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Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft

Nadine Scheiner
16 Feb 2022
4 min
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Vorsorgeuntersuchungen sind in eurer Schwangerschaft sehr wichtig. Gerade wenn es um die ersten Ultraschalluntersuchungen geht, sind viele Frauen einfach nur begeistert. Schließlich könnt auch ihr es wahrscheinlich kaum abwarten, bis ihr das Herz eures ungeborenen Kindes auf dem Monitor schlagen hören könnt. Für werdende Eltern einfach ein unvergesslicher Moment.
Was es mit den Ultraschalluntersuchungen auf sich hat und was ihr dabei beachten solltet, möchten wir euch gerne in unserem Artikel beschreiben.

Ultraschalluntersuchung in der Frühschwangerschaft
TommyStockProject via shutterstock

Ultraschalluntersuchung Schwangerschaft – Ab wann ist eine Ultraschalluntersuchung nötig?

Es ist vorwegzunehmen, dass Ultraschalluntersuchungen ab der 40. Schwangerschaftswoche als medizinisch notwendig angesehen werden. Das sogenannte Screening, wie die Ultraschalluntersuchung auch genannt wird, ist ab diesem Zeitpunkt sinnvoll. Das Screening gehört mit zu den wichtigen Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft. Aufgrund dessen werden die Kosten dafür von den Krankenkassen übernommen, sodass ihr euch dahingehend keinerlei Gedanken machen müsst. Grundsätzlich ist die Ultraschalluntersuchung auch dafür gedacht, den Verlauf eurer Schwangerschaft zu begleiten und euer ungeborenes Baby zu kontrollieren.

Euer Frauenarzt kann die Entwicklung eures Kindes mittels einer Ultraschalluntersuchung begleiten. Sollte es daher zu frühzeitigen Komplikationen in eurer Schwangerschaft kommen ist es ebenfalls möglich, dies durch das Screening in Erfahrung zu bringen. Alle Ultraschalluntersuchungen, die bei euch gemacht wurden, werden auch in eurem Mutterpass festgehalten und dokumentiert.

Insgesamt werden drei Ultraschalluntersuchungen in euren Schwangerschaftswochen gemacht. Wie wichtig diese sind und was beobachtet werden kann, haben wir euch ebenfalls zusammengefasst:

Die Erstuntersuchung im ersten Trimester (Frühschwangerschaft)

Die Erstuntersuchung findet in der Regel zwischen der 5. und 8. Schwangerschaftswoche statt. In dieser Untersuchung wird der ungefähre Geburtstermin bestimmt, euer Mutterpass erstellt und die Schwangerschaft an sich bestätigt. Häufig könnt ihr zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel erkennen.

Folgende Kontrollen werden durchgeführt:

  • Rhesusfaktor
  • Blutgruppenbestimmung
  • Blutdruckmessung
  • Gewichtskontrolle
  • Urinuntersuchung
  • Test auf Zytomegalie, Listeriose, Toxoplasmose
  • Fruchtsackdurchmesser
  • Abstrich

Die 1. Ultraschalluntersuchung (Frühschwangerschaft)

Die erste Ultraschalluntersuchung Schwangerschaft findet zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche statt. Diese Untersuchung wird bei euch vaginal vorgenommen. Dabei achtet der Arzt besonders darauf, ob eine Mehrlingsschwangerschaft ersichtlich ist oder ob ihr nur ein Baby zur Welt bringt. Ebenso kann im ersten Screening kontrolliert werden, ob der Fötus richtig sitzt, damit schon zu diesem Zeitpunkt eine Eileiter- oder auch Bauchhöhlenschwangerschaft ausgeschlossen werden kann.

Außerdem werden bei dieser Untersuchung die Bewegung eures Babys, der Herzschlag und sogar andere Auffälligkeiten untersucht. Sollte es beispielsweise Hinweise auf das Down-Syndrom geben, kann auch das bereits mit dem ersten Screening untersucht werden.

Folgende Untersuchungen fallen in diesen Zeitraum:

  • Gewichtskontrolle
  • Blutdruckmessung
  • Vaginalsonographie
  • Hämoglobingehalt
  • die Lage der Gebärmutter
  • Urintest (Eiweiß, Zucker, Erreger)
  • Kontrolle der Nackentransparenz (zwischen 11. und 14. SSW)

Die 2 Ultraschalluntersuchung Schwangerschaft (Frühschwangerschaft/Spätschwangerschaft)

In der 2. Ultraschalluntersuchung Schwangerschaft wird kein vaginales Ultraschallscreening durchgeführt. Bei diesem wird der Schallkopf in eure Vagina eingeführt, auch Vaginalsonographie genannt. Diese Ultraschalluntersuchung ist nicht schmerzhaft, jedoch für manche Frauen unangenehm. Ab der 19. Schwangerschaftswoche bis zur 29. Schwangerschaftswoche wird die Ultraschalluntersuchung abdominal durchgeführt. Das bedeutet, dass die Untersuchung auf eurer Bauchdecke gemacht wird. Bei diesem Ultraschallscreening achtet euer Arzt besonders auf die Organe eures ungeborenen Kindes. Bei einer solcher Untersuchung werden auch Unregelmäßigkeiten kontrolliert und gegebenenfalls festgestellt. Ebenso wird geschaut, wie die Herzreaktion eures Kindes ist und ob vor allem eine altersgerechte Entwicklung stattgefunden hat. Selbst die Fruchtwassermenge kann euer Arzt zu diesem Zeitpunkt schon bestimmen und sogar schauen, wie die Lage eures Mutterkuchens, also der Plazenta ist.

