Die 30. Schwangerschaftswoche – in der 30. SSW wird euer Baby immer schwerer
Auf einen Blick
- Euer Baby wiegt jetzt etwa 1.400 Gramm und ist rund 40 cm groß
- Die Haut wird durch Fetteinlagerungen immer glatter und weniger transparent
- Bei einer Frühgeburt lägen die Überlebenschancen bereits bei 97 %
Zehn Wochen noch bis zum errechneten Termin – und euer Baby legt jetzt richtig an Gewicht zu. Während es fleißig Fettreserven aufbaut, spürt ihr wahrscheinlich jeden einzelnen Tritt. Gleichzeitig machen sich die körperlichen Herausforderungen immer deutlicher bemerkbar. Aber keine Sorge: Euer Körper bereitet sich genau richtig auf die Geburt vor.
👶 Was sich bei eurem Baby tut
Lange Zeit war die Haut eures Babys sehr transparent und dünn. Das ändert sich nun Tag für Tag, denn jetzt legt das Ungeborene noch einmal richtig an Fett zu. Das zeigt sich auch beim Wachstum und dem Gewicht. Knapp 1.400 Gramm erreicht euer Baby zum Ende der 30. Schwangerschaftswoche hin und die Größe liegt bei rund 40 cm.
Die Bewegungen werden kräftiger
Langsam aber sicher wird es für euer Baby eng in der Gebärmutter. Komplett umgeben von Fruchtwasser hat es zwar noch immer ausreichend Platz, um die Arme und Beine zu bewegen. In dieser Schwangerschaftswoche hat euer Baby aber schon die Beinchen nach oben gezogen und die Arme deutlich weiter am Körper. Die Tritte fallen kräftig aus und ihr merkt sie wahrscheinlich an allen Stellen eures Körpers.
Gut zu wissen: Ob euer Kind später Linkshänder oder Rechtshänder ist, lässt sich nicht beeinflussen. Tatsächlich hat es bereits im Mutterleib eine Lieblingsseite, zu der es immer wieder beim Daumen greift.
Die Haut entwickelt sich weiter
Die Haut ist ein faszinierendes Organ. Sie legt sich schützend über den Körper. Schon in den ersten Wochen der Schwangerschaft hat sie sich gebildet, war jedoch lange Zeit eher vergleichbar mit einem dünnen Pergament. Nun entwickelt sie sich immer mehr zu dem natürlichen Schutzpanzer für euer Baby. Die einzelnen Hautschichten sind vorhanden und die Einlagerung von Fett steigt an. Dadurch verliert sie immer mehr an Transparenz. War sie vor einigen Wochen noch sehr faltig, glätten sich diese Falten nun immer mehr. Gleichzeitig beginnt die Rückbildung der Lanugo-Haare, die für mehrere Wochen die empfindliche Haut geschützt haben.
Die Augen öffnen sich
Die Umgebung empfindet euer Baby als ganz besonders spannend und daher wird es mehrfach am Tag seine Augen öffnen. Immer stärker nimmt es die Unterschiede von Helligkeit und Dunkelheit wahr. Wusstet ihr, dass euer Baby nun sogar schon Wimpern hat?
Das Nervensystem reift
Das Nervensystem eures Babys entwickelt sich stetig und sorgt unter anderem dafür, dass das Ungeborene inzwischen Schmerzreize wahrnehmen kann. Diese Thematik ist übrigens stark umstritten. Genau ist bis heute nicht bekannt, wann der Fötus in der Lage ist, Schmerzen zu verspüren. Sicher ist allerdings, dass dies zu dem Zeitpunkt der Schwangerschaft der Fall ist. Nach wie vor genießt euer Baby auch eure Wärme, eure Stimme und die Hand auf dem Bauch.
