Wo soll ich entbinden? – Krankenhaus, Geburtshaus oder Zuhause
Auf einen Blick
- Du kannst selbst entscheiden, wo du dein Baby zur Welt bringen möchtest – Klinik, Geburtshaus oder Zuhause
- Bei Risikoschwangerschaften ist eine Klinikgeburt die sicherste Wahl
- Eine rechtzeitige Anmeldung und Information über alle Optionen ist wichtig für deine Entscheidung
Der positive Schwangerschaftstest liegt vor dir und schon kreisen die Gedanken: Wo soll mein Baby zur Welt kommen? Diese Entscheidung ist so persönlich wie deine Schwangerschaft selbst. Die gute Nachricht: Du hast heute mehr Wahlmöglichkeiten denn je und kannst den Ort wählen, an dem du dich am wohlsten und geborgensten fühlst.
🌸 Warum ist die Wahl des Geburtsortes so wichtig?
Eine Entbindung ist ein besonderes Erlebnis, das für die ganze Familie möglichst unvergesslich werden soll. Viele werdende Eltern haben bereits ungefähre Vorstellungen davon, wo sie ihr Baby bekommen möchten. Wir empfehlen dir jedoch, dich über alle Optionen umfassend zu informieren, dich beraten zu lassen und dann eine Entscheidung zu treffen.
Gut zu wissen: Die Wahl des Geburtsortes beeinflusst nicht nur den Ablauf der Geburt, sondern auch dein Sicherheitsgefühl und deine Möglichkeiten zur Selbstbestimmung während der Entbindung.
🏥 Die Geburt in der Klinik – das ist wichtig zu wissen
Du möchtest gerne in einem Kreißsaal entbinden? Eine Geburtsklinik ist für viele werdende Eltern ein sicherer Hafen, wenn es um die Entbindung geht. Bei Risikoschwangerschaften gibt es normalerweise keinen anderen Weg als der in die Geburtsklinik. Dabei solltest du genau schauen, ab welcher Schwangerschaftswoche eine Anmeldung möglich ist, wie die Thematik rund um den Kaiserschnitt gehandhabt wird und ab welcher Schwangerschaftswoche in der Klinik generell entbunden werden kann.
Möchtest du in einer Klinik entbinden, kannst du bei einem Tag der offenen Tür einen guten Einblick in das Angebot bekommen. Erkundige dich, ob eine Beleghebamme mitgebracht werden kann, wenn die von dir ausgewählte Hebamme eine Rufbereitschaft anbietet.
Wichtige Fragen für das Geburtsgespräch
Weitere mögliche Fragen, die du in einem Geburtsgespräch stellen kannst, sind:
- Ist eine natürliche Geburt auch bei Beckenendlage möglich?
- In welchen Positionen kann ich gebären?
- Wie lange nach dem Geburtstermin wird mit der Einleitung gewartet?
- Wie häufig wird im Krankenhaus eine Peridualanästhesie durchgeführt?
- Was passiert mit der Plazenta nach der Entbindung?
- Wird eher mit Dammschnitten gearbeitet oder darf der Damm natürlich reißen?
Je umfassender du informiert bist, umso sicherer fühlst du dich, wenn es dann an die Entbindung geht.
Ich habe beide meine Kinder in der Klinik bekommen und mich dort sehr gut aufgehoben gefühlt. Die Sicherheit, dass im Notfall sofort Hilfe da ist, hat mir viel Ruhe gegeben.
Tipp: Kennst du den hebammengeführten Kreißsaal? Hierbei handelt es sich um einen Kreißsaal in einer Klinik, der jedoch rein von Hebammen geführt wird. Ein Arzt wird nur zur Entbindung gerufen, wenn es zu Komplikationen kommt. Du hast also die Selbstbestimmung der Geburt mit Hebamme und die Sicherheit durch den Gynäkologen und meist auch direkt durch den Kinderarzt.
🌸 Die Geburt im Geburtshaus – das ist wichtig zu wissen
Das Geburtshaus ist eine Alternative zwischen der Hausgeburt und der Klinikgeburt. In vielen größeren Orten ist ein Geburtshaus zu finden. Es wird von Hebammen geführt und ermöglicht eine Entbindung in einem ruhigen Ambiente. Du wirst während der Wehen sanft durch eine Hebamme begleitet, kannst im Stehen, im Liegen, im Sitzen oder auch in der Badewanne entbinden und sehr selbstbestimmt agieren. Dennoch ist jederzeit die Begleitung durch die Hebamme gegeben. Sollte es zu Komplikationen kommen, kann sie schnell eingreifen oder veranlassen, dass du ins Krankenhaus kommst.
Schmerzlinderung im Geburtshaus
Bei einer Entbindung im Geburtshaus gibt es ebenfalls die Möglichkeit von schmerzstillenden Mitteln. Allerdings ist hier eine Peridualanästhesie nicht möglich. Stattdessen arbeiten viele Hebammen mit natürlichen Mitteln zur Schmerzlinderung.
