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Periduralanästhesie (PDA) – Vor- & Nachteile

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 16.04.2026 Lesezeit 11 Min.
Periduralanästhesie (PDA) - Vor- & Nachteile

Auf einen Blick

  • Die PDA betäubt nur den unteren Körperbereich – Du bleibst wach und kannst aktiv mithelfen
  • Sie kann jederzeit während der Geburt gesetzt werden, wenn die Schmerzen zu stark werden
  • Dein Baby wird durch die PDA in der Regel nicht beeinträchtigt

Die meisten von uns wünschen sich, die Geburt ihres Kindes vollkommen bewusst zu erleben. Doch manchmal werden die Schmerzen so stark, dass eine Betäubung nötig wird – oder die Geburt verläuft anders als geplant. Die Periduralanästhesie (PDA) ist heute die häufigste Form der Schmerzlinderung während der Geburt. Hier erfährst Du alles, was Du darüber wissen musst.

🔍 Was ist eine Periduralanästhesie (PDA) überhaupt?

Die Periduralanästhesie, kurz PDA, hat sich in den letzten Jahrzehnten als die Geburtsnarkose schlechthin etabliert. Ihr Vorteil liegt darin, dass Du nicht schläfst und Deine Klarheit erhalten bleibt, sodass Du während der Geburt reagieren kannst und bei der Geburt Deines Babys mithelfen kannst.

Bei der Periduralanästhesie handelt es sich auch um eine Narkose, jedoch wird nur ein Teil Deines Körpers narkotisiert (betäubt). Verabreicht wird das Medikament durch eine Injektion in den Rücken. Die Kanüle (Nadel) wird nach der Injektion entfernt, jedoch verbleibt ein Katheter. Durch die PDA werden die Schmerzen der Wehen verringert und Du kannst Dich besser auf die Geburt Deines Kindes konzentrieren.

Gut zu wissen: Die PDA betäubt den Bereich ab Bauch über die Beine bis zu den Füßen – Du spürst die Wehen noch, aber nicht den Schmerz.

💉 Wie wird die PDA genau angewendet?

Bei der Periduralanästhesie (PDA) handelt es sich also um eine Anästhesie, die an der Wirbelsäule angewendet wird, um den Bauchbereich zu betäuben. Zur Anwendung wirst Du sitzend mit gebeugtem Rücken oder auf der Seite liegend in eine "fetale" Position gebracht. Der Bereich zwischen dem dritten und vierten Lendenwirbel der Lendenwirbelsäule wird desinfiziert, dort wird die Injektion vorgenommen und ein kleines Lokalanästhetikum wird aufgetragen, um den Bereich zu desensibilisieren.

Dann wird eine Nadel eingeführt, ohne das Rückenmark zu berühren – die Epidural-Region befindet sich zwischen der Wirbelsäule und dem Rückenmark. Durch die Nadel wird ein dünner Kunststoffkatheter eingeführt, der fixiert wird. Anschließend wird die Nadel entfernt. Bei diesem Vorgang ist es wichtig, dass der Rücken maximal gewölbt bleibt, auf diese Weise wird das Eindringen der Nadel durch den Raum zwischen den einzelnen Wirbeln erleichtert.

Achtung: Kommt es zu einer Wehe, musst Du unbedingt den Anästhesisten benachrichtigen, damit er die Arbeit kurzzeitig unterbrechen kann.

Aufgrund der Flexibilität des Katheters hast Du hinterher volle Bewegungsfreiheit. Abhängig vom Verfahren des Anästhesisten kann der Anästhesiefluss auf folgende Weise durchgeführt werden:

Periduralanästhesie mit Injektionen in Intervallen

Der Anästhesist spritzt immer wieder (in Intervallen) eine Dosis des Anästhetikums durch das Ende des Katheters. Wenn die Dosis groß genug ist, bemerkst Du eine Entspannung des Bauches und die Schmerzen hören auf. Sobald die Wirkung nachlässt, wird der Anästhesist eine neue Injektion auf die gleiche Weise verabreichen.

Kontinuierliche Infusion epidural

Für den kontinuierlichen Anästhesiefluss platziert der Anästhesist am Ende des Katheters eine Pumpe, die Du selbst steuern kannst, wodurch der Anästhesiefluss erhöht oder verringert wird, sodass Du die Wirkung und den Schmerz besser kontrollieren kannst.

