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Corona Impfung in der Schwangerschaft – das solltet ihr wissen

Nadine Scheiner
16 Feb 2022
4 min
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Die Gefahr durch den Corona-Virus sorgt dafür, dass Schwangere sich die Frage stellen, ob sie eine Schutzimpfung auch während der Schwangerschaft in Anspruch nehmen können und auch sollten. Damit ihr einen guten Überblick über die allgemeinen Empfehlungen erhaltet und so für euch abwägen könnt, findet ihr hier die wichtigsten Aspekte.

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat im Oktober 2021 die Impfempfehlung zur Corona-Schutzimpfung für Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel ausgesprochen.
  • Die aktuelle Datenlage zeigt kein erhöhtes Risiko für Frühgeburten, Fehlgeburten oder Totgeburten durch die Covid-Impfung.
  • Auch Frauen im gebärfähigen Alter wird die Impfung empfohlen. Einen Hinweis zur Ausbildung von Unfruchtbarkeit gibt es nicht.
Corona Impfung Schwangerschaft
Marina Demidiuk via shutterstock

Besteht grundsätzlich die Empfehlung für eine Impfung während der Schwangerschaft?

Ungeimpfte Schwangere gehören zu der Gruppe, für die durch die STIKO eine Empfehlung zur Corona-Impfung ausgesprochen wurde. Mit dem Erreichen der 13. Schwangerschaftswoche könnt ihr euch einen Termin bei der Frauenärztin oder auch bei einem anderen Arzt holen.

Die Grundlage für die Empfehlung ist die Datenlage in Bezug auf ein Risiko einer Erkrankung mit Covid in der Schwangerschaft. Dem gegenüber steht die Effektivität, die durch die Impfung gewährleistet wird. Mögliche Komplikationen, die im Rahmen einer Impfung auftreten können, stellen damit ein deutlich geringeres Risiko dar, als ein schwerer Krankheitsverlauf.

Die Impfung sollte mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen. Dies ist den ausführenden Medizinern allerdings auch bekannt. Gebt daher bei einer Terminvereinbarung und beim Termin vor Ort immer an, dass ihr schwanger seid.

Was passiert bei einer Impfung im ersten Schwangerschaftsdrittel?

Es kann natürlich sein, dass ihr euch habt impfen lassen und gar nicht wusstet, dass ihr bereits schwanger seid. Die Empfehlungen hierzu lauten, dass ein Abbruch einer Schwangerschaft nicht notwendig ist. Fachgesellschaften verweisen darauf, dass das Risiko für Fehlbildungen gering ist. Die zweite Impfung sollte dann aber erst ab der 13. Schwangerschaftswoche erfolgen.

Wichtig: Beobachtungsstudien zeigen, dass schwangere Frauen gegenüber nicht schwangeren Frauen kein erhöhtes Risiko haben, Nebenwirkungen von der Impfung zu bekommen.

Es hat sich aber gezeigt, dass ihr die Antikörper, die sich nach dem Impfen bilden, sowohl über die Plazenta als auch über die Muttermilch an das Ungeborene oder das Baby geben könnt. Dadurch ist ein möglicher Infektionsschutz schon bei der Geburt oder im Wochenbett gegeben.

Tipp: Ihr möchtet noch mehr darüber erfahren? Es gibt von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) eine Stellungnahme, die ihr einsehen könnt.

 

Kann eine Erkrankung mit SARS-CoV-2 schwer verlaufen?

Natürlich ist es immer ein Abwägen, ob ihr euch impfen lassen möchtet oder nicht. Umso wichtiger ist es zu analysieren, inwieweit die Impfung einen Nutzen bringt. Eine Ansteckung mit dem Virus bei Infizierten erfolgt über Tröpfchen und Aerosole. Teilweise sind sich Erkrankte nicht darüber bewusst, dass sie bereits ein Träger des Virus sind.

Es hat sich gezeigt, dass Schwangere nur in seltenen Fällen Komplikationen oder auch schwere Verläufe bei einer Infektion haben und eine intensivmedizinische Behandlung benötigen. Im Vergleich zu Frauen eures Alters, die jedoch nicht schwanger sind, ist euer Risiko allerdings erhöht.

