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Haarausfall in und nach der Schwangerschaft – Ursachen und Behandlung

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 28.04.2026 Lesezeit 9 Min.
Haarausfall in und nach der Schwangerschaft – Ursachen und Behandlung

Auf einen Blick

  • Haarausfall in und nach der Schwangerschaft ist meist hormonell bedingt und reguliert sich nach 6-9 Monaten von selbst
  • Eisenmangel ist eine der häufigsten Ursachen – Dein Eisenbedarf steigt in der Schwangerschaft um 60 %
  • Stillende Mütter erleben den Haarausfall oft später, da der Östrogenspiegel langsamer sinkt

Plötzlich findest Du morgens mehr Haare auf dem Kopfkissen als sonst – und fragst Dich, ob das normal ist? Haarausfall in und nach der Schwangerschaft betrifft viele Frauen und kann verunsichern. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen stecken natürliche Hormonveränderungen dahinter, die sich von selbst wieder einpendeln.

🌸 Was steckt hinter dem Haarausfall in der Schwangerschaft?

In der Schwangerschaft bildet Dein Körper deutlich mehr Östrogen. Dieses Hormon regt Dein Haarwachstum an. Sobald Dein Kind auf die Welt gekommen ist, sinkt der Hormonspiegel wieder deutlich ab, sodass es besonders nach der Schwangerschaft zu Haarausfall kommen kann. Darin steckt auch die häufigste Ursache für den Haarausfall.

Es kann passieren, dass Du während Deiner Schwangerschaft keinerlei Probleme mit Haarverlust hast. Dieses Problem taucht erst auf, wenn das Östrogen sinkt. Meistens geschieht dies direkt nach der Geburt. In diesem Moment, wo Dein Östrogenspiegel sinkt, verkürzt sich zugleich das Haarwachstum, sodass es vorerst zu einem starken Haarausfall kommen kann.

Gut zu wissen: Während der Schwangerschaft bekommen viele Frauen durch den hohen Östrogenspiegel dickeres, volleres Haar. Der Haarausfall danach ist also teilweise ein „Nachholen" des normalen Haarzyklus.

Es dauert eine gewisse Zeit, bis sich Dein Körper wieder an das richtige Maß an Hormonen gewöhnt hat. Hat sich Dein Körper wieder eingependelt, lässt auch der Haarausfall nach. Bei vielen Frauen passiert dies in der Regel nach knapp sechs bis neun Monaten.

🏥 Wann solltest Du zum Arzt gehen?

Solltest Du über diesen Zeitraum hinaus weiterhin an Haarausfall leiden, ist es wichtig, dass Du das mit Deinem Arzt besprichst, um die genaue Ursache für den anhaltenden Haarausfall herauszufinden. Nicht selten kommt es in der Schwangerschaft zu einem Nährstoffmangel, der sich über die Blutwerte herausfinden lässt.

Neben einem Nährstoffmangel können Schilddrüsenprobleme zu Veränderungen Deiner Haarpracht führen. Auch dies kannst Du bei Deinem Arzt über ein Blutbild untersuchen lassen. Meistens bestehen Schilddrüsenprobleme schon vor der Schwangerschaft, sodass eine frühzeitige Behandlung möglich ist.

Achtung: Hält der Haarausfall länger als 9 Monate an oder wird er zunehmend stärker, lass unbedingt Deine Blutwerte checken – besonders Eisen, Ferritin und Schilddrüsenwerte.

💪 Eisenmangel als häufigster Auslöser

Einer der häufigsten Ursachen für Haarausfall in und nach der Schwangerschaft ist Eisenmangel. Damit Dein Baby gut heranwachsen kann, braucht es viel Eisen. Eisen ist beispielsweise in Fleisch oder Fisch enthalten. Sobald Du Eisen zu Dir nimmst, gibst Du dieses als Mutter direkt an Dein Kind weiter.

In Deiner Schwangerschaft steigt Dein Eisenbedarf um 60 % an. Mit diesen 60 % kannst Du Dein Kind optimal versorgen. Ist Dein Eisenhaushalt als Mutter gestört, kann es passieren, dass es nicht nur bei Dir zu einem Eisenmangel kommt, sondern auch Dein Kind darunter leidet.

Neben dem Haarausfall ist Müdigkeit ein weiteres Symptom für einen Eisenmangel. Es ist wichtig, dass Dein Eisenhaushalt im Gleichgewicht liegt.

Ich habe nach meiner zweiten Geburt selbst erlebt, wie belastend Haarausfall sein kann. Ein Blutbild hat dann gezeigt: Eisenmangel. Mit einem guten Präparat war das Problem nach einigen Wochen deutlich besser.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

🖤 Stress und Ernährung als weitere Ursachen

Stress und psychischer Druck solltest Du in Deiner Schwangerschaft grundsätzlich vermeiden. Diese beiden Faktoren können ebenfalls zu Haarverlust führen. Achte daher darauf, dass Du Deine Tage ruhig und angenehm gestaltest. Versuche so viel Stress wie möglich zu vermeiden. Dieser führt nicht nur dazu, dass Du an Haarausfall leidest, sondern ist auch für Dein Kind ungesund.

