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Eklampsie – Krampfanfall während der Geburt

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 10.03.2026 Lesezeit 9 Min.
Eklampsie – Krampfanfall während der Geburt

Auf einen Blick

  • Eklampsie ist eine schwere Form der Präeklampsie mit Krampfanfällen vor, während oder nach der Geburt
  • Engmaschige Vorsorge kann die Erkrankung meist frühzeitig erkennen und verhindern
  • Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose normalerweise gut

Wenn der Blutdruck in der Schwangerschaft steigt und plötzlich Krampfanfälle auftreten, wird es lebensbedrohlich. Die Eklampsie ist eine der gefährlichsten Schwangerschaftserkrankungen – doch mit guter Vorsorge lässt sie sich heute meist verhindern.

🔍 Was ist eine Eklampsie?

Es gibt verschiedene Schwangerschaftserkrankungen, die für Mutter und Kind gefährlich werden können. Eine davon ist die Präeklampsie, die auch als Gestose oder Schwangerschaftsvergiftung bezeichnet wird. Diese Erkrankung kann mit verschiedenen Komplikationen einhergehen. So kann sich das HELLP-Syndrom ausbilden, es kann aber auch zu einer Eklampsie kommen. Bei der Eklampsie verstärken sich die Symptome der Präeklampsie deutlich und innerhalb einer kurzen Zeit. Es kann zu Krampfanfällen kommen, die auch während der Entbindung auftreten.

Bei einer Eklampsie werden die Gesundheit von Mutter und Kind stark gefährdet. Sie kann zu einer akuten Atemnot führen, aber auch zu Koma und Organversagen. Nierenversagen, eine Plazentalösung oder auch ein Multiorganversagen können auftreten. Durch die verringerte Blutzufuhr für die Plazenta kann auch das Leben des Kindes beeinträchtigt werden.

Achtung: Die Eklampsie tritt vor allem ab der 30. Schwangerschaftswoche auf und kann lebensbedrohlich werden. In seltenen Fällen kann sie auch schon früher auftreten.

⚠️ Welche Risikofaktoren gibt es?

Warum genau eine werdende Mutter eine Präeklampsie und auf dieser Grundlage eine Eklampsie bekommt, ist bis heute nicht ganz geklärt. Grundsätzlich kann jede Frau betroffen sein, dabei ist es auch nicht relevant, ob ihr schon eine oder mehrere Schwangerschaften erlebt hat. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die eine Gefahr erhöhen:

  • Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften sind tendenziell öfter betroffen
  • Frauen mit Bluthochdruck (Hypertonie) haben ebenfalls ein höheres Risiko
  • Übergewicht oder Diabetes können ebenfalls einen Auslöser darstellen

🌸 Welche Symptome solltest du ernst nehmen?

Bei den Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft wird daher genau darauf geachtet, ob es Veränderungen bei euch gibt. So kann ein Anzeichen eine Proteinurie sein. Das heißt, euer Urin wird auf erhöhte Ausscheidungen von Eiweiß kontrolliert.

Ebenfalls stark kontrolliert wird der Blutdruck. Bevor es zu einem eklamptischen Blutdruck kommt, steigt er deutlich an. Daher lässt sich die Eklampsie heute meist schon frühzeitig erkennen oder sogar verhindern. Gut ist es auch, wenn ihr auf weitere Anzeichen eures Körpers achtet. Wassereinlagerungen sind bei Schwangeren normal. Nehmen sie jedoch sehr umfangreiche Formen an, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass sich eine Präeklampsie ausbildet.

Warnsignale, auf die du achten solltest:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Doppelbilder
  • Lichtblitze in den Augen
  • Starke Gewichtszunahme

Bei ungewöhnlichen Symptomen wie starken Wassereinlagerungen oder Kreislaufproblemen solltest du nicht zögern – lieber einmal zu viel zur Kontrolle gehen als zu wenig. Es geht um dein Leben und das deines Babys.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Gut zu wissen: Ein Blutdruck über 140/90 mmHg wird bereits genauer kontrolliert. Auch starke Eiweißausscheidungen im Urin sind ein wichtiges Warnsignal.

🏥 Wie wird eine Eklampsie behandelt?

Die Eklampsie tritt ab der 30. Schwangerschaftswoche möglicherweise auf und sollte bei den Patientinnen schnell erkannt werden, damit eine sofortige Handlung möglich ist. Es wird geschaut, ob sich bereits Schwellungen im Gehirn gebildet haben, wie die Nieren arbeiten und ob Krämpfe auftreten. Bei einem Anfall muss möglicherweise direkt ein Kaiserschnitt durchgeführt werden. Die Krankheit bildet sich nach der Geburt auch kurzfristig wieder zurück. Dennoch werden die Mutter und das Neugeborene anschließend engmaschig kontrolliert.

Wenn eine Präeklampsie vorliegt, werden Gynäkologen Mutter und das Ungeborene ebenfalls engmaschig im Blick behalten und zur Vorbeugung einer Eklampsie auch mit Medikamenten arbeiten. Sobald sich zeigt, dass der mütterliche oder kindliche Zustand lebensbedrohlich werden können, wird die Geburt nicht mehr aufgehalten.

