Schlaflos und schwanger – was kann ich tun?
Auf einen Blick
- Schlafprobleme in der Schwangerschaft sind völlig normal und betreffen besonders das 1. und 3. Trimester
- Die linke Seitenlage verbessert die Durchblutung und versorgt Dein Baby optimal mit Sauerstoff
- Bewegung, Entspannung und eine Abendroutine helfen Dir, besser in den Schlaf zu finden
Du liegst nachts wach, obwohl Du todmüde bist? Dein Bauch wird größer und keine Position fühlt sich mehr bequem an? Schlaflosigkeit in der Schwangerschaft kennt fast jede werdende Mama – aber Du musst nicht einfach damit leben. Es gibt viele Wege, wie Du wieder zu erholsamen Nächten findest.
🔍 Welche Ursachen stecken hinter den Schlafproblemen in der Schwangerschaft?
Schlafprobleme und Schlaflosigkeit in der Schwangerschaft sind bei vielen Frauen nicht selten. Besonders im ersten und dritten Schwangerschaftstrimester spielt die Schlaflosigkeit eine relevante Rolle. Die Gründe dafür sind vielfältig und verändern sich mit jeder Phase Deiner Schwangerschaft.
Schlaflosigkeit im 1. Trimester
Gerade im ersten Trimester kann es passieren, dass Du trotz Müdigkeit schlaflos bist. Dies ist kein ungewöhnliches Schwangerschaftsanzeichen. Die Hormonumstellung und besonders die körperliche Belastung fordern Dich, sodass es zu einer ständigen Müdigkeit kommt. Du darfst nicht vergessen, dass Ruhe, Erholung und ein entspannter Schlaf in Deiner Schwangerschaft wichtig sind.
Gut zu wissen: Müdigkeit trotz Schlaflosigkeit im ersten Trimester ist ein typisches Schwangerschaftsanzeichen – Dein Körper leistet gerade Unglaubliches.
Schlaflosigkeit im 2. Trimester
Im zweiten Trimester sind es oftmals die Kindsbewegungen, die Deinen Schlaf stören können. Das Baby wird schon jetzt in der Nacht aktiv und bringt Dich schnell aus der Ruhe. Am Tage, wenn Du Dich bewegst, schaukelst Du Dein Baby in den Schlaf. Dies ist in der Nacht nicht mehr der Fall. Achte auch darauf, dass Du nicht unbedingt auf dem Rücken schläfst. Dadurch drückt Dein Baby auf die Hohlvene im Bauch, sodass es zu einer schlechteren Sauerstoffversorgung kommt und Dein Blutdruck sinkt. Dies ist auch unter dem Namen Vena-Cava-Syndrom bekannt. Aufgrund dessen, dass Dir schwindelig wird, ist die Versorgung Deines Kindes gestört.
Schlaflosigkeit im 3. Trimester
Im dritten Trimester treten die meisten Schwangerschaftsprobleme der Schlaflosigkeit auf. Dafür gibt es zudem auch einen Grund. Dein Babybauch wird größer und größer, sodass es sehr schwer ist, die Liegeposition zu finden, die Dich in den Schlaf bringt. Die richtige Schlafposition ist jetzt besonders wichtig, um auch in der Nacht zur Ruhe zu kommen.
🛏️ Die richtige Schlafposition – schnelle Hilfe bei Schlafproblemen
Um gegen die Schlaflosigkeit in der Schwangerschaft anzugehen, solltest Du vorerst die korrekte Schlafposition für Dich finden. Diese ist wichtig, damit Du weitere Schlafprobleme vermeiden kannst. Vielen Frauen hilft es besonders in den ersten Monaten, auf der linken Seite zu schlafen. Man sagt, dass das Schlafen auf der linken Seite den Körper entlasten soll. Außerdem soll es dadurch zu einer besseren Durchblutung in Deinem Körper kommen.
Ein weiterer Vorteil des Schlafens auf der linken Seite ist, dass sich deutlich weniger Wassereinlagerungen in Deinem Körper bilden können. Dein Baby wird durch die entspannte Liegeposition ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, sodass Du Dir darüber garantiert keine weiteren Gedanken machen musst.
