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Die 39. Schwangerschaftswoche – in der 39. SSW wird noch einmal an Gewicht zugelegt

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 09.03.2026 Lesezeit 11 Min.
Die 39. Schwangerschaftswoche – in der 39. SSW wird noch einmal an Gewicht zugelegt

Auf einen Blick

  • Dein Baby wiegt jetzt etwa 3.200 Gramm und ist rund 50 cm groß – ein gutes Geburtsgewicht
  • Die Bewegungen werden weniger, weil es im Bauch sehr eng wird – das ist normal
  • Jeder Tag im Bauch ist wertvoll: Dein Baby legt noch Fettreserven für die ersten Lebenstage an

Die Uhr tickt, der Bauch spannt, und du weißt: Es kann jetzt wirklich jeden Tag losgehen. In der 39. Schwangerschaftswoche sind es nur noch zwei Wochen bis zum errechneten Geburtstermin – aber dein Baby nutzt jede Stunde, um sich optimal auf die Welt da draußen vorzubereiten. Auch wenn die Beschwerden zunehmen und die Ungeduld wächst: Jeder Tag zählt.

👶 Was macht dein Baby in der 39. SSW?

Es wird immer enger im Bauch und dein Baby hat kaum noch Platz, um sich zu bewegen. Wenn es sich jetzt noch in der Steißlage befindet, dann wird es sich auch nicht mehr drehen. Es gibt aber durchaus Möglichkeiten, dennoch eine natürliche Geburt anzustreben. Das Gewicht liegt nun bei rund 3.200 Gramm und bei einer Größe von etwa 50 cm. Das ist schon ein gutes Geburtsgewicht.

Fettreserven für die ersten Lebenstage

In der Gebärmutter ist es zwar eng, für dein Baby aber dennoch sicher und warm. Daher fühlt es sich noch wohl. Es ist nach wie vor in Fruchtwasser eingehüllt. Der Fötus nutzt die Zeit, um noch einmal die eigenen Fettdepots aufzufüllen. Gerade in den ersten Tagen nach der Geburt braucht er diese, um die Temperaturregulierung durchzuführen und Energie zu erhalten. Im Kolostrum, der ersten Muttermilch, sind vor allem Antikörper enthalten. Bis der Milcheinschuss erfolgt, dauert es oft ein paar Tage. Es handelt sich um braunes Fett. Dieses gesunde Fett wird vom Körper schnell in Energie umgewandelt. Nach wie vor ist daher eine gesunde Ernährung besonders wichtig.

Tipp: Auch wenn es dir schwerfällt: Achte weiterhin auf ausgewogene Mahlzeiten. Dein Baby tankt jetzt noch einmal richtig auf – und du brauchst die Energie für die bevorstehende Geburt.

Weniger Bewegungen – aber das ist normal

Jetzt ist es fast soweit und die Geburt steht vor der Tür. Du wirst vermutlich häufiger zur Vorsorge und zum CTG gebeten. Es gibt viele werdende Mütter, die sich nun ganz besonders viele Sorgen um das Baby machen. Diese Ängste gelten als diffus, allerdings spielt das eigene Bauchgefühl eine wichtige Rolle. Es ist erst einmal normal, dass die Bewegungen weniger werden. Für das Ungeborene ist es im Bauch nun sehr eng und jede Bewegung ist anstrengend. Dennoch solltest du das Baby täglich mehrfach fühlen. Nimm dir die Zeit, setz dich in Ruhe hin und streichle den Bauch. Sanfte Stupser sind ein gutes Zeichen. Wenn du bemerkst, dass die Bewegungen nachlassen, solltest du immer den Arzt aufsuchen. Über ein CTG lässt sich gut erkennen, ob die Versorgung noch ausreichend ist.

Achtung: Wenn du das Gefühl hast, dass sich dein Baby deutlich weniger bewegt als sonst, zögere nicht und kontaktiere deinen Arzt oder deine Hebamme. Lieber einmal zu viel nachfragen als zu wenig.

Die Plazenta arbeitet auf Hochtouren

Die Plazenta leistet eine harte Arbeit und das zeigt sich oft auch optisch. Eine fitte und gesunde Plazenta hat noch keine Verkalkungen. Mit der zunehmenden Schwangerschaft nehmen auch die Verkalkungen zu. Das ist grundsätzlich kein Problem. Schwierig wird es erst dann, wenn dadurch die Versorgung nicht mehr ausreicht. In dem Fall muss noch genauer beobachtet werden. Verkalkungen an sich sind noch kein Grund für eine Einleitung. Dennoch wirst du nun vermutlich häufiger zur Hebamme oder dem Gynäkologen bestellt.