🌸 Was sich in eurem Körper verändert
Jetzt sind es noch zehn Wochen bis zum errechneten Geburtstermin laut Mutterpass und Schwangerschaftskalender und mit jedem Tag lassen die Sorgen über eine Frühgeburt nach. Die Überlebenschancen eures Babys steigen dagegen täglich. So liegen sie nun bereits bei rund 97 %, falls das Ungeborene jetzt als Frühchen auf die Welt kommen würde.
Typische Schwangerschaftsbeschwerden
Die Liste an Beschwerden ist wahrscheinlich inzwischen sehr lang geworden. Während im zweiten Trimester die Welt ganz besonders rosig ausgesehen hat, bemerkt ihr nun immer häufiger zunehmende Rückenschmerzen und Probleme bei der Atmung. Die Kurzatmigkeit lässt normalerweise mit den Senkwehen wieder nach. Diese dürften aber noch ein wenig dauern. Viele Frauen leiden auch zunehmend unter Harndrang. Teilweise fällt es euch vielleicht sogar schwer, den Urin zu halten. Das hängt mit der Erschlaffung der Muskeln, dem Druck auf den Beckenboden und der Lage eures Babys zusammen.
Die letzten Wochen können körperlich wirklich anstrengend sein. Hört auf euren Körper und gönnt euch bewusst Ruhepausen – auch wenn noch so viel zu erledigen ist.
Verdauung im Auf und Ab
Vielleicht seid ihr schon seit einiger Zeit dazu übergegangen, eher kleine Mahlzeiten zu euch zu nehmen. Normalerweise lassen die Heißhungerattacken im Laufe der Schwangerschaft nach, können aber auch immer wieder unerwartet auftreten. Für eure Verdauung ist dies eine echte Herausforderung. Verstopfungen wechseln sich mit starken Blähungen und weichem Stuhl ab. Viele Frauen sind unsicher, wie sie damit umgehen sollen. Durch eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit könnt ihr versuchen, eure Verdauung wieder in die richtigen Bahnen zu lenken.
Tipp: Eine große Hilfe für eure Verdauung sind Lebensmittel wie Haferflocken, Flohsamen und Obst.
Körper und Gewicht
Inzwischen sind schon einige Kilo mehr auf der Waage zu sehen und gerade in den letzten Wochen der Schwangerschaft ist eine wöchentliche Gewichtszunahme von rund 500 Gramm bis 1 kg keine Seltenheit. Bedenkt, dass nicht nur euer Baby einige Fettdepots anlegt, sondern auch ihr. Die bevorstehende Schwangerschaft ist für den Körper eine starke Herausforderung und daher bereitet er sich auf die Zeit vor. Eure Brüste gewinnen an Umfang, das Fruchtwasser steigt und nach wie vor ist das Blutvolumen erhöht. Nach der Schwangerschaft wird sich dies nach und nach wieder regulieren. Der Umfang eures Bauches dürfte inzwischen schon beachtlich sein. Juckende Stellen am Bauch lassen sich durch das regelmäßige Ölen und eine kleine Massage in den Griff bekommen.
Kontraktionen und Übungswehen
Spürt ihr die zunehmenden Kontraktionen der Gebärmutter? Die Übungen für die Geburt steigen an und die Gebärmutter zieht sich immer häufiger zusammen. Noch ist es ein wenig früh für Senkwehen. Das ist auch ein Grund dafür, dass die Kontraktionen in der 30. Schwangerschaftswoche oft für Unsicherheit sorgen. Normalerweise steht bald eine weitere Vorsorgeuntersuchung an.
Achtung: Werden die Kontraktionen regelmäßig, habt ihr starke Schmerzen oder Blutungen, solltet ihr dies sofort kontrollieren lassen. Einige Wehen können sich auf den Gebärmutterhals und den Muttermund auswirken.
🏥 Worauf ihr jetzt achten solltet
Harnwegsinfekte erkennen
Schmerzen im Unterleib müssen nicht immer direkt mit den Mutterbändern, dem Beckenboden oder eurem Baby zu tun haben. Viele Frauen sind in der Schwangerschaft besonders empfindlich für Infektionen der Harnwege. Daher erfolgt auch alle vier Wochen die Kontrolle eures Urins. Hier wird geprüft, ob dieser Hinweise auf Bakterien enthält. In dem Fall kann gut mit einem leichten Antibiotikum gearbeitet werden.
