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Schwangerschaftsmythen – welche stimmen wirklich?

Nadine Scheiner
10 Feb 2022
5 min.
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Schwangerschaftsmythen – jeder kennt sie mittlerweile. Ob nun die Erkennung des Geschlechtes aufgrund eurer Bauchform oder die Anzeichen der typischen Morgenübelkeit. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Schwangerschaftsmythen, die auf euch zutreffen können.
Wir haben uns mit den gängigsten Mythen befasst und möchten euch einen kleinen Überblick geben, welche bei vielen Frauen zutreffen und welche nicht.

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LightField Studios via Shutterstock

Die Schwangerschaftsmythen – woher kommen sie eigentlich?

Schon vor eurer Schwangerschaft habt ihr euch bestimmt schon das ein oder andere Mal mit den verschiedenen Schwangerschaftsmythen auseinandergesetzt. Jeder kennt wahrscheinlich den ein oder anderen Mythos. Doch was ist dran an den Schwangerschaftsmythen? Woher stammen sie und welche gibt es genau? Aufgrund dessen, dass die Menschen vor allem im Mittelalter keinerlei medizinische Möglichkeiten hatten, dass Geschlecht des Babys vor der Geburt herauszufinden, haben sie sich anhand von Symptomen in der Schwangerschaft orientiert. Schon von diesem Zeitpunkt an gab es Schwangerschaftsmythen, die noch bis heute zutreffen.

Mythos 1: Übelkeit am Morgen deutet auf ein Mädchen hin

Der erste Schwangerschaftsmythos besagt, dass die morgendliche Übelkeit immer auf ein Mädchen hindeutet. Frauen, die daher unter einer besonders starken Schwangerschaftsübelkeit leiden bekommen häufiger ein Mädchen als einen Jungen. Leider stimmt dieser Mythos nicht und konnte bis heute nicht wissenschaftlich belegt werden. Das bedeutet, dass eure Schwangerschaftsübelkeit nichts über das Geschlecht eures Kindes aussagt.

Mythos 2: Die Bauchform verrät mehr über das Geschlecht des Babys

Viele kennen den Mythos bereits, da er seit geraumer Zeit sehr weit verbreitet ist. Dieser Mythos sagt aus, dass eine tief liegende Bauchform immer auf einen Jungen hindeutet. Ist eure Bauchform eher rund und breit, soll ein Mädchen unterwegs sein. Doch auch bei diesem Mythos müssen wir euch leider sagen, dass es sich lediglich um ein Ammenmärchen handelt. Wie euer Bauch wächst und welche Form er bekommt hängt nicht vom Geschlecht des Kindes ab, sondern vielmehr von eurer eigenen Körperform und eurem Körperbau. Auch die Größe eures ungeborenen Kindes und die Fruchtwassermenge kann die Größe euers Bauches beeinflussen.

Mythos 3: Sodbrennen zeugt von Haarpracht bei eurem Kind

Betrachtet man diesen Mythos aus rein biologischer Sicht wird einem schnell klar werden, dass euer Magen nicht mit eurer Gebärmutter verbunden ist. Es ist daher biologisch gesehen nicht einmal möglich, dass die Haare eures ungeborenen Kindes kitzeln. Es sind vielmehr die muskelentspannenden Schwangerschaftshormone, die dafür sorgen, dass ihr Sodbrennen bekommt.

Mythos 4: Pickel in der Schwangerschaft deuten auf ein Mädchen hin

Dieser Mythos ist ebenfalls sehr weit verbreitet. Bekommt ihr beispielsweise unreine Haut und Pickel in der Schwangerschaft bedeutet dies, dass ihr wahrscheinlich ein Mädchen zur Welt bringt. Bei einer reinen und makellosen Haut soll es eher auf einen Jungen hindeuten. Man muss dazu sagen, dass an diesem Schwangerschaftsmythos sogar etwas dran ist. Allerdings nicht so wie er aus dem Mittelalter stammt, sondern andersherum. Wer einen Jungen auf die Welt bringt leidet häufig unter fettigen Haaren oder einer schlechten Haut. Grund dafür ist, dass euer ungeborenes Baby ab der 23. Schwangerschaftswoche das Sexualhormon Testosteron im Hoden bildet, was bei euch wiederum für stumpfe Haare sorgen kann. Dadurch kann sich sogar euer Erscheinungsbild erheblich verschlechtern.

