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Schwangerschaftsakne & unreine Haut in der Schwangerschaft

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 29.05.2026 Lesezeit 10 Min.
Schwangerschaftsakne & unreine Haut in der Schwangerschaft

Auf einen Blick

  • Schwangerschaftsakne entsteht durch Androgene, die Talgproduktion und Hornzellwachstum erhöhen – meist im ersten Trimester
  • Milde, pH-neutrale Reinigung (5,5-6,5) ist wichtiger als aggressive Mittel – Pickel niemals ausdrücken
  • Medizinische Salben nur nach ärztlicher Beratung – Tretinoin, Retinoide und Benzylperoxid sind tabu

Du hast Dir einen strahlenden Schwangerschafts-Glow erhofft – und stattdessen sprießen die Pickel? Keine Sorge, Du bist nicht allein. Viele werdende Mamas kämpfen mit unreiner Haut, vor allem in den ersten Monaten. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Pflege kannst Du Deine Haut beruhigen, ohne Deinem Baby zu schaden.

🌸 Warum bekommst Du plötzlich unreine Haut?

Eine Schwangerschaftsakne ist etwas völlig anderes als normale Hautunreinheiten. Sie zeigt sich besonders gerne in diesen Bereichen:

  • Gesicht
  • Dekolleté
  • Rücken

Vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel kann eine Schwangerschaftsakne auftreten. Der Zustand kann sich in vielen Fällen nach der Entbindung wieder normalisieren. Aber auch in der Stillzeit kann das Hautbild noch schlechter als gewöhnlich sein. Manchmal tritt sie auch durch die Hormonumstellung beim Abstillen wieder auf.

Die Ursache der unreinen Haut in der Schwangerschaft liegt in der Veränderung der Hormone. Genauer gesagt sind die Androgene der Grund für die Hautveränderungen. Androgene sind männliche Sexualhormone.

Gut zu wissen: Androgene verursachen ein schnelleres Wachstum der Hornzellen und eine erhöhte Talgproduktion. Durch diese kombinierten Effekte verstopfen die Poren und Drüsenkanäle – Mitesser und Pickel entstehen.

Aus den verstopften Poren und Ausführungsgängen können Schweiß und Abfallstoffe nicht abtransportiert werden. Zusätzlich sammeln sich dort bestimmte Bakterien, die Entzündungen verursachen können. Die Verursacher der Pickel heißen Propionibakterien. Make-Up-Reste können diese Entwicklung verstärken.

✨ Die richtige Pflege bei Schwangerschaftsakne

Bei der Frage, was gegen die Schwangerschaftsakne hilft, ist vor allem die richtige Pflege eine Antwort. Zunächst einmal solltest Du die Haut gut reinigen. Überschüssiger Talg und Make-Up-Reste können so entfernt werden. Die Reinigungsmittel, die Du für die Gesichtspflege nutzt, sollten mild und feuchtigkeitsspendend sein. Vor allem sollten sie mit dem pH-Wert der Haut übereinstimmen. Dann werden sie als pH-neutral bezeichnet. Der richtige Wert eines Reinigungsgels liegt zwischen 5,5 und 6,5.

Tipp: Trage Reinigungsmittel mit den Händen auf – das ist besonders sanft. Wenn Du einen Waschlappen nutzt, wechsle ihn täglich. Auf dem Stoff können sich sonst Bakterien ansiedeln und vermehren.

Zur zusätzlichen Reinigung bieten sich Peelings an. Du solltest sie jedoch nur ein bis zweimal pro Woche anwenden. Ein Peeling kann die Entfernung von Talg, abgestorbenen Hautzellen und Hautschuppen unterstützen. Produkte auf Basis von Heilerde oder Salz sind eine gute Wahl.

Dagegen sind aggressive Präparate nicht das Richtige für Dein tägliches Pflegeprogramm. Dazu gehören auch spezielle Bürsten und Porenreiniger.

