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Die 26. Schwangerschaftswoche – in der 26. SSW werden der Greif- und Saugreflex trainiert

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 04.04.2026 Lesezeit 11 Min.
Die 26. Schwangerschaftswoche – in der 26. SSW werden der Greif- und Saugreflex trainiert

Auf einen Blick

  • Dein Baby ist jetzt etwa 34 cm groß und wiegt fast 800 Gramm – die Überlebenschancen liegen bei über 80 %
  • Der Greif- und Saugreflex werden fleißig trainiert, dein Baby spielt mit der Nabelschnur und trinkt täglich bis zu 800 ml Fruchtwasser
  • Übungswehen, Wassereinlagerungen und Schlafprobleme sind jetzt typisch – dein Körper bereitet sich auf die Geburt vor

Willkommen in der 26. SSW! Dein Bauch wird täglich runder und in deinem Körper findet eine richtige Party statt. Dein Baby ist ständig in Bewegung, trainiert wichtige Reflexe und reagiert immer deutlicher auf deine Stimme. Gleichzeitig spürst du vielleicht, dass die Schwangerschaft langsam beschwerlicher wird – aber keine Sorge, das ist völlig normal.

👶 Was dein Baby in der 26. SSW macht

Dein Baby fühlt sich im Bauch noch immer pudelwohl. Es wird über die Nabelschnur und die Plazenta bestens versorgt und hat inzwischen eine Größe von rund 34 Zentimetern erreicht und ein Gewicht von fast 800 Gramm. Jeden Tag steigen die Überlebenschancen – diese liegen inzwischen immerhin schon bei über 80 %.

Der Greifreflex wird trainiert

In deinem Bauch wird gerade richtig viel gespielt und dazu kommt die Nabelschnur zum Einsatz. Sobald dein Baby diese zu fassen bekommt, nimmt es die Nabelschnur in die Händchen oder versucht, sie mit den Zehen zu greifen. Dadurch trainiert es den Greifreflex. Dieser ist später ganz besonders wichtig, damit sich das Baby an seinen Eltern festhalten kann und geht noch auf Urinstinkte zurück.

Der Saugreflex entwickelt sich

Das gilt übrigens auch für den Schluckreflex. Um zu überleben ist es wichtig, von Beginn an die Milch aufnehmen und schlucken zu können. Daher trainiert dein Baby das jeden Tag und nimmt Fruchtwasser auf. Bis zu 800 ml täglich sind es. Das Fruchtwasser geht durch den Verdauungstrakt und sorgt hier dafür, dass Nieren, Blase und Darm lernen, was sie zu tun haben.

Gut zu wissen: Babys, die bereits im Bauch sehr aktiv sind, sind es meist auch nach der Entbindung. Du wirst als werdende Mutter schnell merken, wenn sich die Bewegungen des Babys verändern.

Dein Baby reagiert auf dich

Dein Baby hat vielleicht inzwischen schon einen ganz gut nachvollziehbaren Rhythmus, den du vermutlich vor allem in der Nacht bemerkst. Wenn du zur Ruhe kommst, werden die meisten Kinder aktiv. Das hängt damit zusammen, dass sie nun nicht mehr in den Schlaf geschaukelt werden. Um dein Baby zu beruhigen reicht es oft schon aus, den Bauch zu streicheln und beruhigend zu sprechen oder zu singen. Das Ungeborene lauscht auf deine Stimme und genießt es, deine Hände zu spüren. Das gilt übrigens auch für die Hände und die Stimme des Papas.

Die Sinne entwickeln sich weiter

In der 26. Schwangerschaftswoche ist das Gehör des Fötus schon sehr gut ausgebildet. Inzwischen ist es in der Lage, die Unterschiede bei den Stimmen zu erkennen. Dafür sorgen perfekt ausgearbeitete Nervengeflechte in den Ohren. Viele Babys genießen es, Stimmen und auch Melodien zu hören. Auch der Sehsinn entwickelt sich immer weiter. Inzwischen öffnet der Fötus die Augen und erkennt verschiedene Schatten. Die Pigmentierung in den Augen hat noch nicht den endgültigen Stand erreicht. Allerdings kann dein Baby nach der Geburt noch immer nicht richtig scharf sehen. Dies entwickelt sich erst im ersten Lebensjahr.

Achtung: Lässt die Intensität der Bewegungen dauerhaft nach, sollte eine Kontrolle durch den Gynäkologen erfolgen. Hör hier unbedingt auf dein Gefühl!