Das gleiche gilt für eine gesunde und ausgewogene Ernährung, in der Du viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe zu Dir nimmst. Diese braucht Dein Körper und Dein ungeborenes Kind, um optimal versorgt zu werden. Oftmals hilft eine gesunde und ausgewogene Ernährung sogar dabei, den Haarausfall zu minimieren oder zu stoppen.

📅 Wann treten die ersten Probleme auf?

Die ersten Probleme bekommen viele Frauen erst nach der Schwangerschaft. Etwa die ersten drei Monate nach der Geburt kann bei Dir der Haarausfall am schlimmsten ausfallen, da sich Deine Hormone erst einmal regenerieren müssen. Du darfst nicht vergessen, dass das Haarwachstum, welches durch den höheren Östrogenspiegel ausgelöst wird, auf etwa drei Monate beschränkt ist, sodass nach und nach Deine Haare ausfallen werden.

Gut zu wissen: Stillende Mütter erleben den Haarausfall oft später und weniger intensiv, da der Östrogenspiegel während des Stillens nur langsam absinkt.

Solltest Du Dein Baby stillen, ist es etwas anders. Während des Stillens senkt sich Dein Östrogenspiegel im Körper nur sehr langsam ab. Das bedeutet, dass auch der Haarausfall zu einem späteren Zeitpunkt eintritt. Dies hat für Dich den Vorteil, dass Du nicht lange von diesen Problemen betroffen bist.

✨ Was kannst Du bei Haarausfall tun?

Der Haarausfall in und nach Deiner Schwangerschaft regelt sich aufgrund Deiner Hormone meistens von allein. Du brauchst daher nichts weiter zu unternehmen, wenn Du betroffen bist. Sollte der Haarverlust jedoch über einen längeren Zeitraum anhalten, ist es umso wichtiger, dass Du einen Arzt aufsuchst.

Dieser kann schließlich kontrollieren, ob die Ursache für Deinen Haarausfall woanders liegt oder nicht. Wie erwähnt kann es bei einem Eisenmangel ebenfalls zu Problemen kommen. Dieser lässt sich sehr gut über ein Blutbild definieren. Besteht ein Eisenmangel, bekommst Du von Deinem Arzt ein Eisenpräparat verschrieben, welches Deinen Mangel ausgleichen und stabilisieren soll.

Praktische Tipps für den Alltag

  • Achte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit allen wichtigen Nährstoffen
  • Vermeide gezielt Stress und gönne Dir Ruhepausen
  • Trage Deine Haare öfter offen – das kann Haarausfall verhindern
  • Gönne Dir nach der Geburt die ersten Wochen viel Ruhe und Entspannung
  • Achte auf eine gesunde Lebensweise für Dich und Dein Baby

Tipp: Vorbeugende Maßnahmen gegen hormonell bedingten Haarausfall gibt es nicht. Aber: Eine gute Versorgung mit Eisen, Vitaminen und Mineralstoffen kann den Verlauf deutlich abmildern.

Es ist sehr wichtig, dass Dein Körper alle wichtigen Nährstoffe zu sich nimmt, damit auch Dein ungeborenes Baby ohne jegliche Komplikationen heranwachsen kann. Eine gesunde Lebensweise ist in Deiner Schwangerschaft sehr wichtig. Daher solltest Du gezielt auf Stress verzichten und beachten, dass dieser ebenfalls Haarausfall begünstigen kann.

Häufig gestellte Fragen

Ist Haarausfall in der Schwangerschaft gefährlich?

Nein, in den meisten Fällen ist Haarausfall in und nach der Schwangerschaft völlig harmlos und hormonell bedingt. Er reguliert sich normalerweise innerhalb von 6-9 Monaten von selbst. Nur wenn er länger anhält, solltest Du die Ursache ärztlich abklären lassen.

Wann hört der Haarausfall nach der Geburt wieder auf?

Bei den meisten Frauen lässt der Haarausfall nach etwa 6 bis 9 Monaten nach der Geburt nach. Stillende Mütter erleben ihn oft später, da ihr Östrogenspiegel langsamer sinkt. Hält der Haarausfall länger an, solltest Du einen Arzt aufsuchen.

Kann ich Haarausfall in der Schwangerschaft vorbeugen?

Hormonell bedingten Haarausfall kannst Du nicht komplett verhindern. Aber: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eisen, Vitaminen und Mineralstoffen sowie Stressvermeidung können den Haarverlust deutlich minimieren.

Sollte ich Eisenpräparate nehmen?

Eisenpräparate solltest Du nur nach ärztlicher Absprache und einem Blutbild nehmen. Dein Eisenbedarf steigt in der Schwangerschaft zwar um 60 %, aber eine Überdosierung kann schädlich sein. Lass Deine Werte checken, bevor Du supplementierst.

Hilft es, die Haare öfter offen zu tragen?

Ja, das kann tatsächlich helfen. Straffe Frisuren wie Zöpfe oder Dutts können zusätzlichen Zug auf die Haarwurzeln ausüben und den Haarausfall verstärken. Offene oder lockere Frisuren schonen Deine Haare in dieser sensiblen Phase.

Was ist, wenn der Haarausfall nach 9 Monaten nicht aufhört?

Dann solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Über ein Blutbild können Nährstoffmängel (besonders Eisen und Ferritin) oder Schilddrüsenprobleme erkannt werden. Diese lassen sich gut behandeln, sobald die Ursache klar ist.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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