Nackenfaltenmessung – Bedeutung und Ablauf
Auf einen Blick
- Die Nackenfaltenmessung findet zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche statt und misst die Flüssigkeitsansammlung im Nacken deines Babys
- Normale Werte liegen zwischen 1 und 1,25 Millimeter – ab 3 Millimeter sprechen Ärzte von einer Verdickung
- Die Kosten liegen zwischen 30 und 200 Euro und werden meist nicht von der Krankenkasse übernommen
Du bist schwanger und fragst dich, ob eine Nackenfaltenmessung für dich sinnvoll ist? Diese Untersuchung gehört zu den wichtigsten pränatalen Diagnosemethoden und kann dir helfen, das Risiko für genetische Störungen oder Erkrankungen deines Babys besser einzuschätzen. Hier erfährst du alles Wichtige über Ablauf, Zeitpunkt und Aussagekraft dieser Untersuchung.
🔍 Was ist eine Nackenfaltenmessung genau?
Unter dem Begriff Nackenfalte versteht man eine Flüssigkeitsansammlung, ein Ödem, welches zwischen der Haut und dem Weichteilgewebe im Nacken, knapp über der Wirbelsäule, deines ungeborenen Babys liegt. Diese Falte (Nackentransparenz) kannst du allerdings nur zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche erkennen. In dieser Zeit sind das Lymphsystem und die Nieren des Fötus noch nicht weit ausgebildet, sodass sich in dieser Zeit an dieser Stelle Flüssigkeit ansammelt. Bis zu deiner 14. Schwangerschaftswoche nimmt die Größe, beziehungsweise die Nackendichte zu. Erst danach bildet sie sich wieder zurück.
Die Nackenfaltenmessung, auch NT-Messung oder NT-Screening genannt, kann mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung gemacht werden. Diese lässt sich einfach über deine Bauchdecke, also abdominal machen. Möglich ist auch ein vaginaler Ultraschall, der wie der Name bereits vermuten lässt, über deine Vagina stattfindet. Diese Untersuchungen werden heute auch unter dem Begriff Feindiagnostik geführt.
Gut zu wissen: Nach der 14. SSW ist eine NT-Messung nicht mehr aussagekräftig, da sich die Nackenfalte dann wieder zurückbildet.
📊 Welche Werte sind normal?
Die Nackenfaltenmessung Werte liegen oftmals zwischen 1 und 1,25 Millimeter. Diese Werte ergeben einen normalen, also guten Befund. Sollte die Nackenfalte jedoch über drei Millimeter sein, sprechen Ärzte von einer Verdickung, beziehungsweise von einer verdickten Nackenfalte. Ab sechs Millimeter wäre die Nackenfalte deines Fötus stark verdickt.
Mögliche Erkrankungen bei verdickter Nackenfalte
Kommt es zu einer verdickten Nackenfalte kann dies zu folgenden Erkrankungen oder Schäden kommen:
- Down-Syndrom (Trisomie 13, 18, 21)
- Infektionen
- Fetale Blutarmut, Anämie
- Gestörte Lymphdrainage
- Herzfehler
- Zwerchfellhernie
- Hypoproteinämie
Achtung: Eine verdickte Nackenfalte bedeutet nicht automatisch, dass dein Baby erkrankt ist. Weitere Folgeuntersuchungen wie eine Fruchtwasseruntersuchung oder Chorionzottenbiopsie sind notwendig, um eine gesicherte Diagnose zu stellen.
🤔 Wann ist eine Nackenfaltenmessung sinnvoll?
Als werdende Mutter fragst du dich sicher, ob eine Nackenfaltenmessung wirklich sinnvoll ist oder nicht. Viele Frauen sind sogar verunsichert, da sie nicht viel über das Nackenfaltenmessung Risiko wissen oder sich mit dem Ablauf auskennen. Grundsätzlich ist dazu zu sagen, dass eine NT-Messung immer eine eher geringe Aussagekraft besitzt. Das bedeutet, dass einige Eltern bei einer verdickten Nackenfalte sofort besorgt sind, ohne dass weitere invasive Methoden gemacht wurden. Letztendlich können nur die weiteren, beziehungsweise die nachfolgenden Untersuchungen Auskunft darüber geben, ob wirklich eine Chromosomenstörung oder Chromosomenabweichung vorliegt.
Lass dich von einem auffälligen Befund nicht sofort verunsichern. Oftmals zeigen weitere Untersuchungen, dass alles in Ordnung ist und das Baby völlig gesund zur Welt kommt.
Betrachtet man sich die Untersuchung von der anderen Seite wird ebenfalls schnell deutlich, dass auch ein unauffälliger Befund nichts darüber aussagt, dass dein Kind nicht an einer genetischen Störung erkranken kann. Ist die Nackenfaltenmessung auffällig, brauchst du dir noch keine weiteren Gedanken machen, bis die Ergebnisse der nachfolgenden Untersuchungen feststehen.
Faktoren für die Verlässlichkeit der Untersuchung
Die Verlässlichkeit bei einer solchen Untersuchung hängt immer von folgenden Faktoren ab:
- Der Zeitpunkt (zwischen 11. und 14. SSW)
- Die Qualität der Ultraschallbilder
- Die ausführlichen Messwerte
- Die Lage deines Kindes
- Die Größe deines Kindes
Gut zu wissen: Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine gesicherte Diagnose für eine genetische Störung oder Erkrankung deines Kindes nicht gegeben ist. Lediglich das Risiko kann dadurch minimiert werden.
⏱️ Wie läuft die Untersuchung ab?