Die Lunge ist bereit

In den letzten Schwangerschaftswochen sind die Lungen noch einmal richtig im Fokus. Sie können nun Kortison bilden. Die Bildung von Kortison ist wichtig, damit sich die Lungen nach der Entbindung entfalten. Wenn dein Baby nun geboren wird, dann ist es normalerweise in der Lage, direkt selbst die Atmung zu übernehmen. Wenn das Ungeborene jetzt auf die Welt kommt, wird es bei der Atmung erst einmal noch etwas hektischer reagieren. Allerdings ist das ganz normal.

Gut zu wissen: Die Behaarung des Körpers ist nun verschwunden. Es ist kaum noch Lanugo-Haar zu finden. Dafür haben sich vielleicht Haare auf dem Kopf gebildet. Auch wenn es nicht so aussieht, so kommt jedes Baby mit Haaren auf die Welt. Einige sind aber so kurz und hell, dass sie noch gar nicht zu erkennen sind.

🌸 Was passiert mit dir in der 39. SSW?

Der Bauch spannt, die Gebärmutter hat immer wieder Kontraktionen und in den Beinen lagert sich Wasser ein – die Beschwerden in der 39. Schwangerschaftswoche sind kaum noch an einer Hand abzuzählen. Aber bald ist es geschafft.

Schwangerschaftsbeschwerden nehmen zu

Du findest kaum noch Ruhe in der Nacht? Es ist wirklich schwierig, jetzt eine gute Position zu finden. Vielleicht hilft es dir, wenn du den Körper ein wenig nach oben lagerst. Sicher ist das Stillkissen dein bester Freund. Nimm die Ruhezeiten wahr, die dir dein Körper anbietet. Wenn du am Tag auf dem Sofa einschläfst, dann ist das einfach so und dein Körper nimmt sich, was er braucht. Wenn du Schmerzen im Unterleib verspürst oder sich Ausfluss zeigt, dann kann das schon ein Zeichen für eine bevorstehende Geburt sein. Es kann auch zu Zeichnungsblutungen kommen. Vielleicht geht nun sogar der Schleimpfropf ab. Mach dir hier keine Sorgen. Der Muttermund wird weich und daher geht der natürliche Schutz ab. Wenn stärkere Blutungen auftreten, solltest du jedoch auf jeden Fall zum Gynäkologen gehen.

Ich erinnere mich noch genau an die letzten Tage vor der Geburt: Jede Nacht war eine Herausforderung, und tagsüber war ich ständig müde. Gönn dir jede Ruhepause, die du kriegen kannst – dein Körper leistet gerade Unglaubliches.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Vorsorgeuntersuchungen werden engmaschiger

Inzwischen werden die Vorsorgeuntersuchungen häufiger durchgeführt. Je nach Frauenarzt und deinem Zustand sind die Abstände bei einer oder zwei Wochen. Bei den Vorsorgeuntersuchungen wird ein CTG geschrieben. Dieses zeigt an, ob es deinem Baby gut geht und die Versorgung noch in Ordnung ist. Das Fruchtwasser nimmt langsam eine andere Farbe an. Von klarem Fruchtwasser wird es zu milchigem Fruchtwasser. Dies hängt damit zusammen, dass die Käseschmiere in das Fruchtwasser übergeht. Es ist kein Grund zur Sorge.

Emotionen fahren Achterbahn

Sprechen wir doch einmal über die Emotionen. Fühlt es sich für dich an, als würden die Hormone Tango tanzen? Kannst du innerhalb einer kurzen Zeit von Vorfreude in Angst verfallen? Jeder fragt, wann es denn soweit ist. Ob du schon etwas bemerkst und wie sehr du dich freust. Das kann durchaus belastend sein. Nimm deine Emotionen ernst. Auch dann, wenn du dir Sorgen machst, ob alles gut geht, solltest du darüber sprechen. Dafür ist die Hebamme der richtige Ansprechpartner. Sag auch Freunden und Familie, dass du dich melden wirst, wenn es soweit ist und nicht mehr gefragt werden möchtest. Das ist dein gutes Recht.

Tipp: Schreib eine freundliche Nachricht an Familie und Freunde: „Wir melden uns, sobald das Baby da ist. Bis dahin genießen wir die letzten Tage zu zweit." Das nimmt den Druck raus.

💪 Wenn die Wehen einsetzen

Wenn in der 39. Schwangerschaftswoche die Wehen einsetzen, dann ist das kein Problem. Dein Baby wird reif geboren und hat die besten Überlebenschancen, wenn es gesund und fit ist. Doch wie fühlen sich die Wehen eigentlich an und was ist zu tun? Das ist bei jeder Frau anders. Bei einigen Frauen brauchen die Wehen etwas, bis sie in Schwung kommen, bei anderen startet die Geburt recht schnell. Achte darauf, in welchen Abständen sie kommen und wie schnell sich die Abstände verkürzen. Du kannst mit deiner Hebamme in Kontakt treten und dich durch sie beraten lassen, wann du ins Krankenhaus oder ins Geburtshaus kommen sollst.

