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CTG – Das zeigt der Wehenschreiber an

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 04.05.2026 Lesezeit 8 Min.
CTG – Das zeigt der Wehenschreiber an

Auf einen Blick

  • Das CTG misst ab der 30. SSW die Herztöne deines Babys und deine Wehen – schmerzfrei per Ultraschall
  • Die Untersuchung dauert etwa 30 Minuten und zeigt, ob dein Baby ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird
  • Normale Herzfrequenz liegt bei 120-160 Schlägen pro Minute – Schwankungen durch Bewegungen sind völlig normal

Spätestens im letzten Schwangerschaftsdrittel wirst du mit ihm Bekanntschaft machen: dem CTG, auch Wehenschreiber genannt. Für viele werdende Mamas ist es ein besonderer Moment, wenn sie zum ersten Mal die Herztöne ihres Babys über den Lautsprecher hören – und gleichzeitig sehen, wie die Kurven auf dem Monitor zeigen, dass alles in Ordnung ist.

🔍 Was ist ein CTG und wofür braucht man es?

CTG steht für Kardiotokografie – ein sperriger Begriff für eine eigentlich ganz einfache Untersuchung. Der Wehenschreiber gehört heute zu den Standarduntersuchungen in der Schwangerschaft und gibt deinem Arzt wichtige Informationen über das Wohlbefinden deines Babys.

Das Gerät arbeitet mit zwei Sensoren, die auf deinem Bauch befestigt werden:

  • Ein Sensor zeichnet die Herztöne deines Babys auf (Kardiogramm)
  • Der andere Sensor misst deine Wehentätigkeit (Tokogramm)

Beide Messungen werden auf einem Computer zusammengeführt und als charakteristische Kurven auf einem Papierstreifen ausgedruckt. Die obere Kurve zeigt die Herzfrequenz deines Babys, die untere deine Wehen.

Gut zu wissen: Das CTG arbeitet mit Ultraschallwellen, die weder für dich noch für dein Baby gefährlich sind. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei.

📅 Ab wann wird ein CTG gemacht?

In der Regel beginnen Ärzte etwa ab der 30. Schwangerschaftswoche mit CTG-Untersuchungen. Bei einer Risiko- oder Mehrlingsschwangerschaft kann es sein, dass dein Arzt schon früher damit anfängt – manchmal bereits ab der 25. Schwangerschaftswoche.

Eine Standard-CTG-Untersuchung in der Vorsorge dauert normalerweise 30 Minuten. In dieser Zeit liegst du bequem und kannst entspannen, während das Gerät die Daten aufzeichnet.

Die ersten Herztöne deines Babys

Früher wurden Herztöne noch mit einem gewöhnlichen Stethoskop abgehört – und das erst ab der 19. Schwangerschaftswoche. Dank moderner Technik kannst du die Herztöne deines Kindes heute schon viel früher hören. Mittlerweile ist es möglich, sie bereits ab der 12. Schwangerschaftswoche bei einer Ultraschalluntersuchung wahrzunehmen.

Die Herztöne werden mit einem speziellen Mikrofon aufgezeichnet, dem sogenannten Doppler-Ultraschall-Transducer. Dieses Mikrofon erfasst die Signale des Herzens per Ultraschall, die du dann über einen Lautsprecher hören kannst.

Das erste Mal die Herztöne meines Babys zu hören, war für mich jedes Mal ein magischer Moment. Dieses schnelle, rhythmische Pochen hat mir immer wieder gezeigt: Da wächst wirklich ein kleiner Mensch in mir.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

💪 Was misst das CTG genau?

Der Wehenschreiber liefert deinem Arzt wichtige Informationen auf einen Blick:

  • Die Herzfrequenz deines Babys – normal sind 120 bis 160 Schläge pro Minute
  • Deine Wehentätigkeit in Länge, Stärke und Häufigkeit
  • Die Sauerstoffversorgung deines Kindes
  • Bei modernen Geräten auch die Kindsbewegungen

Besonders wichtig: Das CTG kann frühzeitig zeigen, ob dein Baby ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Sollte es zu Komplikationen kommen, kann dein Arzt rechtzeitig eingreifen.

Tipp: Mach dir keine Sorgen, wenn in der 30. Schwangerschaftswoche noch keine Wehen auf dem CTG zu sehen sind. Viele Frauen haben zu diesem Zeitpunkt noch keine spürbare Wehentätigkeit – das ist völlig normal.

🏥 Das CTG während der Geburt

Spätestens bei der Geburt wirst du intensiven Kontakt mit dem Wehenschreiber haben. Sobald deine Wehen stark und regelmäßig sind, setzen die Ärzte ein CTG ein, um deine Wehentätigkeit genauer zu kontrollieren.