Nach der Reinigung solltest Du nicht mit einem Tuch über die Haut reiben, da Du sonst Reste der Hautschuppen und des Talgs wieder zurück in die Poren schieben könntest. Es ist sinnvoller, die Gesichtshaut vorsichtig trocken zu tupfen.

Ein hautklärendes Gesichtswasser kann sich auch positiv auf die Hautprobleme auswirken. Diese Präparate haben meist eine leicht antibakterielle Wirkung.

🏥 Medizinische Behandlung: Was ist erlaubt?

Wenn Du ein spezielles Aknemittel gegen die Aknebakterien anwenden musst, solltest Du darauf achten, dass Du bestimmte Inhaltsstoffe vermeidest. Das sind vor allem:

  • Tretinon
  • Benzylperoxid
  • Tetracycline
  • Clindamycin

Achtung: Eine Behandlung mit medizinischen Salben oder Cremes sollte auf jeden Fall nur nach einer ärztlichen Beratung erfolgen. Ein Hautarzt oder eine Hautärztin ist der richtige Ansprechpartner. Einige Inhaltsstoffe können über die Haut in den Blutkreislauf und damit zum Baby gelangen. Retinoide werden zum Beispiel oft bei Akne angewendet, sind aber in der Schwangerschaft keine geeignete Wahl.

Darüber hinaus kann es auch sinnvoll sein, wenn Du zeitweise auf einzelne Kosmetikprodukte oder Nahrungsmittel verzichtest. Nach einer Woche müsstest Du etwa erkennen, ob sich Dein Hautbild dadurch verbessert.

Ich habe in beiden Schwangerschaften mit unreiner Haut gekämpft – vor allem im ersten Trimester. Was mir wirklich geholfen hat: Geduld und eine simple, milde Pflegeroutine statt ständig neue Produkte auszuprobieren.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

🚫 Das solltest Du unbedingt vermeiden

Auch wenn die Nutzung von Hausmitteln auf den ersten Blick als sanft und natürlich erscheint, solltest Du sie nicht anwenden. Oft wird empfohlen einen Pickel mit Zahnpasta auszutrocknen. Darunter leidet aber auch die Haut und sie wird zusätzlich belastet. Statt die Pickel loszuwerden, kannst Du damit das Auftreten zusätzlicher Hautunreinheiten verursachen.

Achtung: Viele Menschen neigen dazu, sichtbare Pickel auszudrücken. Auch wenn es verlockend ist, solltest Du das jedoch nicht tun. Ein Teil des Talgs wird oft tiefer ins Gewebe geschoben. Dann entzünden sich auch die tieferliegenden Hautschichten und die Behandlung wird schwerer. Es kann auch schneller zu Narben kommen.

Komedogene Inhaltsstoffe meiden

Vermeide komedogene Inhaltsstoffe. Diese Stoffe können zu schwarzen Mitessern führen. Produkte, die nicht-komedogen sind, haben eine Zusammensetzung, die der Verstopfung der Poren entgegen wirkt. Es macht Sinn, wenn Du auf die folgenden Stoffe verzichtest:

  • Mineralöle
  • Silikone
  • Palmöl
  • Tierische Fette

Stattdessen kannst Du auf folgende nicht-komedogene Inhaltsstoffe setzen:

  • Arganöl
  • Hanföl
  • Hagebuttenöl
  • Traubenkernöl
  • Kaktusfeigenöl
  • Sheabutter
  • Jojobaöl

Auch bei einer Naturkosmetikmarke solltest Du die Inhaltsstoffe genau überprüfen.

💄 Make-Up bei unreiner Haut

Wenn Du mit einem Make-Up die Schwangerschaftsakne und die unreine Haut überdecken willst, musst Du auf die Inhaltsstoffe achten. Die Produkte sollten keine Ölbasis haben, weil diese das Problem noch verschlimmern kann. Make-Up auf Wasserbasis ist besser geeignet.

Tipp: Nutze Make-Up möglichst wenig. Spätestens vor dem Schlafengehen solltest Du es wirklich gründlich entfernen.