Mutterschutz und Arbeit
Es dauert nicht mehr lange, bis euer Mutterschutz beginnt. Jetzt ist noch einmal die richtige Zeit, um auf der Arbeit nachzufragen, was noch von euch benötigt wird. Gerade die Einarbeitung der Vertretung ist dabei ein wichtiger Punkt. Unter besonderen Umständen könnt ihr auch bis zum Entbindungstermin arbeiten. Das sollte aber rechtzeitig mit dem Arbeitgeber abgeklärt werden. Seid ihr selbstständig ist zu beachten, dass ihr nicht immer Anspruch auf Mutterschutzgeld habt. Informiert euch dazu am besten direkt bei der Krankenversicherung.
Gut zu wissen: Die Überlebenschancen eures Babys sind gut, es gibt jedoch nach wie vor Risiken. Erwartet ihr Mehrlinge oder habt ihr eine Risikoschwangerschaft, solltet ihr eurem Körper daher besonders viel Ruhe gönnen.
Balance zwischen Vorbereitung und Ruhe
Natürlich möchtet ihr vor der Geburt noch viel erledigen. Das Kinderzimmer ist vielleicht noch nicht fertig, ihr braucht noch einige Sachen für die Erstausstattung und es stehen noch einige Untersuchungen an? Zusätzlich dazu wollt ihr wahrscheinlich auch noch einmal Freunde und Familie treffen und vielleicht sogar einen kleinen Urlaub machen. Gönnt euch aber auch ausreichend Ruhe. Krämpfe in den Beinen, verstärkte Wassereinlagerungen, Rückenschmerzen und Kopfschmerzen sind ein Hinweis darauf, dass euer Körper etwas Erholung benötigt.
Häufig gestellte Fragen
Wie groß und schwer ist mein Baby in der 30. SSW?
Euer Baby ist jetzt etwa 40 cm groß und wiegt rund 1.400 Gramm. In den kommenden Wochen wird es vor allem weiter an Gewicht zulegen.
Sind die häufigen Kontraktionen normal?
Ja, Übungswehen sind in dieser Phase völlig normal. Die Gebärmutter trainiert für die Geburt. Werden die Kontraktionen jedoch regelmäßig oder schmerzhaft, solltet ihr das ärztlich abklären lassen.
Was kann ich gegen die Kurzatmigkeit tun?
Die Kurzatmigkeit entsteht durch den Druck auf euer Zwerchfell. Sie wird normalerweise mit den Senkwehen besser, wenn das Baby tiefer ins Becken rutscht. Bis dahin helfen aufrechte Positionen und bewusstes, ruhiges Atmen.
Wie viel Gewichtszunahme ist jetzt normal?
Eine wöchentliche Gewichtszunahme von 500 Gramm bis 1 kg ist in den letzten Wochen keine Seltenheit. Das liegt nicht nur am Baby, sondern auch an Fruchtwasser, erhöhtem Blutvolumen und euren eigenen Fettreserven.
Wann sollte ich bei Unterleibsschmerzen zum Arzt?
Leichte Dehnungsschmerzen sind normal. Bei starken, anhaltenden Schmerzen, Blutungen oder Brennen beim Wasserlassen solltet ihr aber umgehend eure Ärztin oder euren Arzt kontaktieren – es könnte eine Harnwegsinfektion oder vorzeitige Wehen sein.
Was passiert, wenn mein Baby jetzt als Frühchen käme?
Die Überlebenschancen liegen in der 30. SSW bereits bei etwa 97 %. Euer Baby würde aber noch intensivmedizinische Betreuung benötigen, da wichtige Entwicklungsschritte noch ausstehen.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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