Achtung: In einigen wenigen Fällen kann es auch schon früher in der Schwangerschaft zu einer Eklampsie kommen. In dem Fall steht die Mutter im Vordergrund. So kann es sein, dass auch ein unreifes Baby früh geholt wird, um die Mutter zu retten.

Wie ist die Prognose?

Die Prognose nach einer durchlebten Eklampsie ist unterschiedlich. Es wird geschaut, ob die Krankheit das Gehirn von Mutter oder Kind beeinträchtigt hat und es neurologische Schäden gibt. Eine intensivmedizinische Betreuung kann ebenfalls notwendig werden. Da die Anzeichen nach einer erfolgten Geburt jedoch schnell wieder abklingen, ist die Prognose normalerweise gut.

💪 So kannst du vorbeugen

Für die Vorbeugung wird eine genaue Kontrolle bei den Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. Steigt der Blutdruck über 140/90 mmHg wird bereits genauer kontrolliert. Auch starke Eiweißausscheidungen im Urin, Durchblutungsstörungen oder Schmerzen und Probleme mit dem Kreislauf werden durch Gynäkologen und Hebamme sehr ernst genommen. Der Arzt wird außerdem kontrollieren, ob ihr Ödeme habt, die sich stark ausbreiten.

Auch ihr könnt zur Vorbeugung beitragen. Arzt und Hebamme sind darauf angewiesen, dass sie durch euch aufgesucht werden. Eine akute Präeklampsie oder Eklampsie kann lebensbedrohlich werden. Wenn ihr also vorher schon Anzeichen bemerkt, solltet ihr diese auch ernst nehmen und euch außerhalb der Vorsorgeuntersuchungen an eure Hebamme oder den Arzt wenden. So könnt ihr direkt überwacht werden.

Tipp: Nimm alle Vorsorgeuntersuchungen wahr und sprich offen über deine Beschwerden. Lieber einmal zu viel nachfragen als wichtige Warnsignale übersehen.

🖤 Warum du auf dein Bauchgefühl hören solltest

Viele Schwangere sind unsicher, ob ihre Beschwerden einfache Schwangerschaftsbeschwerden sind, oder ob diese möglicherweise aus einer Erkrankung resultieren. Das ist verständlich. Stellt ihr jedoch fest, dass ihr starke Wassereinlagerungen habt, euer Kreislauf immer wieder Probleme macht und ihr vielleicht sogar Übelkeit und Erbrechen zum Ende der Schwangerschaft entwickelt, solltet ihr immer und jederzeit die Hebamme oder auch die Notaufnahme in Anspruch nehmen. Lasst alle Werte kontrollieren und stellt so sicher, dass eine mögliche Gestose nicht unentdeckt bleibt. Bedenkt, dass es dabei um euch und das Leben eures Babys geht, das es zu schützen gilt.

Häufig gestellte Fragen

Kann jede Schwangere eine Eklampsie bekommen?

Ja, grundsätzlich kann jede Frau betroffen sein – unabhängig davon, ob es die erste oder eine weitere Schwangerschaft ist. Bestimmte Risikofaktoren wie Mehrlingsschwangerschaften, Bluthochdruck, Übergewicht oder Diabetes erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit.

Wann tritt eine Eklampsie am häufigsten auf?

Die Eklampsie tritt vor allem ab der 30. Schwangerschaftswoche auf und kann vor, während oder nach der Geburt auftreten. In seltenen Fällen kann sie auch schon früher in der Schwangerschaft vorkommen.

Wie erkenne ich, ob ich gefährdet bin?

Achte auf Warnsignale wie starke Wassereinlagerungen, anhaltende Kopfschmerzen, Sehstörungen (Doppelbilder, Lichtblitze), Übelkeit und Erbrechen sowie starke Gewichtszunahme. Bei den Vorsorgeuntersuchungen werden dein Blutdruck und dein Urin auf Eiweiß kontrolliert.

Was passiert, wenn eine Eklampsie festgestellt wird?

Bei einem Anfall muss möglicherweise direkt ein Kaiserschnitt durchgeführt werden. Die Krankheit bildet sich nach der Geburt meist kurzfristig wieder zurück. Mutter und Neugeborenes werden anschließend engmaschig kontrolliert.

Ist die Prognose nach einer Eklampsie gut?

Da die Anzeichen nach der Geburt normalerweise schnell wieder abklingen, ist die Prognose in den meisten Fällen gut. Es wird jedoch kontrolliert, ob es neurologische Schäden bei Mutter oder Kind gibt. Eine intensivmedizinische Betreuung kann notwendig werden.

Wann sollte ich sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme?

Wenn du starke Wassereinlagerungen, Kreislaufprobleme, Übelkeit und Erbrechen zum Ende der Schwangerschaft, anhaltende Kopfschmerzen oder Sehstörungen bemerkst, solltest du nicht zögern und sofort deine Hebamme, deinen Arzt oder die Notaufnahme aufsuchen. Es geht um dein Leben und das deines Babys.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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