Du kannst nach der Entbindung in aller Ruhe dein Baby auf der Welt begrüßen, mit dem Stillen beginnen und dich entspannen. Nach der U1, die durch die Hebamme durchgeführt werden darf, kannst du auch wieder nach Hause gehen.
Achtung: Die Hebamme wird immer darauf achten, ob es dir und dem Baby gut geht. Sollte sie feststellen, dass sich Komplikationen zeigen, wird sie den Krankenwagen rufen und dich ins Krankenhaus verlegen.
Auch bei Geburtshäusern ist eine rechtzeitige Anmeldung notwendig. Hier kannst du dich über das Haus und die Hebammen informieren, Fragen rund um die Geburtsmethoden stellen und das Ambiente kennenlernen.
🏠 Die Geburt Zuhause – das ist wichtig zu wissen
Wo fühlst du dich am wohlsten? Das ist vermutlich in den eigenen vier Wänden der Fall. Es ist also verständlich, dass viele werdende Eltern gerne eine Entbindung Zuhause in Betracht ziehen. Wichtig für dich zu wissen ist: Du brauchst eine Hebamme, die dich dabei unterstützt und die Suche kann schwierig werden. Daher solltest du damit bereits mit dem Bekanntwerden der Schwangerschaft beginnen.
Sicherheit bei der Hausgeburt
Statistisch gesehen bringt eine Geburt Zuhause nicht mehr Risiken mit sich, als eine Entbindung im Geburtshaus oder im Krankenhaus. Die Voraussetzung ist auch hier, dass du eine komplikationslose Schwangerschaft hast und nicht über den Entbindungstermin gehst. Auch eine Mehrlingsschwangerschaft sollte nicht Zuhause entbunden werden.
Vorbereitung auf die Hausgeburt
Im Rahmen der Vorbereitungen kannst du mit der Hebamme abstimmen, was du kaufst und was sie mitbringt. Möchtest du beispielsweise im Wasser entbinden, kannst du einen portablen Geburtspool leihen oder auch kaufen. In der Badewanne findest du nicht den Platz und die Entspannung, die du benötigst.
Tipp: Tausche dich mit anderen werdenden Eltern aus, die ebenfalls eine Hausgeburt planen oder vielleicht sogar schon erlebt haben. Hier gibt es viel Input für die Planung und die Umsetzung.
Häufig gestellte Fragen
Wann muss ich mich für einen Geburtsort entscheiden?
Eine rechtzeitige Anmeldung ist wichtig, besonders bei Geburtshäusern und wenn du eine Hebamme für eine Hausgeburt suchst. Beginne am besten schon im ersten Trimester mit der Information und Anmeldung. Bei Kliniken kannst du dich auch später noch anmelden, solltest aber trotzdem frühzeitig Informationsgespräche führen.
Kann ich bei einer Risikoschwangerschaft auch im Geburtshaus oder Zuhause entbinden?
Bei Risikoschwangerschaften ist eine Klinikgeburt die sicherste Wahl. Auch Mehrlingsschwangerschaften sollten nicht Zuhause oder im Geburtshaus entbunden werden. Sprich mit deiner Hebamme und deinem Arzt über deine individuelle Situation.
Was ist ein hebammengeführter Kreißsaal?
Ein hebammengeführter Kreißsaal ist ein Kreißsaal in einer Klinik, der rein von Hebammen geführt wird. Ein Arzt wird nur gerufen, wenn es zu Komplikationen kommt. So hast du die Selbstbestimmung einer Hebammengeburt kombiniert mit der Sicherheit einer Klinik.
Welche Schmerzlinderung gibt es im Geburtshaus?
Im Geburtshaus gibt es schmerzstillende Mittel, allerdings ist eine Peridualanästhesie nicht möglich. Viele Hebammen arbeiten mit natürlichen Mitteln zur Schmerzlinderung wie Wasser, Bewegung, Massage und homöopathischen Mitteln.
Wie finde ich eine Hebamme für eine Hausgeburt?
Die Suche nach einer Hebamme für eine Hausgeburt kann schwierig sein. Beginne damit bereits mit dem Bekanntwerden deiner Schwangerschaft. Kontaktiere Hebammenpraxen in deiner Umgebung, frage in Geburtshäusern nach oder suche über Online-Plattformen und Hebammenverbände.
Was passiert, wenn es bei einer Hausgeburt oder im Geburtshaus zu Komplikationen kommt?
Die Hebamme achtet während der gesamten Geburt darauf, ob es dir und dem Baby gut geht. Sollte sie Komplikationen feststellen, wird sie sofort den Krankenwagen rufen und dich ins Krankenhaus verlegen lassen. Deine Sicherheit und die deines Babys haben immer oberste Priorität.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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