Tipp: Achte bei Deiner Schlafposition gleichzeitig auf ein gutes Kissen. Dies kann entweder ein Stillkissen sein oder aber auch ein bequemes Kissen, welches Du Dir in Deinen Rücken legen kannst. Es gibt sogar viele Frauen, die anstatt in ihrem Bett in einem Sessel schlafen, da es für sie dort deutlich bequemer ist.
Besonders bei Schwangerschaftsdepressionen ist es besonders wichtig, dass Du Dir Hilfe holst, wenn Du nachts nicht zur Ruhe kommst. Deine Hebamme oder Dein Frauenarzt kann Dich bei den Symptomen der Schwangerschaftsdepressionen helfen und beraten.
💪 Entspannung und Bewegung als Mittel gegen Schlaflosigkeit
Für ausreichend Bewegung solltest Du auch in Deiner Schwangerschaft sorgen. Das bedeutet nicht, dass Du beispielsweise Kraftsport nachgehen musst. Etwas längere Spaziergänge oder leichte Sportarten, wie beispielsweise Yoga können nicht nur Dein Wohlbefinden steigern, sondern auch dabei helfen, gegen die Schlaflosigkeit anzugehen.
Folgende Sportarten können ebenfalls zu einem besseren Schlaf in der Schwangerschaft beitragen:
- Schwimmen am Nachmittag
- intensive Bewegungen mehr als zwei Stunden vor dem Schlafengehen
- Yoga und Entspannungsübungen am Abend
- längere Spaziergänge
- Achtsamkeitstraining
- die richtige Schlaftemperatur finden
- für eine gute Schlafbereitschaft sorgen (Routine am Abend)
Schwimmen ist eine Sportart, die besonders in Deiner Schwangerschaft gut tun wird. Schließlich lässt sich dadurch nicht nur Dein Harndrang reduzieren, sondern bietet ebenso einen Schutz vor Ödemen, also Wassereinlagerungen, besonders in den Beinen. Dies ist ein Faktor, der viele Schwangere in der Nacht stört und zu Schlaflosigkeit führt.
Ein warmes Bad am Abend hat mir in beiden Schwangerschaften geholfen, endlich loszulassen und zur Ruhe zu kommen. Manchmal braucht es diese kleinen Rituale, um dem Körper zu signalisieren: Jetzt ist Schlafenszeit.
Wir haben sogar noch einen weiteren Tipp für Dich: Warme Bäder helfen ebenfalls dabei, besser in den Schlaf zu finden. Wichtig dabei ist, dass Du nicht länger als 10 Minuten bei etwa 38 Grad in die Badewanne gehst. Sollte Dir das zu warm sein, kannst Du sogar ein Fußbad nehmen. Auch das hilft Dir, besser in den Schlaf zu finden und vor allem zu entspannen. Entspannung vor dem Schlafengehen trägt zu einem erholsamen und guten Schlaf bei. Du kannst Dich dazu beispielsweise auch von Deinem Partner massieren lassen.
✨ Die gängigsten Tipps gegen Schlaflosigkeit in der Schwangerschaft
Es gibt noch viele weitere Tipps, die Dir in Deiner Schwangerschaft helfen können. Oftmals reicht es sogar aus, wenn Du nur wenige dieser Tipps befolgst oder im Alltag umsetzt.
- Tipp: Vermeide am besten schwere Mahlzeiten vor dem Schlafengehen. Mit einem vollen Bauch schläft niemand gut, vor allem nicht in der Schwangerschaft. Achte darauf, dass Du etwa drei Stunden vor dem Schlafengehen nur noch leichte Kost zu Dir nimmst.
- Tipp: Außerdem solltest Du auch auf das Trinken direkt vor dem Schlafengehen verzichten. Anregende Getränke können ebenfalls Deine Nachtruhe stören.
- Tipp: Sollte die Schlaflosigkeit länger anhalten, kann es sogar helfen, ein Buch zu lesen oder leichte Entspannungsübungen in der Nacht zu machen. Oftmals findet man dadurch besser und leichter in die Nachtruhe.
- Tipp: Nicht selten sind werdende Mütter durch Ängste und Unsicherheiten geplagt. Es ist wichtig, dass Du versuchst, schon vor dem zu Bett gehen zur Ruhe zu kommen. Gespräche oder das Aufschreiben des eigenen Gedankens kann dabei helfen.