Tipp: Erinnere dich daran, was du im Geburtsvorbereitungskurs gelernt hast. Wie kannst du atmen, wenn die Wehen einsetzen? Das hilft, um die ersten Wehen zu veratmen und so einen guten Einstieg in die Geburt zu finden.

📅 Wie lange dauert die Geburt?

Vielleicht stellst du dir die Frage, wie lange die Geburt wohl dauert? Hier gibt es ganz unterschiedliche Erfahrungsberichte, die dir zwar einen Einblick geben, aber eigentlich nicht genau zeigen können, wie es wirklich ist. Grund dafür ist, dass die Geburt bei jeder Frau anders verläuft. Eine Zeichnungsblutung ist oft der Anfang. Dein Körper bereitet sich vor. Der Beginn der Geburt lässt sich gar nicht so genau festlegen. Mit den zunehmenden Wehen befindest du dich aber schon mitten im Geburtsvorgang.

Die Dauer variiert deutlich. Einige Babys kommen innerhalb von wenigen Stunden auf die Welt, andere brauchen deutlich länger. Bereite dich in Ruhe auf die Geburt vor. Nimm dir etwas zum Essen mit und auch etwas für die Ablenkung. Bereite deinen Partner darauf vor, wie er dir helfen kann. Vielleicht wünschst du dir eine Massage, Unterstützung bei der Atmung oder einfach die Hand auf deiner Schulter. Das solltest du klar kommunizieren.

🏥 Letzte Vorbereitungen für die Klinik

Kontrolliere noch einmal die Kliniktasche, ob alles vorhanden ist. Möchtest du die Geburtsurkunde über das Krankenhaus beantragen lassen, dann solltest du deine Geburtsurkunde, die Vaterschaftsanerkennung oder die Eheurkunde einpacken. Den Mutterpass hast du immer in der Tasche. Aber auch bequeme Kleidung sowie Kosmetik sollten nicht fehlen.

Gut zu wissen: Pack auch Snacks und Getränke für deinen Partner ein – die Geburt kann dauern, und ihr braucht beide Energie.

Häufig gestellte Fragen

Ist es normal, dass sich mein Baby in der 39. SSW weniger bewegt?

Ja, das ist normal. Dein Baby hat jetzt kaum noch Platz im Bauch, und jede Bewegung ist anstrengend. Du solltest dein Baby aber trotzdem täglich mehrfach spüren – sanfte Stupser sind ein gutes Zeichen. Bei Unsicherheit lieber einmal zu viel zum Arzt gehen.

Was bedeutet es, wenn das Fruchtwasser milchig wird?

Das ist kein Grund zur Sorge. Die Käseschmiere, die dein Baby schützt, geht langsam ins Fruchtwasser über. Dadurch verändert sich die Farbe von klar zu milchig – das ist ein ganz natürlicher Prozess.

Wann sollte ich ins Krankenhaus fahren, wenn die Wehen einsetzen?

Das ist individuell unterschiedlich. Achte auf die Abstände der Wehen und wie schnell sie sich verkürzen. Am besten besprichst du mit deiner Hebamme vorab, wann der richtige Zeitpunkt ist. Als Faustregel gilt oft: Wenn die Wehen alle 5 Minuten kommen und etwa eine Minute dauern.

Kann mein Baby sich in der 39. SSW noch drehen?

Wenn dein Baby sich jetzt noch in Steißlage befindet, wird es sich höchstwahrscheinlich nicht mehr drehen – der Platz ist einfach zu eng. Es gibt aber Möglichkeiten, dennoch eine natürliche Geburt anzustreben. Sprich mit deinem Arzt über die Optionen.

Was ist der Schleimpfropf und was bedeutet es, wenn er abgeht?

Der Schleimpfropf verschließt den Muttermund und schützt dein Baby vor Keimen. Wenn er abgeht, wird der Muttermund weich und die Geburt bereitet sich vor. Das kann einige Tage vor der Geburt passieren – es ist kein Grund zur Sorge, aber ein Zeichen, dass es bald losgeht.

Wie lange dauert eine Geburt normalerweise?

Das ist bei jeder Frau völlig unterschiedlich. Einige Babys kommen innerhalb weniger Stunden, andere brauchen deutlich länger. Es lässt sich nicht vorhersagen – bereite dich am besten auf verschiedene Szenarien vor und pack genug Verpflegung und Ablenkung ein.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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