Für eine Nackenfaltenmessung muss der Arzt eine bestimmte Qualifikation haben, um diese Untersuchung durchführen zu können. Diese funktioniert schließlich per Ultraschall. Ein Nackenfaltenmessung Ultraschall wird über deine Bauchdecke oder über deine Vagina gemacht. Je nachdem, welche Variante der Arzt bevorzugt.
Normalerweise dauert diese Untersuchung nicht einmal lange. Man geht von einer Dauer von 5 bis 10 Minuten aus, je nachdem wie dein Baby bei der Untersuchung liegt.
Der ideale Zeitpunkt
Eine Nackenfaltenmessung kann zwischen der 11. und 14. SSW erfolgen. Zu einem früheren oder späteren Zeitraum ist eine Untersuchung nicht sinnvoll, da keine Messung durchgeführt werden kann.
Tipp: Vereinbare den Termin am besten zwischen der 12. und 13. Schwangerschaftswoche – dann ist die Messung besonders aussagekräftig.
💰 Was kostet die Nackenfaltenmessung?
Fakt ist, dass du die Kosten für eine solche Untersuchung selbst tragen musst. Es gibt allerdings schon einige Krankenkassen, die solche Untersuchungen mit übernehmen. Dies solltest du allerdings vor der Untersuchung klären.
In der Regel liegen die Kosten für eine Nackentransparenzmessung zwischen 30 € und 200 €. Du siehst, dass die Kosten sehr stark schwanken können. Bei schwangeren Frauen über 35 Jahren ist es oftmals der Fall, dass die Kosten für die Untersuchung übernommen werden, da grundsätzlich eine Risikoschwangerschaft besteht. Den ergänzenden Bluttest für die Nackenfaltenmessung müssen jedoch auch diese Frauen selbst übernehmen.
Tipp: Frage vor der Untersuchung bei deiner Krankenkasse nach, ob sie die Kosten ganz oder teilweise übernimmt. Einige Kassen bieten mittlerweile erweiterte Leistungen in der Schwangerschaft an.
🌸 Solltest du die Untersuchung machen lassen?
Ob die Nackenfaltenmessung (Nackentransparenzmessung) sinnvoll ist oder nicht, musst du mit deinem Arzt besprechen. Solltest du jedoch ermitteln wollen, ob ein erhöhtes Risiko besteht, ist es sinnvoll diese Messung durchzuführen.
Grundsätzlich kann eine Nackenfaltenmessung Auskunft geben, ob ein erhöhtes Risiko für dein ungeborenes Kind besteht. Eine Garantie bekommst du, wie bereits erwähnt nicht. Doch gerade bei dem Thema Down Syndrom ist es nicht selten, dass sich viele werdende Mütter Gedanken machen. Nicht umsonst gibt es solche Untersuchungen, die mit Folgeuntersuchungen in Verbindung stehen und das Risiko, dass dein Kind erkrankt minimieren.
Solltest du dir daher nicht sicher sein, ob eine solche Untersuchung notwendig ist, sprich dich am besten mit deinem Arzt ab. Dieser kann dir genau sagen, worauf es dabei ankommt, welche Faktoren wichtig sind und worauf du achten solltest. Vorsorgeuntersuchungen sind grundsätzlich in deiner Schwangerschaft wichtig.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Nackenfaltenmessung?
Die Nackenfaltenmessung sollte zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Der ideale Zeitpunkt liegt zwischen der 12. und 13. SSW, da die Messung dann besonders aussagekräftig ist. Nach der 14. SSW ist die Untersuchung nicht mehr möglich, da sich die Nackenfalte dann zurückbildet.
Tut die Nackenfaltenmessung weh?
Nein, die Nackenfaltenmessung ist völlig schmerzfrei. Sie wird per Ultraschall über deine Bauchdecke oder vaginal durchgeführt und dauert nur etwa 5 bis 10 Minuten. Du spürst dabei nichts außer dem Ultraschallkopf auf deinem Bauch.
Was bedeutet es, wenn die Nackenfalte verdickt ist?
Eine verdickte Nackenfalte (über 3 Millimeter) kann ein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für genetische Störungen oder andere Erkrankungen sein. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass dein Baby erkrankt ist. Weitere Untersuchungen wie eine Fruchtwasseruntersuchung sind notwendig, um eine gesicherte Diagnose zu stellen.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Nackenfaltenmessung?
In der Regel musst du die Kosten (zwischen 30 und 200 Euro) selbst tragen. Bei Schwangeren über 35 Jahren oder bei Risikoschwangerschaften übernehmen manche Krankenkassen die Kosten. Am besten fragst du vor der Untersuchung bei deiner Krankenkasse nach.
Wie zuverlässig ist die Nackenfaltenmessung?
Die Nackenfaltenmessung allein hat eine eher geringe Aussagekraft und liefert keine gesicherte Diagnose. Sie dient lediglich dazu, das Risiko für bestimmte Erkrankungen einzuschätzen. Auch ein unauffälliger Befund schließt eine genetische Störung nicht zu 100% aus. Die Verlässlichkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Zeitpunkt, der Qualität der Bilder und der Lage deines Babys.
Muss ich die Nackenfaltenmessung machen lassen?
Nein, die Nackenfaltenmessung ist eine freiwillige Untersuchung. Du entscheidest selbst, ob du sie durchführen lassen möchtest. Besprich am besten mit deinem Arzt, ob die Untersuchung in deinem Fall sinnvoll ist. Besonders bei Risikoschwangerschaften oder wenn du über 35 Jahre alt bist, kann sie hilfreich sein.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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