Kindsbewegungen – Ab wann ihr sie spürt
Auf einen Blick
- Die ersten Kindsbewegungen spürst Du meist um die 20. Schwangerschaftswoche – bei Folgeschwangerschaften oft schon ab der 18. SSW
- Am aktivsten ist Dein Baby zwischen der 30. und 32. SSW mit etwa 8-10 spürbaren Bewegungen pro Tag
- Jedes Baby hat seinen eigenen Rhythmus – ruhigere Phasen sind völlig normal, solange sie nicht länger als 24 Stunden dauern
Die ersten spürbaren Bewegungen Deines Babys gehören zu den magischsten Momenten der Schwangerschaft. Dieses zarte Flattern, Kitzeln oder Blubbern schafft eine ganz besondere Verbindung zwischen Dir und Deinem Kind – und lässt auch Papa und eventuelle Geschwister ungeduldig auf den ersten Kontakt durch die Bauchdecke warten.
🌸 Ab wann sind die Kindsbewegungen spürbar?
Viele Frauen warten mit großer Vorfreude auf die ersten spürbaren Bewegungen ihres Babys. Wann genau Du die ersten zarten Stupser wahrnehmen kannst, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beim ersten Kind verspüren die meisten Schwangeren die Bewegungen etwa um die 20. Schwangerschaftswoche (SSW). Bis etwa zur 24. SSW sind sie oft noch nicht regelmäßig.
Wenn die Plazenta in Richtung der Bauchdecke liegt, spricht man von einer Vorderwandplazenta. Dann kann der Mutterkuchen dämpfend wirken und Du kannst Dein Kind wahrscheinlich erst später fühlen. Einen ähnlichen Effekt können diese Umstände haben:
- Besonders dicke Bauchdecke
- Große Fruchtwassermenge
Gut zu wissen: Bei einer Folgeschwangerschaft ist Deine Gebärmutter oft nicht mehr so straff und deshalb empfindlicher. Das führt dazu, dass Du Dein Kind oft schon früher, etwa um die 18. Schwangerschaftswoche, spüren kannst. Auch Deine Erfahrungen beim ersten Kind helfen Dir dabei, die Kindsbewegungen von Darmbewegungen zu unterscheiden.
In einigen Fällen kannst Du auch mit einem früheren Beginn der spürbaren Bewegungen rechnen. Vor allem sind das die folgenden Umstände:
- Bei einer Folgeschwangerschaft
- Bei einer Mehrlingsschwangerschaft
Bei einer Mehrlingsschwangerschaft sind die Kindsbewegungen auch oft an mehreren Stellen gleichzeitig zu spüren. Zusätzlich sind sie oft stärker als bei Schwangerschaften mit einem Kind.
Auch der Charakter Deines Kindes wird sich auf die spürbaren Kindsbewegungen auswirken.
✨ Wie fühlen sich die ersten Kindsbewegungen an?
So unterschiedlich wie der Zeitpunkt der ersten spürbaren Babybewegungen sein kann, so verschieden können auch die Empfindungen sein. Jede Schwangere beschreibt das Gefühl auf eine andere Art. Gängige Beschreibungen sind unter anderem:
- Kitzeln
- Gluckern
- Kribbeln
- Knuffen
- Blubbern
- Flattern
- Zerplatzen kleiner Bläschen
- Wie Seifenblasen
- Das Flattern von Schmetterlingsflügeln
📅 Wie verändern sich die Kindsbewegungen im Verlauf der Schwangerschaft?
Unter dem Begriff Kindsbewegungen werden alle Bewegungen Deines Babys zusammengefasst – auch wenn Du sie nicht wahrnehmen kannst. Schon früh in der Schwangerschaft können die ersten Bewegungen im Ultraschall beobachtet werden. Etwa ab der sechsten Schwangerschaftswoche benutzt der Fötus die Muskeln zum ersten Mal. Dann sind die Kindsbewegungen meist noch sehr ruckartig. Im Laufe der Zeit werden die Bewegungen immer gezielter.