🌸 Was in deinem Körper passiert

Nicht mehr lange und du hast auch das zweite Trimester hinter dir gebracht. Bei den Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt wird nun vor allem darauf geachtet, dass nicht zu viel Eiweiß im Urin nachweisbar ist oder dein Blutdruck steigt. Dies können Anzeichen für eine Präeklampsie sein.

Möglicherweise werden die Bewegungen langsam beschwerlicher und dein Körper zeigt, dass er auch seine Grenzen hat. Das Gewicht des Bauches nimmt täglich zu und das wirkt sich natürlich auf deine Muskeln und deine Körperhaltung aus. Merkst du, dass du häufiger verkrampft bist, spricht nichts gegen ein warmes Bad.

Typische Schwangerschaftsbeschwerden jetzt

Die Beschwerden können ganz unterschiedlich aussehen:

  • Wassereinlagerungen: Einige Frauen haben Probleme mit Wassereinlagerungen. Vielleicht merkst du, dass deine Beine oder auch deine Hände anschwellen. Das ist relativ normal, stellt aber natürlich eine Belastung für dich dar. Gut ist es, wenn du die Beine häufiger nach oben legst und offene Schuhe tragen kannst.
  • Verstopfungen: Auch die Verstopfungen belasten den Körper. Nimmst du zusätzliche Eisenprodukte ein, um einem Eisenmangel vorzubeugen, kann dies die Verstopfungen noch verstärken. Ballaststoffe und ausreichend Flüssigkeit sind eine Hilfe dabei, der trägen Verdauung auf die Sprünge zu helfen.
  • Atemnot: Bemerkst du vielleicht auch eine zunehmende Atemnot? Das Wachstum von Gebärmutter und Baby wirkt sich auf die Organe aus. Diese rücken weiter nach oben und sorgen so dafür, dass du nicht mehr so gut durchatmen kannst. Auch das zusätzliche Blutvolumen ist eine Herausforderung für den Körper.

Die 26. SSW war bei mir die Zeit, in der ich wirklich gemerkt habe: Jetzt wird's ernst. Mein Körper hat mir deutlich gezeigt, dass er Pausen braucht – und das war völlig okay so.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Schlafprobleme in der Schwangerschaft

Eine große Herausforderung ist der Schlaf für die werdende Mutter. Während es sich dein Baby besonders bequem im Bauch macht und mit der Plazenta kuschelt oder auch gerne auf der Blase sitzt, fällt es dir immer schwerer, in den Schlaf zu kommen. Die Rückenlage ist inzwischen unangenehm geworden? Dann kannst du mit einem Stillkissen nachhelfen und den Unterleib so ein wenig abstützen. Auch die Träume wirken sich auf die Qualität des Schlafes aus. Sie sind oft sehr wild und nicht selten hast du vielleicht sogar Albträume. Auslöser sind hier die Hormone, aber auch Sorgen und Ängste, die mit der Schwangerschaft einhergehen.

Tipp: Ein Stillkissen kann dir jetzt schon beim Schlafen helfen. Leg es zwischen die Beine oder unter den Bauch – so findest du eine bequemere Position.

Übungswehen und Kontraktionen

Kontraktionen oder Übungswehen nehmen immer mehr zu. Die Gebärmutter ist ein Muskel, der sich auf die Geburt vorbereitet und das braucht Zeit. Im Mutterleib zieht sie sich zusammen und der Bauch verhärtet sich. Es kann sein, dass du dies vor allem dann spürst, wenn du den Körper belastet. Es ist aber auch möglich, dass du noch gar nichts von den Wehen mitbekommst. Normalerweise sind Übungswehen kein Problem, können aber recht unangenehm sein. Du kannst, nach Absprache mit der Hebamme, auch Magnesium einnehmen und so noch für eine Entspannung des Muskels sorgen.

Kreislaufprobleme

Wie sieht es mit den Schwindelgefühlen aus? Ein schnelles Aufstehen oder eine falsche Bewegung können schon dafür sorgen, dass du ein unangenehmes Schwindelgefühl bemerkst. Die Menge an Blut, die durch deine Venen fließt, ist nicht zu unterschätzen. Sie stellt eine große Belastung für den Körper dar. Eine gesunde Mischung aus Ruhe und Bewegung helfen deinem Körper dabei, besser mit der Belastung umgehen zu können.