Dazu stellt sich die Frage, ob ihr unter Vorerkrankungen oder möglichen Risikofaktoren leidet oder diese aufweist. Das kann dazu führen, dass die Gefahr für einen schweren Verlauf zeigt. Zu den Risikofaktoren gehören:

  • Adipositas
  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Atemwegserkrankungen

 

Unter einer Infektion mit dem Corona-Virus steigt zudem die Gefahr, dass ihr eine Präeklampsie erleidet. Die Schwangerschaftsvergiftung ist sowohl für euer Kind als auch für euch gefährlich.

Auch bei einem leichten symptomatischen Verlauf kann es passieren, dass ihr euch sehr unwohl fühlt. Bedenkt zudem, dass eine Geburt mit einer Infektion unter nur schwierigen Umständen stattfindet und nach der Entbindung auch eine Gefahr der Ansteckung für euer Kind bestehen kann.

Wie gut schützt die Impfung mich und mein Baby?

Relevant ist für euch die Frage, ob bei geimpften Frauen die Gefahr für das Baby reduziert werden kann. Es ist nachgewiesen worden, dass ihr die Antikörper über die Plazenta an euer Ungeborenes weitergebt. Nicht deutlich wurde in den Untersuchungen bisher allerdings, ob damit das Neugeborene nach der Entbindung auch direkt einen relevanten Schutz hat.

Für euch sinkt das Risiko, dass eine mögliche Erkrankung mit dem Virus einen schweren Verlauf nimmt, bei dem ihr klinisch behandelt werden müsst.

Wie sieht es mit Nebenwirkungen aus?

Natürlich wurden auch Tests zu Nebenwirkungen durchgeführt. Bisher zeigen die Daten keinen Hinweis, dass eine Impfung in der Schwangerschaft ein Auslöser für sogenannte UAW sein kann. Hierbei handelt es sich um die schwangerschaftsbedingten unerwünschten Wirkungen. Dazu gehören:

  • Fehlbildungen
  • Totgeburten
  • Frühgeburten
  • Fehlgeburten

 

Das heißt, es gibt keine gehäuften Hinweise dazu, dass eines der genannten Ereignisse mit der Impfung einhergehen könnte.

Zu den Nebenwirkungen, die bei euch auftreten können, gehören vor allem Schmerzen im Arm, erhöhte Temperatur, Müdigkeit und Unwohlsein. Dies sind auch die Nebenwirkungen, die häufig bei nicht schwangeren Personen auftreten.

Kann ich mich in der Stillzeit impfen lassen?

Eine eurer Impfungen würde dann in die Stillzeit fallen? Auch für Stillende wurde die allgemeine Empfehlung durch die STIKO ausgesprochen. Die generelle Empfehlung basiert auf Untersuchungen in Bezug auf die Wirksamkeit, den Transfer von Antikörpern über die Muttermilch sowie die Immunogenität.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigen, dass der Nutzen einer Impfung in der Stillzeit dem Risiko überwiegt und daher die generelle Empfehlung ausgesprochen werden kann.

Umfassend informieren und dann die Entscheidung treffen

Wie bei allen Entscheidungen in der Schwangerschaft, ist auch der Blick auf die Impfung bei werdenden Müttern meist mit Sorgen verbunden. Das ist verständlich. Wenn ihr unsicher seid, ob ihr euch impfen lassen sollt, sind ein Allgemeinarzt oder auch ein Arzt für Frauenheilkunde die richtige Anlaufstelle.

Möglicherweise werdet ihr von Freunden und Bekannten unterschiedliche Erfahrungen in Bezug auf die Impfung während der Schwangerschaft oder Stillzeit hören. Das ist für euch hilfreich, kann aber auch Sorgen schüren.

Nennt daher alle eure Unsicherheiten im Gespräch mit Medizinern und fragt auch direkt nach Nebenwirkungen, Risiken oder Studien, in die ihr euch einlesen könnt.

Hinweis: Fühlt ihr euch nach der Impfung nicht wohl oder seid ihr am Corona-Virus erkrankt und habt starke Symptome, dann sucht immer einen Arzt auf. Dieser wird euch und euer Ungeborenes untersuchen und euch engmaschig kontrollieren, um die Entwicklung im Blick zu behalten.

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