Neben den deutlichen Tritten und Boxern zeigen ungeborene Babys auch weitere Regungen:
- Langsame Dehnung der Wirbelsäule
- Lagewechsel
- Purzelbäume
- Schluckauf
- Daumen lutschen
Am Anfang machen die Kleinen oft noch richtige Purzelbäume. In der 23. und 24. SSW ist das Innenohr komplett ausgebildet. Dann kann das Baby auf äußere Geräusche reagieren. Bei einem lauten Knall kann es auch schonmal erschrocken zusammenzucken.
Tipp: Um die 30. bis 32. SSW bewegen sich Babys am meisten. Dann kannst Du Dein Kind etwa acht- bis zehnmal am Tag spüren. Die Zahl ist aber nur ein Durchschnittswert – jedes Baby hat seinen eigenen Rhythmus.
In dieser Zeit können die Bewegungen auch sehr unangenehm werden, je nachdem welche Organe von den Turnübungen getroffen werden.
Nach dieser Zeit geht die Anzahl der Bewegungen langsam zurück, weil der Platz im Babybauch immer geringer wird. Auch Purzelbäume sind nicht mehr so möglich wie vorher. Vor allem Mehrlinge haben nur noch wenig Möglichkeit zum Bewegen. Es kann sogar sein, dass Du einen oder zwei Tage lang gar nichts fühlst. In dieser Zeit begibt sich ein einzelnes Baby auch oft in die Schädellage.
Die Bewegungen des Babys sind nicht nur wunderschön zu spüren, sondern auch ein wichtiges Training. Muskulatur, Knochen, Knorpel und Sehnen werden dadurch auf das Leben außerhalb des Mutterleibs vorbereitet.
Du solltest auch wissen, dass die Bewegungen nicht immer gleichmäßig sind. Ungeborene Babys haben deutliche Schlafenszeiten und sind unterschiedlich temperamentvoll. Einige Kinder bewegen sich auch vor allem, wenn die Mutter bestimmte Lagen einnimmt.
🔍 Worauf Du achten kannst und solltest
Wenn Du regelmäßig auf die Tritte und Stupser achtest, kannst Du gut verfolgen, wie es Deinem Baby geht. Die Babybewegungen sollten in der zweiten Schwangerschaftshälfte regelmäßig auftreten. Wenn sich in der Stärke oder der Häufigkeit der Aktivität etwas ändert, könnte das ein Anzeichen für Komplikationen im Schwangerschaftsverlauf sein.
Allerdings kommen schwerwiegende Probleme nur noch selten vor, wenn der Verlauf bis dahin normal war. Mögliche Ursachen für eine plötzliche Abnahme der Babybewegungen können unter anderem Folgendes sein:
- Nabelschnurkomplikation
- Vorzeitige Ablösung der Plazenta
Achtung: Wenn Du eine Veränderung in der Art und Häufigkeit der Bewegungen wahrnimmst, ist es wichtig, Rat zu suchen. Dein Frauenarzt, Deine Frauenärztin oder Deine Hebamme sind die richtigen Ansprechpartner. Denk daran, dass Du lieber einmal öfter zum Arzt gehen solltest als einmal zu wenig.
Wichtig ist, dass Du Dein Kind kennenlernst. Nimm Dir regelmäßig Zeit und streichle über die Babykugel. Dann kannst Du eine Verbindung mit dem Kind aufnehmen.
Bewegungen zählen – kann das helfen?
Manche Hebammen empfehlen, die Bewegungen Deines Kindes zu zählen. Das kann gerade besorgten Mamas helfen. Gezählt wird jeweils ab einer bestimmten Uhrzeit am frühen Nachmittag. Du kannst eine Strichliste führen, um den Überblick zu behalten. Zähle, bis Du zehn Bewegungen festgehalten hast. Danach fängst Du am nächsten Tag wieder an. Generell gilt, dass zwischen der ersten und letzten dieser Bewegungen nicht mehr als zehn Stunden liegen sollten.