🍎 Gesunde Lebensweise unterstützt Deine Haut

Auch die Ernährung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit Deiner Haut. Wenn Du zu wenig Wasser trinkst, kann Deine Haut schwerer mit Schadstoffen umgehen. Daher ist es wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Eine gesunde Ernährung sorgt dafür, dass der Körper alle wichtigen Nährstoffe zur Verfügung hat. Unter anderem kann das Immunsystem dann besser gegen die Bakterien kämpfen, die für die Entstehung von Pickeln verantwortlich sind. Darüber hinaus können viele Kohlehydrate die Entstehung von Pickeln verstärken. Eine ausgewogene Ernährungsweise ist daher günstig.

Einen weiteren starken Einfluss auf das in der Schwangerschaft ohnehin geschwächte Immunsystem hat Stress. Die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol kann die Immunzellen in ihrer Arbeit behindern, was sich auch auf die Symptome der Schwangerschaftsakne negativ auswirkt. Achte daher darauf, mögliche Stressoren zu reduzieren.

👶 Verrät Deine Haut das Geschlecht des Babys?

Es gibt viele Ammenmärchen, die aufgrund verschiedener Symptome in der Schwangerschaft das Geschlecht des Kindes voraussagen wollen. Auch der Hautzustand der Mutter soll einen Hinweis geben können. Oftmals wird gesagt, dass die Haut der Schwangeren schlechter aussieht, wenn sie ein Mädchen erwartet. Das Mädchen klaut der Mutter angeblich die Schönheit.

In der Realität ist es eher andersherum. Etwa in der 22. Schwangerschaftswoche fangen die Hoden der kleinen Jungen mit der Produktion von Testosteron an. Bei einigen Schwangeren reagiert die Haut sensibel auf diese Hormonveränderung.

Gut zu wissen: Viel stärker wirkt jedoch die generelle Hormonumstellung in der Schwangerschaft. Ob die Pickelbildung verstärkt ist, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Daher kannst Du von Deinem Hautbild nicht sicher auf das Geschlecht des Babys schließen.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann tritt eine Schwangerschaftsakne auf?

Eine Schwangerschaftsakne kann schon in der Frühschwangerschaft auftreten. Besonders häufig zeigt sie sich im ersten Schwangerschaftsdrittel, wenn die Hormonumstellung am stärksten ist.

Wann verschwindet die Schwangerschaftsakne wieder?

Die Schwangerschaftsakne wird oft nach den ersten drei Monaten besser. Sie kann sich aber auch bis nach der Geburt oder dem Ende der Stillzeit halten. Manchmal flammt sie auch durch die Hormonumstellungen in diesen Zeiten wieder auf.

Ist unreine Haut ein Schwangerschaftsanzeichen?

Die Hormonumstellung in der Schwangerschaft kann sich schon früh auf die Haut auswirken. Ein sicheres Anzeichen ist das aber nicht. Eine Akne kann auch andere Ursachen haben.

Darf ich Pickel in der Schwangerschaft ausdrücken?

Nein, Du solltest Pickel nicht ausdrücken. Dabei wird oft Talg tiefer ins Gewebe geschoben, was zu stärkeren Entzündungen und Narbenbildung führen kann. Lass die Finger weg, auch wenn es schwerfällt.

Welche Akne-Medikamente sind in der Schwangerschaft tabu?

Vermeide unbedingt Tretinoin, Retinoide, Benzylperoxid, Tetracycline und Clindamycin. Diese Wirkstoffe können über die Haut in den Blutkreislauf gelangen und Dein Baby gefährden. Sprich immer mit Deinem Hautarzt, bevor Du ein Aknemittel verwendest.

Kann ich mit Make-Up die Pickel abdecken?

Ja, aber achte auf Make-Up auf Wasserbasis statt Ölbasis. Nutze es sparsam und entferne es abends gründlich. Ölhaltige Produkte können die Poren zusätzlich verstopfen und das Problem verschlimmern.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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