Der typische Ablauf sieht so aus:

  1. Erste CTG-Untersuchung für 30 Minuten bei regelmäßigen Wehen
  2. Wiederholung alle zwei Stunden, wenn alles unauffällig ist
  3. Fortlaufende Überwachung in der Austreibungsphase

Besonders in der Endphase der Geburt ist das CTG wichtig. Es kann passieren, dass die Nabelschnur oder der Mutterkuchen nicht ausreichend durchblutet sind und dadurch weniger Sauerstoff zu deinem Kind gelangt. Solche Komplikationen wirken sich auf die Herzfrequenz aus – und genau das kann der Wehenschreiber erkennen.

Achtung: Bei einer Risikoschwangerschaft ist es besonders wichtig, dass du während der gesamten Geburt an einem CTG angeschlossen bist. Nur so kann sichergestellt werden, dass dein Baby dauerhaft mit Sauerstoff versorgt wird.

Dein Arzt und die Geburtshelfer können anhand der Kurven genau feststellen, ob dein Baby gefährdet ist oder nicht. Das gibt allen Beteiligten – auch dir – ein sicheres Gefühl.

✨ CTG-Kurven richtig verstehen

Für viele Frauen sieht das Auf und Ab der Kurven auf dem Monitor zunächst beängstigend aus. Dabei sind Schwankungen völlig normal und sogar ein gutes Zeichen.

Ausschläge nach oben (Akzeleration)

Wenn dein Baby sich bewegt, reißt die Kurve nach oben. Besonders in den ersten 20 Minuten ist das gut zu erkennen. Manchmal rüttelt der Geburtshelfer oder dein Arzt dein Baby sogar sanft wach, um diese Reaktion zu sehen – denn sie zeigt, dass es deinem Kind gut geht.

Ausschläge nach unten (Dezeleration)

Geht die Kurve nach unten, hängt das oft mit deinen Wehen zusammen. Während einer Wehe fließt kurzzeitig weniger Blut zu deinem Kind – auch das ist normal und kein Grund zur Sorge.

Gut zu wissen: Moderne CTG-Geräte (Kineto-Kardiotokographen) zeichnen nicht nur Herztöne auf, sondern auch die Bewegungen deines Babys. Diese Information ist besonders bei der Geburt wichtig, um die Sauerstoffversorgung zu beurteilen.

🌸 Warum das CTG so wichtig ist

Das CTG gibt deinem Arzt die Möglichkeit, routinemäßig zu kontrollieren, wie es deinem Kind geht – ohne dass dafür ein invasiver Eingriff nötig wäre. Die Untersuchung ist:

  • Schmerzfrei und ungefährlich
  • Schnell durchführbar
  • Sehr aussagekräftig über das Wohlbefinden deines Babys
  • Wichtig für die Früherkennung von Komplikationen

Gerade wenn es um die Sauerstoffversorgung geht, ist das CTG unverzichtbar. Ein Sauerstoffmangel kann schwerwiegende Folgen haben – aber rechtzeitig erkannt, kann dein Arzt sofort handeln.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann wird in der Schwangerschaft ein CTG gemacht?

In der Regel beginnen Ärzte etwa ab der 30. Schwangerschaftswoche mit CTG-Untersuchungen. Bei Risiko- oder Mehrlingsschwangerschaften kann es schon ab der 25. Woche losgehen. Die Untersuchung dauert normalerweise 30 Minuten.

Ist das CTG gefährlich für mein Baby?

Nein, überhaupt nicht. Das CTG arbeitet mit Ultraschallwellen, die weder für dich noch für dein Baby schädlich sind. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei und kann so oft wie nötig wiederholt werden.

Was bedeutet es, wenn die Kurven stark schwanken?

Schwankungen sind völlig normal und meist sogar ein gutes Zeichen. Ausschläge nach oben zeigen Bewegungen deines Babys, Ausschläge nach unten hängen oft mit Wehen zusammen. Beides ist in der Regel unbedenklich.

Welche Herzfrequenz ist beim Baby normal?

Die normale Grundfrequenz liegt zwischen 120 und 160 Schlägen pro Minute. Das Herz deines Babys schlägt also deutlich schneller als deins – das ist bei ungeborenen Kindern ganz normal.

Was passiert, wenn das CTG Auffälligkeiten zeigt?

Dein Arzt wird die Untersuchung zunächst verlängern oder wiederholen, um sicherzugehen. Zeigen sich tatsächlich Probleme – etwa bei der Sauerstoffversorgung – kann er rechtzeitig eingreifen und die nötigen Maßnahmen ergreifen.

Muss ich während der gesamten Geburt am CTG bleiben?

Das hängt vom Verlauf ab. Bei einer unkomplizierten Geburt reichen oft 30-minütige Messungen alle zwei Stunden. In der Austreibungsphase und bei Risikoschwangerschaften wird das CTG meist durchgehend eingesetzt.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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