Bedenke aber immer, dass in einem hektischen Alltag die kleinen Bewegungen schnell untergehen können. Und auch das Baby kann mal einen etwas müden und faulen Tag haben. Gönne Deinem Kind auch einmal Ruhe und höre auf Dein Bauchgefühl.
💪 Wie Du die Bewegungen Deines Kindes beeinflussen kannst
Was am Anfang mit zarten Klopfzeichen beginnt, wird im Laufe der Schwangerschaft schonmal deutlich schmerzhaft. In einem solchen Fall kannst Du Dein Kind oft mit einem Positionswechsel zu anderen, weniger unangenehmen, Bewegungen animieren. Manchmal wird es durch die Lageänderung auch einfach abgelenkt und verschafft Dir eine zumindest kurze Ruhepause.
Aber Du kannst Dein Kind auch zu mehr oder deutlicheren Bewegungen animieren. Sanfte Streicheleinheiten oder Stupser können das Baby dazu bringen, an genau diese Stelle zu treten oder boxen. Das ist schon eine erste Kontaktaufnahme zwischen Euch.
Tipp: Auch ein kaltes Getränk kann starke Babybewegungen anregen. Das kannst Du nutzen, wenn Du Dir Sorgen machst, weil das Kind sich weniger als üblich bewegt hat.
Einflüsse auf die Bewegungen
Dein Kind wird auf Deine Stimmung reagieren. Wenn Du gestresst oder nervös bist, kann es sein, dass das Baby regelrecht tanzt oder wütet. Je nach Charakter können Ungeborene aber auch sehr ruhig werden.
Auch Deine Nahrung kann die Kindsbewegungen beeinflussen. Zucker aus Süßigkeiten oder Säften sorgt oft für einen deutlichen Energieschub beim Baby. Das kann zum Beispiel genutzt werden, wenn das Kind beim CTG sehr ruhig ist. Wenn Du Dich nach einer Mahlzeit ausruhen willst, kann das aber sehr unangenehm sein.
Häufig gestellte Fragen
In welcher Woche sind die Kindsbewegungen am stärksten?
In der 30. bis 32. SSW sind die Kindsbewegungen am stärksten. In dieser Phase hat Dein Baby noch genug Platz für ausgiebige Turnübungen und gleichzeitig schon genug Kraft für kräftige Tritte.
Wie lange ist es normal, keine Kindsbewegungen zu spüren?
Es kann durchaus sein, dass Du Dein Kind 24 Stunden lang nicht spürst. Falls Du Dir Sorgen machst, kannst Du versuchen, das Kleine aufzuwecken. Funktioniert das nicht und Du machst Dir Sorgen, ist ein Besuch beim Frauenarzt durchaus gerechtfertigt.
Wie oft sollte ich mein Kind spüren?
Im Durchschnitt bewegen sich Babys um die 30. Schwangerschaftswoche zehn Mal pro Tag. Das ist aber nur ein Richtwert – jedes Baby hat seinen eigenen Rhythmus und Charakter.
Sind die Kindsbewegungen immer gleich stark?
Nein, auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Kinder sind unterschiedlich und bewegen sich nicht alle gleich. Im Laufe der Schwangerschaft verändert sich die Stärke der Bewegungen – sie werden erst stärker und nehmen gegen Ende wieder ab, wenn der Platz knapper wird.
Wann spüre ich mein Baby bei einer Folgeschwangerschaft?
Bei einer Folgeschwangerschaft kannst Du die Bewegungen oft schon früher spüren, etwa um die 18. Schwangerschaftswoche. Deine Gebärmutter ist dann empfindlicher und Du kannst die zarten Bewegungen besser von anderen Empfindungen unterscheiden.
Was kann ich tun, wenn ich mein Baby länger nicht gespürt habe?
Versuche zunächst, Dein Baby mit einem kalten Getränk, etwas Süßem oder sanften Stupsern zu wecken. Leg Dich auf die Seite und konzentriere Dich ganz auf Deinen Bauch. Wenn Du nach einiger Zeit immer noch nichts spürst und Dir Sorgen machst, kontaktiere Deinen Frauenarzt oder Deine Hebamme.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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