Sollte ihr schon wissen wollen, ob ihr einen Jungen oder ein Mädchen bekommt, ist die zweite Ultraschalluntersuchung für euch mehr als spannend. Schließlich kann man zu diesem Zeitpunkt bereits einen ersten Blick auf das Geschlecht eures ungeborenen Babys werden.

Folgende Untersuchungen fallen in diesen Zeitraum:

  • Standarduntersuchungen (Gewicht, Blutdruck, Urin)
  • Plazentauntersuchung
  • Herztöne (Herzstellung, Herzentwicklung)
  • Untersuchung der Plazenta
  • Kontrolle der Organentwicklung
  • Fruchtwassermenge
  • Länge der Oberschenkelknochen
  • Fötusgewicht (Größe von Bauch und Kopf)

Hämoglobingehalt

Die 3. Ultraschalluntersuchung Schwangerschaft (Spätschwangerschaft)

In der 29. bis 32. Schwangerschaftswoche finden dann eure dritte Ultraschalluntersuchung statt. Auch bei diesem Ultraschallscreening geht es um die körperliche Entwicklung eures Babys. Alles wird zu diesem Zeitpunkt genau kontrolliert. Das Wachstum eures Babys, die Bewegungen, die Herzaktionen und die Fruchtwassermenge. Es ist wie eine Art Babyfernsehen, bei der genaue Kontrollen auf Fehlbildungen und andere Komplikationen gemacht werden.
Es werden erst weitere Screenings vorgenommen, wenn euer Baby noch nicht die korrekte Position eingenommen hat. Diese Untersuchungen erfolgen meistens erst nach der 36. Schwangerschaftswoche.

In diesem Zeitraum werden die folgenden Untersuchungen gemacht:

  • Standarduntersuchungen (Gewicht, Blutdruck, Urin)
  • Hämoglobingehalt
  • Kontrolle der Herzschläge des Babys
  • 3D Ultraschall zu diesem Zeitpunkt möglich
  • Untersuchung der Plazenta
  • Kontrolle der Fruchtwassermenge
  • Messung der Größe von Kopf, Bauch und Oberschenkelknochen
Ultraschalluntersuchung 3. Trimester
Desizned via shutterstock

Babyfernsehen in 3D – die pränatalen Untersuchungen

Echtes Babyfernsehen könnt ihr mit Hilfe der weiteren pränatalen Untersuchungen erleben. Das 3D Ultraschall ist bei vielen werdenden Müttern heute bleibt. Dieses wird zwar nicht in allen Praxen angeboten, sorgt aufgrund der neuartigen Technik jedoch für eine Menge aufsehen und Besonderheiten.

Herkömmliche Screenings bieten euch schwarz-weiß Bilder. Mit den 3D Ultraschalluntersuchungen könnt ihr euer Baby selbst beim Schlafen oder Nuckeln beobachten. Diese Art von Babyfernsehen ist ein anderes Gefühl als bei einem normalen Ultraschall. Leider haben diese Untersuchungsmethoden auch ihren Preis und werden eher selten von den Krankenkassen übernommen. Das bedeutet, dass die 3D Untersuchung nicht als Kassenleistung gewertet werden kann. Außerdem ist bis heute nicht geklärt, wie schädlich das Babyfernsehen für euer ungeborenes Kind ist. Zumindest wurde noch nicht besprochen, ob eine solche Sonographie Schaden tragen kann.

Betrachtet man sich den heutigen Stand der Wissenschaft wird schnell deutlich, dass Ultraschalluntersuchungen für euer Baby keineswegs schädlich sind. Außerdem dürft ihr nicht vergessen, dass 3D Ultraschalluntersuchungen für euren Arzt von großem Vorteil ist. Gesichtsspalten, Neuralrohrdefekte, Herzfehler oder andere Fehlbildungen können durch das sogenannte Babyversehen viel schneller und leichter erkannt werden. Auch andere Auffälligkeiten von eurem ungeborenen Kind werden dadurch schnell sichtbar. Solltet ihr euch trotz alledem informieren wollen, könnt ihr euch die Strahlenschutzverordnung ansehen.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass ihr alle Vorsorgeuntersuchungen und dementsprechend auch Screenings wahrnehmt. Nur so könnt ihr die Entwicklung eures ungeborenen Kindes kontrollieren und vorsorgen. Außerdem gehört das Screening zu den Mutterschutzrichtlinien, an die ihr euch halten solltet.

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