📅 Wann sollte die PDA angewendet werden?

Selbst wenn Du die Periduralanästhesie bei der Planung Deiner Geburt nicht „bestellt" hast, bieten die meisten Krankenhäuser in der Regel jederzeit die Möglichkeit, sie zu verwenden. Die meisten schwangeren Patienten entscheiden sich für eine Periduralanästhesie, wenn die Schmerzen durch Wehen zuzunehmen beginnen und sich der Gebärmutterhals erweitert.

Wenn Pitocin (die synthetische Version des Hormons Oxytocin, das Wehen und eine Erweiterung des Gebärmutterhalses verursacht), verwendet wurde, um die Wehen auszulösen und die Geburt einzuleiten, wird in der Regel auch die Periduralanästhesie angewendet, da die künstlich verursachten Wehen in der Regel etwas schmerzhafter sind als natürlichen Wehen.

Situationen, in denen die Verwendung einer Periduralanästhesie erforderlich ist:

  • Wenn die Wehen nicht natürlich beginnen
  • Wenn Du Schwierigkeiten hast, mit Wehen umzugehen
  • Wenn sich Dein Körper für die Geburt nicht öffnet und ausdehnt
  • Wenn der Fötus für die Geburt nicht richtig positioniert ist

Viele Mamas entscheiden sich erst während der Geburt für eine PDA – und das ist völlig in Ordnung. Du musst Dich nicht schon vorher festlegen, sondern kannst ganz nach Deinem Gefühl entscheiden.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

✨ Welche Vorteile hat eine Periduralanästhesie?

Die Periduralanästhesie hat nicht nur zum Vorteil, dass sie den Schmerz von künstlich eingeleiteten Wehen mildert, sondern ermöglicht Dir, die Geburt Deines Kindes mitzuerleben und das bei möglichst geringen Schmerzen. Du spürst dabei zwar die Wehen und kannst mithelfen, aber nicht den Schmerz der Wehen.

Zudem hilft die Periduralanästhesie, einen hohen Blutdruck zu senken und wirkt oft auch beruhigend auf den Allgemeinzustand. Zudem kannst Du sogar bei Bewusstsein bleiben, wenn ein Kaiserschnitt erforderlich wird, denn mit großer Wahrscheinlichkeit wird keine Vollnarkose, sondern eine Periduralanästhesie angewendet, um die Eingriffs-Operation mit örtlicher Betäubung durchzuführen.

Tipp: Die PDA wirkt wie eine Schmerztherapie – Du nimmst die Geburt bewusst wahr, aber ohne die starken Schmerzen aushalten zu müssen.

⚠️ Welche Nachteile hat eine Periduralanästhesie?

Es kann anfangs einige Zeit dauern, bis die Betäubung eingesetzt werden kann, es ist auch möglich, dass sie nur in bestimmten Teilen Wirkung zeigt. Informiere in diesem Fall den Anästhesisten, sodass dieser die Dosis überprüfen und anpassen kann. Zudem kann es zu Nebenwirkungen kommen, die zu Juckreiz führen oder Frieren führen.

Des Weiteren musst Du während der Geburt Deines Babys im Bett bleiben. Es kann außerdem sein, dass ein Katheter gesetzt werden muss, um den Fluss von Körper-Flüssigkeiten zu kontrollieren. Zudem ist eine sorgfältige Überprüfung Deines Blutdrucks und der Herzfrequenz Deines Babys erforderlich. Außerdem ist es möglich, dass zusätzlich Pitocin gespritzt werden muss, um die Wehen zu beschleunigen.

Denn nicht nur in der zweiten Phase der Wehen – der Dilation – kann es zu Verzögerungen kommen. Jedoch wird in der zweiten Wehen-Phase kein Pitocin gespritzt, sondern es kommt zum Einsatz von Geburtshilfen wie einer Saugglocke. Auch Kopfschmerzen und Übelkeit können die Folge einer Periduralanästhesie sein.

👶 Beeinflusst die PDA Dein Baby?