Achtung: Es gibt einige Alarmzeichen, die auf eine mögliche Schwangerschaftsvergiftung hindeuten können. Eine Schwangerschaftsvergiftung ist für Mama und Kind gefährlich. Anzeichen wie ein erhöhter Blutdruck, Atemnot und Schweißausbrüche sowie eine starke Gewichtszunahme sollten daher ernstgenommen werden.

💪 Worauf du jetzt achten solltest

Über Sorgen und Ängste sprechen

Sorgen und Ängste sind ganz normal. Mit dem Baby verändert sich dein Leben und das ist auch dann der Fall, wenn es nicht das erste Kind ist, sondern auch das zweite oder dritte Baby. Was wird passieren? Wie wird es euch als Familie gehen und wie schaffst du den Spagat zwischen dem Alltag und dem neuen Leben mit Kind? Vielleicht kreisen deine Gedanken auch noch immer um eine Frühgeburt und du machst dir Sorgen, wie du verhindest, dass dein Baby ein Frühchen wird.

Besonders wichtig ist es, über die eigenen Sorgen zu sprechen. Stress und Unsicherheit sind ein großes Problem und können den Körper und die Seele belasten. Als erster Ansprechpartner stehen immer der Partner, die Hebamme oder auch der Frauenarzt zur Verfügung. Natürlich kostet es Überwindung, über die eigenen Gedanken zu sprechen. Oft sind Frauen jedoch erstaunt darüber, wie vielen Schwangeren es ebenso geht.

Tipp: Geh in einen Kurs und lerne andere werdende Mütter kennen. Der Geburtsvorbereitungskurs steht vor der Tür. Du kannst aber auch nach Yoga für Schwangere oder Schwimmen für Schwangere schauen. Oft entwickeln sich hier gute Gespräche.

Die Erstausstattung vorbereiten

Wie sieht es mit der Erstausstattung aus? Auch wenn es noch einige Wochen bis zum Ende der Schwangerschaft sind, beginnen viele Frauen schon mit der Vorbereitung auf das Baby. Der Kinderwagen ist ausgewählt und der Autositz wartet schon auf seinen Einsatz. Nun kommt langsam die Frage auf, was an Kleidung benötigt wird und welche Windelgröße angeschafft werden sollte. Stell doch eine Checkliste zusammen und notiere dir darauf, welche Dinge für die Erstausstattung noch fehlen. Sicher werden auch einige Menschen in deiner Umgebung fragen, womit sie dir eine Freude machen können. Eine Liste ist auch dann also hilfreich.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß ist mein Baby in der 26. SSW?

Dein Baby ist jetzt etwa 34 Zentimeter groß und wiegt fast 800 Gramm. Es wächst jeden Tag weiter und die Überlebenschancen bei einer Frühgeburt liegen bereits bei über 80 %.

Warum ist mein Baby nachts so aktiv?

Wenn du zur Ruhe kommst, wird dein Baby oft aktiv – das liegt daran, dass es tagsüber durch deine Bewegungen in den Schlaf geschaukelt wird. Nachts fällt dieser beruhigende Effekt weg und dein Baby wird munter.

Sind Übungswehen in der 26. SSW normal?

Ja, Übungswehen sind jetzt völlig normal. Die Gebärmutter ist ein Muskel, der sich auf die Geburt vorbereitet. Der Bauch verhärtet sich dabei kurz. Nach Absprache mit deiner Hebamme kannst du auch Magnesium einnehmen, um den Muskel zu entspannen.

Was kann ich gegen Wassereinlagerungen tun?

Leg deine Beine häufiger hoch und trage offene, bequeme Schuhe. Wassereinlagerungen in Beinen und Händen sind in der Schwangerschaft relativ normal, können aber belastend sein. Ausreichend trinken hilft dem Körper, überschüssiges Wasser auszuschwemmen.

Wann sollte ich zum Arzt, wenn sich die Bewegungen meines Babys verändern?

Wenn die Intensität der Bewegungen dauerhaft nachlässt, solltest du eine Kontrolle durch den Gynäkologen machen lassen. Hör auf dein Gefühl – du kennst dein Baby am besten und merkst, wenn etwas nicht stimmt.

Woran erkenne ich eine Schwangerschaftsvergiftung?

Alarmzeichen sind ein erhöhter Blutdruck, Atemnot und Schweißausbrüche sowie eine starke Gewichtszunahme. Auch zu viel Eiweiß im Urin kann ein Hinweis sein. Bei diesen Symptomen solltest du sofort deinen Arzt kontaktieren, da eine Schwangerschaftsvergiftung für Mama und Kind gefährlich ist.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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