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Die 22. Schwangerschaftswoche – in der 22. SSW bemerkt ihr den Schluckauf

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 22.05.2026 Lesezeit 12 Min.
Die 22. Schwangerschaftswoche – in der 22. SSW bemerkt ihr den Schluckauf

Auf einen Blick

  • Dein Baby ist jetzt etwa 27 cm groß und wiegt rund 400 Gramm
  • Du spürst jetzt vielleicht zum ersten Mal den Schluckauf deines Babys – ein wichtiges Training fürs Zwerchfell
  • Sodbrennen und Braxton-Hicks-Kontraktionen gehören zu den häufigsten Beschwerden in dieser Phase

Die Halbzeit ist geschafft! In der 22. SSW spürst du dein Baby immer deutlicher – und vielleicht bemerkst du jetzt zum ersten Mal ein rhythmisches Zucken in deinem Bauch. Das ist der Schluckauf deines Kleinen, der fleißig für die Zeit nach der Geburt trainiert. Während dein Baby wächst und sich entwickelt, verändert sich auch dein Körper weiter.

👶 Was dein Baby in der 22. SSW macht

Dein Baby hat nun von Kopf bis Fuß eine Größe von rund 27 cm erreicht und bringt schon ein Gewicht von etwa 400 Gramm auf die Waage. Das ist natürlich noch viel zu wenig, um in der Welt zu bestehen. Gut aufgehoben in der Gebärmutter und sicher geschützt durch das Fruchtwasser in der Fruchtblase fühlt es sich aber wohl und wächst fleißig weiter im zweiten Trimester.

Training für das Zwerchfell

Dein Baby trainiert die Atmung und die Lungen und dabei gelangt natürlich auch Fruchtwasser über Mund und Nase in den Körper. Wir alle kennen das Problem, dass zu viel Flüssigkeit auf einmal zu Schluckauf führen kann. Während es bei uns aber vor allem lästig ist, ist der Schluckauf für dein Baby ein ideales Training. Das Zwerchfell ist ein Bereich der Muskulatur, der hier optimal profitiert. Wenn du die Hand auf die Bauchdecke legst, dann wirst du vermutlich den Schluckauf nun bemerken. Auch dein Partner kann Glück haben.

Gut zu wissen: Der Schluckauf deines Babys fühlt sich an wie ein rhythmisches, sanftes Zucken in deinem Bauch – ganz anders als die Tritte und Bewegungen, die du sonst spürst.

Das Gehirn entwickelt sich rasant

In der Schwangerschaft passiert sehr viel im Gehirn deines Babys. Wusstest du schon, dass es einen Bereich gibt in dem die Hirnzellen entwickelt werden? Dieser Bereich besteht nur in der Schwangerschaft und verändert sich nach der Geburt. Die Gehirnzellen sind also fleißig am Arbeiten und nehmen immer mehr zu. Das zeigt sich auch bei der Entwicklung der Sinneswahrnehmungen. Natürlich braucht das Gehirn viel Platz zum Wachsen und daher liegt es zwar gut geschützt im Schädel, allerdings sind die Schädelknochen noch nicht hart, sondern sehr nachgiebig. Vielleicht hast du schon von der Fontanelle gehört. Die kleinen Öffnungen bei den Schädelhälften wachsen erst im Laufe des ersten Lebensjahres näher zusammen. So ist sichergestellt, dass das Gehirn nicht eingeengt wird.

Ständig in Bewegung

Dein Baby ist immer in Bewegung, meist auch dann, wenn es gerade schläft. Auch wenn es inzwischen die Arme und Beine sowie die Hände und Füße schon sehr gut ansteuern kann, so zuckt es oft noch unkontrolliert und stößt dabei an die Wände der Gebärmutter. Es spielt mit seinen Händen und der Nabelschnur, kuschelt sich in die Plazenta und lutscht an den Fingern. Viele der Bewegungen wirst du jetzt immer mehr spüren.

Wichtige Fettreserven werden angelegt

In den letzten Schwangerschaftswochen hat sich die Farbe der Haut schon deutlich geändert. Während im ersten Trimester die Haut so dünn war, dass die Adern komplett zu erkennen waren, verliert sie diese Transparenz immer mehr. Nach und nach werden weitere Fettreserven angelegt. Das ist auch ein wichtiger Prozess. Wenn dein Baby geboren wird, hat in deinen Brüsten die Milchproduktion noch nicht eingesetzt. Es gibt zwar das Kolostrum, zum Milcheinschuss dauert es aber noch etwas. Für die Temperaturregulierung sowie die Energie des Babys ist dann das braune Fettgewebe zuständig, das jetzt schon angelegt und gespeichert wird.

Gut zu wissen: Vielleicht hast du davon gehört, dass Babys, die als Frühgeburt auf die Welt kommen, oft ihre Temperatur noch nicht halten können. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass ihr Körper noch nicht ausreichend Fettreserven angelegt hat.