- Tipp: Eine warme Milch mit etwas Honig kann beim Einschlafen helfen. Dies ist nicht nur ein Mythos, sondern bewiesen. Durch das Erwärmen der Milch wird Tryptophan freigegeben. Dabei handelt es sich um eine natürliche Aminosäure, die Deinen Körper und Deinen Geist beruhigen kann.
- Tipp: Am besten sorgst Du täglich für eine gute Schlafbereitschaft. Damit ist eine abendliche Routine gemeint, die Du dauerhaft einhalten solltest, um entspannt ins Bett gehen zu können. Nächtliches Grübeln und Sorgen vergehen dadurch ebenfalls.
Achtung: Auch pflanzliche Mittel wie Baldrian oder Bachblüten solltest Du niemals ohne Rücksprache mit Deiner Hebamme oder Deinem Arzt einnehmen – in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.
🌸 Was tun bei weiterer, anhaltender Schlaflosigkeit und Schlafstörungen?
Trotz aller Bemühungen und Umsetzungen kann es trotz alledem passieren, dass die Schlaflosigkeit in Deiner Schwangerschaft nicht nachlässt. Sollten unsere Tipps und genannten Methoden daher keinerlei Wirkungen zeigen, ist es von Vorteil, mit Deiner Hebamme zu sprechen. Diese kann Dir weitere Möglichkeiten aufzeigen, gegen die Schlafstörungen und die Schlaflosigkeit anzugehen. Vielen Frauen helfen homöopathische Mittel, wie beispielsweise Baldrian und Bachblüten weiter, um in den Schlaf zu kommen. Doch auch bei der Einnahme von pflanzlichen Mitteln ist es sehr wichtig, mit Deinem Arzt oder Deiner Hebamme Rücksprache zu halten.
Häufig gestellte Fragen
Warum kann ich in der Schwangerschaft nicht schlafen, obwohl ich so müde bin?
Die Hormonumstellung, besonders im ersten Trimester, belastet Deinen Körper enorm. Trotz großer Müdigkeit können innere Unruhe und körperliche Veränderungen Dich am Einschlafen hindern. Das ist ein völlig normales Schwangerschaftsanzeichen.
Ist es gefährlich, in der Schwangerschaft auf dem Rücken zu schlafen?
Ab dem zweiten Trimester solltest Du die Rückenlage vermeiden. Dein Baby kann auf die Hohlvene drücken (Vena-Cava-Syndrom), was zu Schwindel und einer schlechteren Sauerstoffversorgung führt. Die linke Seitenlage ist ideal.
Welche Schlafposition ist in der Schwangerschaft am besten?
Die linke Seitenlage ist optimal. Sie entlastet Deinen Körper, verbessert die Durchblutung, versorgt Dein Baby bestens mit Nährstoffen und Sauerstoff und reduziert Wassereinlagerungen. Ein Stillkissen zwischen den Beinen kann zusätzlich helfen.
Helfen warme Bäder wirklich beim Einschlafen?
Ja, warme Bäder können sehr entspannend wirken. Bade aber nicht länger als 10 Minuten bei maximal 38 Grad. Alternativ hilft auch ein warmes Fußbad, um Deinen Körper auf die Nachtruhe vorzubereiten.
Darf ich in der Schwangerschaft Baldrian oder andere Schlafmittel nehmen?
Auch pflanzliche Mittel wie Baldrian oder Bachblüten darfst Du nicht ohne Rücksprache mit Deiner Hebamme oder Deinem Arzt einnehmen. In der Schwangerschaft ist bei allen Mitteln Vorsicht geboten – sprich vorher immer mit Deinem medizinischen Team.
Wann sollte ich wegen Schlafproblemen meine Hebamme kontaktieren?
Wenn die Schlaflosigkeit trotz aller Tipps und Maßnahmen anhält oder Du zusätzlich unter Ängsten und Stimmungsschwankungen leidest, sprich mit Deiner Hebamme oder Deinem Arzt. Besonders bei Anzeichen einer Schwangerschaftsdepression ist professionelle Hilfe wichtig.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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