Mythos 5: In der Schwangerschaft wird man vergesslich

Bei diesem Mythos kann man eindeutig sagen, dass er vollkommen stimmt. Aufgrund eures veränderten Hormonspiegels kann es zu einer sogenannten Schwangerschaftsdemenz kommen. Schließlich konzentriert ihr euch während eurer Schwangerschaft sehr stark auf euer Kind. Dabei kann es schon passieren, dass ihr die ein oder anderen Dinge vergesst. Ein dicker Bauch und wenig Schlaf gehören mit zu den häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden, die sogar eure Konzentration stören können. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass ihr nach der Geburt eures Kindes nicht mehr vergesslich seid. Es gibt nämlich auch eine Stilldemenz.

Mythos 6: Schwangere essen immer für 2 Personen

Grundsätzlich ist es richtig, dass man in der Schwangerschaft deutlich mehr isst als sonst. Das hat jedoch nichts mit der Größe der Portion zu tun. Schwangere sollten sich in dieser Zeit grundsätzlich gesund und ausgewogen ernähren. Nur so kann sich euer Baby optimal entwickeln und wird mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Man sagt, dass ihr zum Ende eurer Schwangerschaft in etwa 250 bis 300 Kalorien mehr am Tag zu euch nimmt. Das bedeutet schlichtweg, dass auch dieser Mythos falsch ist. Natürlich kann es in eurer Schwangerschaft zu Heißhungerattacken oder Gelüsten kommen. Allerdings ist das normal.

Mythos 7: Jedes geborene Kind kostet einen Zahn

Ein Mythos, den man so wahrscheinlich nicht kennt. Er ist aber auch völlig falsch. Der Mythos besagt, dass ihr bei jedem Kind einen Zahn verlieren könnt. Dies ist jedoch nicht richtig. Wenn ihr auf eure Zähne achtet und sie weiterhin pflegt, braucht ihr euch keinerlei Sorgen in eurer Schwangerschaft machen. Was jedoch richtig erscheint ist, dass sich aufgrund eurer Hormonumstellung das Zahnfleisch etwas lockert, damit es besser durchblutet werden kann. Daher kann es schon vorkommen, dass eure Zähne in der Schwangerschaft etwas empfindlicher sind als sonst. Besprecht am besten mit eurem Arzt was ihr dagegen tun könnt. Oftmals reicht eine höhere Zufuhr an Kalzium bereits aus.

Mythos 8: Stillbeziehung durch Beratung verbessern

Viele Frauen haben Angst zu stillen. Nicht aufgrund von Schmerzen, sondern vielmehr aufgrund dessen, dass sie etwas falsch machen könnten. Es gibt daher Stillberater, die euch werdenden Müttern helfen sollen und gleichzeitig die Stillbeziehung verbessern. Ob dies Sinn macht? Bei diesem Mythos gehen die Meinungen sehr stark auseinander. Einige Frauen bevorzugen eine solche Beratung, andere wiederum nicht. Eine gute Stillbeziehung ist schließlich vielen Frauen sehr wichtig.

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Syda Productions via Shutterstock

Ist es auch möglich, dass Geschlecht des Kindes bei der Zeugung beeinflussen zu können?

Grundsätzlich ist es nicht möglich, dass Babygeschlecht zu beeinflussen. Solltet ihr jedoch das Bedürfnis danach haben, könnt ihr es versuchen. Eine Garantie gibt es allerdings nicht. Die Spermien des Mannes bestehen aus weiblichen und männlichen. Beide haben allerdings das gleiche Ziel: sie wollen die Eizelle in eurem Körper erreichen. Es gibt daher keine Möglichkeit, dass Babygeschlecht stark zu beeinflussen, damit ihr euer Wunsch-Babygeschlecht bekommt.

Oftmals heißt es sogar, dass Frauen eine Schwangerschaftsdepression bekommen, weil sie in den vorherigen Monaten voller Freude und Elan waren. Doch auch ein solcher Mythos ist nicht korrekt. Schließlich leidet nicht jede Frau unter Schwangerschaftsdepressionen. Eher im Gegenteil, viele Frauen bemerken nach der Geburt ihres Kindes nicht einmal etwas. Vielmehr ist es die Wirkung der Schwangerschaftshormone, die der Grund für eine solche Depression ist. Daher fällt sie bei einigen Frauen auch schwerer aus, bei anderen wiederum deutlich leichter. Es kommt daher immer auf euch individuell an, ob ihr an einer Schwangerschaftsdepression leidet oder nicht.

Schwangerschaftsmythen sind daher nicht mehr selten. Wahrscheinlich habt ihr die ein oder anderen bereits im Familien- oder Freundeskreis gehört. Lasst euch davon jedoch nicht verunsichern. An den meisten Mythen ist nicht einmal etwas dran, sodass ihr diesen Aussagen kaum Glauben schenken könnt.

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