🌸 Was sich in deinem Körper verändert

Sichtbare Veränderungen deines Körpers sind nun wahrscheinlich vor allem an den Brüsten zu erkennen. Auch diese müssen sich auf die Zeit nach der Entbindung vorbereiten und sind schon fleißig dabei.

Typische Schwangerschaftsbeschwerden

Zu den häufigsten Beschwerden in der 22. SSW gehört das Sodbrennen. Zwar ist an der Geschichte, dass Frauen mit viel Sodbrennen ein Kind mit vielen Haaren bekommen, wissenschaftlich gesehen nichts dran. Dennoch ist Sodbrennen besonders unangenehm und schmerzhaft. Du kannst es lindern, wenn du ein wenig aufrechter schläfst und häufiger etwas trockenes Brot isst. Verzichte auf große Mahlzeiten und greife lieber immer wieder zu kleineren Portionen.

Tipp: Gegen Sodbrennen hilft es, wenn du abends nicht zu spät und nicht zu viel isst. Schlafe mit leicht erhöhtem Oberkörper und halte trockenes Brot oder Zwieback griffbereit.

Viele Frauen berichten auch davon, dass sie häufiger unter einem Wadenkrampf leiden oder verstärkt Kontraktionen in der Gebärmutter verspüren. Die Braxton-Hicks-Kontraktionen sind Übungswehen, die dir erst einmal keine Sorgen machen müssen. Dennoch kannst du deinen Körper entlasten, wenn du Magnesium einnimmst. Auch mit einer ausgewogenen Ernährung ist es nicht immer leicht, alle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente aufzunehmen. Neben grünem Gemüse und auch frischem Fisch kann es daher helfen, Magnesium zusätzlich einzunehmen.

Übungswehen sind völlig normal und ein Zeichen dafür, dass dein Körper sich auf die Geburt vorbereitet. Wenn sie aber sehr häufig auftreten oder schmerzhaft werden, sprich unbedingt mit deiner Hebamme oder deinem Arzt.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Der Gebärmutterhals im Blick

Kontraktionen sind nur so lange kein Problem, wie sie sich nicht auf den Gebärmutterhals auswirken. Die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen sind unter anderem auch dafür da, dies schnell zu erkennen. Wenn sich zeigt, dass die Übungswehen den Gebärmutterhals verkürzen, muss reagiert werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Viel Ruhe, hochdosiertes Magnesium sowie eine Cerclage stehen zur Verfügung. Der Muttermundverschluss wird allerdings nur im Notfall vorgenommen.

Achtung: Wenn du mehr als drei bis vier Kontraktionen pro Stunde spürst oder sie schmerzhaft werden, kontaktiere deine Hebamme oder deinen Arzt. Eine Verkürzung des Gebärmutterhalses muss frühzeitig erkannt werden.

Ziehen im Unterleib und verstärkter Ausfluss

Du bemerkst ein verstärktes Ziehen im Unterleib? In der 22. Schwangerschaftswoche hängt dies vor allem mit der erhöhten Durchblutung zusammen. Dein Blutdruck steigt und es wird viel gearbeitet im Unterleib. Das ist auch wichtig für die bevorstehende Geburt und für das Ungeborene kein Problem. Allerdings bemerkst du vielleicht einen verstärkten Ausfluss. Das steht in einem direkten Zusammenhang. Beobachte den Ausfluss. So lange er die Farbe nicht verändert und keinen unangenehmen Geruch ausströmt, besteht kein Grund zur Sorge.

Hinweise auf eine Infektion sind ein veränderter Geruch und eine grünliche, graue oder braune Farbe. Das ist ein Hinweis auf einen möglichen Pilz oder auch eine Infektion, die durch Bakterien oder Viren hervorgerufen werden kann. Über einen Abstrich wird der Gynäkologe das prüfen und entscheiden, welche Behandlung notwendig ist.

Die Montgomery-Drüsen werden sichtbar

Weitere Veränderungen stellst du vielleicht an deinen Brustwarzen fest. Diese bereiten sich zunehmend auf die Milchbildung und das Stillen vor. Eine wichtige Grundlage sind die Montgomery-Drüsen. Sie sind als Erhebungen zu erkennen, die vielleicht auch etwas dunkler sind. Es läuft Flüssigkeit aus deiner Brust? Auch das ist kein Problem. Das Sekret ist ein Vorbote für die Milchbildung.

Gut zu wissen: Nach der Entbindung kann es sein, dass deine Oberweite noch einmal zunimmt. Der Kauf von einem Still-BH ist daher noch nicht unbedingt zu empfehlen. Achte darauf, dass deine Brust gut gestützt wird. Das entlastet auch den Rücken.

🏥 Die Vorsorgeuntersuchung in der 22. SSW

Bei den Vorsorgeuntersuchungen wirst du jetzt vermutlich vor allem abgetastet. Die Hebamme oder der Gynäkologe schauen nach, ob die Gebärmutter wächst. Das können sie erfühlen und zudem mit einem Maß vom Schambein an messen. Ein Ultraschall ist erst einmal nicht geplant. Ausnahmen sind, wenn du eine Risikoschwangerschaft, eine Mehrlingsschwangerschaft oder auch Blutungen und Schmerzen hast.

