsie, die bei Schwangeren nicht selten ist, kann es zu Kopfschmerzen oder anschwellenden Füßen kommen. Meistens tritt diese Erkrankung in der 20. Schwangerschaftswoche auf. Die Präeklampsie selbst verursacht zudem einen erhöhten Blutdruck. Du solltest jedoch nicht vergessen, dass Aspirin in der Schwangerschaft gefährlich ist. Gerade im letzten Schwangerschaftsdrittel solltest du unbedingt auf Aspirin verzichten. Solltest du doch Aspirin eingenommen haben, sprich dies trotz alledem nochmals mit deinem Arzt ab, um eventuelle Komplikationen zu vermeiden.

Ausnahmen gibt es, wenn der Arzt dir das Aspirin verschreibt. Dies ist des Öfteren der Fall, wenn du nach einer Fehlgeburt nochmals schwanger geworden bist und die Ursache bei einer Blutgerinnungsstörung liegt.

Tipp: Hast du versehentlich Aspirin eingenommen, bevor du von deiner Schwangerschaft wusstest? Keine Panik – informiere einfach deinen Arzt beim nächsten Termin. In den meisten Fällen ist eine einmalige Einnahme unbedenklich.

🍼 Aspirin in der Stillzeit – auch hier Vorsicht

Das Thema Aspirin und Blutverdünnung spielt nicht nur während deiner Schwangerschaft eine relevante Rolle, sondern auch in der Stillzeit. Du darfst nicht vergessen, dass die Inhaltsstoffe des Aspirins in deine Muttermilch übergehen. Stillst du dein Kind, nimmt es das Aspirin ebenfalls mit auf.

Solltest du trotz alledem unter starken Schmerzen leiden und ein Medikament benötigen, ist es sehr wichtig, dass du auf andere Mittel, wie beispielsweise Ibuprofen oder Paracetamol zurückgreifst. Sprich mit deinem Arzt und schildere ihm die Situation. Durch die Einnahme von Aspirin während der Schwangerschaft und der Stillzeit gefährdest du nicht nur dich selbst, sondern auch dein Kind. Ausgenommen, dein Arzt empfiehlt dir die Einnahme zur reinen Blutgerinnung.

Achtung: Auch in der Stillzeit gilt: Aspirin geht in die Muttermilch über. Greif lieber zu stillverträglichen Alternativen wie Paracetamol oder Ibuprofen – natürlich nach Rücksprache mit deinem Arzt.

Häufig gestellte Fragen

Darf ich Aspirin in der Frühschwangerschaft nehmen?

Auch in der Frühschwangerschaft solltest du Aspirin nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen. Der Wirkstoff geht auf dein Baby über und kann Nebenwirkungen haben. Paracetamol ist in der Regel die bessere Wahl bei Schmerzen.

Was passiert, wenn ich versehentlich Aspirin genommen habe?

Eine einmalige, versehentliche Einnahme ist in den meisten Fällen unbedenklich. Informiere trotzdem deinen Arzt beim nächsten Termin darüber. Nimm aber auf keinen Fall weiter Aspirin ein ohne ärztliche Anweisung.

Welche Schmerzmittel sind in der Schwangerschaft erlaubt?

Paracetamol gilt als Schmerzmittel der ersten Wahl in der Schwangerschaft. Auch Ibuprofen kann in bestimmten Schwangerschaftsphasen eingenommen werden. Sprich aber immer vorher mit deinem Arzt, welches Medikament für dich geeignet ist.

Warum verschreibt mein Arzt mir trotzdem Aspirin?

In Ausnahmefällen kann Aspirin medizinisch notwendig sein – zum Beispiel bei Blutgerinnungsstörungen nach einer Fehlgeburt oder zur Vorbeugung einer Präeklampsie. In diesen Fällen überwiegt der Nutzen das Risiko, und du stehst unter ärztlicher Überwachung.

Ab wann ist Aspirin in der Schwangerschaft besonders gefährlich?

Besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel (ab der 28. Woche) solltest du Aspirin komplett meiden. Der Wirkstoff kann die Blutgerinnung stören, zu erhöhtem Blutverlust bei der Geburt führen und die Wehen hemmen.

Darf ich Aspirin in der Stillzeit nehmen?

Auch in der Stillzeit solltest du auf Aspirin verzichten, da der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Greif stattdessen zu stillverträglichen Alternativen wie Paracetamol oder Ibuprofen – nach Rücksprache mit deinem Arzt.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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