Grundsätzlich beeinflusst ein Medikament wie eine Periduralanästhesie Dein Baby weder bei Komplikationen und einer nötigen Operation noch bei einer natürlichen Geburt nicht. Es kann aufgrund der Zusammensetzung des Betäubungsmittels bei sehr hohen Mengen dazukommen, dass die Atmung Deines Babys beeinflusst wird. Aus diesem Grund ist die stetige Überwachung von Dir und Deinem Baby unerlässlich. Die Periduralanästhesie beinhaltet verschiedene Analgetika wie Opioide und Fentanyl.

Gut zu wissen: Dein Baby wird durch die PDA in der Regel nicht beeinträchtigt – die Überwachung während der Geburt stellt sicher, dass alles in Ordnung ist.

🏥 Warum keine Vollnarkose während der vaginalen Entbindung mehr?

Während in den 60er- und 70er-Jahren die Vollnarkose bei der vaginalen Entbindung häufig angewendet wurde, ist ihre Anwendung als erste Wahl für eine Anästhesie während der Geburt heute nicht mehr aktuell. Denn häufig kommt es aufgrund der Vollnarkose zu Störungen beim Wehen-Rhythmus, was den Einsatz von Geburtshilfen notwendig macht. Eine sehr gute und beliebte Alternative dazu stellt die PDA dar.

💭 Fazit: Geburt mit oder ohne Betäubung?

Ob Du Dich für eine örtliche Betäubung entscheidest oder nicht, kannst Du natürlich nur selbst entscheiden und ist wahrscheinlich auch davon abhängig, wie schmerzempfindlich Du bist. Es gibt Patienten, die gar keine Betäubung benötigen, es gibt aber auch schwangere Frauen, die den Schmerz der Kontraktionen kaum aushalten und daher entsprechende Medikamente wünschen.

Dabei wirkt dieses Betäubungsmittel eher wie eine Schmerztherapie, die Dir den Schmerz ab Bauch über die Beine bis zu den Füßen nimmt. Allein das Auftreten von Kontraindikationen (Infektionen, Erkrankungen, Behinderungen usw.) kann den Einsatz von Medikamenten zur Schmerztherapie verhindern.

Besprich Dich am besten mit Deinem Arzt und Deiner Hebamme, um eine durchdachte und für Dich passende Entscheidung zu treffen. Es kann auch nützlich sein, dass Du Deinen Geburtsplan mit Deiner Begleitperson besprichst.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich die PDA jederzeit während der Geburt bekommen?

Ja, die meisten Krankenhäuser bieten die Möglichkeit, die PDA jederzeit während der Geburt zu setzen – auch wenn Du sie nicht im Voraus geplant hast. Sprich einfach mit Deiner Hebamme oder dem Anästhesisten, wenn Du sie wünschst.

Muss ich mich schon vor der Geburt für oder gegen eine PDA entscheiden?

Nein, Du musst Dich nicht im Voraus festlegen. Viele Frauen entscheiden sich erst während der Geburt für eine PDA, wenn die Schmerzen stärker werden. Es ist hilfreich, das Thema vorher mit Deinem Arzt zu besprechen, aber die endgültige Entscheidung kannst Du während der Geburt treffen.

Spüre ich mit PDA noch etwas von der Geburt?

Ja, Du spürst die Wehen noch und kannst aktiv mitpressen – nur der Schmerz wird deutlich gelindert. Du bleibst wach und kannst die Geburt Deines Babys bewusst miterleben.

Kann ich mich mit PDA noch bewegen?

Aufgrund der Flexibilität des Katheters hast Du grundsätzlich Bewegungsfreiheit, allerdings musst Du während der Geburt im Bett bleiben. Die Überwachung von Blutdruck und der Herzfrequenz Deines Babys macht dies notwendig.

Welche Nebenwirkungen kann eine PDA haben?

Mögliche Nebenwirkungen sind Juckreiz, Frieren, Kopfschmerzen oder Übelkeit. Die PDA kann auch dazu führen, dass die Geburt etwas länger dauert und eventuell Geburtshilfen wie eine Saugglocke nötig werden. Dein Anästhesist wird Dich über alle Risiken aufklären.

Schadet die PDA meinem Baby?

Nein, grundsätzlich beeinflusst die PDA Dein Baby nicht. Nur bei sehr hohen Mengen könnte die Atmung beeinflusst werden, weshalb Du und Dein Baby während der Geburt engmaschig überwacht werdet. Die Sicherheit steht an erster Stelle.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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