📅 Jetzt schon an die Geburt denken

Die Halbzeit ist jetzt vorbei und du befindest dich schon fast in der Mitte des sechsten Monats. Das ist eine aufregende Zeit, in der auch viel geplant wird. Einmal geht es natürlich um das Kinderzimmer. Wickeltisch, Babybett und Kinderwagen wollen ausgesucht werden. Viele Eltern entscheiden sich dafür, ein Beistellbett zu nehmen und das Baby am Anfang mit im Schlafzimmer zu haben. Nutzt vielleicht eine ruhige Minute, um darüber zu sprechen.

Wichtig ist es nun aber auch, sich mit der Geburt zu beschäftigen. Möchtest du eine Geburt im Krankenhaus? Soll es eine ambulante Entbindung werden oder denkst du vielleicht sogar über eine Hausgeburt nach? Die Hausgeburt gewinnt immer mehr Interesse, denn viele Frauen wünschen sich eine selbstbestimmte Geburt. Auch im Geburtshaus kann entbunden werden.

Wusstest du schon, dass es hebammengeführte Kreissäle gibt? Hier werden Ärzte nur dann zur Geburt geholt, wenn es notwendig ist. Vielleicht ist das ein guter Kompromiss für dich. Bei einer Hausgeburt ist es wichtig, dass du rechtzeitig eine Hebamme suchst, die bereit ist, die Geburt zu unterstützen.

Tipp: Nimm ruhig schon Kontakt mit Hebammen, Geburtshäusern oder auch dem Krankenhaus auf und informiere dich darüber, ob es Termine für eine Besichtigung oder Begehung gibt und du dich hier über den möglichen Ablauf einer Entbindung informieren kannst. Hier werden viele Fragen für dich schon beantwortet.

Deine Optionen für die Geburt

  • Geburt im Krankenhaus mit ärztlicher Betreuung
  • Hebammengeführter Kreißsaal (Ärzte nur bei Bedarf)
  • Geburtshaus mit Hebammenbetreuung
  • Hausgeburt mit erfahrener Hebamme
  • Ambulante Entbindung (kurzer Klinikaufenthalt)

Häufig gestellte Fragen

Wie fühlt sich der Schluckauf meines Babys an?

Der Schluckauf deines Babys fühlt sich an wie ein rhythmisches, sanftes Zucken oder Pochen in deinem Bauch. Es ist regelmäßiger und gleichmäßiger als die normalen Kindsbewegungen und kann einige Minuten andauern. Viele Mamas beschreiben es wie ein leichtes Klopfen von innen.

Sind Braxton-Hicks-Kontraktionen gefährlich?

Nein, Braxton-Hicks-Kontraktionen sind Übungswehen und völlig normal. Sie bereiten deine Gebärmutter auf die Geburt vor. Solange sie nicht schmerzhaft sind, nicht regelmäßig auftreten und sich nicht auf den Gebärmutterhals auswirken, besteht kein Grund zur Sorge. Bei mehr als drei bis vier Kontraktionen pro Stunde solltest du aber deine Hebamme oder deinen Arzt kontaktieren.

Was hilft gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft?

Gegen Sodbrennen helfen mehrere kleine Mahlzeiten statt weniger großer, das Vermeiden von stark gewürzten oder fettigen Speisen und ein erhöhtes Schlafen mit mehreren Kissen. Trockenes Brot oder Zwieback können akut Linderung verschaffen. Viele Schwangere schwören auch auf Mandeln oder ein Glas Milch.

Wann sollte ich mir Gedanken über den Geburtsort machen?

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um dich mit verschiedenen Geburtsorten zu beschäftigen. Viele Krankenhäuser und Geburtshäuser bieten Informationsabende und Kreißsaalführungen an. So kannst du in Ruhe verschiedene Optionen kennenlernen und eine informierte Entscheidung treffen. Für eine Hausgeburt solltest du bereits jetzt eine Hebamme suchen.

Ist es normal, dass Flüssigkeit aus meiner Brust austritt?

Ja, das ist völlig normal. Das Sekret, das aus deiner Brust austreten kann, ist ein Vorbote für die Milchbildung und zeigt, dass sich deine Brüste auf das Stillen vorbereiten. Es kann klar, gelblich oder milchig sein. Wenn du dir unsicher bist oder die Flüssigkeit blutig ist, sprich mit deiner Hebamme oder deinem Arzt.

Wann ist verstärkter Ausfluss ein Warnsignal?

Verstärkter Ausfluss ist in der Schwangerschaft normal, solange er klar bis weißlich ist und nicht unangenehm riecht. Warnsignale sind eine grünliche, graue oder braune Farbe, ein fischiger oder unangenehmer Geruch, Juckreiz oder Brennen. Das können Hinweise auf eine Infektion sein, die behandelt werden muss. Kontaktiere in diesem Fall deinen Gynäkologen.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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